Überraschender WM-Sieg der Schweizer Kochnationalmannschaft

Die Schweiz ist Kochweltmeisterin: Mit einem hauchdünnen Vorsprung erkochte sich das Nationalteam des Schweizer Kochverbandes in Chicago den Titel vor Kanada und dem als Favorit gehandelten Team Norwegen.

Die Schweizer Nationalmannschaft sicherte sich den ersten Platz an den American Culinary Classic in Chicago dank einer Gold- und zwei Silbermedaillen in der kalten Show (Schauplatten, Fingerfood, Torten und Pralinen). Im so genannten warmen Wettbewerb, bei dem ein Dreigang-Menü für 200 Gäste zubereitet werden musste, erkämpfte sich das Team ebenfalls eine Goldmedaille. Das Schweizer Team bestand aus Muharem Musagic, Rasmus Springbrunn, Rolf Mürner, Thomas Riesen und Richard Lang. An den Weltmeisterschaften nahmen Teams aus zwölf Ländern teil.

Zur Vorspeise gab es eine Hummervariation «St. Moritz», ein in Olivenöl und Kräutern gegartes Medaillon, flambierte Hummerwürfel, Bisque-Royale auf Kräuterbrioche, sautiertes Zanderfilet mit Zitrone und einem grünen Spargelsalat. Anschliessend folgte das Lamm «Schweizer Art», ein gebratenes Nierstück mit Thymian, Blanquette mit Sauternes-Gros-Grains-Sauce, Lamm-Kroketten, Kartoffelkroketten mit Trüffeln sowie einem glasierten Bohnengemüse mit Rohschinken.

Zum Abschluss wurde den 200 Gästen eine süsse Kombination „Ascona“ vorgesetzt. Dabei handelt es sich um eine Limetten-Schokoladen-Terrine mit Himbeerglasur, Mangoeis mit Krustenperle auf Carameltuille und gebackenem Mandelschaum mit Limettenganache.




 

Schweizermeisterschaft der Goldschmiede

15 junge Goldschmiedinnen und Goldschmiede – zur Freude der Verantwortlichen so viele wie noch nie – kämpften dieser Tage in Luzern um den Schweizermeistertitel. An der Rangverkündigung in Lausanne schwang der neuseeländisch-schweizerische Doppelbürger David Rust klar obenaus.

Allein die Tatsache, dass fünfzehn junge Goldschmiede, acht Frauen und sieben Männer, zur diesjährigen Schweizermeisterschaft im Berufsbildungszentrum Luzern angetreten waren, wertete der Organisator und Goldschmied-Experte Daniel Gut als Erfolg. Nachdem der Verband Schweizer Goldschmiede und Uhrenfachgeschäfte (VSGU) 2004 nach längerer Pause wieder einen Wettbewerb durchgeführt hatte, lief das Ganze etwas harzig an. Gerade mal sieben junge Berufsleute mochten damals mitmachen. Der Sieger vertrat die Schweiz an den Berufsweltmeisterschaften 2005 in Helsinki und klassierte sich im Mittelfeld. "Das war schon ein bisschen eine Enttäuschung", so Daniel Gut. An der Qualität habe es aber absolut nicht gelegen, sondern an der Geschwindigkeit – das Schmuckstück war nicht fertig geworden –, und das wiederum hänge mit dem Training zusammen.

Konsequenzen nach Helsinki
Gut zog die Konsequenzen aus der Helsinki-Erfahrung, und es wurde beschlossen, ab sofort jedes Jahr eine Schweizermeisterschaft durchzuführen. Er schrieb nicht nur sämtliche -Goldschmied-Lernende im vierten Lehrjahr an, sondern auch deren Lehrmeister und setzte eine Siegesprämie von 5000 Franken aus. Zudem machte sich der Experte auf die Suche nach Sponsoren, die einerseits den Wettbewerb mitfinanzieren und andererseits dem Sieger oder der Siegerin ein angemessenes Training möglich machen. "Ein schwieriges Unterfangen", erläuterte Gut, "aber wir versuchen uns zu steigern". Schwierig deshalb, weil das Ganze schnell ins Geld geht. So kostete allein das Rohmaterial – 40 Gramm 18-karätiges Gelbgold pro Kandidat – für die diesjährige Meisterschaft rund 15 000 Franken.  "Ohne Sponsor ginge das gar nicht", bilanzierte Daniel Gut. Es gelang ihm schliesslich auch, einige Geldmittel für das Training des Siegers bereitzustellen. "Ziel wäre es, dass er jedes der fünf Objekte, die man in Helsinki für die Weltmeisterschaft 2007 in Japan international bestimmt hat, mindestens einmal machen kann." Denn der Fachmann weiss nur zu gut, dass die Kandidaten anderer Länder und insbesondere die Asiaten zur Übung jedes Wettbewerbsstück zehn oder noch mehr Mal herstellen.

