Alle Teilnehmerinnen der Berufsmeisterschaft 2007. Vorne die drei Gewinnerinnen (v.l.): Marina Lussi, Stefanie Bähler und Astrid Jenni.

 

Einen hochklassigen Wettkampf lieferten sich 13 junge Innendekorationsnäherinnen im interieursuisse-Ausbildungszentrum in Selzach. Den Titel holte sich schliesslich die Bernerin Stefanie Bähler.


Bereits zum dritten Mal führten der Branchenverband interieursuisse und die Schweizerische Fachschule für Wohnen & Gestalten eine Meisterschaft durch. Austragungsort war diesmal das Schulungszentrum von interieursuisse im solothurnischen Selzach. Diese seit neun Jahren bestehende Institution ist das eigentliche „Herz“ der Berufsbildung in der schweizerischen Innendekorationsbranche. Es ist der einzige Schulungsort in der Schweiz, da die Sektionen selber zu wenig Lernende haben. Hier werden alle überbetrieblichen Kurse sowie Weiterbildungen und Prüfungen durchgeführt. Entsprechend ist eine breite Infrastruktur vorhanden, wozu neben Schulungssälen auch komfortable Schlafräume und eine Mensa gehören.


Anspruchsvolle „Gartenlaube“
Der Wettbewerb der Innendekorationsnäherinnen war auf zwei Tage verteilt und stand unter dem Motto „Gartenlaube“. Dabei mussten ein Vorhang aus Tüll oder leichtem Dekorationsstoff, eine Stuhlkissenhülle und eine runde Tischdecke angefertigt werden. Die 13 Kandidatinnen, darunter eine Westschweizerin, mussten alle Materialien und allfällige Dekorationselemente mitbringen. Fachleute waren sich einig, dass die Aufgabenstellung sehr schwierig war. Es erstaunte daher nicht, dass nicht alle Teilnehmerinnen die Arbeiten rechtzeitig fertig stellen konnten.
Dominiert wurde der Wettkampf vom Siegertrio, das am Schluss dicht beieinander lag. Die Jury, die aus den drei Unternehmerinnen und Berufsfrauen Monika Wyss, Irene Nick und Heidi Grolimund bestand, hatte keine leichte Aufgabe. „Den Ausschlag für den Sieg gab schliesslich die Kreativität und das etwas aufwändigere Arbeiten von Stefanie Bähler“, kommentierte das Jurorinnen-Trio, den Ausgang. Erfreulich sei die Tatsache, dass das Niveau der Titelkämpfe wesentlich höher gewesen sei als 2005 und 2006.


Siegerin im zweiten Anlauf
Stefanie Bähler freute sich über ihren Sieg, der für sie „total unerwartet“ kam. Sie hatte sich eine Medaille zum Ziel gesetzt, während ihre Eltern auf einen zweiten oder dritten Rang tippten. Für die 19-Jährige war es bereits die zweite Teilnahme; 2006 reichte es ihr knapp nicht für einen Podestplatz. Die Bernerin fand die diesjährige Aufgabenstellung einfacher als im Vorjahr. Allerdings: „Am Ende habe ich es mir selbst schwierig gemacht, weil ich einige komplizierte Details eingebaut habe.“ Dass gerade diese „Details“ den Ausschlag für den Sieg gaben, ist für sie eine nachträgliche Genugtuung. Ein Wehrmutstropfen aber bleibt: Es gibt leider keine internationalen Wettkämpfe, da es den Beruf der Innendekorationsnäherin nur in der Schweiz gibt. „Im Ausland nähen die Innendekorateure selber, allerdings nicht so anspruchsvolle Sachen“, bedauerte Experte Roger Parolini.


Rangliste
1. Stefanie Bähler, Uetendorf (Lehrbetrieb: Eschle GmbH, Thun)
2. Marina Lussi, Stans (Atelier Mack, Stans)
3. Astrid Jenni, Luzern (Brigitte Schmocker, Luzern)
4. (in alphabetischer Reihenfolge): Marina Bruhin, Schübelbach SZ (Ruoss Robert & Co., Schübelbach); Daniela Eggimann, Langenthal BE (Urs Walter Gloor, Langenthal); Maria Gasser, Luzern (Viktor Sidler AG, Luzern); Stephanie Jöhri, Zollikon ZH (Leemann + Co., Zollikon); Sabrina Kaufmann, Oberuzwil SG (Gardinenfabrik AG, Oberuzwil); Saskia Kilchenmann, Biel (Art-in – Jungi Calderari AG, Biel); Marie Lappert, Les Acacias GE (Maison Dupin SA, Les Acacias); Noemi Sasek, Rüthi SG (Furrer Vorhänge AG, Rüthi); Mirjam Schlüssel, Geuensee LU (Möbel Schaller AG, Geuensee); Mirjam Widmer, Niederuzwil SG (Ferdi Berlinger, Nesslau SG).
 


Die beste Innendekorationsnäherin 2007, Stefanie Bähler, vor ihrem Meisterwerk.

 


Mit diesem Werk holte sich Stefanie Bähler den Titel.

 


Die ganze Familie Bähler war vor Ort (v.l.): Ihr Kollege Marc Hadorn, das Grosi Hanni, Vater Jakob, Mutter Christine, die Siegerin Stefanie und ein weiterer Kollege, Stefan Zürcher.

 


Stefanie Bähler bei der Preisübergabe durch Berufskommissionspräsident Roger Parolini (links) und Zentralpräsident Hans Winiger (rechts).

 


Das Jurorinnen-Trio (v.l.): Monika Wyss, Irene Nick und Heidi Grolimund.