Schweizermeisterschaften der Informatikberufe 2006

An den erstmals öffentlich ausgetragenen drei Schweizermeisterschaften der Informatikbranche holten sich David Hostettler (Software-Applikationen), Sascha Grossenbacher (Webdesign) und Pascal Meier (Netzwerktechnik) die Titel.

In der noch jungen Informatikbranche gibt es noch keine klaren Verbandsstrukturen. Dass es überhaupt Meisterschaften gibt, verdankt der Berufsnachwuchs dem Schweizerischen Verband für
Informatik-Berufsausbildung (SVIB). Dessen Vorstand hat denn auch beschlossen, jedes Jahr Schul- und Schweizermeisterschaften durchzuführen. Laut SVIB- Präsident Hansruedi Küttel sollen bei den Schulmeisterschaften werden Talente entdeckt und später für die Schweizermeisterschaften trainiert. Die Besten haben dann die Ehre, für die Schweiz an den alle zwei Jahre stattfindenden Berufs-Weltmeisterschaften zu kämpfen. Möglicherweise werden auch die Europameisterschaften beschickt.

Wie an einer WM
Für die diesjährigen Titelkämpfe liessen sich die Organisatoren um Alfred Breu etwas Besonderes einfallen. Während vier Tagen massen sich 45 Informatikerinnen und Informatiker, Mediamatiker und eine Handelsschul-Praktikantin in den drei internationalen Berufsdisziplinen Software-Applikationen, Webdesign und Netzwerktechnik an der Berufsmesse Zürich. Das Umfeld war bewusst ausgewählt worden, da diese Veranstaltung gleichzeitig Qualifikationswettbewerb für die Berufs-Weltmeisterschaft war. Diese finden immer in grossen Hallen statt und werden von mindestens 100 000 Zuschauern besucht. Entsprechend war den Teilnehmenden einiges an Stressresistenz abverlangt. Cheforganisator Alfred Breu ortet aber auch Problematisches: „Die Durchführung der Meisterschaften an einer Berufsmesse ist insofern von Interesse, als die Wettbewerbsteilnehmer eben ‚an der Arbeit’ waren. Nur ist das nicht immer einfach kommunizier-und präsentierbar. Ein arbeitender Applikationsentwickler ist halt nicht von einem Journalisten oder einem Sekretär zu unterscheiden alle werken am PC. Der Unterschied ist nur am Bildschirm ablesbar.“

Noch keine Japan-Tickets
Die in Zürich erkorenen Schweizermeister sind übrigens nicht automatisch für die WM 2007 in Japan qualifiziert. Mit den beiden Erstklassierten in jedem Beruf (bei Webdesign sogar mit den ersten drei) und ihren Lehrbetrieben bzw. Arbeitgebern werden Gespräche geführt. Nach einigen Trainings entscheiden dann die Experten, wer das WM-Ticket erhält. Spätesten Ende Januar sollen die letzten Entscheidungen fallen. „Wir wollen optimale Kandidaten, die sich optimal vorbereiten können“, erklärt Alfred Breu.

Software-Applikation
Im Berufsbild Software-Applikation gingen vier Männer und zwei Frauen an den Start. Innerhalb von acht Stunden hatten sie verschiedene Aufgaben zu lösen wie etwa die Erstellung eines Hotelreservationssystems auf Basis Word/Excel/Access, natürlich mit Macros programmiert, oder eines Fahrplans des öffentlichen Dienstes. Abgerundet wurde die Aufgabenstellung mit komplexen Präsentationen mit viel selbsterstellten Bildmaterial. Der internationale Experte Patrik Hofer hatte seine Freude am Wettbewerb. „Sieger David Hostettler holte sich immerhin 101 von 130 möglichen Punkten und auch der Zweitplatzierte Matthias Daube arbeitete sehr gut.“ Goldgewinner David Hostettler zeigte sich von seinem Sieg sehr überrascht: “Ich war sehr motiviert und bin voll rein gegangen. Am Abend ich zwar ein sehr gutes Gefühl, aber normalerweise täuschen solche Gefühle. Ich werde jetzt alles dransetzen, mir die WM-Teilnahme zu sichern.“
Webdesign
Am Wettbewerb der Webdesigner nahmen 24 junge Leute teil. Sie hatten eine recht anforderungsreiche Aufgabe zu bewältigen. Diese bestand aus einem gestalterischen und einem Applikationsentwickler-Teil. Hauptziel war die Gestaltung einer Datenbank-gestützten Webseite mit Online-Shop für eine Schokoladenfabrik. „Die Aufgabe wurde so gestellt, dass alle Komponenten beurteilt werden können. Also Applikationsentwicklung pur, das heisst Design, Gestaltung und Entwicklung“, erläuterte Chefexperte Manuel Schaffner. Während die Teilnehmenden den Bereich Design allesamt gut meisterten, haperte es im bei der Technik. Schaffner: „Hier zeigte sich, dass die Vorkenntnisse sehr unterschiedlich waren.“ Er war insgesamt dennoch zufrieden. „Das Siegertrio lieferte sich einen hervorragenden Wettkampf, und die Entscheidung fiel sehr knapp aus. Wir werden deshalb alle drei prüfen, bevor wir über den WM-Teilnehmer entscheiden.“ Wie hoch das Niveau war, zeigt die Tatsache, dass Sieger Sascha Grossenbacher das Punktemaximum von 234 nur um 18 Zähler verfehlte. „Ich konnte voll konzentriert arbeiten und die Aufgabe machte mir viel Spass“, meinte der Berner, der um die WM-Teilnahme „voll fighten“ möchte. Cédric Dahinden und Marco Hochstrasser wollen aber auch ihre Chancen wahren; „Wir werde das Beste geben.“

