Schweizermeisterschaft der Plattenleger 2006


Sie sind 2006 die besten Plattenleger der Schweiz (v.l.): Severin Gubler, Mirco Tschenett und Christoph Steiner.


Mirco Tschenett aus Müstair heisst der Sieger der diesjährigen Schweizermeisterschaft der Plattenleger. Der 19-jährige Rätoromane setzte sich in einem hochklassigen Wettbewerb klar durch.

Der Schweizerische Plattenverband führte die Titelkämpfe auch dieses Jahr in seinem Bildungszentrum in Dagmersellen durch. Dabei handelte es ich keineswegs um eine geschlossene Veranstaltung – es kamen laufen fachkundige Besucher und auch mehrere Schulklassen schauten sich die Wettkämpfe interessiert an. Bestritten wurden diese von zehn jungen Berufsleuten aus allen Landesteilen.

Komplizierte Aufgabe
Die beiden Experten Roger Dähler und Hans Zimmerli stellten die Teilnehmer vor eine knifflige Aufgabe: Innerhalb von nur 16 Stunden mussten sie eine recht komplizierte Mosaik zum Thema „Japan grüsst die Schweiz“ sowie einen Boden in „Nass-in-Nass“-Technik erstellen. Sie erhielten einen Monat vor dem Wettkampf die Aufgabe in Form von Perspektive, allerdings ohne Masse. Im Verlauf der Meisterschaft zeigte sich klar, dass mehrere Kandidaten fleissig geübt haben und entsprechend von dieser Vorbereitung profitierte haben. Zu ihnen gehörte auch Mirco Tschenett. Der Bündner arbeitete sehr konzentriert und exakt. Vorab dank seiner Massgenauigkeit holte er sich einen ansehnlichen Vorsprung und gewann schliesslich mit 104.31 Punkten vor Severin Gubler (96,07) und Christoph Steiner (90,67).

„Wie ein Uhrwerk“
Für den Chefexperten Roger Dähler ist er Tschenett der logische Sieger: „Mirco arbeitete wie ein Uhrwerk und gewann absolut verdient. Das ist umso bemerkenswerter, als er zu den jüngsten Teilnehmern gehörte. Er schloss seine Lehre erst 2006 ab, andere hatten ihm also ein ganzes Jahr Berufspraxis vor.“ Allerdings zeigt die Prüfungsnote von 5,6, dass der Müstairer wirklich ein aussergewöhnlicher Berufsmann ist…Den Wettkampf in Dagmersellen hat er jedenfalls genossen: „Ich wollte von Anfang einen vorderen Platz. Dann wurde ich etwas skeptisch, weil der Zeitdruck enorm war. Da fehlte praktisch jeder Spielraum für grössere Korrekturen. Aber offenbar haben alle Fehler gemacht“

„Expedition WM“Mit dem Meistertitel sicherte sich Mirco Tschenett zugleich die Qualifikation für die Berufs-WM, die im kommenden November in japanischem Shizuoka stattfinden wird. Er freut sich auf diese Herausforderung: „Es ist eine einmalige Chance, die ich unbedingt nützen möchte. Ein Platz auf dem Podest ist klar das Ziel.“ Die „Expedition WM“ wird er zusammen mit Roger Dähler absolvieren, der ihn als Coach betreuen und an den Wettkämpfe als Jurymitglied amtieren wird. Der 27-Jährige KMU-Chef aus Weggis weiss, worauf es bei der Vorbereitung ankommt, war er doch 1999 in Montreal selbst dabei (und holte sich trotz einer üblen Handverletzung die Bronzemedaille!). Mit intensiven Trainings wird allerdings erst in Mai begonnen. „Wior werden sicher nicht übertrainieren. Mirco soll sich durch die Vorbereitung möglichst viel Routine aneignen, Schwachpunkte, die verbessert werden müssten, hat er glücklicherweise keine. Und natürlich werden wir die Mentalstärke forcieren“, hält Dähler fest.

