Weltmeisterin Monika Zbinden hat nach Zürich gewechselt

Monika Zbinden, Service- Berufsweltmeisterin 2003 und Restaurationsleiterin FA, hat als Gastgeberin die Verantwortung im bekannten Quartiertreffpunkt „Zum alten Löwen“ in Zürich-Oberstrass übernommen. Vorher arbeitete sie in der „Chesa Pirani“ von Ingrid und Daniel Buman in La Punt, das vom Guide bleu mit der Auszeichnung "Gastgeberteam 2006" geehrt wurde. Seit Herbst 2006 gehört die 25-Jährige auch zum Leitungsteam des Schweizerischen Berufsverbandes Restauration; sie amtet auch als Jurymitglied bei Berufswettbewerben. …


Eine Weltmeisterin als Gastgeberin: Monika Zbinden.

Druckerin Claudia Derrer fährt an die WM in Japan

Die grafische Branche setzt voll auf die Karte Frau: Claudia Derrer, Drucktechnologin aus Niederglatt ZH, vertritt an der kommenden Berufs-WM in Japan die Schweiz in der Sparte Druck.

Claudia Derrer wurde in einem mehrteiligen Auswahlverfahren, das von Viscom Berufsbildung Schweiz bereits für die letzten World Skills erfolgreich angewendet worden ist (Stefan Durrer gewann 2005 in Helsinki die Bronzemedaille!) aus insgesamt 32 Kandidatinnen und Kandidaten von einer dreiköpfigen Expertengruppe bestehend aus Bernhard Lippuner, Präsident BBK Viscom und Druckexprete an den World Skills, Reto Kälin, Leiter Druckzentrum Espace media Group und Mitglied der BBK Viscom sowie Peter Theilkäs, Vizedirektor und Leiter Berufsbildung Viscom, als Schweizer Vertreterin für die kommenden Berufsweltmeisterschaften nominiert.

Grosse Konkurrenz
Zum Auswahlverfahren eingeladen wurden 32 Drucktechnolog/innen die an den Lehrabschlussprüfungen 2005 und 2006 eine Gesamtnote von 5.3 oder höher erzielten. Zur ersten Infoveranstaltung, wo den Kandidat/innen nebst der Orientierung, was sie zu erwarten haben, schon recht auf den (mentallen und psychischen) Zahn gefühlt wurde, erschienen acht junge, best ausgewiesene Berufsleute. Sechs von ihnen stellten sich dann dem nächsten entscheidenden Schritt, aus dem schliesslich Claudia Derrer als glückliche aber verdiente Siegerin hervorging. Sie wird als eine der 11 Teilnehmer/innen am Print-Wettbewerb alles unternehmen, um das Resultat von Stefan Durrer zu erreichen oder gar zu verbessern.

Im nachfolgenden Interview beantwortet Claudia Derrer einige Frage zu ihrem WM-Abenteuer.

Frau Derrer, was ist Ihnen durch den Kopf gegangen, als Sie die Nachricht erhielten, dass Sie als Teilnehmerin für die Schweiz in der Sparte Druck für die World Skills in Japan nominiert worden sind?
Wow…..sprachlos.....riesiges Kribbeln im Bauch und ungeheure Freude. An den Rest kann ich mich nicht mehr erinnern…

Wie gedenken Sie sich nun auf dieses Grossereignis vorzubereiten?
Ein bisschen Japanisch lernen. Zudem habe ich das Glück, täglich an einer SM 52 zu arbeiten, einer Druckmaschine, die auch an der WM eingesetzt wird. Zudem werde ich von meinem Arbeitgeber und Druckteam tatkräftig mit Tipps unterstützt und beraten.

Unser letzter Teilnehmer hat in Helsinki unter sieben Teilnehmenden die Bronzemedaille abgeholt. In Japan wird die Konkurrenz mit elf Kandidatinnen und Kandidaten um einiges grösser sein. Welche Platzierung streben Sie an?
Mein Motto bei der Bewerbung lautete „Aller guten Dinge sind drei" und meine Motivation „Derrer kommt vor Durrer“. Ich werde mein Bestes geben, um unseren Berufsstand international würdig zu vertreten.

