3. Schweizer Berufsmeisterschaft der Innendekorationsanäherinnen

 
Alle Teilnehmerinnen der Berufsmeisterschaft 2007. Vorne die drei Gewinnerinnen (v.l.): Marina Lussi, Stefanie Bähler und Astrid Jenni.

 

Einen hochklassigen Wettkampf lieferten sich 13 junge Innendekorationsnäherinnen im interieursuisse-Ausbildungszentrum in Selzach. Den Titel holte sich schliesslich die Bernerin Stefanie Bähler.


Bereits zum dritten Mal führten der Branchenverband interieursuisse und die Schweizerische Fachschule für Wohnen & Gestalten eine Meisterschaft durch. Austragungsort war diesmal das Schulungszentrum von interieursuisse im solothurnischen Selzach. Diese seit neun Jahren bestehende Institution ist das eigentliche „Herz“ der Berufsbildung in der schweizerischen Innendekorationsbranche. Es ist der einzige Schulungsort in der Schweiz, da die Sektionen selber zu wenig Lernende haben. Hier werden alle überbetrieblichen Kurse sowie Weiterbildungen und Prüfungen durchgeführt. Entsprechend ist eine breite Infrastruktur vorhanden, wozu neben Schulungssälen auch komfortable Schlafräume und eine Mensa gehören.


Anspruchsvolle „Gartenlaube“
Der Wettbewerb der Innendekorationsnäherinnen war auf zwei Tage verteilt und stand unter dem Motto „Gartenlaube“. Dabei mussten ein Vorhang aus Tüll oder leichtem Dekorationsstoff, eine Stuhlkissenhülle und eine runde Tischdecke angefertigt werden. Die 13 Kandidatinnen, darunter eine Westschweizerin, mussten alle Materialien und allfällige Dekorationselemente mitbringen. Fachleute waren sich einig, dass die Aufgabenstellung sehr schwierig war. Es erstaunte daher nicht, dass nicht alle Teilnehmerinnen die Arbeiten rechtzeitig fertig stellen konnten.
Dominiert wurde der Wettkampf vom Siegertrio, das am Schluss dicht beieinander lag. Die Jury, die aus den drei Unternehmerinnen und Berufsfrauen Monika Wyss, Irene Nick und Heidi Grolimund bestand, hatte keine leichte Aufgabe. „Den Ausschlag für den Sieg gab schliesslich die Kreativität und das etwas aufwändigere Arbeiten von Stefanie Bähler“, kommentierte das Jurorinnen-Trio, den Ausgang. Erfreulich sei die Tatsache, dass das Niveau der Titelkämpfe wesentlich höher gewesen sei als 2005 und 2006.


Siegerin im zweiten Anlauf
Stefanie Bähler freute sich über ihren Sieg, der für sie „total unerwartet“ kam. Sie hatte sich eine Medaille zum Ziel gesetzt, während ihre Eltern auf einen zweiten oder dritten Rang tippten. Für die 19-Jährige war es bereits die zweite Teilnahme; 2006 reichte es ihr knapp nicht für einen Podestplatz. Die Bernerin fand die diesjährige Aufgabenstellung einfacher als im Vorjahr. Allerdings: „Am Ende habe ich es mir selbst schwierig gemacht, weil ich einige komplizierte Details eingebaut habe.“ Dass gerade diese „Details“ den Ausschlag für den Sieg gaben, ist für sie eine nachträgliche Genugtuung. Ein Wehrmutstropfen aber bleibt: Es gibt leider keine internationalen Wettkämpfe, da es den Beruf der Innendekorationsnäherin nur in der Schweiz gibt. „Im Ausland nähen die Innendekorateure selber, allerdings nicht so anspruchsvolle Sachen“, bedauerte Experte Roger Parolini.


Rangliste
1. Stefanie Bähler, Uetendorf (Lehrbetrieb: Eschle GmbH, Thun)
2. Marina Lussi, Stans (Atelier Mack, Stans)
3. Astrid Jenni, Luzern (Brigitte Schmocker, Luzern)
4. (in alphabetischer Reihenfolge): Marina Bruhin, Schübelbach SZ (Ruoss Robert & Co., Schübelbach); Daniela Eggimann, Langenthal BE (Urs Walter Gloor, Langenthal); Maria Gasser, Luzern (Viktor Sidler AG, Luzern); Stephanie Jöhri, Zollikon ZH (Leemann + Co., Zollikon); Sabrina Kaufmann, Oberuzwil SG (Gardinenfabrik AG, Oberuzwil); Saskia Kilchenmann, Biel (Art-in – Jungi Calderari AG, Biel); Marie Lappert, Les Acacias GE (Maison Dupin SA, Les Acacias); Noemi Sasek, Rüthi SG (Furrer Vorhänge AG, Rüthi); Mirjam Schlüssel, Geuensee LU (Möbel Schaller AG, Geuensee); Mirjam Widmer, Niederuzwil SG (Ferdi Berlinger, Nesslau SG).
 


Die beste Innendekorationsnäherin 2007, Stefanie Bähler, vor ihrem Meisterwerk.

 


Mit diesem Werk holte sich Stefanie Bähler den Titel.

 


Die ganze Familie Bähler war vor Ort (v.l.): Ihr Kollege Marc Hadorn, das Grosi Hanni, Vater Jakob, Mutter Christine, die Siegerin Stefanie und ein weiterer Kollege, Stefan Zürcher.

 


Stefanie Bähler bei der Preisübergabe durch Berufskommissionspräsident Roger Parolini (links) und Zentralpräsident Hans Winiger (rechts).

 


Das Jurorinnen-Trio (v.l.): Monika Wyss, Irene Nick und Heidi Grolimund.

3. Schweizer Berufsmeisterschaft der Innendekorateurinnen


Die drei besten Innendekorateurinnen der Schweiz (v.l.):
Jeannine Fahrni, Fabienne Grossenbacher und Nicole Esslinger

 

Die Jury der 3. Schweizermeisterschaft der Innendekorations-Branche in Selzach tat sich schwer, eine Siegerin zu erküren. Am Ende setzte sich Fabienne Grossenbacher aus Alchenflüh äusserst knapp durch.

Der Wettbewerb der Innendekorateurinnen gilt in Fachkreise zu Recht als enorm schwierig. Die Kandidatinnen haben in nur 12,5 Stunden an zwei Arbeitstagen drei anspruchsvolle Aufgaben zu bewältigen, die fast das gesamte Berufskönnen abdecken. Zuerst gilt es in einer Koje eine Wandbespannung anzufertigen, die über eine Ecke führt und ein Einlegemotiv beinhaltet. Dazu muss auf einer Vorhangstange eine frei inspirierte Freihanddekoration angebracht werden. Bei der zweiten Arbeit handelt es sich um die Polsterung eines Kinderfauteuils. Zum Schluss muss noch eine Teppichunterlage verlegt werden, in der eine Intarsienarbeit mit freiem Motiv angebracht wird. „Ein recht happiges Pensum, das den Kandidatinnen alles abfordert“, kommentierte Cheforganisator Roger Parolini die Aufgabenstellung.

Niveau gehalten
Umso erfreulicher war die Tatsache, dass alle 12 Teilnehmerinnen mit den Arbeiten fertig wurden. Die Qualität schätzte Parolini „als etwa gleich gut wie im Vorjahr“. Es seien aber grosse Unterschiede zwischen den Kandidatinnen festgestellt worden. „Das ist begreiflich, denn es haben sich neben Lernenden im dritten Lehrjahr auch Frauen angemeldet, die schon seit fünf auf dem Beruf arbeiten“, meinte der Experte. Der Wettkampf sei tadellos verlaufen, doch zuletzt geriet die Jury arg ins Schwitzen. Da die drei Erstplatzierten praktisch gleichwertig waren, waren nach Stunden Beratung (!) Direktvergleiche nötig, um die Reihenfolge zu bestimmen.

