Schweizer Meisterschaft der Restaurateure und Köche

Gourmetfreuden an reich gedeckter Tafel


Das Siegestrio im Kochberuf (v.l.): Rebecca Clopath, Daniela Manser und Thierry Boillat.

Das Ausbildungszentrum der Hotel- und Gastro-Formation in Weggis am Vierwaldstättersee war Schauplatz der diesjährigen Schweizermeisterschaften in den Berufen Koch und Restauration. In beiden Disziplinen setzten sich Frauen durch.

Bereits am Vorabend trafen die bereits in regionalen Ausscheidungen unter 50 Kandidaten ausgewählten fünf Köchinnen und Köche in Weggis ein, denn ihnen stand ein langer Arbeitstag bevor. Bloss eine Pause von 90 Minuten unterbrach das Kochprogramm, das um 8.30 Uhr begann und um rund 21.30 Uhr mit der Rangverkündigung endete.

Ein langer Arbeitstag
Unter den aufmerksamen Blicken der Juroren Kurt Hanselmann (Chefexperte, St. Gallen), Rolf Bücheli (Horn), Rolf Mürner (Zimmerwald), Marco Mehr (Alpnach Dorf) und Florian Bettschen (Jona) mussten zuerst, zwei verschiedene Pastagerichte hergestellt werden. Diese mussten für vier Personen berechnet sein, und Jakobsmuscheln, frischen Hummer, Ricotta und Parmesan beinhalten. Nach zweieinhalb Stunden war es am Jurorenteam, die Speisen zu kosten und zu bewerten. Nach kurzem Unterbruch wurde Modul zwei in Angriff genommen. Da galt es, unter Anwendung von zwei verschiedene Garverfahren ein Geflügelgericht für vier Personen zu kreieren. Dazu kamen Gemüse- sowie Sättigungsbeilagen und Sauce. Drei Stunden später beurteilten die Experten nicht nur die fertigen Gerichte, sondern auch hygienische und wirtschaftliche Aspekte.
Gar dreieinhalb Stunden Zeit hatten die Kandidatinnen für das dritte Modul, das ganz den Süssspeisen gewidmet war. Je eine kalte und warme Süssspeise mussten komponiert werden aus Schokolade (75 Prozent Maracaibo), Mango und Brandteig. Auch nach neun Stunden durfte die Konzentration der Kandidatinnen nicht nachlassen, es galt das fachliche Können mit organisatorischem Geschick ideal zu kombinieren und Höchstleistungen abzurufen.
Da fand auch Chefexperte Kurt Hanselmann Zeit für eine Zwischnebilanz: „Es erstaunt mich immer wieder, wie sich junge Berufsleute mit grossem Engagement freiwillig den Strapazen des Wettbewerbes stellen. So viel Aufwand – und am Schluss entscheiden Kleinigkeiten über das Gesamtresultat.»

Tischlein deck dich
Erst am frühen Nachmittag gesellten sich die Kolleginnen und Kollegen aus dem Restaurationsfach zu den in der Küche Schwitzenden. Vier bestens vorbereitete junge Damen und ein „Ober“ machten sich an den Tischen zu schaffen. Vor den Augen des Chefexperten Roman Monn und seinem hochkarätigen Team bestehend aus Martin Erlacher, Georg Akes, Margrit Röllin sowie Julia Scussel begann das Quintett damit, ein weihnachtliches Gesteck für einen runden Vierertisch zu fertigen. Noch vor dem Eintreffen der geladenen Gäste wurde ein Aperotisch gedeckt und zwei Portionen Rauchlachs geschnitten. Vier verschiedene Falt-Formen erhielten danach die Servietten. Nach einer kurzen Pause wurde der Beistelltisch (Gueridon) fertig eingerichtet.
Inzwischen haben je vier hungrige Gäste an den Tischen Platz genommen und werden von den Kandidatinnen nach den Aperitif-Wünschen befragt. Nun die Serviceleute beweisen, was in ihnen steckt. Flink und mit Charme wurden die Getränke serviert, dann folgten Rauchlachs und Salate. Nachdem die Experten die Abläufe auf ihren Notizblättern festhielten, galt ihr nächstes Augenmerk dem Filetieren einer Seezunge, dem Tranchieren eines Poulets und dem Flambieren von Pfirsichen. Bewertet wurde auch das Dekantieren des Rotweins. Mit „Kaffee avec“ schloss die Aufgabe am Tisch. Danach folgte eine Knacknuss: Aus zehn verschiedenen Gläsern mussten sie – lediglich mit Augen und der Nase – herausfinden, welches Getränk sich darin befand.

