Schweizermeisterschaften der Polymechaniker In Basel

Schlafwandlerisch Drehen und Fräsen

 

Im Rahmen der Fachmesse Swisstech in Basel fanden die Schweizermeisterschaften für die drei Berufsgattungen der Polymechaniker statt. Erstmals beendete eine Frau diesen Berufswettbewerb auf dem zweiten Platz.

 

In ihrer Grundausbildung lernen die Polymechaniker viel über Metallbearbeitung. Das beginnt bei den Basiskenntnissen über die Tätigkeiten wie Drehen oder Fräsen, Feilen, Bohren, Messtechnik, Säge- und Umformtechnik. Dazu gesellen sich verschiedene Verbindungsmethoden wie Schweissen, Löten oder Kleben. Um die Werkstücke genau nach Kundenwunsch ausführen zu können, stehen den jungen Menschen heute computergesteuerte Werkzeugmaschinen – sogenannte CNC-Maschinen – zur Verfügung. Genau um diese ging es bei zwei der drei Wettbewerbsaufgaben, dem CNC Fräsen und dem CNC Drehen. Eine dritte Gruppe von Spezialisten musste sich als Polymechaniker/in in der Disziplin Automation (maschinelle Fertigungstechnik Drehen/Fräsen) messen. Für alle drei Sparten, die zusammen das Berufsbild Polymechaniker/in ausmachen, wurden Aufgabenstellungen ausgearbeitet, die das hohe Niveau der Berufsweltmeisterschaften aufwiesen, so dass die noch nicht 22 Jahre alten Kandidaten in hohem Mass gefordert wurden. Vorgängig zum Finale wurden in internen Wettkämpfen die besten vier Berufsleute jeder Ausrichtung erkoren.

Swissmechanic, der Schweizerische  Verband mechanisch-technischer Betriebe, hat sich auf die Fahne geschrieben, der Berufs- und Weiterbildung grosses Gewicht beizumessen. Direktor Robert Welna und der Leiter der Berufsbildung, Gerhard Vogelbacher, bereiteten, zusammen mit Experten die Schweizermeisterschaft mit grossem Aufwand vor. Im Rahmen der Swisstech – dem internationalen Schaufenster der Branche – arbeiteten die Kandidaten vor einem fachkundigen Publikum und hatten so in dieser Hinsicht ebenfalls echte Wettbewerbsbedingungen wie an internationalen Meisterschaften.

 

Schwierige Aufgaben

Beim  Automatiker-Quartett galt es, Werkstücke konventionell mit der Fräse und an der Drehbank zu bearbeiten sowie Fähigkeiten in Montagetechnik zu zeigen. Die CNC-Fräser und CNC-Dreher mussten hingegen für die Bearbeitung mehrerer Werkstücke die Rechner von „mastercam“ programmieren. Dann wurden die Werkstücke in die Maschine eingesetzt, und diese begann auf Knopfdruck geheimnisvoll zu arbeiten. Hier wurden Löcher gebohrt, dort Vertiefungen gefräst, Gewinde eingedreht. Der Vorgang wiederholte sich mit jedem Einzelteil, bis diese schliesslich miteinander verbunden werden konnten. Dabei verfolgten die eingesetzten Jurymitglieder jeden Arbeitsschritt, machten sich Notizen und überprüften insbesondere, ob die hohen Anforderungen bezüglich Arbeitssicherheit genau eingehalten wurden.

 

Erstmals Frauenpower

Nach getaner Arbeit schritt Gerhard Vogelbacher zum letzten Schritt, stellte sein Team mit den Chefexperten vor und liess den Wettbewerb noch einmal Revue passieren: „Sämtliche Kandidaten haben sehr gut gearbeitet, auch wenn der eine oder andere sich gelegentlich die Haare raufte, weil ihm – trotz richtigem Vorgehen – die Maschine einen Streich spielte.“ Der Berufsbildungsexperte freute sich insbesondere darüber, dass erstmals eine junge Frau ganz an der Spitze dieses technischen Berufes mithalten konnte, auch wenn sie den Sieg wegen Probleme beim Fräsen nur ganz knapp verpasste. „Die drei Tage voller Konzentration und Anstrengung haben aus jedem Teilnehmenden einen Gewinner gemacht, denn am Schluss gaben nur Nuancen den Ausschlag für die Rangierung“ betonte Vogelbacher. Swissmechanic-Direktor Robert Welna, der sich über die erfolgreiche Durchführung der Schweizermeisterschaft freute und die ausgezeichneten Arbeiten lobte. „Das Niveau war sicherlich höher als bei den letzten Wettkämpfen vor zwei Jahren“, zog Welna eine positive Bilanz.