Die nervöse Siegerin
Die Nase knapp vorne hatte schliesslich Fabienne Grossenbacher. Die Emmentalerin, Lernende im vierten Lehrjahr, konnte ihren Sieg erst gar nicht fassen. „Ich zitterte bei der Siegerehrung am ganzen Körper und hoffte nur, dass es niemand merkt.“ Sie freute sich über den gelungenen Wettkampf, der für sie aber nicht ganz reibungslos verlief: „Ich hatte bei der Wandbespannung Probleme, da ich Seide ausgewählt habe, die bekanntlich sehr knifflig ist. Mit einem anderen Stoff wäre es viel einfacher gegangen. Zum Glück macht unser Betrieb noch Wandbespannungen, was heute viele Ateliers nicht mehr tun.“ Stolz war die 21-jährige Emmentalerin auf ihre Freihanddekoration „denn so etwas macht man sonst nie“. Ebenso gefiel ihr das in den Teppich eingebaute Motiv: „So etwas Kompliziertes war für mich total neu.“ Sie habe sich angesichts der starken Konkurrenz einen Podestplatz erhofft, ihr Ziel sei es gewesen, mit den Arbeiten fertig zu werden und zufrieden zu sein. „Jetzt bin ich happy, ich habe das Ziel erreicht und erst noch gewonnen.“

Jetzt winkt die EM
Dank ihrem Meistertitel kann Fabienne Grossenbacher im Januar 2008 an der ersten Europameisterschaft teilnehmen, die im Rahmen der Fachmesse Domotex in Hannover stattfindet. „Ich fühle mich geehrt, dass ich die Schweiz an diesem Grossanlass vertreten kann“, sagt die Bernerin, die dort vor rund 50 000 sachkundigen Besuchern gegen Kandidatinnen aus Deutschland, Österreich und Südtirol antreten wird. Apropos Kanton Bern: Auch die beiden Sonderpreise für den besten Vorhang und den besten Fauteuil wurden von Bernerinnen gewonnen.

 

Rangliste
1.       Fabienne Grossenbacher, Alchenflüh BE (Lehrbetrieb: Galerie de Berne, Wabern BE)
2.       Jeannine Fahrni, Thun (Eschle GmbH, Thun)
3.       Nicole Esslinger, Niederglatt ZH (Erich Meierhof, Oberweningen ZH)
4.       (in alphabetischer Reihenfolge): Simone Aerni, Bolken SO (Steffen Raumkonzepte AG, Herzogenbuchsee BE); Mirjam Bärtschi, Huttwil BE (Beat Oechsli, Huttwil); Sara Däscher, Saas im Prättigau GR (B&B Wohnen AG, Klosters GR); Sabrina Hermann, Fläsch GR (Reto Pingeon, Landquart GR); Laura Jegge, Strengelbach AG (Silvio Bucher, Zofingen AG); Nora Kühni, Oberburg BE (Kurt Wild, Kirchberg BE); Gaby Lüthi, Bleienbach BE (Steffen Raumkonzepte AG, Herzogenbuchsee BE); Denise Walther, Saas VS (Raimund Guntern, Fiesch VS); Heidi Willen, Adelboden BE (Jürg Stefan Turtschi, Spiez BE).


Sonderpreis für beste Freihanddekoration:
Mirjam Bärtschi

Sonderpreis für besten Fauteuil:
Nora Kühni

 

 


Die Teilnehmerinnen der dritten Berufsmeisterschaft.


Die Gewinnerin der Schweizermeisterschaft
Fabienne Grossenbacher vor ihrer Prüfungsarbeit.

Schweizer Berufsmeisterschaft der Bäcker-Konditoren-Branche


SBKV-Präsident Kaspar Sutter mit dem Siegestrio im Produktionsfach (v.l.): Ruth Neuenschwander, Denise Schmid und Yvonne Schuler.

 

Denise Schmid (Produktion) und Mirjam Scheidegger (Verkauf) heissen die Siegerinnen der diesjährigen Titelkämpfe der Bäcker-Konditor-Branche in der Luzerner Fachschule Richemont.

Sie war mit nur 153 Zentimetern Körpergrösse klar die Kleinste der 22 Teilnehmenden im Produktionswettbewerb, doch am Schluss war sie ebenso klar die Grösste: Denise Schmid sicherte sich den Sieg mit dem riesigen Vorsprung von 53 Punkten vor Ruth Neuenschwander, die ihrerseits Yvonne Schuler nur um drei winzige Punkt distanzierte. Die Verantwortlichen des Schweizerischen Bäcker-Konditorenmeister-Verbandes (SBKV) zeigten sich über das Niveau der Meisterschaft 2007 sehr zufrieden. Präsident Kaspar Sutter: „Ich bin erstaunt, zu welchen Leistungen unsere Nachwuchsleute immer wieder fähig sind.“

Kreativität besser als Ausführung
Zu verdanken hat die in Uster lebende Denise Schmid den Sieg in erster Linie ihrer minutiösen Vorbereitung. „Sie hat sehr konzentriert gearbeitet und machte keine Fehler“, meinte SBKV-Ausbildungschef Peter Galli zum Ausgang des Wettbewerbs. Bei weitem nicht allen Teilnehmenden erging es jedoch wie der Siegerin. Galli ortete allerlei Schwächen in den Grundtechniken. „Insgesamt lässt sich aber sagen, dass das Niveau des Vorjahres übertroffen wurde – und das ist es was zählt“, hielt der Experte fest. „Bei vielen Teilnehmenden war die Kreativität besser als die Ausführung“, lautete das Fazit des Verbandspräsidenten Kaspar Sutter.Zu reden gab es am grossen Event der Branche in der „Bäckeruniversität“ Richemont die Tatsache, dass die Siegerin ihre Lehre bei der Migros-Bäckerei Jowa in Volketswil absolviert hatte. Die SBKV-Verantwortlichen bedauerten es aber nicht, dass die Goldmedaille an eine Migros-Angestellte ging. „Das Abschneiden von Denise Schmid zeigt, dass heute auch in den industriellen Bäckereien gut und engagiert ausgebildet wird. Es war wohl kein Zufall, dass ihr Lehrmeister kurz vor der Siegerehrung im gleichen Saal sein Diplom als Chef Bäcker-Konditor entgegennehmen konnte“, betonte Peter Galli. Kaspar Sutter sekundierte: „Wir arbeiten mit den Grossverteilern im Bereich der Grund- und Weiterbildung heute gut zusammen, wobei beide Seiten von dieser Zusammenarbeit profitieren.“

Makronen-Fiasko
Die Aufgaben der diesjährigen Titelkämpfe waren nicht leicht. In nur fünf Stunden mussten zwei Flechtarten (Zöpfe), Blätterteig- und Hefesüssteiggebäck, Kleinbrote, Buttermasse-Stückchen sowie Makronen, drei Marzipanfigürchen, eine Torte und ein grosses Schaubrot produziert werden. Das aktuelle Motto lautete diesmal „Fussball-EM 2008“ Viele der 16 Kandidatinnen und sechs Kandidaten – alle mit einer Lehrabschlussnote über 5,0 – hatten vor allem bei den „Maggrönli“ grosse Probleme. „So etwas darf es nicht geben, der Makronenteig ist ein wichtiger Teil des Grundrüstzeugs.“, befand Peter Galli, der bereits in den Vorjahren eklatante Schwächen in diesem Bereich feststellen musste. 2006 war gar von einem „Waterloo“ die Rede. Probleme orteten die Experten diesmal jedoch auch bei den Marzipanfiguren und beim Schaubrot. Keine Mühe hatte allerdings die Siegerin: „Ich hatte Spass an der Sache, vielleicht deshalb ist mir alles gut gelungen.“ Spass an den Arbeiten der kleinen Backkünstlerin hatte auch die Spezialjury, die ihr den Sonderpreis für Gestaltung zusprach.

Höhere Aufgaben winken
Denise Schmid hat sich nicht nur den Titel gesichert, sondern auch für höhere Aufgaben qualifiziert. Sie wird 2009 entweder an den Europameisterschaften in der Schweiz oder an der Berufsweltmeisterschaft im kanadischen Calgary teilnehmen. Definitiv entscheiden wird, wenn sie nächstes Jahr von einem mehrmonatigen Australien-Aufenthalt heimkehrt. David Schmid, Bäcker-Weltmeister des Jahres 2003, ist überzeugt, dass sie gute Chancen hat: „Sie hat das nötige Können, viel Fantasie und eine gesunde Portion Ehrgeiz. Diese Mischung braucht es um Champion zu werden.“ Apropos Daniel Schmid: Der 25-Jährige hat die Chef-Bäcker-Konditor-Prüfung als Bester des Jahres 2007 absolviert und zwar mit der absoluten Traumnote von 5,5.

Verkauf ist wichtig
Fussball war auch bei der Meisterschaft der Verkäuferinnen angesagt: Es galt als Hauptaufgabe, eine Schaufensterauslage zum Thema „Euro 2008“ zu gestalten. Am besten gelang dies Mirjam Scheidegger aus Trub. Die sieben Teilnehmerinnen hatten auch eine recht schwere schriftliche Prüfung in Verkaufspsychologie und Warenkunde zu absolvieren sowie einen fünf Minuten dauernden Vortrag zum Thema „Erscheinungsbild der Verkäuferin“ zu halten. Die Verbandsverantwortlichen waren mit dem Niveau des Wettbewerbs sehr zufrieden. Für SBKV-Präsident Kaspar Sutter ist klar: „Der Verkauf ist mindestens ebenso wichtig wie die Produktion, denn die Herstellung qualitativ hochstehender Produkte in der Backstube macht nur Sinn, wenn sie von einem qualifizierten Team geschickt präsentiert und kompetent verkauft werden.“ Eine weitere Steigerung des Wettbewerbsniveaus dürfte übrigens in Sicht sein: 2008 werden zum ersten Mal Teilnehmende an den Start gehen, welche die neu konzipierte, dreijährige Grundbildung als Verkaufsfachleute absolviert haben.