Zwei Frauen für Calgary
Eine knappe Stunde später – in der Zwischenzeit hatte das „Rechnungsbüro“ alle Hände voll zu tun – wurde zur Rangverkündigung geschritten. Hotelgastro-Direktor Max Züst leitete diesen mit Spannung erwarteten Akt ein: „Diese zehn jungen Leute stellen die Speerspitze unserer Branche dar. Ihr Können ist eine grosse Chance für die Zukunft, denn sie haben alles gegeben.“ Dann übernahm Cheforganisator Michael Berger das Szepter und verkündete: „Das Tagesziel der Schweizermeisterschaft wurde voll erreicht – alle die hier stehen sind Sieger!“ Erst nachdem die je zwei vierten Plätze bekanntgegeben waren, wurde das Podest bestückt. In beiden Berufsgattungen obsiegte eine junge Dame – beide konnten es kaum fassen. Als Eliane Mahrer als Einzige noch nicht aufgerufen war und damit als Siegerin bei den Restaurationsfachleuten feststand, konnte sie sich nicht mehr zurückhalten: „Die haben sich doch verrechnet“, meinte die Aargauerin ungläubig. Der Ausgang des Wettkampfes war tatsächlich sehr knapp. Eliane Mahrer hatte einen Vorsprung von 3,25 Punkten, während Daniela Manser nur 1,7 Punkte von der Zweitplatzierten trennten. Nun wartet auf das Gold-Duo eine weitere anspruchsvolle Aufgabe: Sie werden die Schweiz an der Berufs-WM 2009 im kanadischen Calgary vertreten.

Roland Hofer



Ranglisten

Schweizermeisterschaft im Kochberuf
1. Daniela Manser, Appenzell (Lehrbetrieb: Hotel Hof, Weissbad)
2. Thierry Boillat, Interlaken (Grand Hotel Victoria Jungfrau, Interlaken)
3. Rebeca Clopath, Liebefeld/BE (Restaurant Moospinte, Münchenbuchsee)
4. Manuel Friedrich, Spiez (Hotel Aeschi-Park, Aeschi) und Camil Siebenmann, Bern (Kornhauskeller, Bern)


Schweizermeisterschaft im Restaurantionsfach
1. Eliane Mahrer,
Zeiningen/AG (Lehrbetrieb: Hotel Hilton, Basel)
2. Farah Spalinger, Winterthur (Hotel Eden au Lac, Zürich)
3. Andreas Lüthi, Interlaken (Grand Hotel Victoria Jungfrau, Interlaken)
4. Michèle Grob, Brunnadern/SG (Hotel Sternen, Unterwasser) und Jessica Steinkeller, Landquart (Gasthof Löwen, Bad Ragaz)



Die drei Besten im Restaurationsfach: Farah Spalinger, Eliane Mahrer und Andreas Lüthi.

Schweizermeisterschaft der Plattenleger in Dagmersellen

Massgenauigkeit als Basis für den Sieg


Alle Landesteile waren auf dem Podest vertreten (v.l.): Der Romand William Protti, der Deutschschweizer Lukas Gutknecht und der Tessiner Alessandro Martino (schwangen obenaus.

Aus allen Landesteilen waren die besten 14 Plattenleger-Lehrabgänger ins Berufszentrum in Dagmersellen angereist, um ihren Meister zu küren. Während 16,5 Stunden in zweieinhalb Tagen gaben die jungen Berufsleute ihr Bestes. Am Schluss setzte sich der Solothurner Lukas Gutknecht knapp durch.

Die von namhaften Sponsoren unterstützte Schweizermeisterschaft hatte sogar einen internationalen Touch, denn ausser Konkurrenz startete der Liechtensteiner Marco Wohlwend (Schaanwald), der sich bereits für die Berufs-WM 2009 im kanadischen Calgary qualifiziert hat. Der Wettkampf war für ihn eine willkommene Gelegenheit, um seine Technik unter Druck weiter zu verfeinern.

