Drei Medaillen für drei Teilnehmende

In der freien Technik unschlagbar: Silber für Malerin Karin Hänni.
Einmal Silber und zweimal Bronze, dies ist die ausgezeichnete Bilanz der Schweizer Teilnahme an den ersten europäischen Berufsmeisterschaften EuroSkills 2008 in Rotterdam. Damit haben alle Eidgenossen einen Podestplatz erringen können.
Während drei Tagen sind in Rotterdam mehr als 400 Jugendliche aus 30 europäischen Ländern“ gegeneinander angetreten. Vor Fachexperten und grossem Publikum stellten die jungen Berufsleute ihre Fähigkeiten in einem der 49 verschiedenen handwerklichen, industriellen und Dienstleistungs-Berufe unter Beweis.
„Tolle Erfahrung“
Nach Abschluss der Wettbewerbe herrscht im Bernbiet und im Jura Freude: Silber gab es für die Malerin Karin Hänni aus Rümligen, Bronze ging an das Hufschmiedeteam Michael Bühlmann aus Niederhünigen, und Thierry Froidevaux aus Les Emibois. Hänni, Gewinnerin der letztjährigen Euro Painting Skills und Schweizermeisterin 2006, freute sich über ihren zweiten Rang: „Ich bin erleichtert, dass es endlich geschafft ist. Die drei Tage waren ganz schön anstrengend, haben sich aber wirklich gelohnt. Es war eine tolle Erfahrung!“ Die 24-jährige Bernerin musste sich in der Gesamtwertung nur ihrem deutschen Berufskollegen geschlagen geben. In der Kategorie „freie Technik“ konnte es aber niemand mit Karin Hänni aufnehmen. In den 18 vorgegebenen Stunden erstellte sie ein wahres Kunstwerk, das von Fachleuten in den höchsten Tönen gelobt wurde.
Die Hufschmiede erkämpften sich im Teamwettkampf den dritten Rang. „Die Bronzemedaille bedeutet mir sehr viel! Sie wird in meiner Sammlung ganz sicher einen Ehrenplatz finden", strahlte Michael Bühlmann, diesjähriger Schweizermeister Hufschmiede 2008. Der 22-Jährige ist übrigens ein wahrer Routinier, hat er doch bereits an 18 internationalen Hufschmiedewettkämpfen teilgenommen. Auch sein gleichaltriger Teamkollege Thierry Froidevaux, Zweitplatzierter an den Schweizermeisterschaften der Hufschmiede 2008 war überglücklich: „Meine Freundin ist sehr stolz auf meine Leistung, das stellt mich mega auf.“
Künftig mehr Eidgenossen?
Dass die Schweiz nur in zwei Wettbewerben vertreten war, hängt in erster Linie damit zusammen, dass sich unsere Berufsverbände primär auf die alle zwei Jahre stattfinden Berufsweltmeisterschaften (WorldSkills) sowie auf die von internationalen Branchenverbänden organisierten Europameisterschaften konzentrieren. „Damit sind schon viele unserer Verbände an der Limite, denn die Teilnahme an internationalen Wettbewerben kostet viel Zeit und Geld“, begründet Christine Davatz, offizielle Delegierte der nationalen Organisation SwissSkills das spärliche Schweizer Mitmachen. Zudem sei das Niveau der prestigereichen WorldSkills wesentlich höher. „Die Weltmeisterschaft sind eben eine echte Herausforderung.“ Davatz rechnet jedoch damit, dass EuroSkills für einige Berufe attraktiver werden könnte, die bisher keine internationalen Wettbewerbe kannten: „So könnten auch beispielsweise Schweizer Strassenbauer, Pflegefachleute, Lastwagenfahrer oder Schumacher um Medaillen kämpfen.“

Sie wurden den hohen Erwartungen gerecht: Hufschmiede Michael Bühlmann (links) und Thierry Froidevaux.