Gute Ausbildung in der Schweiz
Dieser Tatsache ist sich auch Peter Loosli, VSGU-Vorstandsmitglied und Präsident der Berufsbildungskommission bewusst. "Aber die Goldschmiedeausbildung in der Schweiz ist sehr umfassend und eine der besten der Welt", so sein Gegenargument. Das Besondere sei jedoch, dass der Beruf eng mit regionalen Eigenheiten verbunden sei. "Ein St. Galler Goldschmied macht nicht dasselbe wie ein Genfer." Mit der laufenden Berufsbildungsreform, die Loosli leitet, sollte in der ganzen Schweiz schliesslich überall auf dem gleichen Niveau ausgebildet werden. Zufrieden mit dem Niveau seiner fünfzehn Kandidaten war auch Daniel Gut, obwohl er ein grösseres Gefälle als auch schon feststellte. Noch wichtiger ist ihm jedoch, dass er dank der jährlichen Meisterschaft genügend junge Leute hat, die von der Altersgrenze her auch noch an der WM 2009 teilnehmen könnten. "Die Besten von 2008 und 2009 können wir dann noch in einer Ausscheidung gegeneinander antreten lassen und so noch besser selektionieren."

Schneller Sieger
Was die Selektion von David Rust für die Weltmeisterschaft von diesem Herbst im japanischen Shizuoka anbelangt, war sich Gut absolut sicher: "Er war nicht nur schon rund vier Stunden vor der Zeitlimite (22 Stunden) fertig, sondern hat auch noch die beste Arbeit abgeliefert. Also schnell, gut und exakt – eine Superkombination", geriet der Experte fast ins Schwärmen. "Ich habe das Gefühl, es könnte für einen Platz unter den ersten Fünf reichen", so Gut. "Der Kandidat ist cool genug und lässt sich nicht beirren." Cool, aber ganz bescheiden gab sich der so Gepriesene, der sich über seinen Sieg sichtlich freute. Denn ganz so selbstverständlich war das nicht, kam der in Neuseeland aufgewachsene Rust doch erst vor viereinhalb Jahren in die Schweiz. Und auch wenn zu Hause Schweizerdeutsch gesprochen wurde, musste er sich auf eine ziemliche Umstellung einlassen. Auf Japan freue er sich riesig, schliesslich gehe es fast in Richtung alte Heimat. Für Rust ist es übrigens nicht der erste grosse Sirg: 2006 gewann er mit dem Rin "Volcano" die prestigereiche "Tahiti Pearl Trophy". Das prämierte Schmuckstück reiste anschliessen in mehrreren Ausstellungen rund um die ganze Welt.

Rangliste
1. David Rust (Lehrbetrieb: Schmuck zur Zeit, Romanshorn
2. Anita Cendre, (Chopard & Cie SA, Meyrin)
3. David Kainz (Baumann GmbH, Luzern)
4. Anne Bontempo (Chopard & Cie SA, Meyrin)
5. Frederica Roh (Atelier Art Bijou, Lausanne) und Tobias Wüest (Simoes AG, Horw)
7. (in alphabetischer Reihenfolge): Josselin Cretenoud (Atelier Art Bijou, Lausanne); Lionel Jodry (Ecole d'Art, La Chaux-de-Fonds); Kim Müller (Franz Lohri, Zug); Judith Peyer (Stefan Thoma, Zofingen); Alison Rohrbach (Ecole d'Art, La Chaux-de-Fonds); Mandy Ruchti (Bijouterie Stadelmann, Lausanne); Brynjar Thorsson (Ecole d'Art, La Chaux-de-Fonds); Manuela Weingart (Les Deux, Murten); Jayron Yagual Pacho (Zur Goldschmitte Doris Schmid, Werdenberg)


Die Jung-Goldschmiede des Jahres 2007 (v.l.): Anita Cendre, David Rust und David Kainz.