Lob vom Präsidenten
Mauro Bazzi, Präsident des des Verbands Schweizerischer Plattenleger-Meister (VSPL) , liesss sich nehmen, als Mitglied der vierköpfigen Jury die Arbeiten des Nachwuchses selbst zu beurteilen. Er zeigte sich vom Niveau des Wettkampfes sehr angetan: „Ich bewundere euch alle für euren Willen, überdurchschnittlich gute Arbeit zu leisten. Bleibt nicht stehen, bildet euch weiter, denn dieser Wettkampf ist erst der Anfang eurer beruflichen Karriere“, meinte der Tessiner anlässlich der Siegerehrung.


Rangliste

1. Mirco Tschenett, Müstair GR, (Lehrbetrieb: Gian Tschenett, Müstair)
2. Severin Gubler, Baar (Frowin Andermatt AG, Baar)
3. Christoph Steiner, Uznach (Othmar Steiner, Uznach)
4. (in alphabetischer Reihenfolge): Daniel Arnold, Steinen SZ (Donauer AG, Küssnacht a. R.); Olivier Coquoz, FR Bossonnens (Gilbert Coquoz, Bossonnens); Daniel Hänni, Spiegel b. Bern (Blatter AG, Bern); Nicolaj Kehrli, Wilen OW (Dillier Feuer + Platten AG, Sarnen); Stefan Lehner, Gränichen (Häusermann Lenzburg AG); Alessandro Martino, Riazzino TI (Cerama AG, Losone);William Protti, Sierre (Christian Protti, Sierre)


Die zehn Kandidaten der diesjährigen Titelkämpfe in Dagmersellen. Frauen haben sich keine angemeldet, obwohl sie heute mehr als fünf Prozent der Lernenden stellen.


Mirco Tschenett


Severin Gubler


Christoph Steiner



Daniel Arnold


Daniel Hänni


Nicolaj Kehrli


Stefan Lehner


Alessandro Martino


William Protti


Die Medaillengewinner mit dem VSPL-Präsidenten Mauro Bazzi (rechts) und dem internationalen Experten Roger Dähler (links).


Sie werden nun das "Abenteuer Japan" gemeinsam in Angriff nehmen: Mirco Tschenett und Roger Dähler vor dem siegreichen Werkstück.

Starkes Gastro-Duo für die Berufs-WM 2007



Hoffnungen für die WM 2007 in Japan: Julia Scussel und Marco Mehr.

Die Servicefachfrau Julia Scussel und der Koch Marco Mehr werden die Schweizer Gastrobranche an den Berufsweltmeisterschaft 2007 im japanischen Shizuoka vertreten.

Julia Scussel holte sich das WM-Ticket in einem spannenden Qualifikationswettkampf im Schulzentrum Hotel & Gastro formation in Weggis. Sie musste gegen die Rheintalerin Barbara Hildebrand antreten, die als klare Favoritin galt, nachdem sie die Ausscheidungskämpfe an der ZAG in Luzern dominiert hatte.

Acht heikle Aufgaben
Die beiden Kandidatinnen hatten in nur fünf Stunden insgesamt acht Aufgaben zu bewältigen, die alle auch zum Programm der Berufs-WM gehören: Erstellen eines Blumengestecks, Aufdeckendes Buffet- und Aperitiftisches, Schneiden von Rauchlachs, Mise en place für die Drinks (Singapore sling und Martiny dry, dekoratives Falten von Servietten, Aufdecken eines Vierer-Tisches für eine viergängiges Menü, Service von Aperitif und Mittagessen für vier Personen sowie Identifizierung von zehn Spirituosen.

Nette Gäste motivierten
Julia Scussel bewies im entscheidenden Moment Nerven und holte sich vor allem in den hoch gewichteten Kriterien wie Auftreten und Gästebetreuung wichtige Punkte. "Ich hatte Supergäste am Tisch, die haben mir jede Angst genommen. Ich habe mit einem Sieg aber nicht gerechnet, weil mir einige dumme Fehler unterliefen. So habe ich den Rotwein erst eingeschenkt, nachdem ich schon den Hauptgang serviert hatte." Die 20-jährige Solothurnerin hat ihre Berufslehre im Hotel Storch in Schönewerd absolviert; gegenwärtig arbeitet sie im Parkhotel in Flims. Die unterlegene Barbara Hildebrand gratulierte spontan der Siegerin. Die 20-jährige Obertoggenburgerin (Lehre im Hotel Alpenrose, Wildhaus; heute in der Eintracht, Oberried) trauerte der WM-Qualifikation ein wenig nach, doch schon bald strahlte sie wieder und erzählte von ihren Plänen für den Besuch der Sommelierschule.