 

Ranglisten

Meisterschaft Produktion
1. Denise Schmid, Uster ZH (Lehrbetrieb: Jowa AG Bäckerei, Volketswil ZH)
2. Ruth Neuenschwander, Dürrenroth BE (Mätteli Beck, Affoltern)
3. Yvonne Schuler, Goldau SZ (Bäckerei-Konditorei Chilestägli GmbH, Arth)
4. (in alphabetischer Reihenfolge): Christoph Bartholet, Mols GL (Bäckerei-Konditorei Märchy, Näfels); Irene Bührer, Bibern SH (Bäckerei-Konditorei Nägeli, Thayngen SH); Christina Bürge, Grüt ZH (Mönchhof Beck, Monchaltorf ZH); Judith Erdin, Gansingen AG (Landhaus-Beck Kuratli, Gansingen); Karin Fellmann, Willisau (Bäckerei-Konditorei Krummenacher, Grosswangen LU); Rahel Frei, Unterstammheim TG (Bäckerei-Konditorei Bedabeck, Basadingen TG); Daniel Hächler, Seengen AG (Bäckerei-Konditorei Ruckli, Sarmensdorf AG); Flavien Jaccard, Ste-Croix VD (Boulangerie-Pâtisserie La Gourmandine, Ste-Croix); Meinrad Koch, Gonten AI (Bäckerei-Konditorei Motzer, Gonten); Vreni Kohler, Wasen im Emmental (Bäckerei Lehmann, Dürrenroth BE); Michael Marolf, Murten (Bäckerei-Konditorei Aebersold GmbH, Murten); Patricia Matter, Wolfenschiessen NW (Bäckerei-Konditorei Christen, Stans); Sonja Nöthinger, Matzendorf SO (Café Konditorei Knaus, Oensingen); Sandra Riedi, Chur (Bäckerei-Konditorei Gwerder, Chur); Daniela Rutz, Ebnat-Kappel SG (Bäckerei-Konditorei Ziehler, Stein SG); Vreni Schilliger, Niederglatt SG (Bäckerei-Konditorei Wagner GmbH, Oberuzwil SG); Bigna Stäheli, Frasnacht AR (Bäckerei-Konditorei Meyerhans, Walzenhausen AR); Melanie Weingartner, Adligenswil (Bäckerei-Konditorei Kreyenbühl, Luzern); Andreas Zuber, Stalden VS (Boulangerie-Pâtisserie Taillens SA, Montana VS)

Sonderpreis Gestaltung
Denise Schmid, Uster ZH (Lehrbetrieb: Jowa AG Bäckerei, Volketswil ZH)


Meisterschaft Verkauf
1. Mirjam Scheidegger, Trub BE (Lehrbetrieb: Bäckerei-Konditorei Eichenberger, Langnau)
2. (in alphabetischer Reihenfolge): Muzelife Dzaferi, Baar (Confiserie Speck, Zug); Anja Elmer, Schwanden GL (Café-Conditorei zur Blume, Glarus); Debora Engler, Zürich (Café Späth, Stein am Rhein SH); Jeannine Graf, Zürich (Confiserie Sprüngli AG, Zürich); Janine Rüesch, Altenrhein SG (Schäflibeck Lutz, Thal SG); Barbara Zaugg, Trub BE (Bäckerei-Konditorei Meier, Hasle-Rüegsau BE).


Klarer Sieg: Mirjam Scheidegger (vorne) dominierte
den Wettbewerb der Verkäuferinnen.


Backen im Zeichen des Fussballs: Denise Schmid hat das
Motto „Euro 2008“ am besten umgesetzt.

Begeisterter Empfang für das Schweizer WM-Team


Bundesrätin Doris Leuthard gratulierte dem Schweizer Team höchstpersönlich. Besonderes Lob verdienten sich die goldenen Mechatroniker Ciril Stefanini (links) und Adrian Trachsel (rechts). Die beiden holten sich eine zweite Medaille als Beste der Schweizer Equipe und ereichten damit den dritten Rang unter den über 800 Teilnehmenden.

Einmal mehr wurde die Schweizer Delegation bei der Rückkehr von der  Berufsweltmeisterschaft auf dem Zürcher Flughafen begeistert empfangen. Bundesrätin Doris Leuthard gratulierte höchstpersönlich: „Ihr seid grandios!“

Die Chärwald Fäger aus dem Obwaldner Kerns, Treichler aus dem Kanton Uri, Arbeitskollegen und Chefs mit Transparenten und Blumen begrüssten die 40 jungen Berufsleute, die an der Berufsweltmeisterschaft in Japan fünf Gold-, sieben Silber-, fünf Bronzemedaillen sowie 18 Diplome gewannen. „Dass uns Bundesrätin Doris Leuthard heute gratulierte, war nochmals ein Höhepunkt dieser unvergesslichen Weltmeisterschaft“, schwärmte Diego Poltera, CNC-Fräser aus Tinizong. Es sei schwierig an die Weltspitze zu gelangen, aber es sei noch schwieriger an der Weltspitze zu bleiben, meinte die Bundesrätin in ihrer Willkommensrede: „Sie aber haben exakt dieses Kunststück geschafft.“ Dank diesem Erfolg und den dahinter steckenden Leistungen werde der Wirtschaftsstandort Schweiz ins richtige Licht gerückt: „Sie sind Vorbilder und Visitenkarte. Und dies insbesondere auf dem für uns so wichtigen Märkten in Asien.“ Die tollen Leistungen seien, so die Volkswirtschaftsministerin, ein deutliches Zeichen für das Schweizer Berufsbildungssystem sowie die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen: „Mit Berufsleuten wie Ihnen brauchen wir die Konkurrenz nicht zu scheuen.“
 

Vom Empfang überwältigt
Die Kandidatinnen und Kandidaten waren überwältigt vom Empfang. „So viele Menschen und dieses Blitzlichtgewitter Dutzender Fotografen hätten wir nicht erwartet“, zeigten sich die Coiffeuse Carole Corminboeuf aus Avenches. und die Drucktechnikerin Claudia Derrer aus Niederglatt überrascht. „Dieser Menschenaufmarsch zeugt davon, dass unsere Leistung wahrgenommen und geschätzt wurde“, freute sich CNC-Dreher Thomas Schaber aus Gebenstorf. Doch dann war es Zeit, die Freunde und Verwandte in die Armen zu nehmen, die in den letzten Tagen und Wochen für die Berufsleute gezittert hatte. „Wir waren nervös, haben den Wettbewerb dauernd über das Internet verfolgt. Eine Medaille haben wir Marco Mehr zugetraut, doch als sie endlich feststand, haben wir freudig gefeiert“, meinte Ruth Burch, die Schwester des Silbermedaillen-Kochs aus Alpnach-Dorf. Dann ging es nach Hause, wo es – so Gold-Plättlileger Mirko Tschenett – „ohnehin am schönsten ist“. Doch aus dem Feiern kamen die WM-Teilnehmenden noch nicht heraus. So stand zum Beispiel für Möbelschreiner Beat Schläppi bereits am Freitagabend ein Empfang im heimatlichen Guttannen an.
„Das Echo auf diese Berufsweltmeisterschaft war enorm, doch die jungen Berufsleute haben es auch verdient“, hielt Delegationschefin und SGV-Vizedirektorin Christine Davatz fest. „Wir dürfen extrem stolz sein auf unser Team. Was unsere Jungen hier in Japan unter den zum Teil schwierigen Umständen geleistet hat ist wiederum absolute Weltklasse.“ Die Schweiz sei einmal mehr das beste europäische Land gewesen. Doch die Weltmeisterschaft in Japan hätte auch aufgezeigt, dass andere Länder stark aufholen. „Wir müssen uns überlegen, wie wir auch in Zukunft die Position der Schweiz halten können“, betonte Davatz.
 