Knifflige Aufgabe
Das Jury-Quartett Ivan Möri, Hans Zimmerli, Kurt Kühn und Thomas Vogel bewertete das Vorgehen der Kandidaten unter der Leitung des internationalen Experten Roger Dähler. Die Aufgabe war von der kniffligen Sorte: Es galt, aus einem Plan im Massstab 1:10 ein Design unter dem symbolhaften Motto „Die Schweiz in Bewegung“ zu gestalten. Dabei gab es vier Hauptelemente: den Calgary-Tower in der Ecke, ein Wolkengebilde am Himmel, ein dreidimensionales Schweizerkreuz links unten und am Boden den Atlantik mit der Jahrzahl 09. Natürlich spielten bereits die Arbeitsplatzeinrichtung und die gewählte Strategie eine wichtige Rolle. Im Kampf gegen die Zeit und angesichts der zahlreichen Besucher, welche die Arbeiten mitverfolgten, zeigten sich bald klare Unterschiede. Mit gutem Auge und richtigem Vorgehen entstanden da und dort zuerst die Plättchen mit Abschrägungen oder Rundungen. Gelernt ist gelernt, sagten sich die Kandidaten, und begannen das Keramikmaterial gekonnt zu bearbeiten.

Kandidaten in Zeitnot
Mit Schneidmaschine sowie Nass- und Trockenfräsen wurden die rechteckigen Platten zerkleinert. Dann wurden die Wände hochgezogen, das Schweizerkreuz modelliert und der Sockel des Turmes ausgeführt, bevor schliesslich der Boden „geplättelt“ wurde. Zu spät erkannten einige der Teilnehmer, dass ihnen die Zeit davonlief und sie deshalb Kompromisse eingehen mussten. „Wer den Zeitplan einhielt, den Arbeitsplatz sauber hielt und logisch vorging, hatte gute Chancen, viele Punkte zu sammeln“ meinte Roger Dähler. Er muss es ja wissen, hatte er doch an der WM 1999 in Montreal eine Bronzemedaille geholt.

Bei der würdig gestalteten Rangverkündigung lobten Roger Dähler auf Deutsch, Kurt Kühn auf Französisch und Ivan Möri auf Italienisch sämtliche Kandidaten für ihre Riesenleistung, die grossartige Disziplin sowie das handwerkliche Können. „Es braucht ein gutes Umfeld, um Höchstleistungen unter Druck vollbringen zu können. Familie, Geschäft und Freundinnen kommt dabei eine unglaublich wichtige Aufgabe zu“, schloss der Expertenbericht. Dann war die Reihe am amtierenden Weltmeister, dem Bündner Mirko Tschenett, der eine Bildreportage von den letzten Berufs-WM 2007 im japanischen Shizuoka präsentierte und über seine Erfahrungen berichtete.

Knappe Entscheidung
Nachdem sich alle Teilnehmer vor den versammelten Eltern, Freundinnen und Lehrmeistern gruppiert hatten, durften Alessandro Martino (3.), William Protti (2.) und schliesslich Lukas Gutknecht als Sieger ihre Position auf dem Podest einnehmen. Die Entscheidung fiel übrigens sehr knapp aus, die ersten Fünf waren nur durch wenige Punkte voneinander getrennt. Gutknecht holte sich den entscheidenden Vorsprung (4,35 Punkte vor Protti) vorab dank seiner Massgenauigkeit bei Senkeln, Winkeln und Schlitzen.
Neben der obligaten Medaille erhielt jeder eine Urkunde, eine Zinnkanne sowie einen Gutschein für Weiterbildungskurse im Wert von 200. 300 und 400 Franken. Alle übrigen Teilnehmer klassierten sich geschlossen im vierten Rang – sie wurden mit einem 100-Franken-Weiterbildungsgutschein belohnt.

Bereits Anfang Jahr beginnt für Lukas Gutknecht die intensive Vorbereitung auf die WM in Calgary. Sein Coach Roger Dähler ist zuversichtlich: „Lukas hat viel Potenzial. Mit hartem Training und ein bisschen Glück kann er in Kanada um einen Podestplatz mitkämpfen.“
Roland Hofer


Rangliste
1. Lukas Gutknecht, Balsthal (Lehrbetrieb: Paul Baumgartner AG, Derendingen)
2. William Protti, Sierre (Protti Christian, Sierre)
3. Alessandro Martino, Riazzino (Cerama AG, Losone)