Netzwerktechnik
An den Meisterschaften der Netzwerktechniker kamen die Zuschauer besser auf ihre Rechnung: Die stillen Entwickler vor dem PC wurden durch die Systemtechniker abgelöst. Eine grössere „Materialschlacht" prägte das Bild. Nebst Aufgaben wie einen PC zusammensetzen mussten die 16 Teilnehmenden ein Netzwerk mit Windows- und Linux-Server und einem Client aufsetzen. Als Besonders knifflig erwies sich dabei laut Chefexperte Raffaele Stefanelli die Konfiguration der CISCO-Komponente. „Daran sind viele leider gescheitert“, betonte Stefanelli. Ansonsten war er mit dem Niveau recht zufrieden. Allerdings sei noch sehr viel harte Trainingsarbeit nötig, wenn das Ziel für Japan realistisch sein soll: Stefanelli möchte nämlich bei der dritten WM-Teilnahme nach zwei Ehrendiplomen endlich eine Medaille erobern. Man weiss ja, dass die Konkurrenten längstens am Trainieren sind. Die aus Singapur stammende Weltmeisterin von 2005 in Helsinki hat nach dem Wettbewerb zugegeben, dass sie während anderthalb Jahr nichts anderes gemacht als die Wettbewerbsaufgabe einzuüben. Soviel Zeit kann und will Schweizermeister Pascal Meier nicht erübrigen. „Wenn ich gehen darf, werde ich mich sicher gut vorbereiten, fachlich und mental. Ich habe ja im Wettbewerb am Anfang erlebt, dass ich auf Zeitnot und Stress nicht besonders gut reagierte.“
Einen Stress der besonderen Art vor den Titelkämpfen David Kuster aus Bachenbülach. Nur eine Stunde vor Beginn landete sein Flugzeug aus Singapur, wo er im Auftrag seines Arbeitgebers Reichle & De Massari für eine Projekteinführung im Einsatz stand. Trotz Jetlag fuhr er gleich nach der Landung sofort ins Messezentrum und begann die Aufgaben zu lösen. Dass er einen vorderen Platz verpasste, erstaunte angesichts der Reisestrapazen nicht sehr…

Ranglisten

Software-Applikationen
1. David Hostettler (Lehrbetrieb: Kantonales Steueramt Aargau)
2. Mathias Daube, (TBZ Zürich Siemens Schweiz AG)
3. Adria Herzog (Jakob Müller AG)
4. Patrice Singy (Kantonales Steueramt Aargau)
5. Alexandra Dittli (TBZ Zürich Ruf Telematik AG)
6. Tina Resnik (Kantonsschule Enge ZH ZLI Zürich)

Webdesign
1. Sascha Grossenbacher
2. Dahinden Cédric (Ascom/Sunrise,Bern
3. Marco Hochstrasser
4. Patrick Zahnd (BiCT AG;Bern)
5. Daniel Häfliger (TBZ Zürich Heiniger & Partner AG)
5.David Pacassi (BBW Winterthur Ergon Informatik AG)
5. Sandro Ropelato (IMS Büelrain Winterthur)

Netzwerktechnik
1. Pascal Meier (TBZ Zürich Sunrise)
2. Michael Schmid (TBZ Zürich Siemens Schweiz AG)
3. André Brügger (VBS Bern, Galivia GmbH)
4. Pascal Kaufmann (Bildungszentrum Uster Uster Technologies AG)
4. Raffael Schmid (BBW Winterthur Yup.ch GmbH)


Die besten Applikateure (v.l.): David Hostettler (1.), Adrian Herzog (3.) und Mathias Daube (2.)


