Vier Berufe erkoren ihren Champion

Strahlende Sieger: Sie schwangen in ihrer Berufsgattung obenaus; von links nach rechts Michaël Grange (Sanitärmonteur), Adrian Zaugg (Heizungsmonteur), Jürg Kühni (Spengler) und Francesco Domenico (Lüftungsanlagenbauer).
Vom 29. August bis 2. September kämpften 39 junge Berufsleute aus den Berufen Heizungsmonteur, Lüftungsanlagebauer, Sanitärmonteur und Spengler um den Schweizermeister-Titel und die Qualifikation zur Teilnahme an den internationalen Berufs-Weltmeisterschaften (IBW) 2009 im kanadischen Calgary.
Während vier Tagen gaben die Kandidaten in der Zeltwerkstatt vor der Berner Festhalle Vollgas. Parallel zur Berner Ausbildungsmesse BAM trugen die bestens vorbereiteten Nachwuchsleute ihren friedlichen Wettkampf mit höchster Konzentration aus. Dabei sorgten nicht nur die omnipräsenten Experten für einen gewissen Druck, sondern ebenfalls die rund 25'000 Besucher der BAM und natürlich der vorgegebene Zeitrahmen. Gemäss René Zeller, dem Kommunikationsbeauftragten des Schweizerisch-Liechtensteinischen Gebäudetechnikverband suissetec, fanden die achtzehnten Berufsmeisterschaften in auffallend freundschaftlicher Atmosphäre statt: «Es konnte verschiedentlich beobachtet werden, wie der eine Kandidat seinem «Nebenbuhler» hilfreich zur Seite gestanden hat. Sei es, indem er ihm aufmunternd zugesprochen hat, oder ihm gar ein eigenes Werkzeug zur Verfügung stellte.»
Vier Berufe aus der Gebäudetechnik
Sieben Heizungsmonteure aus drei Kantonen stellten sich der Herausforderung. Sie formten aus verschiedenen Rohren eine grossflächige Heizungsanlage, die höchsten Anforderungen genügen musste. So beobachteten die Experten nicht nur die richtige Vorgehensweise und die saubere Ausführung, sondern prüften nach Abschluss der Arbeit auch, ob das Gebilde auch wirklich wasserdicht ist.
Bei den Lüftungsanlagebauern nahmen sechs junge Berufsleute aus vier Kantonen die Aufgabe in Angriff. Sie hatten ein konisches Zwischenstück in einem Lüftungskreislauf herzustellen und einzupassen.
Ein Feld von 16 Sanitärmonteuren aus neun Kantonen stellte sich der Aufgabe, einen Teil einer Nasszelle gemäss Plänen zu erstellen und ein Berner Wappen aus Metall zu bauen. Dabei kamen verschiedene Metalle zur Anwendung, die untereinander richtig verbunden (Schweissen, Löten, Schrauben) werden mussten.
Bei den Spenglern stellten sich zehn junge Leute aus sechs Kantonen der anspruchsvollen Aufgabe, einen Dachteil perfekt zu erstellen.
Insgesamt waren also 39 junge Profis am Werk, scharf beobachtet von den 25 Experten unter der Leitung der Obmänner Ueli Mumenthaler (Heizungsmonteure), Roger Nyffeler (Sanitärmonteure), Josef Wey (Spengler) und Giuseppe Rigozzi (Lüftungsanlagenbauer).
Schwierige Entscheidungsfindung
Zur mit Spannung erwarteten Rangverkündung konnte Markus Pfander, dem Leiter Prüfungen in der suissetec, eine illustre Gästeschar bestehend aus Verantwortlichen von Politik, Berufsbildung, Wirtschaftskreisen und Lehrbetriebe begrüssen. In seiner kurzen Rede bemerkte er, dass die Schweizermeisterschaft das Schaufenster der suissetec sei. Er dankte den Expertenteams für die Umsetzung ihrer verantwortungsvollen Aufgabe und der Sektion Bern für die professionelle Durchführung des Anlasses.
Er übergab daraufhin das Wort an die Vizepräsidentin des Berner Gemeinderates Barbara Hayoz, die es sich nicht nehmen liess, darauf Hinzuweisen, dass das Ziel erreicht sei, wenn die Meisterschaft auf Interesse gestossen sei. Dann lobte sie die Akteure mit: «Ihr seit alles Maximalisten, die dem Schweizer Ausbildungssystem den hohen Stellenwert sichern. Denn Gewerbe und Wirtschaft sind dankbar für solche Kräftemessen, welche die Haustechnikberufe in eine gute Position bringen.»
Bevor das Berner-Duo «Flügzüg» die Ehrung der Teilnehmer abschloss, wurden die jungen Burschen – es war in diesem Jahr keine einzige Dame unter den Teilnehmern – endlich erlöst und zur Übergabe der Urkunden für alle Teilnehmer geschritten.
Ranglisten
Zuerst war die Reihe an den Spenglern, die von Experte Alexander Mischler ausgezeichnet wurden. Die ersten Drei aller Berufsgattungen erhielten neben der begehrten Auszeichnung, eine passende Medaille und wertvolle Gutscheine. Ab dem Rang drei sind die Teilnehmer alphabetisch – also gleichwertig – erwähnt:
1. Jürg Kühni, Langau, Lehrwerkstätte LWB Bern
2. Samuel Walker, Erstfeld, Bless AG
3. Andreas Räz, Dieterswil, Schneider + Schmid GmbH
Urs Helfenberger, Freidorf, Haustechnik Eugster AG; Simon Herzog, Wolfhausen, Rüegg + Gübeli AG; Roman Langhart, Oberstammheim, W. Lyrenmann + Co.; Bruno Ribi, Ermatingen, M. Müller Haustechnik AG; Sandy Ueltschi, Aclens, P. + F. Muller Frèress SA; Matthias Widmer, Bellikon, Beat Widmer; Nicolas Wyss, Rapperwil, Hegg Spenglerei AG.