4. (in alphabetischer Reihenfoilge): Haxhi Jupa, Vacallo (Gaffuri & Co., Chiasso); Jasmin Mavmudoski, Olten (Max Cotting, Trimbach); Jérôme Cardinaux, Chempéry (Bernard Avanthay SA, Monthey); Marc Camenisch, Sagogn (caveltiplatten GmbH, Laax); Marc Senti, Seewi-Schmitten (Ewald Good, Mels); Natmir Azizi, Frauenfeld (Peter Schönbächler, Affeltrangen); Robbin Bernardin, Fribourg (Aebischer Pascal SA, Fribourg); Robin Haas, Cornol (Biedermann Carrelages SA, Porrentruy); Sébastien Lathion, Baar-Nendaz (Ferd. Leitti SA, Sion); Simone Gervasoni, Aquilla (Jacobelli Piastrelle SAGL, Aquilla).



Höchste Massgenauigkeit: Schweizermeister Lukas Gutknecht vor seiner Arbeit mit dem Calgary-Tower.

Schweizermeisterschaft der Technischen Modellbauer

„Super-Knacknuss“ für die Nachwuchselite



Kann Martin Ackermann die Nuss knacken? Experte Rainer Honegger schaut jedenfalls kritisch zu.

Technische Modellbauer waren an den Berufs-WM für das Schweizer Team in der Vergangenheit sichere Medaillenlieferanten. Die diesjährige Schweizermeisterschaft bestätigte die hohe Qualität der jungen Berufsleute in dieser Sparte.

Räumliches Denken und die Umsetzung in die Gegenständlichkeit sind Voraussetzungen, die der Technische Modellbauer unbedingt mit sich bringen muss. Um sich aus einer Zeichnung mit Aufriss, Grundriss und Seitenriss und Schnitten ein realistisches 3-D-Modell vorzustellen und so zu bearbeiten, dass damit effizient produziert werden kann, braucht es sehr viel Erfahrung. Erfahrung, über welche die drei jungen, aus der Vorausscheidung von sieben Kandidaten für den Nationalen Final qualifizierten Teilnehmer, noch nicht verfügen. Ihr Können ist jedoch bereits recht hoch – muss es auch sein, sonst hätten sie an nationalen und internationalen Meisterschaften kaum eine echte Chance.

An den diesjährigen, im Schreiner Ausbildungszentrum Opfikon vom Branchenverband swiss-form durchgeführten Meisterschaften, hatten die drei Teilnehmer nach den Richtlinien der Lehrabschlussprüfungen durch Dreh- und Fräsarbeiten sowie Schnellharzgiessabguss ein Werkstück aus Schichtholz und Kunststoff (Polyuretan) anzufertigen. Laut Cheforganisator Rainer Honegger war die Wettbewerbsaufgabe eine „Super-Knacknuss“, zumal den Kandidaten nur 12 Arbeitsstunden zur Verfügung standen. „Da musste man sich das richtige Vorgehen genau überlegen, sonst war man schnell weg vom Fenster.“ Für die Bewertung, welche rund 60 Kriterien umfasste, war vor allem die Massgenauigkeit mit einer Toleranz von plus/minus 0,2 Millimetern, aber auch das visuelle Bild, welches das Modell abgibt, entscheidend. Die beste Arbeit gelang Daniel Lochbihler. „Er arbeitete sehr ruhig und exakt“, lobte Experte Honegger.

Noch nicht ganz geklärt ist die Frage, ob der Beruf Technischer Modellbauer an nächsten Berufs-WM 2009 im kanadischen Calgary zum Wettbewerbsprogramm gehören wird. Die Verantwortlichen pochen vorläufig auf die Bestimmung, dass mindestens zwölf Länder teilnehmen müssen – und angemeldet sind bloss sieben. „Ich hoffe, das man nicht nur Masse, sondern auch Klasse berücksichtigt“, sagt Honegger, „und unser Beruf gehört eindeutig zu der Elite.“


Rangliste
1. Daniel Lochbihler, Holderbank (Lehrbetrieb: Ingold AG, Olten; Arbeitgeber: Stadler Stahlguss AG, J. Renferstr, Biel)
2. Martin Ackermann, Aarau (Lehrbetrieb und Arbeitgeber: Ferrum AG GB Giesserei, Schafisheim)
3. Ivan Cokolic, Luzern (Lehrbetrieb: von Roll, Emmenbrücke; Arbeitgeber: Giesserei Hegi AG, Oberburg)

