Spannende Weltmeisterschaft junger Dachdecker in Ungarn

WM-Dachdecker-07
Lukas Richli (Steildach), Roland Graf (Steildach), Richard Etter (Flachdach), Roger Amrein (Flachdach), Sergio Rutz (Mentor Flachdach), Sébastien Cettou (Mentor Steildach)

Die Internationale Föderation des Dachdeckerhandwerks (IFD) führte dieses Jahr die Berufsweltmeisterschaft im ungarischen Veszprém, durch. Noch nie waren die Aufgaben so anspruchsvoll und in einem spannenden Wettkampf errangen die Schweizer Teams verdient einmal Silber in der Kategorie Steildach und einmal Bronze in der Kategorie Flachdach.

Die 20. Berufsweltmeisterschaft junger Dachdecker fand vom 3. bis 5. Oktober 2007 in Veszprém, Standort einer ungarischen Berufsschule mit Internatsbetrieb, statt. Dass sich dieser Anlass zu einem angesehenen und guten Wettbewerb auf hohem Niveau entwickelt, zeigte die erfreuliche Rekordzahl der teilnehmenden Mannschaften: 14 Teams in der Kategorie Steildach und 9 in der Kategorie Flachdach.
Anspruchsvolle Aufgaben
Beim Flachdach musste einerseits eine Abdichtung mit PVC Dichtungsbahn Alkorplan mit Anschlüssen an runde Pfosten und diversen Blechanschlüssen, andererseits eine Abdichtung mit ICOPAL Elastobit Bitumendichtungsbahn (Slowenien) mit Aufbordungen, Eckausbildung und Blechteilen gefertigt werden.
Die Montage einer Unterdachbahn auf Schalung und Einbau eines Wohnraumdachfensters, das Eindecken eines Kegels mit Biberschwanz Tonziegeln nach deutscher Technik und das Erstellen von Anschlüssen mit Blechen wurde in der Kategorie Steildach als erste Aufgabe verlangt. Die zweite Aufgabe beinhaltete die Montage von Unterspannbahnen über Sparren, Kehlausbildung und Wohnraumdachfenstereinbau sowie das Erstellen deutscher eingebundener Ziegelkehle mit Beton Bieberschwanzziegeln. Elektrische Geräte waren als Hilfsmittel nicht erlaubt.
Die Aufgaben waren sehr anspruchsvoll und erfreulicherweise auch die Qualität der Arbeiten so hoch wie nie zuvor. Die Differenz zwischen den ersten vier Teams beider Kategorien war sehr gering; wenige Punkte haben über Sieg oder Ehrenplätze entschieden. Es war ein spannender Wettkampf auf höchstem Niveau, wobei die vier Erstplazierten sich noch etwas vom Rest abhoben. Aber auch alle anderen Mannschaften haben tolle Leistungen gezeigt.
Das Schweizer Team hat in Ungarn einen hervorragenden Eindruck hinterlassen und sehr gute Arbeiten gezeigt. Ihr grosser Einsatz wurde auch entsprechend mit zwei Medaillen belohnt.
Bewertungskriterien in Frage gestellt
Aufgrund der sehr knappen Resultate und einer nicht zufrieden stellenden Bewertungsphilosophie im Flachdach (Dichtigkeit war kein Bewertungskriterium und wurde nicht berücksichtigt), stellte Deutschland den Antrag, das Reglement der Berufsprüfung zu überarbeiten. Die Schweiz unterstützte diesen Antrag und wird sich bei der Überarbeitung der Reglemente mit einbringen. Zwei Punkte werden dabei besonders wichtig sein:


  • Einsetzen von unabhängigen Schiedsrichtern (momentan bewerten alle Mentoren)
  • Im Flachdach muss Dichtigkeit als wichtigstes Kriterium gelten

Schon jetzt darf man gespannt sein auf die Berufsweltmeisterschaft 2008 in Prag, wo allerdings voraussichtlich noch die bisherigen Reglemente geltend gemacht werden. Die Schweizer Teams werden sich auf diese Aufgabe und neue Herausforderung gut vorbereiten.

RANGLISTEN
Flachdach
1. Östereich
2. Ungarn
3. Schweiz (mit Roger Amrhein, Richard Etter und Mentor Sergio Rutz)
Steildach
1. Ungarn
2. Schweiz (mit Lukas Richli, Roland Graf und Mentor Sébastien Cettou)
2. Östereich
4. Deutschland

 

Schweizermeisterschaft Dachdecker und Flachdachbauer

Im Rahmen der 100-Jahr-Feierlichkeiten des SVDW (Schweizerischer Verband Dach und Wand) die Schweizer Meisterschaften mit einem „Tag der offenen Tür“ im verbandseigenen Bildungszentrum Polybau statt.

Sieben Teilnehmer der Kategorie Steildach sowie fünf Kandidaten und eine Kandidatin der Kategorie Flachdach haben sich der Herausforderung gestellt. Ein spannender Wettkampf auf gutem Niveau brachte stolze Sieger hervor. Das Besondere für die Kandidaten war, dass sie den ganzen Tag unter Beobachtung des Fachpublikums standen. Das Publikum war für verschiedene Anlässe (Tag der offenen Tür, Diplomfeier Lehrabschlussprüfungen LAP) in Uzwil eingeladen.
In der Kategorie Steildach musste ein Dachaufbau mit Unterdachelementen swisspor tetto V und Eternit Dach mit Ortgebinde erstellt werden. Im Flachdach eine Abdichtung mit Kunststoffdichtungsbahnen und ein Dachaufbau swisspor Lamda-roof mit Selbstklebebahnen. Die Anforderungen an die Kandidaten waren hoch, doch haben sie diese mit Bravour erfüllt.

Die drei Besten jeder Kategorie konnten als Preis einen Bildungsgutschein im Wert von. 3800 Franken- entgegen nehmen. So können sie die praktischen Module der Weiterbildung im Bildungszentrum Polybau kostenlos besuchen, was zugleich als Vorbereitung für die WM 2008 in Prag gilt. Sobald die Aufgaben für die WM 2008 bekannt sind, werden sie zudem mit dem Spezialtraining beginnen. Dies sollte ab Sommer 2008 der Fall sein.

 

Ranglisten

Steildach
Dachdecker
1. Florian Züger, Vorderthal SZ, Schnyder Bedachungen AG, Pfäffikon
2. Thomas Ziegler, Altendorf SZ, Schnyder Bedachungen AG, Pfäffikon
3. Sebastian Müller, Gränichen AG, Rolf Mèller AG, Teufenthal AG

4. Ueli Grunder, Gysenstein BE, Müller Polybau AG, Konolfingen; Felix Büeler, Rüeterswil SG, Hüppi Bedachungen, Goldingen SG; Bruno Ziegler, Rieden SG, Schnyder Hansruedi, Schänis SG; Thomas Ingold, Heimenhausen BE, Franz Flückiger, Langenthal


Flachdach
Flachdachbauer
1. Raffael Schöb, Oberaach TG, Weber Bedachungen, Amriswil
2. André Blaser, Bern BE, Tecton + Bizzozero AG, Frauenkappelen
3. Michael Heiniger, Thörigen BE, Franz Flückiger AG, Langenthal

4. Alexandra Gerster, Sirnach TG, Merz + Egger AG, St. Gallen; Dominik Liechti, Bowil BE, Stettler Plypau AG, Eggiwil BE, Ivo Tollardo, Abtwil AG, Fräfel Bedachungen, Abtwil

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