Das heisst, Sie streben mindestens Rang zwei an. Dies wäre natürlich beste Werbung für das Berufsbild. Sie sind als Drucktechnologin tätig. Was fasziniert Sie an Ihrem Job?
Logisches Denken, Selbstständigkeit und Verantwortungsbewusstsein, Abwechslungsreich durch die Vielfältigkeit der Aufträge, handwerkliches Geschick und den Umgang mit Maschinen.

Wie würden Sie Schülerinnen und Schülern den Drucktechnologenberuf erläutern und schmackhaft machen?
Einige Eigenschaften die man mitbringen sollte habe ich bereits erwähnt. Unter anderem gehören auch Flexibilität und Bereitschaft zur Schichtarbeit, exaktes Arbeiten dazu. Nebenbei sollte man sich auch vor körperlichen Arbeiten nicht scheuen.

Welches sind Ihre nahen und mittleren beruflichen Ziele?
Mein Wissen in der Ausrüsterei zu optimieren und die Höhere Fachschule für Technik und Management der Grafischen Industrie Zürich in zweieinhalb Jahren erfolgreich abzuschliessen.

Steckbrief von Claudia Derrer:
Geboren am 21. August 1986 in Zürich. Ledig, eine jüngere Schwester.
Sekundarschule in Niederglatt , Lehre zuerst als Siebdruckerin, dann Ausbildung zur Drucktechnologin. Seit 1. Dezember 2006 als Drucktechnologin bei bm druck ag in Winkel angestellt. Hobbies: Schwimmen, Snowboarden, Krafttraining. Sie ist aktive Laientheaterspielerin des Dramatischen Vereins in Niederglatt


Sie setzt sich hohe Ziele: Claudia Derrer will an der WM in Japan mindestens Silber holen.

Die Swissmem erkor ihre vier WM-Kandidaten

Das anspruchsvolle Auswahlverfahren in den drei MEM-Berufen hat ein Ende gefunden: In einem spannenden Wettkampf in Basel wurden die WM-Fahrkarten vergeben.

Ein Automatiker-Zweierteam, ein Konstrukteur und ein Elektroniker werden die Schweiz an der Berufsweltmeisterschaft 2007 in Shizuoka/Japan vertreten. Wer ins Land der aufgehenden Sonne reisen wollte, musste die letzte Hürde bezwingen und an der Endausscheidung als Sieger hervorgehen. Die zehn Finalisten holten an den Schweizer Berufsmeisterschaften Medaillen und wurden deshalb für diese Endausscheidung selektioniert. Alle Teilnehmer meisterten die hohen Anforderungen mit Bravour und zeigten ein tolles Engagement. Alle sind hervorragend qualifizierte junge Berufsleute.

Die Tickets nach Japan holten sich:
Automatiker (Zweierteam): Ciril Stefanini, msw-Winterthur, Winterthur, und Adrian Trachsel, Fritz Studer AG, Thun
Elektroniker: Pascal Loher, Zünd Systemtechnik AG, Altstätten
Konstrukteur: Marc Stämpfli, Feintool Technologie AG, Lyss
Bei allen vier handelt es übrigens um amtierende Schweizermeister; sie haben in Basel also die Bestätigung ihrer Siege an den nationalen Meisterschaften geliefert.

Hochstehende Wettbewerbsaufgaben
Das Niveau der Aufgaben in Basel war vergleichbar mit dem, was die jungen Berufsleute am World Skills International in Japan erwartet. In jedem Beruf mussten knifflige Problemlösungen gefunden und realisiert werden. Bei den Automatikern im Bereich Montage und Programmierung von Anlagen, Fehlersuche, Anpassungen sowohl an der Hardware wie an der Software. Die Elektroniker hatten eine Schaltung weiter zu entwickeln, Messungen durchzuführen sowie Fehler auf einer anspruchsvollen Elektronikleiterplatte zu suchen.
Bei den Konstrukteuren wurde das Erstellen von technischen Zeichnungen in 2D- und 3D-CAD-Darstellungen verlangt. Bei allen Berufen mussten die Tätigkeiten unter Zeitdruck ausgeführt und dokumentiert werden.