Schweizermeisterschaften der Dekorationsmaler und Gipser

Ein hohes Niveau und zwei „Männersiege“

 

Der Berner Rockstar (selbst gelernter Maler) brachte das Siegestrio auf Touren (v.l.): Selina Derungs, Andreas Marbacher, Gölä und Michèle Meyenberger 

 

Neun der 13 Teilnehmenden der diesjährigen Schweizermeisterschaft im Dekorationsmalerberuf waren Frauen – und doch setzte sich nach einem hochklassigen Wettkampf ein Mann an die Spitze. Bei den Gipsern sorgte die einzige junge Dame im Wettbewerb für Aufsehen.


Die Zürcher Berufsmesse in den Messehallen in Oerlikon lockte auch in diesem Jahr tausende von jungen Leuten, die vor der Berufswahl stehen, an. In dieses attraktive Umfeld passte natürlich auch die 7. Schweizermeisterschaft des Schweizerischen Maler- und Gipserunternehmer-Verbandes (SMGV), denn sie bot besten Anschauungsunterricht.

Zu einer ersten Ausmarchung konnte antreten, wer die Abschlussprüfung mit der Mindestnote 5,0 abgeschlossen hatte. So trafen sich die in regionalen Ausscheidungen erkorenen Spitzenleute am Stand der „Kreativen am Bau“. Neun Frauen und vier Männer der Berufssparte Dekorationsmaler (so heissen heute die Maler, die nach der Lehre zusätzliche Spezialkurse absolvieren) stellten sich der Herausforderung, innerhalb von drei Tagen ein „Zimmer“ nach genauen Vorgaben zu streichen, zu tapezieren, zu beschriften und zu dekorieren. Unter den Augen der strengen Experten sowie der vielen Schaulustigen schritten die Arbeiten voran. Die Teilnehmenden liessen sich indessen nicht stressen, sondern bewiesen, dass sie ihren Beruf beherrschen. Saubere Applikationen und korrekte Masse, waren den Experten die so wichtigen Punkte wert. Nachdem alle Arbeiten abgeschlossen waren, nahmen die Juroren eine Schlussbewertung vor.

 

Gipser im weissen Element

Neben den Dekorationsmalern waren eine Gipserin sowie vier Gipser daran, einem schlichten Gestell mit dem weissen Material vielfältige Formen zu verleihen. Gipselemente mussten eingepasst, Stuckaturen verlegt, Lücken gefüllt und alle Elemente genau nach Plan eingepasst werden. Verblüfft konnten Besucher sehen, mit welchen Fertigkeiten die Kandidaten ihre Arbeit gezielt vorwärtstrieben. Am Ende des kräfteraubenden Wettbewerbs sende waren alle praktisch wieder auf dem gleichen Stand, so dass die Arbeiten abschliessend begutachtet werden konnten.

 

Rangverkündigung mit Gölä

Ein paar Stunden später trafen sich alle Beteiligten erneut – die Rangverkündigung im Messeforum war angesagt. In seiner Grussbotschaft überbrachte SMGV-Zentralpräsident Alfons. P. Kaufmann als erster seine Glückwünsche: „Ihr seid die Zukunft unserer Gewerbe und wir sind stolz auf euch.“ Er erwähnte die vielen beruflichen Möglichkeiten, die auf gut ausgebildete Handwerker warten und gab der Hoffnung Ausdruck, dass die Schweizermeister von den Berufs-WM 2009 in Kanada(CA) einmal mehr Medaillen heimbringen werden. Zur grossen Überraschung der Anwesenden präsentierte Kaufmann anschliessend den Berner Rocker Gölä, dem an der Rangverkündigung eine besondere Aufgabe zuteil wurde. Dann übernahm Experte und internationaler Betreuer Ruedi Mösching das Mikrophon und bat „seine“ Gipser nach vorn. Der im ersten Rang mit 74 Punkten zum Schweizermeister ausgerufene Leo Stillhard konnte seine Freude kaum in Grenzen halten, erhielt er doch neben der obligaten Urkunde von Gölä den Schlüssel zu einem nigelnagelneuen Fiat 500, den er für die kommenden zwei Jahre gratis fahren darf. Kommentar des jungen Zürchers: „Ich hatte immer das Gefühl, schlecht in der Zeit zu liegen, aber ich wollte eine Toppleistung abliefern. Besonders gefallen haben mir die Stuckaturarbeiten, weil die in der täglichen Arbeit leider nur selten vorkommen.“ Die einzige Dame im Feld, Fabienne Epp schloss mit 71 Punkten auf dem hervorragenden zweiten Platz, noch vor Cedric Heritier, der 69 Punkte auf sein Konto buchte.

