15. November 2006
6. Tag der Berufsbildung in Genf

Die Bekleidungsgestalterin Stefanie Dragun wurde von Bundesrätin Doris Leuthard besonders geehrt - obwohl sie gar keine Medaille gewonnen hat...
Mit einem würdigen Anlass wurden anlässlich des 6. Tages der Berufsbildung die Schweizermeisterinnen und -meister dieses Jahres geehrt. Bundesrätin Doris Leuthard gratulierte den erfolgreichen Berufsleuten höchstpersönlich.
In ihrem Referat verteilte die Wirtschaftsministerin, in deren Ressort die Berufsbildung fällt, reichlich Streicheleinheiten. Hier eine Kostprobe: „Kein Wertpapier bringt so gute Zinsen wie die Investition in die Jugend. Ein Börsianer würde von einer guten, langfristigen Anlage sprechen. Heute, am Tag der Berufsbildung, sehen wir den Zinsertrag. Und was ich sehe, stimmt mich zuversichtlich. Unsere Jugend ist gut!“
Leuthard erinnerte daran, dass das Schweizer Team an den Berufsweltmeisterschaften 2005 in Helsinki unser Land erfolgreich vertreten und den ersten Platz in der Nationenwertung verteidigt hat. Und sie ist zuversichtlich, dass es auch so bleibt, wie sie den anwesenden Schweizermeisterinnen und -meistern zurief: „An den Schweizer Berufsmeisterschaften 2006 haben viele von Ihnen mit Spitzenresultaten so gut abgeschnitten, dass Sie an den Berufsweltmeisterschaften 2007 in Japan beste Startchancen haben. Darauf bin ich stolz! Und ich wünsche Ihnen schon heute viel Erfolg.“
"Wir sind auf dem richtigen Weg"
Die Wirtschaftsministerin zeigte sich zuversichtlich, dass die Schweiz trotz einiger Probleme auf dem Lehrstellenmarkt in Sachen Berufsbildung auf dem richtigen Weg. Dafür nannte sie drei Gründe:
- Viele Jugendliche finden heute einen Ausbildungsplatz.
- Viele Jugendliche packen auch die Chancen, die ihnen die Berufsbildung eröffnet.
- Viele Unternehmer sehen in der Ausbildung junger Menschen eine Chance; für ihren Betrieb, für ihre Produkte und für den Wirtschaftsstandort Schweiz.
Flammender Appell
Doris Leuthard schloss ihre Ausführungen mit einem flammenden Appell: „Trotz aller Fortschrite – wir sind noch nicht am Ziel! Ich zähle auf Sie alle hier am Tag der Berufsbildung. Und ich spreche die Jugend ganz direkt an: Packt die Chance Berufsbildung, schmeisst die Lehre nicht beim ersten Problem hin, zeigt Einsatz und entwickelt Freude am Beruf.“
Das "grosse Vorbild" Stefanie
Die Wirtschaftsministerin liess es sich nicht nehmen, den Siegerinnen und Siegern der diesjährigen Schweizermeisterschaften persönlich zu gratulieren. Eine besondere Ehrung gab es für die junge Tessiner Stefanie Dragun: Die Bekleidungsgestalterin holte sich den hervorragenden vierten Platz, obwohl ihr wegen eines Geburtfehlers die linke Hand fehlt. Doris Leuthard bezeichnete Stefanie als "grosses Vorbild" - worauf diese die Tränen nicht mehr zurückhalten konnte...
Ein Jahr lang Gratis-Smart
Marc Stämpfli, Schweizermeister im Konstrukteurberuf, war stolz auf die Begegnung mit der sympathischen Bundesrätin. Doch sein Herz schlug eindeutig schneller, als er von einer besondern Ehre hörte, die ihm zukam: Der Seeländer errang seinen Titel mit der höchsten Punktezahl aller diesjährigen Schweizermeister und gewann damit die Debrunner Acifer Trophy. Der Sponsor stellte ihm nun einen hübschen Smart für ein Jahr zur freien Verfügung.
Von Weltmeisterin zur KMU-Frau
Karin Bischof, Weltmeisterin bei den Damenschneiderinnen 1997 in St. Gallen, verriet in einem launischen Gespräch mit Moderator Reto Brennwald („Rundschau“), wie sie ihren Titel errungen hatte („viel Training, Konzentration und klare Zielsetzung“). Sie schilderte auch ihre Anfänge als Unternehmerin. Bischof hat Anfang dieses Jahres in St. Gallen einen eigenen Modesalon eröffnet. „Es hat mich zurück zum Beruf gezogen, und ich wollte unbedingt meine eigene Meisterin sein“, meinte die erfolgreiche KMU-Frau. Die Tatsache, dass sie Weltmeisterin gewesen sei, habe ihr geholfen: "Die Leute wissen es noch, obwohl seither Jahre vergangen sind. Das liegt wohl daran, dass ich den Titel eben in St. Gallen gewonnen habe." Das Publikum konnte übrigens eine ihrer Kreationen live bewundern, ein schlichtes, aber hochelegantes Kleid aus St. Galler Spitze.

Zuversicht und Engagement: Bundesrätin Doris Leuthard kam bei den Jungen sehr gut an.

Gruppenbild mit Bundesrätin: Doris Leuthard sorgte für Meisterehren mit Stil.

Die Bundesrätin gratulierte höchstperönlich jedem einzelnen Schweizermeister. Hier wird Reto Gätzi geehrt, der seinen Titel im Schweisserberuf nur drei Tage zuvor geholt hat.

Karin Bischof, Weltmeisterin 1997, im Talk mit "Runschau"-Moderator Reto Brennwald. In der Mitte eine Kreation der Ostschweizerin, die in St. Gallen einen Couturesalon eröffnet hat.

Ein Jahr lang gratis einen schicken Smart fahren: Ulrich Schiesser, Westschweizer Direktor von Debrunner Acifer, übergibt dem erfolgreichen Konstrukteur Marc Stämpfli den Autoschlüssel.

































