Spannende Weltmeisterschaft junger Dachdecker in Ungarn

Lukas Richli (Steildach), Roland Graf (Steildach), Richard Etter (Flachdach), Roger Amrein (Flachdach), Sergio Rutz (Mentor Flachdach), Sébastien Cettou (Mentor Steildach)
Die Internationale Föderation des Dachdeckerhandwerks (IFD) führte dieses Jahr die Berufsweltmeisterschaft im ungarischen Veszprém, durch. Noch nie waren die Aufgaben so anspruchsvoll und in einem spannenden Wettkampf errangen die Schweizer Teams verdient einmal Silber in der Kategorie Steildach und einmal Bronze in der Kategorie Flachdach.
Anspruchsvolle Aufgaben
Beim Flachdach musste einerseits eine Abdichtung mit PVC Dichtungsbahn Alkorplan mit Anschlüssen an runde Pfosten und diversen Blechanschlüssen, andererseits eine Abdichtung mit ICOPAL Elastobit Bitumendichtungsbahn (Slowenien) mit Aufbordungen, Eckausbildung und Blechteilen gefertigt werden.
Die Montage einer Unterdachbahn auf Schalung und Einbau eines Wohnraumdachfensters, das Eindecken eines Kegels mit Biberschwanz Tonziegeln nach deutscher Technik und das Erstellen von Anschlüssen mit Blechen wurde in der Kategorie Steildach als erste Aufgabe verlangt. Die zweite Aufgabe beinhaltete die Montage von Unterspannbahnen über Sparren, Kehlausbildung und Wohnraumdachfenstereinbau sowie das Erstellen deutscher eingebundener Ziegelkehle mit Beton Bieberschwanzziegeln. Elektrische Geräte waren als Hilfsmittel nicht erlaubt.
Die Aufgaben waren sehr anspruchsvoll und erfreulicherweise auch die Qualität der Arbeiten so hoch wie nie zuvor. Die Differenz zwischen den ersten vier Teams beider Kategorien war sehr gering; wenige Punkte haben über Sieg oder Ehrenplätze entschieden. Es war ein spannender Wettkampf auf höchstem Niveau, wobei die vier Erstplazierten sich noch etwas vom Rest abhoben. Aber auch alle anderen Mannschaften haben tolle Leistungen gezeigt.
Das Schweizer Team hat in Ungarn einen hervorragenden Eindruck hinterlassen und sehr gute Arbeiten gezeigt. Ihr grosser Einsatz wurde auch entsprechend mit zwei Medaillen belohnt.
Bewertungskriterien in Frage gestellt
Aufgrund der sehr knappen Resultate und einer nicht zufrieden stellenden Bewertungsphilosophie im Flachdach (Dichtigkeit war kein Bewertungskriterium und wurde nicht berücksichtigt), stellte Deutschland den Antrag, das Reglement der Berufsprüfung zu überarbeiten. Die Schweiz unterstützte diesen Antrag und wird sich bei der Überarbeitung der Reglemente mit einbringen. Zwei Punkte werden dabei besonders wichtig sein:
- Einsetzen von unabhängigen Schiedsrichtern (momentan bewerten alle Mentoren)
- Im Flachdach muss Dichtigkeit als wichtigstes Kriterium gelten
Schon jetzt darf man gespannt sein auf die Berufsweltmeisterschaft 2008 in Prag, wo allerdings voraussichtlich noch die bisherigen Reglemente geltend gemacht werden. Die Schweizer Teams werden sich auf diese Aufgabe und neue Herausforderung gut vorbereiten.
RANGLISTENFlachdach
1. Östereich
2. Ungarn
3. Schweiz (mit Roger Amrhein, Richard Etter und Mentor Sergio Rutz)
Steildach
1. Ungarn
2. Schweiz (mit Lukas Richli, Roland Graf und Mentor Sébastien Cettou)
2. Östereich
4. Deutschland