Ohne seinen Einsatz gebe es wohl keine Schweizermeisterschaften: Cheforganisator und Experte Daniel Gut.


So viele Teilnehmende wie dieses Jahr hat es bei einer Meisterschaft der Goldschmiede noch nie gegeben. Besonders erfreulich war die grosse Präsenz der Romands.


Die Titelkämpfe fanden im Goldschmiedatelier des Berufsbildungszentrums Luzern statt. Es galt, innerhalb von  22 Stunden anhand einer Zeichnung im Massstab 2:1 eine Brosche aus 18-Karat-Gold anzufertigen. 

 
In der erfahrenen Fachjury wirkte auch eine Frau mit.


Gold und WM-Fahrkarte: David Rust.


Silber für eine Spitzenfrau: Anita Cendre.


Schwer verdiente Bronzemedaille: David Kainz. 


Anne Bontempo


Tobias Wüest


Josselin Cretenoud


Lionel Jodry


Kim Müller


Judith Peyer


Alison Rohrbach


Mandy Ruchti


Brynjar Thorsson


Manuela Weingart


Jayron Yagual Pacho


Einen grossen Anteil am Erfolg von David Rust hat sein Lehrmeister Markus Franz.


Da freut sich Lehrmeister Markus Franz:  sein "Superstift" ist Schweizermeister und wird um WM-Gold kämpfen. 

Schweizer Meisterschaften im Schreinerberuf in Luzern

Beat Schläppi und René Bless werden im Schreinerberuf an der WM im japanischen Shizuoka um Medaillen kämpfen. Sie hatten in einem am Ende dramatischen Wettkampf die besten Nerven.

Die Meisterschaften, die vor grosser Publikumskulisse an der LUGA 2007 in Luzern ausgetragen wurden, waren der glanzvolle Schlusspunkt einer Serie von Wettkämpfen. Ende 2005 stiegen 582 Kandidatinnen und Kandidaten in die Qualifikation ein. Nach den Sektions- und Regionalmeisterschaften wurde im November 2006 aus den besten acht Teilnehmern die Nationalmannschaft gebildet. Diese trug danach fünf Qualifikationswettkämpfe, bevor es zum grossen Finale in Luzern kam. Im Zwischenklassement konnte sich ein Trio deutlich absetzen: Pirmin Egli und Beat Schläppi hatten je 36 Punkte, René Bless folgte mit 32 Punkte als Dritter, während Pascal Huber und Nicolas Gloor mit 22 bzw. 19 Punkte relativ weit zurücklagen.

Die Nerven flatterten
Allgemein wurde erwartet, dass sich Pirmin Egli eine der beiden WM-Fahrkarten holt. Doch im Finish versagten dem St. Galler die Nerven: „Ich war plötzlich irgendwie blockiert und machte in beiden Wettkämpfen schon am Anfang grobe Fehler“, meinte der Wolfertswiler. Aufs Podest hat es immerhin gereicht – wie übrigens schon vor zwei Jahren, als Egli Bronze gewann. Der passionierte Armbrustschütze nahm die Niederlage sportlich: „Meine Kollegen waren besser und fahren deshalb nach Japan, ich habe meine Chance selber vergeigt.“ Mit den Nerven hatte allerdings auch Bauschreiner-Gewinner René Bless zu kämpfen: „Ich hatte die ganze Zeit ein gewaltiges Bauchkribbeln und entsprechen einige Böcke drin. Am Schluss hatte ich wohl mehr Glück als Pirmin. Mir der sprichwörtlichen Berner Oberländer Ruhe absolviert Beat Schläppi den Wettkampf: „Ich wusste, dass ich im Möbelschreinern gute Chance hatte und konnte deshalb ruhig konzentriert arbeiten.“ Einig waren alle drei, dass der Wettbewerb war ganz schön hart war, 32 Stunden Arbeit innerhalb von nur sechs Tagen sei eben keine Kleinigkeit.