Automation-Chefexperte François Fiechter hatte allen Grund seiner Gruppe besonders herzlich zu gratulieren. Immerhin erreichte mit der Urnerin Fabienne Tresch erstmals eine Frau den Endkampf. Hoch zufrieden zeigte sich auch Dreher-Chefexperte Walter Fricker, der Fabian Vogelbacher, dem Sohn des Leiters der Swissmechanic-Berufsbildung, zum Sieg gratulieren konnte. Bei den Fräsern zeichnete Chefexperte Hansrudolf Zürcher mit Andreas Uhlmann den „Best of all“ aus; der Bündner schloss den Wettbewerb mit der besten Gesamtnote aller drei Disziplinen ab. Diese Superleistung brachte ihm für ein Jahr den Gratis-Gebrauch eines Fraisa VW Polo ein. Übrigens: In der Qualifikation schaffte Andreas Uhlman den Einzug ins Finale nur ganz knapp, sein Vorsprung auf den Fünftplatzierten betrug winzige drei Punkte.

 

Auf nach Calgary

Auf die drei Bestklassierten wartet ein anspruchsvolles Jahr. Denn bereits im Frühjahr beginnen die Vorarbeiten und die Traningskurse für „World Skills Competition“; diese Berufsmeisterschaften finden im November im kanadischen Calgary  stattfindet. Vor Jahresfrist in Japan erreichten die Schweizer Polymechaniker einen dritten und einen vierten Rang – und das verpflichtet.

 

 

Ranglisten

 

Schweizer Meisterschaft der Polymechaniker Automation

1. Jerome Blum, Basel (Hatebur Umformmachinen AG, Reinach)

2. Fabienne Tresch, Göschenen UR (Dätwyler Cables, Altdorf)

3. Daniel Rohrer, Sachseln OW (RUAG Aerospace Center, Alpnach)

4. Christian Rossi, Claro TI (RUAG Aero-space, Lodrino)

 

Schweizer Meisterschaft der Polymechaniker CNC Drehen

1. Fabian Vogelbacher, Hörhausen TG(Mowag GmbH, Kreuzlingen)

2. Martin Furer, Bülach ZH (Stutz Mechanik, Bülach)

3. Daniel Steinert, Wetzikon ZH (Ferag AG, Hinwil)

4. Florian Blickensdorfer, Schweizersholz TG (Tubenfabrik, Bischofszell)

 

Schweizer Meisterschaft der Polymechaniker CNC Fräsen
1. Andreas Uhlmann
, Sarn GR (Hamilton Bonaduz AG, Bonaduz)
2. Urs Höhener, Trogen AR (Thyssen Krupp Presta, Oberegg)
3. Reto Wächter, Kleindöttingen AG (Heinz Baumgartner AG, Tegerfelden)
4. Tobias Haas
, Obfelden ZH (Advaltech AWM, Muri AG)

 

 

Siegerbild mit Dame bei den Automatikern (v.l.): Fabienne Tresch, Jerome Blum und Daniel Rohrer. 

 

Das Siegestrio bei den CNC-Drehern (v.l.): Martin Furer, Fabian Vogelbacher und Daniel Steinert. 

 

Sie waren die besten CNC-Fräser (v.l.): Urs Höhener, Andreas Uhlmann und Reto Wächter. 

Schweizermeisterschaft der Bäcker-Konditor-Branche

Sogar die Makronen liessen sich sehen…

 

Die 24 Teilnehmenden haben für einen Wettkampf auf höchstem Niveau gesorgt. Vorne das Medaillentrio (v.l.): Marianne Grossmann, Fabienne Amgarten und Fabienne Schaub.

 

 

Eine derart hohes Niveau habe man bei den Schweizermeisterschaften der Bäcker-Konditor-Branche noch nie gesehen, waren sich die Experten nach Abschluss der diesjährigen Titelkämpfe in Luzern einig. Dank der Obwaldnerin Fabienne Amgarten blieb das Gold in der Zentralschweiz.

