10. Dezember 2008
Schweizermeisterschaft der Plattenleger in Dagmersellen
Massgenauigkeit als Basis für den Sieg

Alle Landesteile waren auf dem Podest vertreten (v.l.): Der Romand William Protti, der Deutschschweizer Lukas Gutknecht und der Tessiner Alessandro Martino (schwangen obenaus.
Aus allen Landesteilen waren die besten 14 Plattenleger-Lehrabgänger ins Berufszentrum in Dagmersellen angereist, um ihren Meister zu küren. Während 16,5 Stunden in zweieinhalb Tagen gaben die jungen Berufsleute ihr Bestes. Am Schluss setzte sich der Solothurner Lukas Gutknecht knapp durch.
Die von namhaften Sponsoren unterstützte Schweizermeisterschaft hatte sogar einen internationalen Touch, denn ausser Konkurrenz startete der Liechtensteiner Marco Wohlwend (Schaanwald), der sich bereits für die Berufs-WM 2009 im kanadischen Calgary qualifiziert hat. Der Wettkampf war für ihn eine willkommene Gelegenheit, um seine Technik unter Druck weiter zu verfeinern.
Knifflige Aufgabe
Das Jury-Quartett Ivan Möri, Hans Zimmerli, Kurt Kühn und Thomas Vogel bewertete das Vorgehen der Kandidaten unter der Leitung des internationalen Experten Roger Dähler. Die Aufgabe war von der kniffligen Sorte: Es galt, aus einem Plan im Massstab 1:10 ein Design unter dem symbolhaften Motto „Die Schweiz in Bewegung“ zu gestalten. Dabei gab es vier Hauptelemente: den Calgary-Tower in der Ecke, ein Wolkengebilde am Himmel, ein dreidimensionales Schweizerkreuz links unten und am Boden den Atlantik mit der Jahrzahl 09. Natürlich spielten bereits die Arbeitsplatzeinrichtung und die gewählte Strategie eine wichtige Rolle. Im Kampf gegen die Zeit und angesichts der zahlreichen Besucher, welche die Arbeiten mitverfolgten, zeigten sich bald klare Unterschiede. Mit gutem Auge und richtigem Vorgehen entstanden da und dort zuerst die Plättchen mit Abschrägungen oder Rundungen. Gelernt ist gelernt, sagten sich die Kandidaten, und begannen das Keramikmaterial gekonnt zu bearbeiten.
Kandidaten in Zeitnot
Mit Schneidmaschine sowie Nass- und Trockenfräsen wurden die rechteckigen Platten zerkleinert. Dann wurden die Wände hochgezogen, das Schweizerkreuz modelliert und der Sockel des Turmes ausgeführt, bevor schliesslich der Boden „geplättelt“ wurde. Zu spät erkannten einige der Teilnehmer, dass ihnen die Zeit davonlief und sie deshalb Kompromisse eingehen mussten. „Wer den Zeitplan einhielt, den Arbeitsplatz sauber hielt und logisch vorging, hatte gute Chancen, viele Punkte zu sammeln“ meinte Roger Dähler. Er muss es ja wissen, hatte er doch an der WM 1999 in Montreal eine Bronzemedaille geholt.
Bei der würdig gestalteten Rangverkündigung lobten Roger Dähler auf Deutsch, Kurt Kühn auf Französisch und Ivan Möri auf Italienisch sämtliche Kandidaten für ihre Riesenleistung, die grossartige Disziplin sowie das handwerkliche Können. „Es braucht ein gutes Umfeld, um Höchstleistungen unter Druck vollbringen zu können. Familie, Geschäft und Freundinnen kommt dabei eine unglaublich wichtige Aufgabe zu“, schloss der Expertenbericht. Dann war die Reihe am amtierenden Weltmeister, dem Bündner Mirko Tschenett, der eine Bildreportage von den letzten Berufs-WM 2007 im japanischen Shizuoka präsentierte und über seine Erfahrungen berichtete.
Knappe Entscheidung
Nachdem sich alle Teilnehmer vor den versammelten Eltern, Freundinnen und Lehrmeistern gruppiert hatten, durften Alessandro Martino (3.), William Protti (2.) und schliesslich Lukas Gutknecht als Sieger ihre Position auf dem Podest einnehmen. Die Entscheidung fiel übrigens sehr knapp aus, die ersten Fünf waren nur durch wenige Punkte voneinander getrennt. Gutknecht holte sich den entscheidenden Vorsprung (4,35 Punkte vor Protti) vorab dank seiner Massgenauigkeit bei Senkeln, Winkeln und Schlitzen.
Neben der obligaten Medaille erhielt jeder eine Urkunde, eine Zinnkanne sowie einen Gutschein für Weiterbildungskurse im Wert von 200. 300 und 400 Franken. Alle übrigen Teilnehmer klassierten sich geschlossen im vierten Rang – sie wurden mit einem 100-Franken-Weiterbildungsgutschein belohnt.
Bereits Anfang Jahr beginnt für Lukas Gutknecht die intensive Vorbereitung auf die WM in Calgary. Sein Coach Roger Dähler ist zuversichtlich: „Lukas hat viel Potenzial. Mit hartem Training und ein bisschen Glück kann er in Kanada um einen Podestplatz mitkämpfen.“
Roland Hofer
Rangliste
1. Lukas Gutknecht, Balsthal (Lehrbetrieb: Paul Baumgartner AG, Derendingen)
2. William Protti, Sierre (Protti Christian, Sierre)
3. Alessandro Martino, Riazzino (Cerama AG, Losone)
4. (in alphabetischer Reihenfoilge): Haxhi Jupa, Vacallo (Gaffuri & Co., Chiasso); Jasmin Mavmudoski, Olten (Max Cotting, Trimbach); Jérôme Cardinaux, Chempéry (Bernard Avanthay SA, Monthey); Marc Camenisch, Sagogn (caveltiplatten GmbH, Laax); Marc Senti, Seewi-Schmitten (Ewald Good, Mels); Natmir Azizi, Frauenfeld (Peter Schönbächler, Affeltrangen); Robbin Bernardin, Fribourg (Aebischer Pascal SA, Fribourg); Robin Haas, Cornol (Biedermann Carrelages SA, Porrentruy); Sébastien Lathion, Baar-Nendaz (Ferd. Leitti SA, Sion); Simone Gervasoni, Aquilla (Jacobelli Piastrelle SAGL, Aquilla).