Spengler: Der Berner Jürg Kühni entführte mit seiner tadellosen Arbeit die Siegprämie vor Samuel Walker (2. links) und Andreas Räz (3. rechts).
Als zweite Gruppe waren die Heizungsmonteure an der Reihe. Ein Trio aus dem Kanton Bern räumte die Medaillen ab, die von Obmann Ueli Mumenthaler überreicht wurden:
1. Adrian Zaugg, Eggiwil, Vaterlaus AG
2. Reto Heiniger, Wasen, Hans Sommer GmbH
3. Christoph Wittwer, Oberbalm, GLB
Daniel Fehlmann, Reinach, M.Eichenberger-Lütscher Sanität und Heizungs AG; Davide Greco, Schmerikon, Selm Heizungssysteme AG; Philip Ruppli, Bäretswil, Bosshard AG; Benjamin Schüpbach, Signau, Gerber Heizungen.

Heizungsmonteure mit Berner Trio: Mit Adrian Zaugg zuoberst auf dem Podest sowie Reto Heiniger (2. links) und Christoph Wittwer (3. rechts) fanden sich drei Berner im Hoch.
Für die Lüftungsanlagebauer nahm Obmann Christian Imhof die Rangierung vor. Er freute sich darüber, dass diese Berufssparte bereits zum zweiten Mal erfolgreich an der Berufsmeisterschaft vertreten war.
1. Francesco Domenico, Andelfingen, Schmid AG
2. Christian Osterwalder, Frauenfeld, Axima AG
3. Kevin Schibig, Schwyz, Annen + Schibig AG
Sueleyman Aras, Buchs, Hälg + Co. AG; Fabian Widmer, Belp, G. Burren AG; Nicolas Zybach, Thun, Kunz AG.

Lüftungsanlagenbauer: Der Nordostschweizer Francesco Domenico siegte mit seiner Arbeit vor Christian Osterwalder (2. links) und Kevin Schibig (3. rechts).
Die grosse Gruppe der Sanitärmonteure sah einen Romand an der Spitze. Er freute sich spitzbübisch über seinen «Sieg», den er aus den Händen von Obmann Roger Nyffeler in Empfang nehmen durfte.
1. Michaël Grange, Fully, J.-M. Rossa SA
2. Pascal Aeberhard, Thayingen, Robert Meister AG
3. Pascal Gertsch, Schüpfen, Bären-Sanitär AG
Markus Bachmann, Heimenschwand, Fritz Krebs + Co. AG; Sandro Casanova, Pitasch, O. Caduff; Johny Christen, Schwarzenegg, Wenger Daniel Sanitär und Heizungs GmbH; Roman Huber, Elsau, Hofmann Haustechnik; Florian Klingenfuss, Neunkirch, Michael Vögeli; Samuel Kolb, Lütschental, A. Ruoff AG; Kilian Küng, Beinwil, Hertig Haustechnik AG; Patrick Läderach, Le Landeron, F. Boudry – F. Moser SA; Gil Marolf, Erlach, Ramseyer + Dilger AG; Samuel Rapold, Neuhausen, Wildberger Sanitär; Kevin Schürch, Thörigen, Bürki Haustechnik AG; Manuel Steiner, Maienfeld, Sanitär Plüss AG; Simon Tobler, Alt St. Johann, Windisch AG.

Sanitärmonteure: Michaël Grange aus dem Unterwallis zeigte seinen Kollegen den Meister. Die weiteren Medaillenplätze belegten Pascal Aeberhard (2. links) und Pascal Gertsch (3. rechts).
Nachzutragen bleibt noch, dass im kommenden November in einer erneuten Ausscheidung die Teilnehmer an den «World Skills», der internationalen Berufsweltmeisterschaft 2009 im kanadischen Calgary erkoren werden. Die nächste Schweizer Berufsmeisterschaft der unter der suissetec zusammengeschlossenen Berufsgattungen findet im November 2009 in Genf statt.
Roland Hofer