Die besten Webdesigner (v.l.): Marco Hochstrasser (3.), Cédric Dahinden (2.) und Sascha Grossenbacher (1.).


Die besten Netzwerktechniker und ihr Experte (v.l): Raffaele Stefanelli, Pascal Meier (1.), Michael Schmid und André Brügger.


Die beiden internqationalen Experten werden die WM-Kandidaten coachen und nach Japan begleiten: Raffaele Stefanelli (l.) und Manuel Schaffner.


Sein Verband für alljährlich Schüler- und Schweeizermeisterschaft durch: Hansueli Küttel, Präsident des Schweizerischen Verbandes für
Informatik-Berufsausbildung.



Er war der erfolgreiche Cheforganisator des diesjährigen Titelkämpfe: Alfred Breu.


Rico Cioccarelli, Technischer Delegierte der Schweizer WM-Delegation, berichtete an der Siegerehrung über das "Abenteuer Japan 2007".


Die Eltern des besten Applikateurs, David Hostettler, freute sich über den Erfolg ihres Sohnes.

Schweizermeisterschaft im Bäcker-Konditor-Beruf 2006

David Grosjean (Produktion) und Stefanie Gmünder (Verkauf) heissen der Sieger und die Siegerin der diesjährigen Titelkämpfe der Bäcker-Konditor-Branche in der Luzerner Fachschule Richemont.

Ein Dutzend lange Jahre hat es gedauert, bis wieder einmal ein Romand zu Titelehren kam. „Der Erfolg von David Grosjean ist für den Wettbewerb kurz- und mittelfristig sehr wichtig. Die Romands werden daran erinnert, dass sie durchaus Chancen auf den Meistertitel haben“, freute sich Kaspar Sutter, Präsident des Schweizerischen Bäcker-Konditorenmeister-Verbandes (SBKV) nach der Siegerehrung. Der frischgebackene Schweizermeister aus dem freiburgischen Romont strahlte: „Das ist schon cool, zumal von den 22 Teilnehmenden nur zwei aus der Westschweiz kamen.“

Kreativität besser als Ausführung
Zu verdanken hat David Grosjean den Sieg in erster Linie seiner Ausgeglichenheit. „Er hat sehr regelmässig gearbeitet und leisteten sich keine grossen Fehler“, meinte SBKV-Ausbildungschef Peter Galli zum Ausgang des Wettbewerbs. Dieser wurde im Rahmen des traditionellen Ausbildungsevents des Verbandes in Räumen der „Bäckeruniversität“, der Bäckereifachschule Richemont in Luzern, ausgetragen. Bei weitem nicht allen Teilnehmenden erging es wie dem Sieger. Galli ortete allerlei Schwächen in den Grundtechniken. „Insgesamt lässt sich sagen, dass das hohe Niveau der beiden Vorjahren nicht erreicht wurde.“, hielt der Experte fest. „Kreativität war besser als Ausführung“, lautete das etwas positivere Urteil des Verbandspräsidenten Kaspar Sutter.

Makronen als Waterloo
Die Aufgabe der diesjährigen Titelkämpfe war jedenfalls nicht leicht. In nur fünf Stunden mussten zwei Flechtarten (Zöpfe), Blätterteig- und Hefesüssteiggebäck, Kleinbrote, Buttermasse-Stückchen sowie Makronen, eine Torte und ein grosses Schaustück produziert werden. Die meisten der 17 Kandidatinnen und fünf Kandidaten – alle mit einer Lehrabschlussnote über 5,0 – erlebten vor allem bei den „Maggrönli“ ein wahres Waterloo. „Das war eine Rückfall in die Steinzeit“, schmunzelte Richemont-Direktor bei der Preisverteilung. Die Teilnehmenden konnten sich den Reinfall nicht erklären. David Grosjean hatte ebenfalls Mühe, doch er schaffte immerhin einen braven Durchschnitt: „Vielleicht lag es an der Qualität der Nüsse, die anders waren als bei uns im Betrieb“, rätselte der 20-Jährige. Er war übrigens von seinem Sieg total überrascht: „Ich wusste, dass ich viele Fehler gemacht habe und rechnete deshalb nicht einem der vorderen Plätze.“