Kaum Benachteiligung
Viel zu reden gab beim Empfang in Kloten der Ärger einiger WM-Teilnehmenden über vermeintliche Fehlbeurteilungen der Jury und Bevorzugung der asiatischen Teilnehmenden. Die Schweizer Experten waren sich fast einig, dass die Unregelmässigkeiten keineswegs das übliche Mass sprengten, vielleicht mit Ausnahme der Landschaftsgärtner, deren schlechte Platzierung nicht nur der Schweizer Delegation ein Rätsel war. „Wir müssen halt damit rechnen, dass unseren Leuten nichts geschenkt wird und dass sie sehr streng beurteilt werden, vor allem dort, wo subjektive Masstäbe im Spiel sind. Und wir haben unseren Heimvorteil in St. Gallen auch zu nutzen gewusst“, meinte der Modellbauer-Experten Rainer Honegger stellvertretend für seine Kollegen. Sein Kandidat habe  eben vier kleine Fehler gemacht und so nur Silber gewonnen. „Ohne Fehler wäre er Sieger geworden.“ Streitigkeiten unter Jurymitgliedern waren allerdings in Japan erneut keine Seltenheit. Eine Auseinandersetzung über angebliche Flecken auf dem Werkstück wurde leider dem Schweizer Maler-Experten Ueli Küenzi zum Verhängnis: Er erlitt während einer heftigen Diskussion einen Herzinfarkt und musste sich in der Folge notfallmässig einer Bypass-Operation unterziehen. Trost für den Zürcher: Der Eingriff ist gelungen und seine Kandidatin Melanie Egger eroberte sich die Bronzemedaille.
 

Auch Schweizermeister ausgezeichnet
Bereits im Vorfeld des Weltmeisterschafts-Empfang sind die diesjährigen Schweizermeisterinnen und Schweizermeister ausgezeichnet worden. Empfangen geheissen wurden diese von Regine Aeppli: „Der Glanz ihrer Medaille trägt zur Anerkennung des Berufsbildes bei“, so die Bildungsdirektorin des Kantons Zürich. Heizungsmonteur Damian Bänziger aus St.Gallen wurden dank der besten Wertung die Schlüssel für einen Smart überreicht. Diesen darf er im kommenden Jahr fahren. „Ich habe die Schweizermeister seit langer Zeit bewundert, jetzt bin ich einer von ihnen“, freute sich der 19-Jährige. Den Smart geniessen werden allerdings seine Familienangehörige und Freunde: Bänziger hat nämlich keinen Führerschein und rückt demnächst ohnehin in die Rekrutenschule ein. Die Ausscheidung für die nächste Weltmeisterschaft ist jetzt sein Ziel. Die WorldSkills 2009 werden vom 1. bis 6. September im kanadischen Calgary stattfinden. Den hohen Stellenwert dieses Wettbewerbs unterstreicht, dass dann mit über 1 000 Teilnehmenden gerechnet wird, 200 mehr als dieses Jahr in Japan.


Ihnen gebührt eine grosser Antreil am WM-Erfolg: Die internationalen Experten und die Teamleitung.


Stürmischer Empfang in Kloten: Die Fans feierten mit.

17 WM-Medaillen für die Schweiz


Gold für Adrian Trachsel, Ciril Stefanini, Nadine Berger,
Daniel Keller und Mirko Tschenett (v.l.n.r.)

5 Gold-, 7 Silber-, 5 Bronzemedaillen und 18 Diplome: dies ist die erfolgreiche Schweizer Bilanz an der Berufs-WM im japanischen Shizuoka. Gold gab es in den Berufen Mechatronik, Kosmetik, Plattenleger und Spengler.

Bereits bei der sechsten von insgesamt 49 Medaillenvergaben erreichte das Stimmungsbarometer in der Messehalle von Numazu den ersten Höhepunkt: Dem Bündner Plattenleger Mirko Tschenett war es vorbehalten, als erster Schweizer Goldmedaillengewinner das Siegerpodest zu besteigen. Absolut souverän schlugen sich aber auch Ciril Stefanini aus Winterthur und der Spiezer Adrian Trachsel. Im Wettbewerb der Mechatroniker waren sie die einzigen, welche die Arbeiten jeweils in der vorgegebenen Zeit und korrekt erledigen konnten. Seiner Favoritenrolle gerecht wurde trotz extrem harter Konkurrenz auch Spengler Daniel Keller aus dem aargauischen Kleindöttingen. Als grosse Sensation darf hingegen der erste Rang von Nadine Berger eingestuft werden. Die Kosmetikerin aus der Bundesstadt holte die erste Weltmeisterschaftsmedaille überhaupt für ihren Berufsstand. „Das ist ein unglaublicher Erfolg. Ich denke, ausschlaggebend war meine Ruhe“, meinte die sympathische Bernerin.
Obwohl es mit dem erklärten Ziel der Titelverteidigung des Teamtitels für das Schweizer Team nicht reichte, (2003 in St. Gallen und 2005 in Helsinki wurde dieses Kunststück geschafft) herrschte bei der Schlussfeier gute Stimmung im Schweizer Lager. „Was unser Team erreicht hat, ist für mich ein ausserordentlicher Erfolg. Auf diesem hohen Niveau und in Anbetracht dessen, dass viele andere Länder sich stark weiterentwickelt haben, erneut eine solche Leistung zu bringen ist fantastisch“, resümierte die Direktorin des Bundesamtes für Bildung und Technologie Ursula Renold das Abschneiden der Schweiz in Japan. Die Schweiz belegte hinter Korea und Brasilien den dritten Rang.
Weitere Medaillen und Diplome für überdurchschnitliche Leistungen gab es für die folgenden Eidgenossen:


Silber
René Bless, Bauschreiner; Nicole von Ah, Damenschneiderin Claudia Derrer, Drucktechnikerin; Marco Mehr, Koch; Fabian Furrer, Modellbauer;  Michael Schafflützel, Stahlbauschlosser; Adrian Wenger, Zimmermann.


Bronze
Carole Corminboeuf, Damen-/Herrenfriseurin ; Melanie Egger, Dekorationsmalerin ; Simon Gisler, Elektroinstallateur ; Beat Schläppi, Möbelschreiner; Yan Lacher, Gipser


Diplom
Stefan Balsiger, Anlagenelektrik; Marco Petschen, Autolackierer; Philippe Allenbach, Automobiltechniker; David Grandjean, Bäcker; Thomas Schaber, CNC-Dreher; Diego Poltera, CNC-Fräser; David Rust, Goldschmied; Pascal Loher, Industrieelektroniker; Sascha Grossenbacher, IT Web Design; Manuela Aebischer, Konditorin; Simon Steiger und David Keller, Landschaftsgärtner-Team; Marc Stämpfli, Maschinenbau CADD/; Stefan Brunner, Maurer;- Yves Heller, Polymechaniker; Julia Scussel, Restaurantbedienung; Patrick Huser, Sanitärinstallateur; Reto Gätzi, Schweisser.

Erste Reaktionen
Hans Ulrich Stöckling, Präsident der Stiftung SWISSCOMPETENCE
Ich finde es eine phantastische Leistung der Jungen, die hier in einer völlig fremden kulturellen Umgebung praktisch in allen Berufen Weltklasseleistungen geboten haben. Bemerkenswert ist auch der dritte Nationenplatz – ganz klar bestes Europäisches Land. Ganz wichtig ist, dass wir in allen Sektoren gute Leistungen geboten haben und mithalten konnten. In den Informationstechnologie-Berufen holen wir auf. Die gehören nicht zu den traditionellen schweizerischen Berufen und wir hatten lange Zeit Schwierigkeiten, Lehrverhältnisse zu schaffen. Das ist jetzt besser, aber uns fehlen immer noch die Zeit (und das Geld), die Teilnehmer in diesen Berufen intensiv und andauernd unter Wettbewerbsbedingungen trainieren zu lassen. Dass es sich auszahlt, Anstrengungen zu unternehmen, beweist Brasilien, das seit Jahren intensiv an seiner Berufsbildung arbeitet.


Christine Davatz, Offizielle Delegierte SWISSCOMPETENCE
Wir dürfen extrem stolz sein auf unser Team. Was unsere Jungen hier in Japan unter den zum Teil schwierigen Umständen geleistet hat ist wiederum absolute Weltklasse. Mit 16 Medaillen und 16 Diplomen sind wir wieder das beste europäische Land. Doch die Weltmeisterschaft in Japan hat auch aufgezeigt, dass andere Länder stark aufholen. Das heisst, wir müssen uns überlegen, wie wir auch in Zukunft die Position der Schweiz halten können.


Rico Cioccarelli, Technischer Delegierter SWISSCOMPETENCE
„Ich bin sehr, sehr zufrieden! Die Mannschaft hat das Erwartete gebracht. Heraus-streichen müssen wir, dass wir  – sogar mit Abstand – die Nummer Eins in Europa sind und bleiben. Verbessern müssen wir uns in den technischen Berufen – da gilt es aufzuholen. Und den Hut ziehen müssen wir vor den Brasilianern, die uns im Eilzugstempo überholt haben. Brasilien ist die Erfolgsstory dieser Berufswelt-meisterschaft. Die haben in den letzten Jahren sehr viel investiert – der Erfolg gibt ihnen recht. Das brasilianische Vorgehen müssen wir studieren und unsere Lehren daraus ziehen.


