WM-Silber für junges Schweizer Bäckerteam


Das schweizerische Bäcker-Konditor-Gewerbe hat auf internationaler Ebene erneut brilliert. Nach drei aufeinanderfolgenden Europameister-Titeln bestätigte es sein immenses Können auf Weltniveau. Das aus der erst 20-jährigen Nora Jolissaint aus Courfaivre (JU) und dem 24-jährigen Christophe Ackermann aus Grandson (VD) zusammengesetzte welsche Team hat in Lyon an der erstmals ausgetragenen „Mondial du Pain“ den zweiten Platz errungen. Einen grossen Anteil an diesem Erfolg hat sicherlich auch der Coach Bernhard Aebersold (Murten). Am Wettkampf nahmen insgesamt zwölf Teams teil. Der Sieg ging an Italien, Frankreich wurde Dritter.


Christine Jolissant, Christophe Ackerman und Coach Bernhard
Aebersold (hinten) präsentieren ihr Schaustück und ihre Produkte.


5. Schweizermeisterschaft der Elektro-Installateure


Sie schafften den Sprung aufs Podest (v.l.): Martin Conrad, Stefan Balsiger und Simon Gisler.

Der Berner Stefan Balsiger und der Urner Simon Gisler werden die Schweizer Elektro-Installateure bei der Berufsweltmeisterschaft in Japan vertreten. Der Bündner Martin Conrad reist 2008 an die EM nach Frankfurt.

Die 5. Schweizermeisterschaft im Elektro-Installationsgewerbe fand Mitte Januar in Horw statt. 22 junge Berufsleute aus allen Landesteilen sowie aus Liechtenstein und aus dem Südtirol massen sich im Elektroausbildungszentrum des Verbands Schweizerischer Elektro-Installationsfirmen (VSEI). Sie hatten sich in regionalen Vorselektionen für die Teilnahme an der Schweizermeisterschaft (SM) qualifiziert.
In der Schweiz gibt es den Beruf des Elektroinstallateurs. Der „Stromer“ befasst sich mit allen Arbeiten rund ums Thema Strom. Auf internationaler Ebene aber wird zwischen zwei verschiedenen Berufen unterschieden: Der Elektro-Installateur (Commercial Wiring, „Beruf 18“) beschäftigt sich mit Hausanlagen, während sich der Industrie-Elektriker (Industrial Wiring, Anlagen-Elektrik, „Beruf 19“) schwergewichtig Steuerungen und Programmierung von industriellen Anlagen annimmt.
Schwierige Aufgabe, hoher Zeitdruck
Die Aufgabe, der sich die jungen Elektroinstallateure über 23 Stunden innert dreier Tage zu stellen hatten, bezog sich auf den Industriebereich. Realisiert werden sollten eine Gebindetransportanlage, eine Lichtanlage und eine Lüftungsanlage. Funktionsbeschrieb, Schema, Material- und Werkzeuglisten wurden den Kandidaten zum Voraus abgegeben, doch „die Arbeit war nicht einfach“, wie Chefexperte Andreas Rüegg gegenüber der SGZ sagte. Für die Masse galt eine Toleranz von plus/minus zwei Millimetern, beim Schaltkasten wurde noch ein Millimeter Abweichung toleriert. Eine solche Präzision musste unter äusserst hohem Zeitdruck erreicht werden, was die Aufgaben zusätzlich erschwerte.
„Dank der strengen Vorselektion war das Niveau der Kandidaten generell sehr hoch“, lobte Rüegg, der auch als internationaler Experte amtet. Gegenüber der Zeit vor fünf oder zehn Jahren sei das Leistungslevel „viel höher“ und die Teilnehmer „viel besser trainiert“. Rüegg vergass auch nicht die Sponsoren der SM zu erwähnen – Hauptsponsor ist Siemens Schweiz AG –, die mit ihrem Engagement den Materialverbrauch von ca. 120°000 Franken an der SM erst möglich machten.

Zweimal Japan, einmal Frankfurt
Während der dreitägigen Titelkämpfe kümmerten sich in Horw fünf Experten um die 22 Kandidaten, das Evaluieren der Arbeiten nahm gar 19 Exper-ten in Anspruch. „Wir wollten eine aussagekräftige Rangliste und machten uns die Arbeit nicht leicht“, gab Rüegg zu Protokoll. Zirka 500 Bewertungspunkte in neun Teilgebieten wurden denn auch in Betracht gezogen.
Die drei besten der 22 Kandidaten waren schliesslich Stefan Balsiger aus Gerzensee/BE (87,27 Punkte), Simon Gisler aus Schattdorf/UR (86,89) und Martin Conrad aus Summaprada/GR (84,54). Der drittplatzierte Conrad wird die Schweiz an der Europameisterschaft der Elektroinstallateure 2008 in Frankfurt vertreten. Balsiger und Gisler reisen schon im November 2007 an die Berufs-Weltmeisterschaften in Japan. Gisler – er reiste sofort nach der Rangverkündigung in Horw in die Ferien ab – wird dort im Beruf 18 (Elektro-Installateur) antreten, Balsiger wird sich im Bereich Anlagen-Elektrik (Beruf 19) mit den weltweit besten jungen Fachkräften messen.
In sechs Trainingslagern à je drei Tage werden sich Balsiger und Gisler auf „Japan“ vorbereiten. Siemens Schweiz bezahlt dabei jedem eine Ausbildung im Bereich Steuerungen im Wert von rund 6000 Franken und richtet für sie während ihres Trainings einen direkten Draht zu ihren Spezialisten ein.