Hohes Niveau
Die Verantwortlichen waren mit dem Niveau der Schweizer Meisterschaft sehr zufrieden. „Die vielen Selektionswettkämpfe machten sich eindeutig bemerkbar. Die Besten waren eindeutig weiter als dies an der letzten Meisterschaft der Fall war“, meinte Roger Huwyler, der internationale Experte im Bauschreinerberuf. Die grössten Fortschritte seien im mentalen Bereich gemacht worden, befand sein Möbelschreiner-Kollege Patrick Bregenzer. Man könne jetzt die Profile der beiden WM-Teilnehmer sehr genau, ihre Potenziale sowie Stärken und Schwächen. „Wir können die Vorbereitung für Shizuoka ganz gezielt angehen“, betonte Bregenzer. Bezüglich Erfolgschancen wollten sich die Experten nicht festlegen. „Die beiden Kandidaten sind zweifellos zu ausserordentlichen Leistungen fähig. Wenn sie diese abrufen können, haben sie Medaillenchancen. Aber es kommt natürlich auf die Konkurrenz an.“

Hoffen auf Medaillen
Die Siegerehrung auf der grossen Luga-Bühne war ein würdiger Abschluss der Meisterschaften 2007. Nationalrat Ruedi Lustenberger, Zentralpräsident des Verbandes schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten (VSSM), würdigte in seiner Ansprache die grosse Leistung der acht Berufsleute. Er zeigte sich zuversichtlich, dass René Bless und Beat Schläppi an die Leistungen ihrer Vorgänger anknüpfen können, die 2005 in Helsinki Gold (Möbelschreiner Jonas Buff) und Bronze (Bauschreiner Reto Welz) geholt hatten. Lustenberger zeigte sich auch stolz über die hochprofessionelle Organisation der breit abgestützten Meisterschaften. „Es gibt wohl keinen verband, der nationale Wettkämpfe durchführt, an denen fast 800 Junge teilnehmen.“

„Die Perle pflegen“
Ein weiterer prominenter Gast war Ursula Renold, Direktorin des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie (BBT). Sie bezeichnete die Berufsbildung als „die wertvollste Perle der schweizerischen Volkswirtschaft“. Es gelte aber auch, diese Perle zu pflegen und ungeniert im Schaufenster zu zeigen. Die Schreinermeisterschaft an der LUGA sei ein Idealfall: „Was gibt es Schöneres, als Spitzen am Werk zu sehen?“, meinte Renold. Sie erachtet die Spitzenleistungen in Berufswettbewerben als „enorm wichtig“ weil sie für andere Jugendliche einen Ansporn darstellen. Einen Wunsch hat die BBT-Chefin: „Es wäre schön, wenn das Schweizer Fernsehen endlich die Berufswettbewerbe thematisieren könnte und von der WM in Japan ausführlich berichten würde.“

Ranglisten
Schweizer Meisterschaft der Möbelschreiner

1. Beat Schläppi, Guttannen BE (Lehrbetrieb: Rufibach + Schläppi AG, Guttannen) 49 Punkte
2. René Bless, Flums SG (Eberle & Senti AG, Flumsberg-Saxli) 44
3. Pirmin Egli, Wolfertswil SG (Inauen Markus AG, Degersheim) 41
4. Nicolas Gloor, Blonay VD (Loutan SA, Vevey) 33
5. Pascal Huber, Herisau (Erich Keller AG, Sulgen) und Urs Schurtenberger, Tavannes BE(Gerber et Bögli SA, Tavannes) je 25,5
7. Alain Dupasquier, La Tour-de-Trême FR (Clerc Michel et Fils SA, Broc) 17.5
8. Thomas Gemperle, Will SG (Fust Schreinerei, Wil) 13.5.

Schweizer Meisterschaft der Massivholzschreiner
1. René Bless, 48 Punkte
2. Pirmin Egli, 45
3. Beat Schläppi, 41
4. Pascal Huber, 33,5
5. Urs Schurtenberger, 25,5
6. Nicolas Gloor, 25
7. Alain Dupasquier, 17,5
8. Thomas Gemperle, 13,5


BBT-CHefin Ursula Renold liess es sich nicht nehmen, die Sieger persönlich zu ehren (v.l.): Pirmin Egli, René Bless und Beat Schläppi.