Unklare WM-Teilnahme
Für Grosjean beginnt jetzt das grosse Bangen: Spätestens in zwei Monaten wird sich entscheiden, ob an den Berufsweltmeisterschaften 2007 auch ein Wettbewerb im Beruf Bäcker-Konditor durchgeführt wird. Sollte dies der Fall sein, wird der SBKV gemäss Direktor Renaldo Nanzer „ganz sicher teilnehmen“. Als Coach würde David Schmid, der Weltmeister von 2003, amtieren. Sollte die WM 2007 doch ohne Bäcker-Konditoren stattfinden, bliebe Grosjean als Trost die sichere Teilnahme an den Europameisterschaften 2008 in Göteborg. Dort mischt die Schweiz stets kräftig mit. Bei der diesjährigen Austragung mit zehn Teilnehmernationen in Luxemburg, die gleichzeitig mit den Schweizermeisterschaft stattfand, belegte unser aus Franziska Ilg und Daniela Zürcher bestehende Team trotz Wettkampfpech und sehr subjektiver Jury-Entscheiden den ausgezeichneten vierten Rang – nur ganz knapp hinter den Medaillengewinnern Schweden, Frankreich und Dänemark. Zusätzlich wurde Franziska Ilg für die besonders grosse Kreativität ihrer Produkte mit dem Innovationspreis ausgezeichnet.

Verkauf ist wichtig
Bei der Meisterschaft der Verkäuferinnen galt es als Hauptaufgabe eine Schaufensterauslage zum Thema „Samichlous“ zu gestalten. Am besten gelang dies Stefanie Gmünder aus Urnäsch. Die zwölf Teilnehmerinnen (Teilnehmer waren keine dabei, obwohl Männer rund zwei Prozent aller Lernenden stellen) hatten auch eine recht schwere schriftliche Prüfung in Verkaufspsychologie und Warenkunde zu absolvieren. Die Verbandsverantwortlichen waren mit dem Niveau des Wettbewerbs sehr zufrieden. Für SBKV-Präsident Kaspar Sutter ist klar: „Der Verkauf ist mindestens ebenso wichtig wie die Produktion, denn die Herstellung qualitativ hochstehender Produkte in der Backstube macht nur Sinn, wenn sie von einem qualifizierten Team geschickt präsentiert und kompetent verkauft werden.“


Ranglisten

Meisterschaft Produktion
1. David Grandjean, Romont (Lehrbetrieb: Boulangerie-Pâtisserie Grandjean Frères, Giviez
2. Claudia Furger, Gurtnellen UR
(Beck-Tresch, Amsteg)
3. Sandra Marmet, Achseten BE
(Bäckerei-Konditorei Rubin, Reichenbach)
4. (in alphabetischer Reihenfolge): Tamara Tanya Fackler, Siblingen (Zuckerbäckerei Ermatinger AG, Schaffhausen); Manuela Flückiger, Oberegg (Bäckerei-Konditorei Bischofberger, Oberegg)
Cordula Hengartner, Istighofen (Bäckerei-Konditorei Schönholzer, Erlen); Brigitte Jau, Rüegsbach BE (Mätteli Beck, Affoltern BE); Yvonne Küng, Cham (Bäckerei-Konditorei Amstad, Cham); Michael Lacher Oberhelfenschwil (Bäckerei-Konditorei Brunner, Oberhelfenschwil); Adrian Lauber Adelboden (Café Konditorei Knaus, Oensingen); Christelle Nicolet, Lignerolle (Boulangerie-Pâtisserie Brouze, Vallorbe); Claudia Niederberger, Wiesenberg (Bäckerei-Konditorei Jakob AG, Engelberg); Ueli Niederberger, Wolfenschiessen (Bäckerei Christen, Stans); Daniela Peterhans, Witterswil (Bäckerei-Café Steuli GmbH, Bottmingen); Michèle Rubli, Ottikon (JOWA AG, Bäckerei Gränichen); Reto Schelbert, Muotathal (Bäckerei-Konditorei Chilestägli, Arth); Annina Schmid, Zürich (Bäckerei-Konditorei Hausammann, Zürich); Gertrud Senn, Gansingen (Bäckerei-Konditorei Weber, Wil AG); Bettina Utzinger, Sedrun (Bäckerei-Konditorei Marcel Schmid GmbH, Sedrun); Martina Vogel, Ebnet (Kreisel-Beck Krummenacher, Wolhusen); Marianne Zellweger, Urnäsch (Bäckerei-Konditorei Oertle, Hundwil)