Anspruchsvolles Vorbereitungsprogramm
Bis zur Berufsweltmeisterschaft in Japan im November 2007 erwartet die Swissmem-Teilnehmer ein anspruchsvolles Vorbereitungsprogramm. Auf Verbandsebene werden drei Vorbereitungstests mit allen drei von Swissmem betreuten Berufen durchgeführt. Während der Vorbereitungsphase werden die Teilnehmer von einem Sportpsychologen begleitet. Zusätzlich dazu werden
sie auf individueller Ebene von Fachexperten (Automatiker: Danny
Gauch und Erich Brun; Elektroniker: Stéphane Balet; Konstrukteur: Heinz Gisi) und ihren Firmenvertretern trainiert und begleitet. An zwei Wochenenden im Frühling 2007 formiert sich dann unter Begleitung eines Teamleaders und einer Psychologin (beide fungieren als Betreuer auch in Japan) das ganze Schweizer Team mit den Teilnehmenden der anderen Verbände.

Das Informatiker-Trio für die WM 2007

Nun ist es offiziell: Die drei Vertreter der Schweizer Informatik für WorldSkills2007, der Berufsweltmeisterschaft in Japan, sind auserkoren. Es handelt sich um David Hostettler (Software Applikationen), Sascha Grossenbacher (Webdesign) und Pascal Meier (Netzwerktechnik).
Schon Ende November letzten Jahres bei den Schweizermeisterschaften der Informatik Berufe haben diese drei ihr Können bewiesen, denn sie haben alle den ersten Platz ihres Berufs erreicht. Für sie beginnt nun eine intensive Trainingszeit, bis sie sich Ende November in Japan mit den Vertretern von 24 Ländern messen können. Auf dem Weg zu diesem Grossereignis werden sie u.a. von Experten des jeweiligen Berufes begleitet und geschult. Patrick Hofer kümert sich um David Hostettler, Manuel Schaffner um Sascha Grossenbacher und Raffaele Stefanelli um Pascal Meier.

Alfred Breu, Gesamtkoordinator Berufsmeisterschaften der Informatik: «Die Vorbereitung kostet zwar Zeit und Geld, ist jedoch eine sehr gute Investition fürs Leben. Welcher Personalchef wird da nicht sofort hellhörig und lädt solche Bewerber unmittelbar zum Gespräch ein! Ist doch klar! WM-Teilnehmer/-innen erleben einen Quantensprung in Fach-, Methoden- und Sozialkompetenz. Nun wünsche ich allen Beteiligten viel Erfolg. Und unserem WM-Team ganz besonders, den wir hoffen auf die erste(n) Medaille(n) der Informatik.»

Pilotversuch im Tessin: Meisterschaften für Kaufleute

Wie lassen sich Schweizermeisterschaften für Kaufleute sicherstellen? So lautete die Frage, denn die Basisausbildung führt in 25 teils total verschiedene Fachrichtungen, In Bellinzona wurde ein Pilotprojekt erfolgreich durchgeführt.

Im Centro di formazione di SIC Ticino, Bellinzona, fanden kürzlich im Rahmen eines Pilotversuchs regionale Meisterschaften für 220
Jugendliche statt, welche sich im zweiten Lehrjahr der kaufmännischen Grundbildung befanden. Die Firma Chicco d’Oro hatte das ganze Projekt in einzigartiger Weise unterstützt. Sie stellte nämlich ihre Unterlagen aus der Buchhaltung, Rechnungen und Korrespondenzen zur Verfügung, um die Testaufgaben so praxisnah wie möglich zu gestalten. Ausserdem verfügte jedes Team über Fax und Telefon, aber auch über einen Drucker, Kopierer und eine komplette EDV-Anlage, denn es galt auch den Mailverkehr sicherzustellen. In einem separaten Büro wurden Aufgaben per Kurier, Fax, Mail oder Telefon eingespeist und Arbeiten letztlich auch bewertet.