René Bless


Beat Schläppi


Pirmin Egli


Nicolas Gloor


Pascal Huber


Urs Schurtenberger


Alain Dupasquier


Thomas Gemperle


Ein zu Recht stolzer Verbandspräsident: Nationalrat Ruedi Lustenberger mit Beat Schläppi (rechts) und René Bless.


Er hofft auf Medaillen in Japan: VSSM-Präsident und Nationalrat Ruedi Lustenberger.


Für Ursula Renold ist die Berufbildung eine "Perle".


FRM-Direktor Daniel Vaucher überbrachte die Glückwünsche der welschen Schwesterorganisation.


VSSM-Direktorin Evi Staubli (hier mit den Experten Roger Huwyler und Patrick Bregenzer) freute sich über den reibungslosen Ablauf der Meisterschaften.


Sie werden die Möbelschreiner in Japan repräsentieren: Patrick Bregenzer und Beat Schläppi.


Auf ihen ruhen die Hoffnungen der Bauschreiner: René Bless und Roger Huwyler.


Gemeinsame Freude: Beat Schläppi mit seiner Mutter.

Das Schweizer WM-Team ist komplett

Nach dem Abschluss der Titelkämpfen der Schreiner ist das Schweizer Team für die WM 2007 in Japan komplett. Insgesamt werden im November in Shizuoka 40 Teilnehmende in 38 Disziplinen um Medaillen kämpfen.

Anlageelektriker: Stefan Balsiger, Gerzensee BE
Autolackierer: Marco Petschen, Trun GR
Automechaniker: Philippe Allenbach, Adelboden BE
Bäcker: David Grandjean, Romont FR
Bauschreiner: René Bless, Flums SG
Carrosseriespengler: Luca Monachchon, La Sarraz VD
CNC-Dreher: Thomas Schaber, Gebenstorf AG
CNC-Fräser: Diego Poltera, Tinizong GR
Coiffeuse: Carola Corminbeuf, Avenches VD
Damenschneiderin: Nicole von Ah, Stalden OW
Dekorationsmalerin: Melanie Egger, Kerns OW
Drucktechnologin: Claudia Durrer, Niederglatt ZH
Elektroinstallateur: Simon Gisler, Schattdorf UR
Floristin: Sabrina Kradolfer, Donzhausen TG
Gastronomiefachassistentin: Julia Scussel, Untersiggenthal AG
Goldschmied: David Rust, Amriswil TG
Industrieelektroniker: Pascal Loher, Montlingen SG
IT/Software Applikation: David Hostettler, Schinznach Dorf AG
Konditorin-Confiseurin: Manuela Aebischer, Riedstätt BE
Koch: Marco Mehr, Alpnach Dorf OW
Kosmetikerin: Nadine Berger, Bern
Landschaftsgärtner: David Keller, Mettlen TG und Simon Steiger, Märwill TG
Maschinenbau CADD: Marc Stämpfli, Seedorf BE
Maurer: Stefan Brunner, Ganterschwil SG
Mechatroniker: Ciril Stefanini, Winterthur und Adrian Trachsel, Spiez BE
Möbelschreiner: Beat Schläppi, Guttannen BE
Netzwerktechniker: Pascal Meier, Glattbrugg ZH
Plattenleger: Mirko Tschenett, Müstair GR
Polymechaniker: Yves Heller, Pfeffingen BL
Sanitärmonteur: Patrick Huser, Alt St. Johann SG
Schweisser: Reto Gätzi, Urnäsch AR
Spengler: Daniel Keller, Full-Reuenthal AG
Stahlbauschlosser: Michael Schafflützel, Krummenau SG
Steinmetz: Silvio Walker, Wolerau SZ
Stukkateur: Yan Lacher, Oberönz BE
Technischer Modellbauer: Fabian Furrer, Luzern
Web Design: Sascha Grossenbacher, Kernenried BE
Zimmermann: Adrian Wenger, Längenbühl BE

Schweizermeisterschaft der Technischen Modellbauer


Doppelte Freude für Fabian Furrer: Meistertitel und WM-Teilnahme.