 

„Mein Bäckerherz schlägt höher, wenn ich die grossartigen Leistung der jungen Leute sehe“, betonte Kaspar Sutter, Präsident des Schweizersicher Bäcker-Konditorenmeister-Verbandes (SBKV) anlässlich der Siegerehrung. Sutter zeigte seinen beruflichen Stolz nicht zuletzt dadurch, dass er in der gleichen weissen Bäckerbluse erschien, die auch alle Kandidaten trugen. Der Verband legt auf die Nachwuchsförderung grossen Wert und lässt sie ich rund zwei Millionen Franken im Jahr kosten. Die alljährlich in den Räumen der Luzerner „Bäckeruniversität“, der Fachschule Richemont, stattfindenden Wettkämpfe sind ebenfall sehr aufwändig: Für die Betreuung der 24 Teilnehmenden stehen 26 Mitarbeitende im Einsatz. Dass sie dabei für ideale Wettbewerbsbedingungen sorgen, versteht sich von selbst.

 

Schwierige Aufgaben

Die aus allen Teilen der Schweiz stammen Wettkämpfer gehören zur Elite, haben sie doch ihre Lehrabschlussprüfung mit Höchstnoten abgeschlossen. Die meisten von ihnen habe extra für die Meisterschaft trainiert – und dennoch empfanden sie den fünfstündigen Wettkampf als eine grosse Herausforderung. „Ich hätte nie gedacht, dass der Zeitdruck so gross sein wird. Es war nicht leicht, die Nerven zu behalten“, befand beispielsweise die Bronzegewinnerin Marianne Grossmann. Tatsächlich waren die Aufgaben recht happig:

  • zwei verschieden geflochtene Zöpfe
  • zwei Hefeteig-Gebäcke
  • ein Schaubrot
  • ein Kleinbrot (Teig selbst angefertigt)
  • Makronen
  • Butterblätteig-Stückchen
  • drei Marzipanfiguren.
  • Tortendekoration nach eigener Zeichnung

 

Thema „Valentinstag“

Die Fachjury entschied sich dieses Jahr für das generelle Thema „Valentinstag“, so dass es auf den Präsentationstischen schliesslich von Herzen in aller Form, lachenden Bären und Hunden sowie küssenden Elefanten und Mäusen wimmelte. „Ich staune immer wieder, wie kreativ die Teilnehmenden sind“, betonte SBKV-Ausbildungschef Peter Galli, „und es wird von Jahr zu Jahr besser.“ Doch nicht nur das Aussehen der Produkte gefiel, auch die handwerkliche Qualität war meist überdurchschnittlich. Zu den Glanzlichtern zählten laut den Cheforganisatoren Markus Zimmerli und Fredi Eggerschwiler das Hefegebäck, die Kleinbrote und die Blätterteigstückli. Etwas Mühe bekundeten die Kandidaten mit dem Zopfflechten, einige mussten gar mehrere Anläufe nehmen. Bei den Marzipanfigürchen war häufig die Balance das Hauptproblem, mehrfach war gar Kippen angesagt. Ein Riesenaufschnaufen gab es bei den Makronen, die in den letzten Jahren zum echten Problemkind wurden. „Noch verbesserungsfähig, aber sicher nicht die Katastrophe wie 2007“, lautete das Urteil von SBKV-Präsident Kaspar Sutter. Einen Schatten gab es dennoch: mehrere Kandidaten schafften das grosse Pensum nicht ganz und wurden nicht mit allen Produkten fertig, was ihnen natürlich alle Chancen auf eine gute Platzierung raubte.

 

Überraschte Siegerin

Gewonnen wurde der Wettkampf schliesslich klar von Fabienne Amgarten. Die zierliche Obwaldnerin zeigte sich über ihren Erfolg überrascht: „Von einer Medaille habe ich nicht einmal geträumt. Ich wollte einfach nur das Beste geben. Aber es lief mir sehr gut, ich hatte kaum grössere Probleme und kam nie in Zeitnot.“ Für Hans Vogler, Armgartens Lehrmeister in der Lungerner Bäcker-Konditorei Sunnis, war das Gold kein Zufall. „Fabienne beherrscht das Handwerk, kann sich die Arbeit gut einteilen und ist enorm kreativ.“ Die 19-Jährige wird Gelegenheit erhalten, ihre Wettkampfstärke nochmals unter Beweis zu stellen: zusammen mit der zweitplatzierten Fabienne Schaub wird sie nächstes Jahr an internationalen Meisterschaften teilnehmen.