Sonderpreis Gestaltung
Cordula Hengartner, Istighofen (Bäckerei-Konditorei Schönholzer, Erlen)

Meisterschaft Verkauf
1. Stefanie Gmünder, Urnäsch (Lehrbetrieb: Bäckerei-Konditorei Böhli AG, Appenzell)
2. Carolina Fehr, Frauenfeld (Bäckerei-Konditorei Rüedi AG, Aadorf)
3. Doris Zürcher, Gohl (Bäckerei-Konditorei Bohnenblust, Bern)

4. (in alphabetischer Reihenfolge): Manuela Berchtold, Rapperswil SG (Café Post, Amden); Susanne Brunner, Flawil (Beck Künzle GmbH, Gossau); Leonora Doda, Baar (Bäckerei-Konditorei Zumbach AG, Unterägeri); Tina Kempf, Stalden (Bäckerei Brunner AG, Dierikon/Buchrain); Fitore Kqiku, Rekingen (Bäckerei-Konditorei Alt, Endingen); Brigitte Meier, Herisau (Schläpfer GmbH, Herisau); Marlene Schib, Oerlingen (Bäckerei-Konditorei Meier, Wiesendangen); Carmen Suter, Freienwil (Bäckerei-Konditorei Frei AG, Nussbaumen); Ayse Yeni, Glattbrugg (Bäckerei-Konditorei Wüst AG, Zürich)




Die Teilnehmenden im Fach Produktion, vorne die drei Besten (v.l.): Sandra Marmet, David Grandjean und
Claudia Furger
.



Die Teilnehmerinnen im Fach Verkauf, vorne die dre Besten (v.l.): Carolina Fehr, Stefanie Gmünder und Doris Zürcher.


SBKV-Ausbildungschef Peter Galli übergab Cordula Hengartner den Sonderpreis für beste Gestaltung.


Die Arbeiten von Sieger David Grosjean.


Kein Waterloo: Grosjeans "Maggrönli" waren trotz Problemen durchaus gelungen.


Einfallsreich und attraktiv: Die Schaufensterauslage der Siegerin Stefanie Gmünder.


SBKV-Präsident Kaspar Sutter gefiel vor allem die Kreativität der Arbeiten.


Ihren kritischen Blicken entging nichts: SBKV-Ausbildungschef Peter Galli (rechts) und der (noch amtierende) Weltmeister David Schmid. Der junge Berufsmann wird übrigens im nächsten Frühling die Meisterprüfung absolvieren.


Am gleichen Tag erreichten an der Jugend-Europameisterschaft in Luxemburg Franziska Ilg (rechts) und Daniela Zürcher den ehrenvollen vierten Platz.

Die Schweiz gewinnt den 11. Europacup der gewerblichen Bäckerei in Luxemburg

Die Schweizer Mannschaft hat sich am 11. Europacup der gewerblichen Bäckerei vom 19. bis 22. November 2006 in Luxemburg hervorragend geschlagen. Sie siegte vor den Equipen aus Italien und Frankreich.

Das schweizerische Bäckergewerbe erzielte mit diem hervorragenden Abschneiden in Luxemburg nach den Wettkämpfen 2004 in Herning (Dänemark) und 2005 in Nantes (Frankreich) den dritten Europameistertitel in Folge. Das Siegerteam setzt sich zusammen aus Teamchef Sergio Ehrsam aus Frick (AG), Ausbildungsverantwortlicher in der Bäckerei-Konditorei Kunz in Frick, Fabian Rimann aus Ennetbaden (AG), Mitarbeiter im Hotel Bauer au Lac in Zürich, und Andreas Schaad aus Oberbipp (BE), Produktionsleiter der „Kaffeehalle“ in Solothurn.

Die drei jungen Schweizer Berufsleute haben ihre Konkurrenten dank der Qualität ihrer Arbeiten in allen Wettbewerbsbereichen dominiert. Wie die acht anderen Wettkampfteams hatten sie acht Stunden zur Verfügung, um sechs verschiedene Brotsorten und sechs Sorten Feingebäck in unterschiedlichen Formen und Zusammensetzungen sowie ein Schaustück zum Thema «Radsport» herzustellen.
Die Leistung dieser Mannschaft zeugt vom ausgesprochen hohen Niveau der schweizerischen gewerblichen Bäckerei, aber auch von deren Entschlossenheit, Produkte von bester Qualität anzubieten und laufend innovative Neuerungen einzuführen. Sie untermauert den Stolz der Berufsleute, sich täglich dafür einzusetzen, den Konsumenten ein breites Sortiment an handwerklich hergestellten Backwaren anzubieten, das diese zu schätzen wissen.