Thomas Hilger, Teamleader der Schweizer Equipe SWISSCOMPETENCE
Das Resultat unserer Delegation ist wieder ausgezeichnet. Wir haben einmal mehr bewiesen, welch hohe Qualität das duale Berufsbildungssystem hat. Und die Schweiz ist einmal mehr bestes europäisches Land der Berufsweltmeisterschaft. Dass wir die angestrebte Titelverteidigung in der Nationenwertung nicht realisieren konnten, ist zwar schade, schmälert aber das hervorragende Resultat des Teams nicht, denn man sieht von mal zu mal, dass die Spitze immer breiter wird.


Pierre Triponez, Nationalrat und Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbandes
Aus Schweizer Sicht bin ich stolz, denn in sämtlichen handwerklichen Berufen sind wir an der Weltspitze mit dabei, und das ist ein tolles Gefühl.


Slber für Fabian Furrer, Michael Schafflützel, Claudia Derrer,
Marco Mehr, Nicole von Ah, René Bless und Adrian Wenger (v.l.n.r.)


Bronze für Simon Gisler, Carole Corminboeuf, Yan Lacher,
Melanie Egger und Beat Schläppi (v.l.n.r.)

Schweizer Berufsmeisterschaft der Confiseure


Grossartige Arbeit geleistet: Die Teilnehmenden der Schweizer Berufsmeisterschaft der Confiseure.

Die hohe Qualität der Grundbildung im Konditor-Confiseur-Beruf bestimmte das Niveau der diesjährigen Schweizer Berufsmeisterschaft in Luzern. Dank einer herausragenden Leistung setzte sich Silvan Tschirky aus Schmerikon SG durch.

Zwölf junge Berufsleute, neun Frauen und drei Männer, nahmen an dem vom Schweizerischen Konditor-Confiseurmeisterverband (SKCV) perfekt organisierten Titelkampf in der Luzerner Fachschule Richemont teil. Das Verhältnis zwischen den männlichen und weiblichen Teilnehmern entsprach gemäss Cheforganisator Christian Dössegger ungefähr dem Verhältnis der Lernenden in der Ausbildung.

Innovation und Kreativität
Die Aufgabe war wie gewohnt klar: Die Kandidaten mussten innert sechs Stunden 20 Dessertportionen, zwei Sorten Marzipanfiguren à drei Stück, eine Sorte Praliné à 50 Stück, eine Sorte Konfekt gefüllt à 30 Stück und drei verschiedene Sorten gesalzene und gefüllte Blätterteigkonfekte produzieren. Zusätzlich war noch eine Torte zu dekorieren. Am Schluss mussten alle Produkte zusammen mit einem von den Teilnehmern mitgebrachten Schaustück möglichst attraktiv präsentiert werden. Alle Arbeiten standen dieses Jahr unter dem Motto „Zirkus“.

Auch die Besten hatten Probleme
Für viele Teilnehmende war der Transport des Schaustücks nach Luzern eine Knacknuss, denn alle benutzten für ihr Kunstwerk viel Schokolade und diese ist bekanntlich brüchig – vor allem, wenn sie hauchdünn ist. Mehrere der aufwändig hergestellten Stücke gingen unterwegs kaputt. Einige konnten die Bruchstücke dank einiger Korrekturarbeiten vor Ort retten, doch es gelang nicht allen. Dominic Grossenbacher war ein solcher Unglücksrabe: „Als ich den Bruch im Auto sah, hoffte ich, mein Schaustück noch korrigieren zu können, doch bereits beim Ausladen musste ich feststellen, dass nichts mehr zu retten war.“ Deshalb musste der Pechvogel seinen mit grossem Aufwand vorbereiteten Clown zerbrochen auf seinen Präsentationstisch legen, was ihn zum nächsten Hindernis führte: Der Platz auf dem Tisch war begrenzt und seine gesamte Planung fiel ins Wasser. So musste der Berner Oberländer kurzerhand improvisieren und seine Präsentation umbauen. „Die Organisatoren beruhigten mich mit der tröstenden Mitteilung, dass die Präsentation nur ein Achtel der Gesamtpunktzahl ausmacht“, meinte Grossenbacher. Auch der glückliche Gewinner Silvan Tschirky hatte seine Probleme: „Am Anfang lief alles hervorragend, doch gegen Ende des Wettkampfes geriet ich in Zeitnot und konnte meine Arbeiten gerade noch in letzter Minute vollenden.“ Auch der St. Galler musste sein zerbrochenes Schaustück reparieren. Er hat daraus gelernt: „Das nächste Mal werde ich kein so hohes Schaustück mehr herstellen, da es einfach zu instabil ist.“ Auch der junge Schweizermeister hätte im Nachhinein einiges anders gemacht: „Meine Arbeiten waren sehr zeitaufwändig. Deshalb litt ich am Ende auch stark unter Zeitdruck. Ich hätte alles etwas einfacher machen sollen.“

Die „Süssen“ waren zufrieden
Sowohl die Kandidaten als auch die Jury, die Verbandsmitglieder und die Vertreter der Fachschule Richemont waren sehr zufrieden mit dem Anlass. „Es war alles hervorragend organisiert“, lobte Dominic Grossenbacher die Veranstalter des Wettkampfes. Von Seiten des SKCV liess Christian Dössegger verlauten: „Für mich waren die Kandidaten ganz einfach eine tolle Truppe, fachlich und menschlich.“
Auch dieses Jahr wurde von den Fachlehrern der Sonderpreis „Gestalten“ für die beste Präsentation. Er ging an die Thurgauerin Andrea Stutz. Sie stellte das Zirkuspferd in den Mittelpunkt.

Wie geht es weiter?
Da die Berufsweltmeisterschaften nur alle zwei Jahre durchgeführt werden, hat der Internationale Verband für Confiseure, Pâtissiers und Eishersteller (UIPCG) die Junioren-WM eingeführt, die jeweils in den WM-freien Jahren ausgetragen wird. „Wir wollen allen Gewinnern der Schweizermeisterschaft im Confiseur-Beruf die Möglichkeit geben sich international zu messen“, hält Experte Dössegger fest. Die nächste Juniorenweltmeisterschaft findet bereits kommenden März in Lissabon statt. Dafür haben sich die beiden Erstplatzierten Silvan Tschirky und Salomé Kühne qualifiziert.


Rangliste

1. Silvan Tschirky, Schmerikon (Lehrbetrieb: Confiserie Sprüngli AG, Dietikon)
2. Salomé Kühne, Rümlang (Vögeli Beck, St. Gallen)
3. Doris Locher, Frauenkappelen (Confiserie Eichenberger AG, Bern)

4. (in alphabetischer Reihenfolge): Lea Arzbacher, Biberist (Confiserie Suteria, Solothurn); Claudia Burkhard, Erlinsbach (Bäckerei-Konditorei-Confiserie Kunz, Frick); Nadège Bonzon, Noville (Boulangerie et pâtisserie Poyet SA, Vevey); Dominic Grossenbacher, Merligen am Thunersee (Confiserie Steinmann AG, Thun); Evelyne Koch, Weissbad (Bäckerei-Konditorei Böhli AG, Appenzell); Michael Eli, Chur (Crest Pasternaria fina, Flims Waldhaus); Andrea Stutz, Stehrenberg TG (Café-Confiserie Hirt im Rhyhof, Frauenfeld); Gabriela Thalmann, Dürnten (Bäckerei-Konditorei Kofler, Wetzikon); Sibylle Zumstein, Giswil (Konditorei-Confiserie GmbH Bebié, Luzern).

Den Sonderpreis Gestalten gewann Andrea Stutz, Stehrenberg TG (Confiserie Hirt im Rhyhof, Frauenfeld).


Die drei besten Schweizer Jung-Confiseure (v.l.): Salomé Kühne, Silvan Tschirky und Doris Locher.


Schweizermeister Silvan Tschirky mit seinen Produkten.


Mit dieser Präsentation gewann Andrea Stutz den Sonderpreis „Gestalten“.


Der Schweizermeister Silvan Tschirky in Aktion.


Salomé Kühne bei der Herstellung ihrer Pralinés.


Doris Locher nahm es bei den Blätterteiggebäcken besonders genau.


Die Juroren (v.l.): Paul Ryser, Andreas Rhyner und Jean-Pierre Lecompte.

4. Berufsmeisterschaft der Informatiker in Zürich

Anlässlich der Berufsmesse Zürich führte Zürcher Lehrmeistervereinigung die Schweizer Berufsmeisterschaft 2007 der Informatiker im Messezentrum Zürich-Oerlikon durch. Martin Dörig, Fabian Vogler und Michael Schmid holten sich die Titel.