 

 

Rangliste

 

1. Fabienne Amgarten, Lungern OW (Lehrbetrieb: Bäckerei-Konditorei Sunnis, Lungern)

2. Fabienne Schaub, Zumikon ZH (Bäckerei-Konditorei Hausammann, Zürich)

3. Marianne Grossmann, Schangnau BE (Bäckerei-Konditorei Eichenberger, Langnau i. E.)

4. (in alphabetischer Reihenfolge): Ivan Beeler, Steinen SZ (Bäckerei-Konditorei Schnüriger GmbH, Rothenthurm); Barbara Blum, Triengen LU (Bäckerei-Konditorei Squindo, Moosleerau); Christine Engeli, Siegershausen TG (Bäckerei-Konditorei Mohn AG, Berg); Andrea Fuchs, Brülisau AI (Bäckerei-Konditorei Schäfli, Appenzell-Steinegg); Claudia Gadola, Zizers GR (Bäckerei-Konditorei-Café Signer, Zizers); Manuela Gut, Kaltbach LU (Bäckerei-Konditorei Blum, Schenkon); Sébastien Hug, Les Avants VD (Boulangerie-Pâtisserie Compondu Yves, Blonay); Irene Jung, Bazenheid SG (Bäckerei-Konditorei Werner Kuhn, Brunnadern); Andreas Lehner, Kriessern SG (Bäckerei-Konditorei Rhybeck,  Kriessern); Silvano Leucci, Herisau (Bäckerei-Konditorei Näf, Herisau); Erich Lüthi, Hausen AG (Bäckerei-Konditorei Eberhard, Mägenwil); Carmen Maeder, Courgevaux FR (Bäckerei-Konditorei Aebersold GmbH, Murten); Ursina Meier, Bäretswil ZH (Ehriker-Beck, Wildberg); Margrit Odermatt, Büren NW (Bäckerei-Konditorei Christen, Stans);  Augustin Salamin, Grimentz VS (Boulangerie-Pâtisserie Zenhäusern SA, Sion); Andrea Schweizer, Däniken SO (Pino der andere Beck, Olten); Jasmin Stadelmann, Emmenbrücke (Heini Conditorei AG, Luzern); Sabrina Surer, Arisdorf BL, (Bäckerei-Konditorei Berger AG, Augst); Nadja Tenger, Davos (Müller Beck, Schaffhausen); Ruth Wüthrich, Bärau BE Heimstätte Bärau); Anja Zentner, Ennenda GL (Cornetto AG, Ennenda).

 

Die Siegerin hat von ihrem Lehrmeister viel gelernt: Fabienne Amgarten und Hans Vogler. 

 

Wer sagt schon, dass Makronen besonders schwierig sind?

Schweizer Meisterschaft der Detailhändlerinnen Bäckerei-Konditorei-Confiserie

Aufwertung dank neuer dreijähriger Ausbildung

 

Das Niveau des Wettkampfes der Detailhändlerinnen ist dank der neuen Ausbildung eindeutig gestiegen, was die Besten klar bestätigten (v.l.): Jasmine Bürki, Lucrezia Naef und Daniele Röllin.

 

 

Im „süssen“ Detailhandel wurde bislang zwischen den Sparten Bäckerei-Konditorei und Konditorei-Confiserie unterschieden. Nun traten die schweizweit besten Absolventinnen des ersten dreijährigen Lehrgangs zum Wettkampf an. Den Sieg holte sich die St. Gallerin Lucrezia Naef.

 

Nach einer einjährigen Pause – weil man sozusagen auf das Heranreifen des ersten Jahrgangs nach neuem Grundbildungskonzept warten musste – massen nun nicht weniger als zwölf Kandidatinnen aus der ganzen Schweiz ihr Können im Kampf um den Meistertitel in der Branche Detailhandel Bäckerei-Konditorei-Confiserie. Zum Wettbewerb eingeladen wurde alle Kantonsbesten, vorausgesetzt ihre Lehrabschlussprüfung-Note betrug mindestens 5,0.

 

Angepasste Aufgaben

Die Aufgabenstellung wurde mit neuen Reglementen an die jetzige Ausbildung angepasst, wie Cheforganisatorin Esther Honegger erläuterte. So mussten die jungen Frauen je eine schriftliche Arbeit zu den Themen Verkaufspsychologie und Warenkunde abliefern, vor Experten einen kurzen Vortrag halten und schliesslich im praktischen Teil ein Schaufenster zum Motto Valentinstag gestalten. Dabei wurde vor allem das Element „Geschenkpackungen“ für einige Kandidatinnen zur Nervenprobe. „Ich hätte das Rund-Einpacken wohl doch mehr üben sollen“, seufzte eine Teilnehmerin laut. Das kritische Fachpublikum zeigte sich von den Resultaten aber schliesslich recht angetan.