Problem Tempo„Ich habe mich nicht zu den Favoriten gezählt“, sagte Goldmedaillen-Gewinner Stefan Balsiger nach der Siegerehrung. Zwar hätten bei ihm die Masse und Gehrungen gestimmt, das Steuerungsprogramm funktioniert und auch die Sauberkeit seiner Arbeit sei gut bewertet worden. Doch seiner Meinung nach habe es ihm ein wenig an Tempo gefehlt: „Die Zeit war mein grösster Feind.“ In den kommenden Trainingslagern will Balsiger nun Arbeitsabläufe, Effizienz und Tempo optimieren.
„Stefan ist ein grosser ‚Chrampfer’ und hat den Willen zum Erfolg“, sagt Balsigers Chef Walter Schäfer von der gleichnamigen Elektrounterneh-mung in Niederhünigen. Schäfer, der im Jahr 1970 an der „Stromer“-SM in Bern den zweiten Platz erreichte (auch damals reiste der Sieger übrigens an die WM nach Japan), wird seinen ehemaligen Lehrling „nach unseren Möglichkeiten unterstützen“. Denn „Stefan ist ‚Stromer’ mit Leib und Seele“, er habe über die vergangenen Weihnachts- und Neujahrstage „enorm viel seiner Freizeit geopfert, um den nun erreichten Erfolg zu realisieren.“
Walter Schäfer kennt die Faszination des Themas Strom bei seinem Mitarbeiter Balsiger seit langem: Stefan war noch ein Kleinkind, als Schäfers Firma im Haus seiner Eltern Installationen ausführten. „Stefan wollte schon in der 7. Klasse einen Lehrvertrag und liess dann nicht locker, bis er den im Sack hatte“, sagt der ehemalige Lehrmeister. Diese seine Begeisterung – oder sollte man es fast schon Besessenheit nennen? – wird Stefan Balsiger bestimmt auch bei seiner Vorbereitung auf die WM in Japan zugute kommen.


Die Rangliste

1. Balsiger Stefan, Gerzensee BE, Lehrfirma: Elektro Schäfer, Nie-derhünigen
2. Gisler Simon, Schattdorf UR, E-lektro Nauer AG, Schattdorf
3. Conrad Martin, Summaprada GR, elektro banzer ag, Thusis
4. Strehler Patrick, Guntershausen TG, EW Aadorf, Aadorf
5. Kalbermatten Fabian, Glis VS, Atel Gebäudetechnik, Brig-Glis
6. Hartmann Reto, Bretzwil BL, Elektro Degen AG, Bubendorf
7. Christen Michael, Wichtrach BE, Baumann Elektro, Münsingen
8. Bucher Thomas, Reiden LU, CKW Conex AG, Reiden
9. Solliard Joël, Savièse VS, Riva-Marquis-Nichlas SA, Sion
10. Linder Franz, Uebeschi BE, Elektro und Telefonbau AG, Thun
11. Engl Andreas, Südtirol
12. Guedes Saavedra Tiago, Bellinzona TI, Atel Impianti SA, Bellinzona
13. Chassot Philippe, Romont FR, Connect Groupe E, Romont
14. Eglin Benjamin, Ennetbaden AG, Paul Hitz AG,
15. Arnold Manfred, Attinghausen UR, Elektro AGZ, Altdorf
16. Fasnacht Martin, Zweidlen ZH, Meier AG, Bülach
17. Gasser Irfan, Zürich, Etavis Installationen AG, Zürich
18. Cippà Christian, Bellinzona TI, Instalux SA, Bellinzona
19. Heusser Micha, Seegräben ZH, Huber + Suhner, Pfäffikon
20. Cuenin Yann, Saint-Martin VS, Grettaz François, Mase
21. Beck Roger, Triesen FL, Ospelt Elektro Telecom, Vaduz
22. Fasching Daniel, Triesen FL, Liechtensteinische Kraftwerke, Schaan


Aufatmen nach drei harten Wettbewerbstagen: Die 22 Kandidaten versammelten sich zum Erinnerungsfoto.


Junge Spitzenleute und ihre Betreuer (v.l.): Andreas Rüegg (Chefexperte), Martin Conrad (Bronze), Alfons Meier (Zentralpräsident VSEI), Stefan Balsiger (Gold) und André Röthlin (Experte).


Stefan Balsiger


Roger Beck



Thomas Bucher


Philippe Chassot


Michael Christen


Christian Cippà


Martin Conrad


Yann Cuenin


Benjamin Eglin


Andreas Engl


Daniel Fasching


Martin Fasnacht

Irfan Gasser


Simon Gisler


Tiago Guedes Saavedra


Reto Hartmann


Micha Heusser


Fabian Kalbermatten


Franz Linder


Joël Solliard


Patrick Strehler