Höchste Massgenauigkeit: Schweizermeister Lukas Gutknecht vor seiner Arbeit mit dem Calgary-Tower.

Alle Landesteile waren auf dem Podest vertreten (v.l.): Der Romand William Protti, der Deutschschweizer Lukas Gutknecht und der Tessiner Alessandro Martino (schwangen obenaus.
Aus allen Landesteilen waren die besten 14 Plattenleger-Lehrabgänger ins Berufszentrum in Dagmersellen angereist, um ihren Meister zu küren. Während 16,5 Stunden in zweieinhalb Tagen gaben die jungen Berufsleute ihr Bestes. Am Schluss setzte sich der Solothurner Lukas Gutknecht knapp durch.
Die von namhaften Sponsoren unterstützte Schweizermeisterschaft hatte sogar einen internationalen Touch, denn ausser Konkurrenz startete der Liechtensteiner Marco Wohlwend (Schaanwald), der sich bereits für die Berufs-WM 2009 im kanadischen Calgary qualifiziert hat. Der Wettkampf war für ihn eine willkommene Gelegenheit, um seine Technik unter Druck weiter zu verfeinern.
Knifflige Aufgabe
Das Jury-Quartett Ivan Möri, Hans Zimmerli, Kurt Kühn und Thomas Vogel bewertete das Vorgehen der Kandidaten unter der Leitung des internationalen Experten Roger Dähler. Die Aufgabe war von der kniffligen Sorte: Es galt, aus einem Plan im Massstab 1:10 ein Design unter dem symbolhaften Motto „Die Schweiz in Bewegung“ zu gestalten. Dabei gab es vier Hauptelemente: den Calgary-Tower in der Ecke, ein Wolkengebilde am Himmel, ein dreidimensionales Schweizerkreuz links unten und am Boden den Atlantik mit der Jahrzahl 09. Natürlich spielten bereits die Arbeitsplatzeinrichtung und die gewählte Strategie eine wichtige Rolle. Im Kampf gegen die Zeit und angesichts der zahlreichen Besucher, welche die Arbeiten mitverfolgten, zeigten sich bald klare Unterschiede. Mit gutem Auge und richtigem Vorgehen entstanden da und dort zuerst die Plättchen mit Abschrägungen oder Rundungen. Gelernt ist gelernt, sagten sich die Kandidaten, und begannen das Keramikmaterial gekonnt zu bearbeiten.
Kandidaten in Zeitnot
Mit Schneidmaschine sowie Nass- und Trockenfräsen wurden die rechteckigen Platten zerkleinert. Dann wurden die Wände hochgezogen, das Schweizerkreuz modelliert und der Sockel des Turmes ausgeführt, bevor schliesslich der Boden „geplättelt“ wurde. Zu spät erkannten einige der Teilnehmer, dass ihnen die Zeit davonlief und sie deshalb Kompromisse eingehen mussten. „Wer den Zeitplan einhielt, den Arbeitsplatz sauber hielt und logisch vorging, hatte gute Chancen, viele Punkte zu sammeln“ meinte Roger Dähler. Er muss es ja wissen, hatte er doch an der WM 1999 in Montreal eine Bronzemedaille geholt.