 

Gestiegenes Niveau

Zufrieden mit den Leistungen ihrer Schützlinge war auch Esther Honegger. „Das Niveau ist dank der neuen Ausbildung eindeutig gestiegen“, freute sie sich. „Der Beruf hat klar an Wert und an Gewicht gewonnen.“ Der Wechsel, so die Fachfrau, habe sich für alle positiv ausgewirkt.

 

 

Rangliste

 

1. Lucrezia Naef, Niederuzwil SG(Lehrbetrieb: Café-Confiserie Dober, Flawil)

2. Jasmine Bürki, Hägendorf SO (Merkur Confiserie AG, Dietikon)

3. Daniela Röllin, Menzingen AG (Café-Konditorei Schlüssel AG, Menzingen)

4. (in alphabetischer Reihenfolge) Eveline Berner, Ibach SZ (Bäckerei-Konditorei Schelbert, Muotathal); Ramize Iseni, Balterswil TG (Panetarium AG, Münchwilen); Fabienne Neuenschwander, Wilderswil BE (Confiserie Steinmann AG, Thun); Sabrina Pina, Nunningen BL (Bäckerei Streuli, Bottmingen); Sarah Rietmann, Unterentfelden AG (Bäckerei-Konditorei Squindo, Moosleerau); Natascha Schaffner, Allschwil BL (Bäckerei-Konditorei Sutter AG, Münchenstein); Karin Steiner, Rain LU (Bäckerei-Konditorei Fischer, Beromünster); Mirjam Troxler, Beromünster LU (Bäckerei-Konditorei Stocker AG, Sursee); Yvonne Wiederkehr, Nassen SG (Bäckerei-Konditorei-Café W. Kuhn, Brunnadern).

Schweizermeisterschaft der Konditor-Confiseur-Branche

Das hohe Niveau wurde nochmals getopt

 

 

Ihre Leistungen brachten auch erfahrene Experten ins Schwärmen (v.l.): Claudia Mächler, Jolanda Stgier und Belinda Grütter.

 

Dass die Grundbildung im Konditor-Confiseur-Beruf von hoher Qualität ist, ist nichts Neues. Am Wettkampf um den Schweizermeistertitel übertrafen die 13 Teilnehmenden aber alles bisher Dargebotene. Der verdiente Sieg ging an die hoch motivierte Bündnerin Jolanda Stgier.

 

„Wahnsinn – bei der letzten Meisterschaft habe ich geglaubt, dass wir eine Art Zenit erreicht hätten, doch dieses Resultat ist nochmals übertroffen worden.“ So fasste der sichtlich erfreute Verantwortliche für die Schweizermeisterschaft der Konditoren-Confiseure, Christian Dössegger, die Leistung der dreizehn Wettkämpferinnen und Wettkämpfer zusammen. Beeindruckt von den Arbeiten der jungen Berufsleute zeigten sich auch Stefan Romang, Präsident des Schweizerischen Konditor-Confiseurmeister-Verbandes, das fünfköpfige Juroren-Team und nicht zuletzt das sehr zahlreich in der Fachschule Richemont in Luzern aufmarschierte Publikum.

 

Rekord bei Lehreintritten

Wie üblich hatte man junge Berufslöeute mit den besten Lehrabschlussprüfungs-Noten aus allen Landesteilen zum Wettbewerb eingeladen; dreizehn von vierzehn folgten diesem Ruf, darunter neun Frauen und vier Männer. „Dieses Verhältnis entspricht in etwa dem Berufsalltag“, erklärte Dössegger die heutige Situation in der Branche. Dass diese Situation verglichen mit anderen Berufen sehr komfortabel ist, beweisen die Zahlen. „Mit 398 neuen Lehreintritten haben wir dieses Jahr einen neuen Rekord“, konnte SKCV-Präsident Romang stolz verkünden. Nach den geburtenstarken Jahrgängen habe man eher mit einem Rückgang gerechnet, doch offensichtlich sei das Ansehen der Branche sehr gut. Gleiches gilt übrigens auch für den Verkaufsberuf, der ebenfalls steigende Lehrlingszahlen verzeichnet.

