„Super-Knacknuss“ für die Nachwuchselite



Kann Martin Ackermann die Nuss knacken? Experte Rainer Honegger schaut jedenfalls kritisch zu.

Technische Modellbauer waren an den Berufs-WM für das Schweizer Team in der Vergangenheit sichere Medaillenlieferanten. Die diesjährige Schweizermeisterschaft bestätigte die hohe Qualität der jungen Berufsleute in dieser Sparte.

Räumliches Denken und die Umsetzung in die Gegenständlichkeit sind Voraussetzungen, die der Technische Modellbauer unbedingt mit sich bringen muss. Um sich aus einer Zeichnung mit Aufriss, Grundriss und Seitenriss und Schnitten ein realistisches 3-D-Modell vorzustellen und so zu bearbeiten, dass damit effizient produziert werden kann, braucht es sehr viel Erfahrung. Erfahrung, über welche die drei jungen, aus der Vorausscheidung von sieben Kandidaten für den Nationalen Final qualifizierten Teilnehmer, noch nicht verfügen. Ihr Können ist jedoch bereits recht hoch – muss es auch sein, sonst hätten sie an nationalen und internationalen Meisterschaften kaum eine echte Chance.

An den diesjährigen, im Schreiner Ausbildungszentrum Opfikon vom Branchenverband swiss-form durchgeführten Meisterschaften, hatten die drei Teilnehmer nach den Richtlinien der Lehrabschlussprüfungen durch Dreh- und Fräsarbeiten sowie Schnellharzgiessabguss ein Werkstück aus Schichtholz und Kunststoff (Polyuretan) anzufertigen. Laut Cheforganisator Rainer Honegger war die Wettbewerbsaufgabe eine „Super-Knacknuss“, zumal den Kandidaten nur 12 Arbeitsstunden zur Verfügung standen. „Da musste man sich das richtige Vorgehen genau überlegen, sonst war man schnell weg vom Fenster.“ Für die Bewertung, welche rund 60 Kriterien umfasste, war vor allem die Massgenauigkeit mit einer Toleranz von plus/minus 0,2 Millimetern, aber auch das visuelle Bild, welches das Modell abgibt, entscheidend. Die beste Arbeit gelang Daniel Lochbihler. „Er arbeitete sehr ruhig und exakt“, lobte Experte Honegger.

Noch nicht ganz geklärt ist die Frage, ob der Beruf Technischer Modellbauer an nächsten Berufs-WM 2009 im kanadischen Calgary zum Wettbewerbsprogramm gehören wird. Die Verantwortlichen pochen vorläufig auf die Bestimmung, dass mindestens zwölf Länder teilnehmen müssen – und angemeldet sind bloss sieben. „Ich hoffe, das man nicht nur Masse, sondern auch Klasse berücksichtigt“, sagt Honegger, „und unser Beruf gehört eindeutig zu der Elite.“


Rangliste
1. Daniel Lochbihler, Holderbank (Lehrbetrieb: Ingold AG, Olten; Arbeitgeber: Stadler Stahlguss AG, J. Renferstr, Biel)
2. Martin Ackermann, Aarau (Lehrbetrieb und Arbeitgeber: Ferrum AG GB Giesserei, Schafisheim)
3. Ivan Cokolic, Luzern (Lehrbetrieb: von Roll, Emmenbrücke; Arbeitgeber: Giesserei Hegi AG, Oberburg)