Danach ehrte der Cheforganisator der Meisterschaft, der internationale Experte Ueli Künzi, die besten Dekorationsmaler. Eingerahmt von Selina Derungs (2., 78 Punkte) und Michèle Meyenberger (3., 76 Punkte) stand Andreas Marbacher zuoberst auf dem Podest. Er holte sich den Schweizermeistertitel mit herausragenden 80 Punkten. Auch der Zentralschweizer freute sich riesig über den Autoschlüssel, den er von Gölä übernehmen durfte und machte sich sofort an „seinem“ Fahrzeug zu schaffen. Laut Ueli Künzi legte Marbacher den Grundstein zu sienm knappen Sie dank seinen überragenden Leistunge in Streichen, Tapezieren und Dekorieren. Selina Derungs zeigte sich trotz verpasster Goldmedaille begeistert: „Die meisten Designs waren für mich sehr schwierig, darum war ich mir nicht sicher, ob es für einen Spitzenplatz reichen würde.“

Bereits in den nächsten Monaten beginnen für Leo Stillhard und Andreas Marbacher die Vorbereitungsarbeiten für die WorldSkills, dem internationalen Berufswettbewerb, der im November 2009 im kanadischen Calgary zur Austragung gelangt. Ueli Künzi und Ruedi Mösching, die als Coaches der beiden Schweizermeister amtieren werden, sind zuversichtlich: „Die Burschen sind vom Können her zu Spitzenleistungen fähig, haben einen gesunden Ehrgeiz und verfügen über die nötige Nervenstärke.“

Roland Hofer

 

 

Ranglisten

 

Schweizermeisterschaft im Gipserberuf

1. Leo Stillhard, Zürich, (Lehrbetrieb: Erguel Color Sàrl, St-Imier)

2. Fabienne Epp, Obfelden (R. Bischofberger, Obfelden)

3. Cedric Heritier, Sion (Stephan Dubuis, Sion)

4. (in alphabetischer Reihenfolge): Emmanuel de Frias, Sion (J.P. Crisinel, Sion); Kosove Ramadani, Wasen i.E. (Wenger Hess & Partner, Bern); Roger Schmutz, Bäriswil BE (Daniel Wegmüller AG, Jegenstorf)

 

Schweizermeisterschaft im Dekorationsmalerberuf

1. Andreas Marbacher, Kriens (Lehrbetrieb: Malerei T.+K. Unternährer, Emmenbrücke)

2. Selina Derungs, Chur (Alois Furger, Vals)

3. Michèle Meyenberger, Lanterswil TG (Markus Leutwyler, Lanterswil)

4. (in alphabetischer Reihenfolge): Alain Baer, Moudon VD (Victor Protti, Bussy/Moudon); Stephanie Berger, Oberarth SZ (H-P. Ketterer, Arth); Sabina Berisha, Zürich (H.R. Steiner, Schlieren); Matteo Errede, Bercher VD (Pierre-Yves Ferrini, Echallens); Roswitha Gabler, Muolen SG (Ruedi Suppiger, Muolen); Manuela Gutknecht, Adlikon b. Andelfingen (Stegemann Maler AG, Andelfingen); Michael Lehmann, Kirchberg BE (Tschannen + Leuenberger AG, Burgdorf); Jasmine Pauli, Kleindietwil BE (Malergeschäft Würgler, Rohrbach); Doris Schuler, Bürglen OW (Maler Rixen AG, Erstfeld); Manuela Wey, Zürich (Maler Niko GmbH, Andermatt)

 

Sie haben ihre schwierige Aufgabe bei den Gipsern am besten gelöst (v.l.): Fabienne Epp, Leo Stillhard und Cederic Heritier. 

 

Die „Chefs“ zeigten sich zufrieden (v.r.): SMGV-Präsident Alfons F. Kaufmann, Ruedi Mösching (Experte Gipser) und Ueli Künzi (Experte Dekorationsmaler).