19. Februar 2007
Die grafische Branche setzt voll auf die Karte Frau: Claudia Derrer, Drucktechnologin aus Niederglatt ZH, vertritt an der kommenden Berufs-WM in Japan die Schweiz in der Sparte Druck.
Claudia Derrer wurde in einem mehrteiligen Auswahlverfahren, das von Viscom Berufsbildung Schweiz bereits für die letzten World Skills erfolgreich angewendet worden ist (Stefan Durrer gewann 2005 in Helsinki die Bronzemedaille!) aus insgesamt 32 Kandidatinnen und Kandidaten von einer dreiköpfigen Expertengruppe bestehend aus Bernhard Lippuner, Präsident BBK Viscom und Druckexprete an den World Skills, Reto Kälin, Leiter Druckzentrum Espace media Group und Mitglied der BBK Viscom sowie Peter Theilkäs, Vizedirektor und Leiter Berufsbildung Viscom, als Schweizer Vertreterin für die kommenden Berufsweltmeisterschaften nominiert.
Grosse Konkurrenz
Zum Auswahlverfahren eingeladen wurden 32 Drucktechnolog/innen die an den Lehrabschlussprüfungen 2005 und 2006 eine Gesamtnote von 5.3 oder höher erzielten. Zur ersten Infoveranstaltung, wo den Kandidat/innen nebst der Orientierung, was sie zu erwarten haben, schon recht auf den (mentallen und psychischen) Zahn gefühlt wurde, erschienen acht junge, best ausgewiesene Berufsleute. Sechs von ihnen stellten sich dann dem nächsten entscheidenden Schritt, aus dem schliesslich Claudia Derrer als glückliche aber verdiente Siegerin hervorging. Sie wird als eine der 11 Teilnehmer/innen am Print-Wettbewerb alles unternehmen, um das Resultat von Stefan Durrer zu erreichen oder gar zu verbessern.
Im nachfolgenden Interview beantwortet Claudia Derrer einige Frage zu ihrem WM-Abenteuer.
Frau Derrer, was ist Ihnen durch den Kopf gegangen, als Sie die Nachricht erhielten, dass Sie als Teilnehmerin für die Schweiz in der Sparte Druck für die World Skills in Japan nominiert worden sind?
Wow…..sprachlos.....riesiges Kribbeln im Bauch und ungeheure Freude. An den Rest kann ich mich nicht mehr erinnern…
Wie gedenken Sie sich nun auf dieses Grossereignis vorzubereiten?
Ein bisschen Japanisch lernen. Zudem habe ich das Glück, täglich an einer SM 52 zu arbeiten, einer Druckmaschine, die auch an der WM eingesetzt wird. Zudem werde ich von meinem Arbeitgeber und Druckteam tatkräftig mit Tipps unterstützt und beraten.
Unser letzter Teilnehmer hat in Helsinki unter sieben Teilnehmenden die Bronzemedaille abgeholt. In Japan wird die Konkurrenz mit elf Kandidatinnen und Kandidaten um einiges grösser sein. Welche Platzierung streben Sie an?
Mein Motto bei der Bewerbung lautete „Aller guten Dinge sind drei" und meine Motivation „Derrer kommt vor Durrer“. Ich werde mein Bestes geben, um unseren Berufsstand international würdig zu vertreten.
Das heisst, Sie streben mindestens Rang zwei an. Dies wäre natürlich beste Werbung für das Berufsbild. Sie sind als Drucktechnologin tätig. Was fasziniert Sie an Ihrem Job?
Logisches Denken, Selbstständigkeit und Verantwortungsbewusstsein, Abwechslungsreich durch die Vielfältigkeit der Aufträge, handwerkliches Geschick und den Umgang mit Maschinen.
Wie würden Sie Schülerinnen und Schülern den Drucktechnologenberuf erläutern und schmackhaft machen?
Einige Eigenschaften die man mitbringen sollte habe ich bereits erwähnt. Unter anderem gehören auch Flexibilität und Bereitschaft zur Schichtarbeit, exaktes Arbeiten dazu. Nebenbei sollte man sich auch vor körperlichen Arbeiten nicht scheuen.
Welches sind Ihre nahen und mittleren beruflichen Ziele?
Mein Wissen in der Ausrüsterei zu optimieren und die Höhere Fachschule für Technik und Management der Grafischen Industrie Zürich in zweieinhalb Jahren erfolgreich abzuschliessen.
Steckbrief von Claudia Derrer:
Geboren am 21. August 1986 in Zürich. Ledig, eine jüngere Schwester.
Sekundarschule in Niederglatt , Lehre zuerst als Siebdruckerin, dann Ausbildung zur Drucktechnologin. Seit 1. Dezember 2006 als Drucktechnologin bei bm druck ag in Winkel angestellt. Hobbies: Schwimmen, Snowboarden, Krafttraining. Sie ist aktive Laientheaterspielerin des Dramatischen Vereins in Niederglatt
Sie setzt sich hohe Ziele: Claudia Derrer will an der WM in Japan mindestens Silber holen.