Premiere an den diesjährigen Titelkämpfen der Technischen Modellbauer: Nach einem spannenden Fotofinish wurden schliesslich zwei Goldmedaillen vergeben. Der Luzerner Fabian Furrer holte sich zudem die WM-Fahrkarte. 

Erstmals war das Interesse unter den Lehrlinge im dritten und vierten Lehrjahr so gross, dass  die Organisatoren vom Verband Swiss Form gezwungen waren, einen Qualifikationswettkampf durchzuführen. Am Final, der an zwei Tagen im Ausbildungszetrum Opfikon durchgeführt wurde, nahmen fünf Berufsleute teil. Die Aufgabe bestand aus einer aus Einzelteilen bestehenden Baugruppe und der Herstellung eines Ur-Modells mit Schnellgiessharzabguss in Form eines Schweizerkreuzes. Auf dem Modell war ein an der Drehbank hergestelltes Drehteil zu montieren. Alle relevanten Arbeitsprozesse wie Fräsen, Drehen, Schleifen und Arbeiten an der Werkbank kamen zur Anwendung.

Startschwierigkeiten
Chefexperte Rainer Honegger bezeichnete die Aufgabe als „technisch nicht sehr schwierig, zumal mit 15 Arbeitsstunden genügend Zeit zur Verfügung stand“. Umso mehr Wert legte er auf eine präzise und saubere Ausführung. „Nicht so gut wie nötig, sondern so gut wie möglich“ hiess das Motto. Doch bald zeigte sich, dass einige Kandidaten die Aufgabe vom Zeitmanagement her wohl unterschätzt haben. Jedenfalls kamen bald erste Konzentrationsmängel zum Vorschein. Die Folge war, dass zu Beginn einige Teile zweimal angefertigt werden mussten. Doch dann legten die Wettkämpfer an Tempo zu, und auch die Konzentration wurde besser. Dennoch mussten fast alle bis zur letzten Minute hart arbeiten, um dem Werkstück den letzten Schliff zu geben.

Zwei Goldmedaillen vergeben
Die aus Rainer Honegger und Urs Habegger bestehende Jury stellte bei der Auswertung Erstaunliches fest: Die Differenz zwischen den zwei besten Teilnehmern betrug nur winzige 0.075 Prozent. Für die Jury war klar, dass angesichts dieses Resultates zwei Goldmedaillen vergeben werden müssen. Fabian Furrer hatte in einer Beziehung aber dennoch die Nase vorne: Der Minimalvorsprung sicherte ihm die Qualifikation für die Berufs-WM, die im kommenden November in Japan stattfinden wird, nominiert. Der Luzerner nimmt die Sache ernst: Er hat den für den Sommer geplanten Militärdienst verschoben, um noch mehr Berufserfahrung zu gewinnen und Vorbereitungstrainings absolvieren zu können. Dabei wird er von Rainer Honegger betreut, der als „Goldhändchen“ gilt: Die von ihm betreuten Kandidaten schafften es allesamt, den Weltmeistertitel zu holen. Pikantes Detail: Der Co-Meister Boris Widmer hat seine Lehre in Honeggers Firma absolviert und ist dort angestellt…
Die Siegerehrung wird übrigens am kommenden 11. Mai anlässlich der Generalversammlung von Swiss Form in Zug vorgenommen.

Rangliste
1. Fabian Furrer, Luzern (Lehrbetrieb: Von Roll casting AG, Emmenbrücke) und Boris Widmer, Wettingen (Honegger forming, Mägenwil AG)
3. Dominic Kammerlander, Amriswill (A. Stebler AG, Egnach)
4. (in alphabetischer Reihenfolge): Kevin Hediger, Klingnau AG (Keller Modell- und Formenbau AG, Kirchdorf AG); Daniel Lochbihler Holderbank AG (Ingold AG, Olten)


Sie waren echte Spitze (v.l.): Fabian Furrer, Boris Widmer und Dominic Kammerlander. UNten mit den Experten (v.l.) Voithinga, Stebler und Honegger.


Dieses Werkstück mussten die fünf Finalisten innerhalb von 15 Stunden anfertigen.