Grosses Medieninteresse
Die grossen Tessiner Tageszeitungen, Radio und Fernsehen berichteten umfassend über das Geschehen und Besucher verfolgten die Arbeiten an Ort. Regierungsrat Gabriele Gendotti, Chef des Erziehungsdepartements, liess es sich nicht nehmen, den Jugendlichen in Begleitung von Bildungsverantwortlichen aus den kaufmännischen Berufen sowie Vincenzo Nembrini, Direttore Divisione della formazione professionale, seine Referenz zu erweisen.
Abschliessend wurden im kleinen Kreis die ersten Erfahrungen ausgewertet und nach Möglichkeiten Ausschau gehalten, wie nun der Transfer in Richtung von Schweizermeisterschaften erfolgen könnte. Die Erfahrungen und Gespräche lassen die Vermutung zu, dass schon bald eine erste gesamtschweizerischer Wettbewerb vorbereitet wird, denn die Erfahrungen mit dem Pilotversuch im Kanton Tessin waren nach übereinstimmenden Urteil der Experten in jeder Beziehung positiv und der Erfolg, auch bei Jugendlichen und Lehrbetrieben durchschlagend.

Zufriedene Initiantin
Claudia Sassi von der “Federazione ticinese degli impiegati nel commercio SIC Ticino” war für die Organisation und die Durchführung des Wettbewerbs verantwortlich. Sie zeigte sich in einem Gespräch vom einzigartigen Anlass sehr angetan.
Warum führen Sie den Pilotversuch mit Jugendlichen im zweiten Lehrjahr durch?
Claudia Sassi: Das war volle Absicht. In der Mitte der Ausbildungszeit haben viele Jugendliche ein persönliches Tief zu durchlaufen. Das ist normal, aber mit diesen Meisterschaften wollten wir einen Motivationsschub auslösen. Ich darf feststellen, dass uns das gelungen ist. Die Jugendlichen waren zwar am Abend müde und ausgelaugt, denn wir erwarteten viel an dieser Meisterschaft, aber die spontanen Reaktionen aus den Lehrbetrieben lassen den Schluss zu, dass die Art der Meisterschaft gefallen hat und Begeisterung für den Beruf auslöste.

Wie muss man sich die Prüfungsaufgaben vorstellen?
Wir haben den beruflichen Alltag simuliert. Die Jugendlichen hatten übliche Arbeiten auszuführen, erhielten aber laufend Zusatzaufträge und mussten damit selber abwägen, wo und in welcher Art Prioritäten zu schaffen sind. So kamen zum Beispiel eine Zusatzbestellung für Ware für den folgenden Tag oder eine Reklamation wegen eines falschen Preises mit der Bitte, eine Rechnung neu auszustellen. Gerade weil wir die Realität nachahmten, wurde diese Meisterschaft für alle interessant und schaffte für uns sogar Probleme. Denn in einer Gruppe hatte man eine Bestellung nicht richtig erfasst und deshalb beim entsprechenden Restaurant angefragt, wie viele Kilogramm Kaffee man am folgenden Tag liefern dürfe. Doch in diesem Restaurant hatte naturgemäss niemand eine Ahnung von der virtuellen Bestellung, der Auftrag wurde ja fiktiv über eine Informationszentrale eingespeist.

Sie haben 220 Jugendliche in zehn Tagen geprüft. Wie war das möglich?
Die Meisterschaft wurde parallel zum überbetrieblichen Kurs durchgeführt. Damit ging vorerst einmal im Lehrbetrieb keine Ausbildungszeit verloren und der Kurs wurde für die Teilnehmende viel attraktiver. Wir bildeten Gruppen zu vier Jugendlichen, denn die Aufgaben sollten im Team gelöst werden Wir konnten am Schluss also keine einzelne Person als Sieger feiern sondern die beste Gruppe. Teamarbeit ist im beruflichen Alltag wichtig und deshalb bot sich schon zu Beginn der Meisterschaft eine zentrale Aufgabe: die Arbeitsteilung in der Gruppe.