 

International noch besser werden

Nur bedingt zufrieden sind die Verantwortlichen jedoch mit dem Abschneiden ihrer jungen Berufscracks bei internationalen Wettbewerben. An der Team-Weltmeisterschaft, die im August in Nashville USA stattfand, erkämpften sich die Schweizer den 3. Rang. „Ein Riesenerfolg“, so Stefan Romang. „Eigentlich sollten wir auch international Spitze sein, und das waren wir bislang nicht immer.“ So war es denn für alle eine Enttäuschung, als es an den World Skills 07 in Japan nicht für die vorderen Ränge reicht. Dem will man nun gezielt Abhilfe schaffen. Im Vorfeld der Meisterschaft konnten die Kandidaten auf Einladung der Max Felchlin AG im Condirama in Schwyz einen Weiterbildungstag verbringen und dabei unter anderem auch ihr Schaustück für den Wettbewerb vorbereiten. Dabei entstanden teilweise wahre, fast meterhohe Kunstwerke, die es dann mit der gebotenen Vorsicht nach Luzern zu transportieren galt. „Der Übungstag ist extrem gut rübergekommen“, kommentierte Christian Dössegger. Für den Wettkampf seien zwar Sachen entstanden, die man im Alltag eher nicht sehe, „aber es ist doch toll, einmal zu zeigen, was man machen könnte“.

 

Amor mit Praline

Konkret „zu machen“ hatten die Jungconfiseure zum Wettbewerbsthema Valentinstag so einiges: Dessertbecher, Tortendekor, Modellieren von Marzipanfiguren, Pralinen, gefüllter Konfekt und Blätterteigkonfekt. Bewertet wurden nebst diesen Arbeiten auch die Produktepräsentation sowie die Hygiene und die Arbeitsabläufe. Den sechsstündigen Wettbewerbsmarathon meisterte schliesslich Jolanda Stgier aus dem bündnerischen Parsonz am besten. Ihr Valentins-Schaustück zeigte einen perfekten Amor mit dargebotener Praline. Die junge, hoch motivierte Frau hatte sich eigens für das Üben auf die Meisterschaft hin drei Wochen Ferien genommen und mit einem Sieg zwar nicht unbedingt gerechnet, „aber trotzdem darauf gehofft“. Nach ein paar Freudentränen trat sie denn auch ans Mikrofon und bedankte sich vor allem für die vorbehaltlose Unterstützung ihres Meisterpaares Andri und Sandra Marguth und des Chefkonditors Ivan Zuccolo (alle Café und Confiserie Gyger, Thusis).

Der Sonderpreis für Gestaltung ging an David Conti aus Erlinsbach, der für seine Valentinstag-Arbeiten ein Schmetterling/Blumen-Motiv wählte.

 

Längeres Training

Über das Ticket für die Teilnahme an den World Skills vom September kommenden Jahres im kanadischen Calgary freute sich die Siegerin extrem, obwohl sie noch nicht darüber nachgedacht habe, was genau auf sie zukomme. Allein wird sie dabei auf jeden Fall nicht gelassen. "Nach Japan haben wir das Siegertraining extra neu aufgegleist und hoffen, so doch etwas mehr zu erreichen", erläuterte Christian Dössegger. Während frühere Weltmeisterschaftsteilnehmer rund eine Woche übten, wird Jolanda Stgier nun bei der Felchlin AG einen zweiwöchigen Intensivkurs absolvieren und danach unter dem Coaching von Präsident Stefan Romang gezielt das Wettbewerbsprogramm trainieren.

 

 

Rangliste

 

1. Jolanda Stgier, Parsonz GR (Lehrbetrieb: Café und Confiserie Gyger, Thusis)

2. Claudia Mächler, Gibswil ZH (Confiserie Honegger, Wald)

3. Belinda Grütter, Zollikofen BE (Confiserie Steinmann AG, Thun)

4. (in alphabetischer Reihenfolge) Aline Chopard, Castione TI (Confiserie Al Porto SA, Tenero); David Conti, Erlinsbach AG (La Confiserie R. Schwarz GmbH, Rupperswil); Samuel Dober, Flawil (Confiserie Speck, Zug); Léonard Fleury, Villars-sur-Ollon VD (Confiserie Moutarlier, Chexbres); Madlen Meier, Ermenswil SG (Bäckerei-Konditorei-Confiserie Wick AG, Rapperswil); Melanie Näf, Herisau (Confiserie Roggwiller, St.Gallen); Larissa Schweizer, Kirchberg BE (Beck Glaz Confiseur AG, Bern); Andrea Sonder, Bözen (Confiserie Graf GmbH, Rheinfelden); Carlo Tommasini, Niederglatt ZH (Confiserie Honold AG, Zürich); Laura Weber, Malleray (Confiserie Progin GmbH, Biel).