Viel Training nötig
Bei der WM-Vorbereitung wird Julia Scussel vom Coach Roman Monn helfen. Der erfahrene internationale Experte ist zuversichtlich, dass sein Schützling eine gute Leistung erbringen wird: "Der Weg nach Shizuoka ist noch sehr lang, doch mit viel Training kann Julia ein sehr hohes Niveau erreichen." Ähnlicher Meinung waren die drei Jurymitglieder, die allesamt über eine reiche Wettbewerbserfahrung verfügen Monika Zbinden war 2003 Weltmeisterin, Sandra Filter und Martin Erlacher holten sich 2005 bzw. 1999 Ehrendiplome.

Besser als die Schwester?
Julia Scussel weiss übrigens sehr genau, was auf sie in den nächsten Monaten zukommt: Ihre Schwester Flavia hat nämlich an den Berufs-WM 2005 in Helsinki im Wettbewerb der Floristinnen teilgenommen und ein Diplom für hervorragende Leistungen errungen. „Es wäre schön, wenn ich der grossen Schwester etwas vormachen könnte“, lachte die junge Berufsfrau nach der Siegerehrung.

Neuartige Qualifikation
Die beiden Träger der WM-Teilnahme – die Verbände GastroSuisse und hotelleriesuisse – gehen in der Kandidatenselektion neue Wege. Die WM-Teilnehmenden werden aufgrund der Resultate bei den Lehrlingswettbewerben sehr früh ermittelt, damit sie langfristig aufgebaut werden und an mehreren Wettkämpfen vor der WM partizipieren können. Eigentliche Schweizer Meisterschaften wird es deshalb in den nächsten Jahren nicht mehr geben. „Wir haben gesehen, dass an den WM jene Leute am erfolgreichsten sind, die bereits über grosse Wettbewerbserfahrung verfügen“, betonte Roman Monn. Entsprechend weiss man heute schon, wer im Serviceberuf die Schweiz an der WM 2009 vertreten wird: die St. Gallerin Nina Strässle. Die 18-Jährige hat am Ausscheidungswettkampf in Weggis ausser Konkurrenz teilgenommen und sich dabei – so die gestrengen Jurymitglieder – „ganz wacker“ geschlagen

Erfahrener KochkandidatÄhnlich wie Strässle wurde auch der Kandidat im Kochberuf ausgewählt. Für Szenenkenner ist er kein Unbekannter: Marco Mehr ist seit 2005 Mitglied der Juniorennationalmannschaft, die zuletzt mit dem Gewinn der Goldmedaille an der Weltmeisterschaft in Luxemburg Aufsehen erregte. Der 20-Jährige aus dem Obwaldner Ort Alpnach hat seine Lehre im Waldhotel auf dem Bürgenstock gemacht und trat letzte Woche eine neue Stelle bei Jöhri's Talvo in Champfèr an. Der Innerschweizer freut sich auf Japan: "Ich rechne mir gute Chancen aus. Die Wettkämpfe mit der Junioren-Nati sind eine wertvolle Erfahrung, ich habe gelernt, ruhig und voll konzentriert zu arbeiten. Mein Ziel für Shizuoka ist klar – ich will Gold!" Betreut wird Marco Mehr in erster Linie von Kurt Hanselmann. Zusammen mit Julia Scussel wird er intensive Trainings im Weggiser Schulzentrum absolvieren. Für dessen Direktor Max Züst ist klar: "Die beiden sollen unsere Branche würdig repräsentieren können."



Sie machten an der Endausscheidung in Weggis mit (v.l.): Sandra Filter, Monika Zbinden, Julia Scussel, Roman Monn, Barbara Hildebrand, Nina Strässle und Martin Erlacher.