47 Teilnehmer eine Teilnehmerin gingen in drei Disziplinen an den Start: IT/Software-Applikationen, Webdesign und Netzwerktechnik. In allen drei Kategorien gab es dieses Jahr Neuerungen bei der Aufgabenstellung: Diese wurden den Anforderungen angepasst, die an den Berufsweltmeisterschaften gestellt werden. Das hat den Kandidaten echte Probleme bereitet, wie Matthias Strebel, Mitglied des Organisationskomitees, zugab. Grund: Gewisse Aufgabestellungen waren ihnen unbekannt, weil sie nicht zur Bestandteil der Informatiklehre waren. Für die Wettkämpfer bedeutete dies, dass sie entweder im Lehrbetrieb Nachhilfeunterricht nehmen oder sich im Selbststudium aufdatieren mussten.

Unterschiedliches Niveau
Matthias Strebel sah ein weiteres Problem: „Dieses Jahr haben sich Leute mit unterschiedlichem Ausbildungsniveau angemeldet. Da gab es  neben Lernenden im dritten Lehrjahr Ausgelernte mit viel Berufspraxis.“ Leider hätten sich Spitzenleute nicht zur Teilnahme entschliessen können, weil sie sich keine Siegeschancen ausrechneten. Man habe daraus nun Lehren gezogen und das Qualifikationsverfahren für 2008 geändert: Die Informatikschulen werden künftig die Lernenden gezielt vorbereiten. Die Aufgabenstellungen an den Wettkämpfen der Informatiker unterschieden sich deutlich von jenen anderer Berufsgruppen: Es geht nicht darum, alle Übungen zu Ende zu frühren, sondern mögliche Lösungen aufzeigen. „Wenn ein Kandidat alle Aufträge in der vorgegebenen Zeit richtig beenden würde, dann wäre er ganz sicher Schweizermeister. Wir erhoffen uns jeweils eine Fertigstellungsquote von rund 70 Prozent“, betonte Experte Strebel.

IT / Softwareapplikationen
Die Kandidaten in der Sparte IT / Softwareapplikationen mussten diverse Anwendungen entwickeln, die zum Beispiel im Büro oder im Hotel die Arbeitseffizienz steigern. Unter anderem waren Zimmerkalkulationsmodelle und Formularmasken für Microsoft Word und Excel zu erstellen. Zusätzlich mussten komplizierte Access-Datenbanken aufgebaut und programmiert werden. Die Aufgaben wurden sehr streng und genau nach Richtlinien bewertet. Theoretisch waren maximal 193 Punkte zu erreichen. Der Sieger, Martin Dörig aus Brugg, erreichte gerade mal 58,5 Prozent beziehungsweise 113 Punkte, womit er neun Punkte vor dem Zweitplatzierten Roman Gribi lag. „Ich fand die Arbeiten recht schwierig“, meinte der Sieger nach der Preisverleihung, “Einige Aufgaben musste ich einfach überspringen, damit ich nicht zuviel Zeit verlor Ich war mir bis zum Ende nicht sicher, ob es reichen würde, denn die Konkurrenz war soweit ich dies beurteilen konnte sehr stark. Ich freue mich über den Erfolg und hoffe, an der nächsten Berufsweltmeisterschaft teilnehmen zu dürfen.“

Webdesign
In der Kategorie Webdesign waren die Änderungen zum Vorjahr am grössten, denn heute werden Applikationstechnik und Grafik weltweit zusammen in einem Beruf erlernt. In der Schweiz werden diese beiden Themen jedoch noch getrennt gelehrt. Deshalb war es für die Kandidaten anspruchsvoll, denn sie mussten einen Spagat zwischen den grafischen und den Applikations-Kenntnissen machen. Es galt, zwei Aufgaben zu lösen: Einerseits war eine Website für ein Computerverleihunternehmen herzustellen – selbstverständlich unter strengsten Vorgaben. Andererseits musste ein Bildarchiv erstellt werden, welches am Schluss im Internet aufgeschaltet wurde. Am besten schnitt dabei der Aargauer Fabian Vogler mit 81,3 Prozent ab, deutlich vor Philipp Rebsamen (74,5 Prozent). Der Sieger, der im vierten Lehrjahr steck, freute sich: „Ich habe mir Chancen ausgerechnet, aber ich war mir nicht ganz sicher, ob es für den ersten Platz reichen würde. Deshalb bin ich umso glücklicher. Ich konnte im Schlussspurt die wichtigsten Arbeiten erledigt, was mir viele Punkte einbrachte, Die Aufgaben an sich waren lösbarg, aber der Zeitdruck war enorm hoch. Mein nächstes grosses Ziel der erfolgreiche Lehrabschluss.“

Netzwerktechnik
Bei den Netzwerktechnikern ging es zuerst darum, bei einem „präparierten“ PC einen Fehler zu lokalisieren und zu beheben. Danach mussten die Teilnehmer je einen PC zu einem Windows-XP-Client, einem Server 2003 und einem Linux-Server aufrüsten und über einen Cisco-Router verbinden. Die Konfiguration der Cisco-Geräte schien den Kandidaten einige Mühe zu bereiten. Auch in der Systemtechnik haben sich die Experten an die WM-Aufgaben angelehnt und alle Aufgaben in Englisch formuliert. Das mochte den einen oder anderen Wettkämpfer erschrecken – doch so dramatisch war es nicht weil die Formulierungen absichtlich einfach gehalten wurden. Es kam zu einem engen Kampf zwischen den beiden Erstplatzierten, doch am Ende hiess der glückliche Gewinner Michael Schmid (58 Prozent). Nur drei Prozent weniger erreichte sein schärfster Verfolger Florian Meier. Schmid hatte bereits zum zweiten Mal an den Schweizer Berufsmeisterschaften teilgenommen. Der Sieger aus Zürich war froh über sein Abschneiden: „Letztes Jahr wurde ich sehr knapp Zweiter. Ich wollte dies nicht auf mir sitzen lassen und nahm deshalb dieses Jahr erneut teil. Mein grösster Vorteil gegenüber meine Konkurrenten war, dass ich genau wusste, dass es stressig wird. Auch wusste ich, dass ich Prioritäten setzen musste und keine Zeit verlieren durfte.“ Auf die Frage, ob er an die WM 2009 nach Calgary teilnehmen möchte, antwortete der frischgebackene Schweizermeister unschlüssig: „Ich habe meine Rekrutenschule bereits einmal verschoben und möchte dies nicht noch einmal tun, denn dann sind alle anderen Rekruten viel jünger als ich. Wenn es aber irgendwie möglich ist, die RS zu absolvieren und gleichzeitig auch nach Kanada an die WM gehen zu können, dann würde ich sehr gerne dabei sein.“
Die einzige Frau, die an den Schweizermeisterschaften der Informatikberufe teilgenommen hat, war Jennifer Commons aus Zürich. Die jungeNetzwerktechnikerin lieferte eine gute Leistung ab, doch zu einem Podestplatz reichte es nicht.



Ranglisten

Software Applikationen
1. Martin Dörig, Brugg AG, Arbeitgeber: Protecdata AG, Boswil
2. Roman Gribi, Oberrohrdorf AG, INGTES AG, Aarau
3. Patrice Singy, Gränichen AG, Steueramt Kanton Aargau, Aarau

4. Pascal Meier, Villmergen AG, INGTES AG, Aarau
5. Mathias Daube, Zürich, Siemens Schweiz, Zürich
6. Matthias Hirschi, Olten, Clever-Engineering, Zug


Webdesign
1. Fabian Vogler, Niederrohrdorf AG, Arbeitgeber: Organisation und Informatik Stadt Zürich
2. Philipp Rebsamen, Rizenbach BE, FUB VBS, Bern
3. Patrick Zahnd, Belp BE, Three Way AG, Windisch

4. Andreas Butti, Schlatt TG, Wincor Nixdorf AG, Brüttisellen
5. Lukas Elmer, Zürich, Zimtkorn, Zürich
6. Lukas Karth, Uster ZH, AXA Winterthur


Netzwerktechnik
1. Michael Schmid, Rudolfstetten ZH, Arbeitgeber: Siemens Schweiz, Zürich
2. Florian Meier, Neuhausen ZH, MTF, Schaffhausen
3. Silvan Gebhardt, Frauenfeld, Kaden und Partner AG, Frauenfeld

4. Lukas Studer, St. Gallen, Empa-Materials Science and Technology, St. Gallen
5. Sandro Bollschweiler, Oeschgen ZH, TDC Switzerland AG, Zürich
6. Jennifer Commons, Bonstetten ZH, Sandhofer Informatik GmbH, Obfelden


Der beste Software-Applikator: Martin Dörig


Der beste Webdesigner: Fabian Vogler


Der beste Netzwerktechniker: Michael Schmid

Schweizer Berufsmeisterschaften der Gebäudetechnik-Branche

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Die neuen Schweizermeister der Gebäudetechnik-Branche (v.l.): Simon Fuhrimann, Simon Hochuli, Marc Blindenbacher und Damian Bänziger.