Bei der würdig gestalteten Rangverkündigung lobten Roger Dähler auf Deutsch, Kurt Kühn auf Französisch und Ivan Möri auf Italienisch sämtliche Kandidaten für ihre Riesenleistung, die grossartige Disziplin sowie das handwerkliche Können. „Es braucht ein gutes Umfeld, um Höchstleistungen unter Druck vollbringen zu können. Familie, Geschäft und Freundinnen kommt dabei eine unglaublich wichtige Aufgabe zu“, schloss der Expertenbericht. Dann war die Reihe am amtierenden Weltmeister, dem Bündner Mirko Tschenett, der eine Bildreportage von den letzten Berufs-WM 2007 im japanischen Shizuoka präsentierte und über seine Erfahrungen berichtete.
Knappe Entscheidung
Nachdem sich alle Teilnehmer vor den versammelten Eltern, Freundinnen und Lehrmeistern gruppiert hatten, durften Alessandro Martino (3.), William Protti (2.) und schliesslich Lukas Gutknecht als Sieger ihre Position auf dem Podest einnehmen. Die Entscheidung fiel übrigens sehr knapp aus, die ersten Fünf waren nur durch wenige Punkte voneinander getrennt. Gutknecht holte sich den entscheidenden Vorsprung (4,35 Punkte vor Protti) vorab dank seiner Massgenauigkeit bei Senkeln, Winkeln und Schlitzen.
Neben der obligaten Medaille erhielt jeder eine Urkunde, eine Zinnkanne sowie einen Gutschein für Weiterbildungskurse im Wert von 200. 300 und 400 Franken. Alle übrigen Teilnehmer klassierten sich geschlossen im vierten Rang – sie wurden mit einem 100-Franken-Weiterbildungsgutschein belohnt.
Bereits Anfang Jahr beginnt für Lukas Gutknecht die intensive Vorbereitung auf die WM in Calgary. Sein Coach Roger Dähler ist zuversichtlich: „Lukas hat viel Potenzial. Mit hartem Training und ein bisschen Glück kann er in Kanada um einen Podestplatz mitkämpfen.“
Roland Hofer
Rangliste
1. Lukas Gutknecht, Balsthal (Lehrbetrieb: Paul Baumgartner AG, Derendingen)
2. William Protti, Sierre (Protti Christian, Sierre)
3. Alessandro Martino, Riazzino (Cerama AG, Losone)
4. (in alphabetischer Reihenfoilge): Haxhi Jupa, Vacallo (Gaffuri & Co., Chiasso); Jasmin Mavmudoski, Olten (Max Cotting, Trimbach); Jérôme Cardinaux, Chempéry (Bernard Avanthay SA, Monthey); Marc Camenisch, Sagogn (caveltiplatten GmbH, Laax); Marc Senti, Seewi-Schmitten (Ewald Good, Mels); Natmir Azizi, Frauenfeld (Peter Schönbächler, Affeltrangen); Robbin Bernardin, Fribourg (Aebischer Pascal SA, Fribourg); Robin Haas, Cornol (Biedermann Carrelages SA, Porrentruy); Sébastien Lathion, Baar-Nendaz (Ferd. Leitti SA, Sion); Simone Gervasoni, Aquilla (Jacobelli Piastrelle SAGL, Aquilla).

Höchste Massgenauigkeit: Schweizermeister Lukas Gutknecht vor seiner Arbeit mit dem Calgary-Tower.



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