Die Vierergruppen hatten Aufgaben zu erledigen, die im Büroalltag vorkommen: Rechnungen schreiben, Auslieferung von Bestellungen vornehmen und Reklamationen erledigen.


Erfolgreich Neuland betreten: Claudia Sassi hat mit einem Team von engagierten Ausbildern die Meisterschaften bis ins Detail praxisnah vorbereitet und durchgeführt.

Silber und WM-Fahrkarte für Philippe Allenbach

Ein grossen Erfolg konnte die Schweiz am diesjährigen Euro-Cup der jungen Automechaniker in St. Pölten (Österreich) verbuchen: Der Adelbodner Philippe Allenbach belegte hinter dem Österreicher Markus Renz den hervorragenden zweiten Platz. Dritter wurde der Deutsche Thomas Holzmann. Die beiden weiteren Teilnehmer aus der Schweiz, Daniel Justiniano (Monthey) und Raphael Huber (Schinznach-Dorf), belegten die Ränge vier und acht. Philippe Allenbach hat sich mit seinem Wettkampf für die Berufsweltmeisterschaften qualifiziert, die im November 2007 in Japan stattfinden. An den Schweizer Meisterschaften 2006 wurde der Berner Oberländer hinter Daniel Justiniano „nur“ Zweiter, Raphael Huber holte damals Bronze. Die drei Schweizer Automechaniker massen sich mit den besten jungen Automechanikern aus Deutschland, Österreich, Italien und Luxemburg.

Der Euro-Cup wird jedes zweite Jahr ausgetragen. Die teilnehmenden Länder wechseln sich bei der Durchführung ab. Für die Bewertung ausschlaggebende Kriterien sind das technische Fachwissen, exaktes Arbeiten, aber auch Belastbarkeit sowie gute Englischkenntnisse. Jeweils ein Kandidat pro Berufskategorie und Land wird an der Internationalen Berufsweltmeisterschaft (WorldSkills) zugelassen.


Sie dominierten den diesjährigen Euro-Cup: Sieger Markus Renz (links) und Philippe Allenbach.

Historischer Schweizer Erfolg am Bocuse d'Or 2007


Endlich gelang der Schweiz der Spung aufs Podest - dank Franck Giovannini und Chrystel Cattin.

Franck Giovannini und seine Commis Chrystel Cattin erreichen in Lyon den dritten Rang des Bocuse d’ Or. Zum ersten Mal in der Geschichte des Wettbewerbs steht damit ein Schweizer auf dem Podest.

Der Bocuse d’Or ist tatsächlich eine Weltmeisterschaft der Köche. Nicht nur, weil 24 Köche aus ebenso vielen Nationen teilnehmen. In der Arena – gekocht und bewertet wird vor Publikum – geht es auch zu wie an einer Fussball-WM: Da wird gejohlt, gejubelt, getrötet – und mittendrin die Schweizer Fans mit ihren Kuhglocken. Es ist ein wahrer Hexenkessel. Unvorstellbar, dass es möglich ist, in so einem Umfeld konzentriert zu kochen. «Die Fans und der Lärm haben mich beflügelt», meinte Franck Giovannini im Nachhinein. Immerhin ist er Dritter geworden, im wohl bedeutendsten Kochwettbewerb weitum. Zum ersten Mal in der 20-jährigen Geschichte des Bocuse d’Or steht ein Schweizer auf dem Siegertreppchen. Sieger ist – wie schon fast üblich – Frankreich, Dänemark hat sich auf den zweiten Platz gekocht.