Die Gewinner der diesjährigen Schweizer Berufsmeisterschaften der Gebäudetechnik-Branche in Zürich heissen Simon Hochuli, Marc Blindenbacher, Simon Fuhrimann und Damian Bänziger.

Anlässlich der Berufsmesse Zürich führte suissetec, der Schweizerisch-Liechtensteinische Gebäudetechnik-Verband, die Schweizer Berufsmeisterschaften 2007 der Heizungsmonteure, Lüftungsanlagebauer, Sanitärmonteure und der Bauspengler im Messezentrum Zürich-Oerlikon durch.
Die Aufgaben der 27 Teilnehmer – es war leider keine Frau dabei – der Schweizer Berufsmeisterschaften 2007 beschränkten sich auf den praktischen Berufsbereich. Deshalb wurden von den Kandidaten solides handwerkliches Können, Ausdauer und Durchhaltevermögen verlangt.
Die Bauspengler hatten für ihre Arbeiten gesamthaft 18.5 Stunden, verteilt auf drei Tage, zur Verfügung. Den drei anderen Berufen – Heizungsmonteur, Lüftungsanlagenbauer und Sanitärmonteur – blieben bloss jeweils zwei Tage beziehungsweise 15.5 Stunden Zeit.

Erstmals auch Lüftungsanlagenbauer
Dieses Jahr wurde zum ersten Mal die Berufsmeisterschaft der Lüftungsanlagenbauer durchgeführt. Entsprechend schwierig war die Aufgabenstellung für die Experten, da es kaum Erfahrungswerte gab. Es wurde versucht, den Wettbewerb wesentlich komplizierter zu gestalten als die Lehrabschlussprüfung. Die Aufgabe bestand darin, eine Lüftung zu produzieren, die zum Beispiel in einem Restaurant mit 50 Sitzplätzen zum Einsatz kommen könnte.
Die Forderung der Experten war entsprechend klar: „Wir erwarten, dass alle Teilnehmer mit ihrer Arbeit fertig werden. Wer dies nicht schafft, der kann den Schweizermeister-Titel vergessen“, formulierte Jury-Mitglied Charles Oklé unmissverständlich.
Mit dem Verlauf der Meisterschaft waren die Veranstalter äusserst zufrieden, denn es traten keine Probleme auf und jeder Kandidat rief seine beste Leistung ab. Die einzige Schwierigkeit war das dicht gedrängte Programm. Charles Oklé: „Obwohl wir den Wettbewerb zum ersten Mal durchführten, bin ich sehr zufrieden. Es war ein sehr schöner und spannender Wettkampf. Ich hoffe, dass wir an der nächsten Meisterschaft dieses Niveau halten können.“
Die „Lüfteler“ sind gegenüber ihren Kollegen aus den drei anderen Branchen benachteiligt: Der Gewinner darf sich zwar bester Lüftungsanlagenbauer der Schweiz nennen. Es besteht jedoch keine Möglichkeit, an einer Berufsweltmeisterschaft teilzunehmen, da innerhalb der nächsten fünf Jahre keine weltweiten Wettkämpfe für Lüftungsanlagenbauer durchgeführt werden.

Sanitärmonteure ohne Probleme
Für die Organisatoren der Wettkämpfe der Sanitärmonteure war der Anlass bereits „Routine“, denn diese Branche führt seit über zehn Jahren Schweizermeisterschaften durch. Entsprechend professionell ging der Wettbewerb vonstatten. Der Experte Heinrich Kammer fand, dass die Aufgabenstellung dieses Jahr etwas einfacher gewesen sei als im Vorjahr. Es galt, Wasserleitungen für eine einfache Mietwohnung (Küche, Toilette, Badewanne, Lavabo und der Zugang zum Hauptverteiler) zu installieren. Zusätzlich mussten die zehn Kandidaten aus Wasserleitungen das suissetec-Logo und das Zürcher Kantonswappen bauen – selbstverständlich exakt nach Planvorgaben. Am Ende zählten als Hauptkriterien zur Bewertung der Arbeiten die Massgenauigkeit, die Sauberkeit der Ausgeführten Arbeiten und ob die Arbeiten überhaupt fertig gestellt wurden. „Ich war sehr zufrieden mit dem Wettbewerb. Wir haben dieses Jahr eine neue Aufgabe eingeführt und es hat alles prima geklappt“, freute sich Jury-Mitglied Markus Niederer.
Die beiden Erstplatzierten, Marc Blindenbacher und Lars Schmid, werden gegen die beiden Besten des Jahres 2008 in einem weiteren Qualifikationswettkampf antreten. Der Sieger aus dieser Ausscheidungsrunde reist dann 2009 zur WM nach Kanada.
Mit von der Partie war in Zürich übrigens auch der amtierende Schweizermeister der Sanitärmonteure, Patrick Huser aus Alt St. Johann, der sich mit einer anspruchsvollen Trainingsarbeit den letzten Schliff holte, bevor er dann nach Japan an die nächste Woche beginnenden WorldSkills 2007 abgereist ist. Sein dortiges Ziel ist klar: „Eine Medaille sollte trotz der harten Konkurrenz aus Asien, die bereits ein halbes Jahr vor Beginn der WM nur noch dafür trainiert, drin liegen“, meinte der Ostschweizer.

Bauspengler unter Druck
Für die Bauspengler war der Wettkampf am zeitaufwändigsten. Sie mussten innert drei Tagen einen Ausschnitt eines Giebeldaches komplett mit Blech auskleiden und einen Regenwasserablauf anbringen, der selbstverständlich von Hand zuerst angefertigt werden musste. Am Ende freute sich mit Simon Hochuli ein Aargauer über den Gewinn der Schweizermeisterschaft. Auch Silber-Gewinner Joël Wälchli muss sich den Traum von den WorldSkills noch nicht abschminken, denn für die Bauspengler folgt das gleiche Qualifikationsprozedere wie bei den Sanitärmonteuren. Josef Wey, Chefexperte der Bauspengler: „Unser Wettkampf verlief einwandfrei. Wir hatten keine Komplikationen und freuen uns bereits auf die nächste Berufsmeisterschaft.“


Heizungsmonteure
Auch die Heizungsmonteure waren stark gefordert und erarbeiteten in zwei Tagen von Grund auf ein kompliziertes Montagestück, das alle wichtigen Arbeiten von Heizungsmonteuren beinhaltet. Der grosse Gewinner war Damian Bänziger aus St. Gallen. Bereits fünf Stunden vor dem Abgabetermin war er fertig. Ueli Mumenthaler, Obmann der Expertengruppe, war darüber hoch erfreut: „Man konnte Damian Bänziger seine Freude ansehen. Ich sah, dass er mit einer gewissen Leidenschaft an der Arbeit war – es war Feuer da.“ Auch der Aargauer Tafaj Labinot darf mit seiner Leistung zufrieden sein, denn mit dem guten zweiten Platz bestehen auch für ihn noch Chancen, sich in Qualifikationskämpfen das Ticket für die WorldSkills 2009 in Calgary zu holen.
Ueli Mumenthaler zog ein positives Fazit: „Sowohl mit dem Verlauf unseres Wettbewerbes als auch mit den Kandidaten und dem ganzen Umfeld bin ich sehr zufrieden. In den letzten Jahren fanden die Schweizer Berufsmeisterschaften der Heizungsmonteure immer im Ausbildungszentrum in Lostorf statt. Ich finde es sehr gut, dass wir den Wettbewerb an einer Berufsmesse durchführten, denn dann können die jungen Berufssuchenden sich gleich ein Bild von der Arbeit im Gebäudetechnik-Bereich machen. Auch konnten so mehr Leute dem Wettbewerb beiwohnen, als dies in Lostorf jeweils möglich war.“

suissetec
Die Siegerehrung wurde von Vertretern von suissetec durchgeführt: Zentralpräsident Peter Schilliger, Geschäftsführer Hans-Peter Kaufmann und Markus Pfander, Leiter Prüfungen und Subventionen. Peter Schilliger war sehr erfreut über den Verlauf der Meisterschaften und bedankte sich bei den Experten und Teilnehmern für ihren hervorragenden Einsatz. In seiner Ansprache nahm der Verbandspräsident Bezug auf eine kürzlich vorgestellte Studie, welche die Rentabilität von Lernenden für deren Arbeitgeber ausrechnete. Schilliger sprach sich vehement gegen solche Rechnungen aus, denn er ist der Meinung, dass der Nutzen der Lernenden nicht in Franken und Rappen berechnet werden kann. In einem Punkt ist der Zentralpräsident gleicher Meinung wie die Autoren der Studie: „Lernende lohnen sich, weil sie frischen Wind und neue Ideen in Unternehmungen einbringen.“
Auch der Geschäftsführer von suissetec, Hans-Peter Kaufmann zeigte sich erfreut über den Verlauf des Wettbewerbes. Er bedankte sich bei den Beteiligten und bei den Sponsoren für die kräftige Unterstützung. Er hoffte, dass sich künftig noch mehr junge Leute für die Schweizer Berufsmeisterschaften anmelden werden.
Cheforganisator Markus Pfander war erleichtert: „Es hat alles hervorragend geklappt. Unser Ziel, die praktische Arbeit den Jugendlichen vorzustellen, haben wir erreicht. Wir möchten diesen Wettbewerb in der gleichen Form nun jährlich durchführen. Es wird für uns eine grosse Herausforderung werden, dieses hervorragende Level in Zukunft halten zu können.“