Die netten Gäste nahmen Julia Scussel die anfängliche Nervosität.


Bei der Spirituosendegustation war bei Julia Scussel höchste Konzentration angesagt.


Auch Barbara Hildebrand sorgte liebevoll für ihre Gäste.


NIna Strässle hat noch viel zu lernern, doch sie hat auch bis zur WM 2009 in Calgary noch viel Zeit.


Marco Mehr hat dank seiner Mitwirkung in der Junioren-Nati (er ist dort für die Vorspeisen zuständig) bereits viele Wettkampferfahrungen sammeln können.

Der beste Metallbau-Lehrling der Westschweiz.

Andreas Pfyffer aus Bitsch ist der beste Metallbau-Lehrling der Westschweiz. Der junge Oberwalliser hat die vom Groupement Romand der Schweizerischen Metall-Union (SMU) ausgeschriebene Meisterschaft mit der besten Gesamtnote gewonnen. Pfyffer zeigte sich an der Siegerehrung im Ausbildungszentrum der FVE von Tolochenaz stolz auf seinen Erfolg. Er ist 20jährig und absolvierte seine Lehre bei Stefan Gattlen, Metallbau Gattlen AG in Visp. Seit jeher ist der erfolgreiche Metallbauer fasziniert vom Werkstoff Metall und er blickt nun voller Optimismus in die Zukunft.

Die kantonalen Gewinner:
Freiburg: Jonny Darx, C.M.A Constructeurs Métalliques SA, Fribourg
Genf : Thomas Läser, Olivier Murner SA, Acasias
Jura : Jérémy Maillard, Crevoisier & Rérat sa, Porrentruy
Neuenburg : Mathieu Golay, Serrurerie Romang, Neuchâtel
Waadt: Bastian Loïc, Axial Création SA, Forel

Neuenburger ist bester Schweizer Kochlehrling 2006

Den Poivrier d' Argent, die silberne Pfeffermühle 2006, hatte er schon früher gewonnen. Arnaud Spring von der Croisette in Le Lode holt nun auch den Titel des besten Schweizer Kochlehrlings 2006.

Arnaud Spring, der in der Croisette in Le Locle bei François Berner seine Lehre absolviert, hat seine Laufbahn im Berufszentrum Neuenburg (CPLN) mit der Ausbildung «Lehre Plus» begonnen. Schon damals hat er an verschiedenen Wettbewerben in Frankreich teilgenommen und mal als Dritter, mal als Vierter im Kochen oder Service beendet. In der Schweiz ist ihm aber der Sprung auf den ersten Podestplatz gelungen. Er durfte im März die Silberne Pfeffermühle in Empfang nehmen und wurde damit zum besten Lehrling aus der Westschweiz und dem Tessin gewählt.
Der zweite Streich folgte nun an der Berufsschule von Clarens (VD), wo der 20-Jährige sich schon wieder auszeichnete und das nationale Finale, des durch die Jeunes Restaurateurs d'Europe (JRE) organisierten Wettbewerbes gewann. Was François Berner, seinen Lehrmeister, nicht sonderlich erstaunt: «Seit seinem ersten Lehrjahr habe ich seine Ausstrahlung, seine Charakterstärke und seine Leidenschaft, es im Beruf zu etwas zu bringen, bemerkt. Heute hat er davon profitiert.»


Klassierung des 14. Schweizer Finals
1. Arnaud Spring, Restaurant de la Croisette, Le Locle
2. Gian Durisch, Restaurant Klubhaus Swiss Re Guest Services, Zürich
3. Tanja Flogerzi, Mercure Hôtel/EuropelRestaurant Les Quatre Saisons, Basel
4. Katja Schobinger, Romantik Gasthof Sternen, Kriegsstetten; Janine Moser, Kantonsspital, Aarau; Lars Klossner, VCH Hotel Friedegg, Aeschi b. Spiez; Oskar Schoenenweid, Auberge du Gold, Wallenried;
Heinz Schwery, Speiserestaurant Taverne, Mörel