Niveau sehr hoch
Mit der einmaligen Leistung Giovanninis und seiner Commis Chrystel Cattin sind alle mehr als zufrieden. Auch wenn Giovanninis Patron und Jurymitglied Philippe Rochat ihn gerne als Sieger gesehen hätte, meint er: «Das ist ein Super-Resultat für die Schweiz und für die Gastronomie in diesem Land. Das Niveau in diesem Jahr war ausserordentlich hoch. Dritter zu werden ist bei einem solchen Wettbwerb wie Erster zu werden.» Auch Armin Fuchs, der Coach Giovanninis und Cattins, zeigt sich zufrieden: «Das ist ein Meilenstein für die Schweiz, darauf darf man schon stolz sein. Zuerst war ich ein klein wenig enttäuscht, aber im Nachhinein muss ich sagen, der Dritte Platz ist ein riesiger Erfolg.»

«Wollte unbedingt Medaille»
Giovannini selber ist «sehr zufrieden» und meint: «Es war ein guter Tag, ich werde ihn wohl nie vergessen. Für mich ist das Wichtigste die Medaille, denn das war es, was wir wollten.» Seine Commis Chrystel Cattin erinnert sich an zwei Jahre hartes Training, «dafür ist das schon ein Super-Erfolg». Freizeit scheint es für beide jedoch nun nicht viel mehr zu geben. Cattin: «Ob ich jetzt ein paar Tage frei habe... da muss ich erst mit dem Chef sprechen.» Und Giovannini meint zu freien Tagen lakonisch: «Wir werden sehen.»
Begeistert zeigt sich auch Patrick Bucher, der letzte Schweizer Teilnehmer am Bocuse d’Or: «Ich freue mich riesig, ich wusste, dass die Chancen da sind. Wenn man weiss, was dieser Wettbewerb bedeutet und wie schwer das alles ist, dann ist das Resultat umso grandioser.»

Ansehen der Schweizer Köche steigt
Ein Erfolg ist der dritte Platz aber nicht nur für die Branche insgesamt und für das Ansehen der Schweizer Köche international. Auch Kadi, welche die Vorausscheidung «der Goldene Koch» zusammen mit Partnern und Sponsoren ausrichtet, verbucht damit einen Erfolg. CEO Patrick Sievi freut sich besonders: «Ich habe es ja vorausgesagt!» Der dritte Rang stärke das Selbstbewusstsein auch der ganzen Branche, «gute Köche sollen vermehrt an sich glauben». Und er versichert, auch wenn man noch einige Sponsoren und Partner suchen müsse, «der Goldene Koch 2008» werde garantiert durchgeführt: «Wir machen weiter, aber wir wären froh, wenn auch neue Partner beitragen würden, das verteilt die Last und schliesslich profitiert die ganze Branche von einem solchen Anlass.» Für die Köche im Land sei die Messlatte nun allerdings hoch, aber «einen dritten Platz kann man noch toppen».

Neue europäische Ausscheidung
Auch wenn der Bocuse d’Or den gewohnten Rahmen von Kochwettbewerben sprengt, er dürfte das Bild des Gastgewerbes international positiv beeinflussen. Über 1000 aus aller Welt angereiste Fans und ein riesiges Medieninteresse sorgen dafür; am Finale waren etwa 300 Journalisten anwesend – eine Beachtung auch von Publikumsmedien, die Kochwettbewerbe sonst selten finden. Wohl auch deshalb wird ab nächstem Jahr ein zusätzlicher Bocuse d’Or als Europameisterschaft durchgeführt, erstaunlicherweise nicht in Frankreich, sondern in Norwegen, am 1. und 2. Juli 2008. Damit will man den Wettbewerb in einer kleineren Variante neuen Ländern öffnen, die bisher nicht teilnehmen konnten. Alle zwei Jahre, im Wechsel mit dem ursprünglichen Bocuse d’Or, soll die europäische Ausscheidung nun als Wanderwettbewerb in verschiedenen Ländern stattfinden. Die ersten sechs Platzierten werden automatisch am Bocuse d’Or in Lyon 2009 teilnehmen. Ein riesiges Medien- und Publikumsinteresse dürfte auch diesem Wettbewerb gewiss sein.