 
Rangliste


Heizungsmonteure
1. Damian Bänziger, St. Gallen, Hälg & Co. AG, St. Gallen
2. Tafaj Labinot, Kleindöttingen AG, Ricklin AG, Wettingen AG
3. Gianluca Rubino, Greifensee ZH, Benz + Cie AG, Küsnacht ZH
Zertifikate (in alphabet. Reihenfolge): Raphael Borer, Liesberg BL, Spaar AG, Brislach BL; Philipp Schenk, Weisslingen ZH, Haldimann-Heizungen, Illnau ZH; Muhamed Zuta, Zürich, Benz + Cie AG, Küsnacht ZH.



Lüftungsanlagenbauer

1. Simon Fuhrimann,
Weinfelden TG, Strässle Installationen AG, Amriswil TG
2. Sébastien Pena Paccat, Bulle FR, PolyForce SA, Bulle
3. Christian Winzeler, Ennenda GL, Steiner Mollis AG, Mollis GL

Zertifikate (in alphabet. Reihenfolge): Thomas Honegger, Bissegg TG, E. Fuchs AG, Aadorf TG; Christian Tresch, Altdorf, ClimaNova AG, Cham ZG.

 

Sanitärmonteure
1. Marc Blindenbacher,
Teufenthal AG, Ruedi Sommer Haustechnik AG, Dürrenäsch AG
2. Lars Schmid, Bigenthal BE, Rupp AG, Worb BE
3. Roger Aeschi, Laufen BL, Kurt Borer AG, Erschwil SO

Zertifikate (in alphabet. Reihenfolge): Mario Casutt, Zürich, Benzenhofer AG, Zürich; Marco Fankhauser, Trub BE, Jürg Kühni, Langnau i.E. BE; Tim Fehr, Ossingen ZH, Fink Sanitär und Heizung, Kleinandelfingen ZH; Jörg Hodel, Hochdorf LU, Oskar Estermann AG, Hildisrieden LU; Süleyman Oezmenek, Aesch BL, Danzeisen Söhne AG, Basel; Christian Ragosta, Eglisau ZH, Inag-Nievergelt AG, Zürich; Thomas Schwestermann, Birgisch VS, Lauber IWISA, Naters VS.

 

Bauspengler
1. Simon Hochuli, Oftringen AG, Gebr. Mumenthaler, Oftringen
2. Joël Wälchli, Grosshöchstetten BE, Peter Künzi AG, Ittigen BE
3. Daniel Zulauf, Brugg AG, Käufeler + Co., Wettingen AG

Zertifikate (in alphabet. Reihenfolge): Pascal Aeberhard, Thayngen SH, Robert Meister AG, Schaffhausen; Simon Hunsperger, Hagenbuch ZH, Schnyder Spenglerei, Elgg ZH; Roman Schiess, Schachen bei Herisau AR, Waga Spenglertechnik AG, Sirnach TG.

Bänziger
Heizungsmonteur Damian Bänziger beim Schweissen seines Meisterwerks.

Fuhrimann
Lüftungsanlagenbauer Simon Fuhrimann nimmt Mass.


Sanitärmonteur Marc Blindenbacher am Feinschliff.


Bauspengler Simon Hochuli setzt auf Massarbeit.

Schweizer Sieg am Internationalen Berufswettkampf der Bäckerjugend

Bäcker: Internat. Wettkampf 07
David Grandjean, Claudia Furger, David Schmid.

Die Bäcker-Konditorin Claudia Furger aus Gurtnellen-Dorf (UR) hat in Göteborg den Internationalen Berufswettkampf gewonnen. Der zweite Schweizer David Grandjean aus Romont (FR) belegte den ausgezeichneten 6. Rang unter 24 Teilnehmenden aus 12 Ländern.

Zu dieser bereits zum 37. Mal stattfindenden Europameisterschaft der Bäckerjugend darf jedes Land zwei Teilnehmende schicken, die sich in den nationalen Wettbewerben der besten Lehrabsolventen qualifiziert haben.

Hektischer Auftakt
Der Auftakt zum Wettkampf verlief recht hektisch. Die Stunde Zeit, die allen Teilnehmenden am Vortag zur Einrichtung des Arbeitsplatzes und zum Abwägen der Rohstoffe zur Verfügung stand, erwies sich als knapp, so dass der fünf Stunden dauernde Wettkampf mit einer gewissen Unsicherheit angetreten werden musste. Entsprechend hoch war für alle Kandidaten der Zeitdruck, da sie sich zuerst mit den ungewohnten Arbeitsbedingungen in einer fremden Umgebung vertraut machen mussten. Die Konditionen waren aber für alle gleich. Claudia Furger kam damit sehr gut zurecht und konnte das ganze Programm mit extremem Durchhaltewillen innerhalb der Zeitlimite durchziehen. Auch David Grandjean zeigte eine gute Leistung, hatte jedoch viel Pech, indem ihm das Schaustück auseinander fiel.

Hohe Qualität des Wettkampfs
Die Qualität des Wettkampfs stuft Jurymitglied David Schmid von der Richemont Fachschule als recht hoch ein: «Die mitmachenden Länder rücken niveaumässig immer stärker zusammen. Der Wettkampf verlief sehr ausgeglichen. Claudia Furger hat extrem sauber gearbeitet, ihr sind alle Produkte gut gelungen, wogegen anderen Wettkämpfern das eine oder andere Gebäck missraten ist, wodurch sie zurückgeworfen wurden.»Auffallend waren in Göteborg die gute Organisation und die prächtige Stimmung unter allen Mitwirkenden. Der ganze Anlass war öffentlich und fand vor einem interessierten Publikum statt. Dank vorbildlicher Pressearbeit nahmen auch die Medien regen Anteil. Die Siegerehrung wurde vor zahlreichen Zaungästen in einem Einkaufszentrum durchgeführt. Damit ist es gelungen, viele Sympathien für das Bäcker-Konditor-Gewerbe zu schaffen und für den schönen Beruf des Bäcker-Konditors zu werben.

4 Fragen an Claudia Furger, Siegerin des Internationalen Berufswettkampfs der Bäcker-Konditoren, Gurtnellen-Dorf (UR)

1 Was war das für ein Gefühl, als Siegerin zuoberst auf dem Podest zu stehen?
Als plötzlich mein Name aufgerufen wurde, war ich sehr glücklich. Es war wunderbar, damit hätte ich nie gerechnet.

2 Wie ist der Wettkampf aus Ihrer Sicht verlaufen?
Zu Beginn hatte ich etwas Mühe mit der Organisation, die Vorbereitung am Vorabend verlief nicht wie geplant. Sehr wertvoll war die uns zugeteilte Helferin. Von den Produkten sind mir einzig die Plundergebäcke nicht optimal gelungen.

3 Wie war die Stimmung unter den Teilnehmenden?
Super! Trotz sprachlichen Schwierigkeiten hatten wir ein ausgezeichnetes Verhältnis. Alle Wettkämpfer haben mir den Sieg von Herzen gegönnt. Ich konnte etliche neue Freundschaften anknüpfen.

4 Wie sieht ihre berufliche Zukunft aus nach diesem Sieg?
Der Titel bringt mir die Bestätigung, dass ich fachlich auf einem guten Stand bin. Ich glaube nicht, dass ich langfristig viel profitieren kann. Stellenangebote habe ich jedenfalls noch keine erhalten, doch kommt ein Wechsel für mich zur Zeit eh nicht in Frage, da ich mich bei meinem Arbeitgeber Beck Tresch in Amsteg sehr glücklich fühle.