Die Schweizer Mannschaft wurde betreut von Bernhard Abersold, Bäcker-Konditormeister in Murten (FR) und Verantwortlicher für die Berufsbildung der Bäcker-Konditoren in der Westschweiz, sowie von Olivier Hofmann, Bäcker-Konditormeister in Reconvilier (BE). Nicolas Taillens, Bäcker-Konditormeister aus Crans-Montana (VS) war der Schweizer Vertreter in der internationalen Jury.

Teilnehmernationen am Europacup 2006:
Belgien, Dänemark, Frankreich, Italien, Luxemburg, Niederlande, Portugal, die Schweiz und Spanien.

Sieger-Chronik des Europacups:
1993, 1997 und 2003 Frankreich
1995 und 2002 Italien
1999, 2004, 2005, 2006 Schweiz
2000 Luxemburg
2001 Dänemark


Das erfolgreiche Schweizer Team (v.l.): Bernhard Aebersold (Coach), Fabian Rimann, Sergio Ehrsam, Andreas Schaad, Olivier Hofmann (Coach), Nicolas Taillens (Jury).


Das grosse Schaustück zum Thema "Tour de Suisse" kam bei der Jury an.



Eine weitere Kostproben helvetischer Backkunst...


Älplermakronenkuchen, Radfahrer-Bananen mit Bananen-Schoggi-Füllung, Tour de Suisse gefüllt mit Vanille-Feigen-Füllung

Erfolgreiche Schweizer Köche: Drei WM-Titel erobert

Erfolge für Schweizer Köche an den Weltmeisterschaften in Luxemburg: Die Militärköche, die Jugendnationalmannschaft und ein Schweizer Regionalteam holten in ihren Kategorien den Weltmeistertitel. Die Nationalmannschaft wurde sechste.

Die Schweizer Militärköche verwiesen am Schluss des Wettbewerbs die Teams aus Grossbrittannien und Deutschland auf die Plätze zwei und drei. Auch die Jugendnationalmannschaft gewann in ihrer Kategorie. Sowohl in der kalten Schau als auch in der warmen Kategorie gewann das Team Gold. Weniger gut lief es dem Schweizer Nationalteam. In der Zusammenstellung der Gerichte sei ein Fehler passiert, sagte der Teamchef der Nationalmannschaft, Beat Weibel, auf Anfrage. «Wir sind zufrieden, aber nicht unbedingt glücklich mit dem Resultat.»

Der Culinary World Cup findet alle vier Jahre im Grossherzogtum Luxemburg statt. Insgesamt haben diesmal Köchinnen und Köche aus 25 Nationen teilgenommen.

Schweizermeisterschaften der Polymechaniker 2006


Yves Heller (Automation), Thomas Schaber (CNC-Drehen) und Diego Poltera (CNC-Fräsen): Sie werden die Schweizer Polymechanikerbranche bei der Berufsweltmeisterschaft 2007 in Japan vertreten.

Die Schweizermeisterschaften der Polymechaniker wurden von Swissmechanic, dem Schweizerischen Verband mechanisch-technischer Betriebe professionell organisiert und anlässlich der Zuliefermesse Swisstech in Basel durchgeführt. Die nationalen Vorausscheidungen in den drei Polymechaniker-Disziplinen Automation, CNC-Drehen und CNC-Fräsen waren von Mai bis August durchgeführt worden. Dabei hatten die Kandidaten verschiedene Werkstücke mit dem konventionellen oder dem CNC-Fertigungsverfahren herzustellen. Es wurden Fachkenntnisse und Leistungsprofil der Kandidaten erforscht und abzuschätzen versucht, ob noch Leistungssteigerungen erwartet werden konnten. Schliesslich qualifizierten sich in den drei Gruppen je vier junge Berufsleute für die Schweizer Endausmarchung in Basel.

Bedingungen und Chancen
„Wer sich zum Polymechaniker ausbilden lassen will, der braucht ein ausgeprägtes räumliches Vorstellungsvermögen, gute Qualifikationen in Mathematik, viel Kreativität, muss teamfähig sein und ein akzeptables Sozialverhalten an den Tag legen.“ So beschreibt Walter Fricker, Chefexperte CNC-Drehen, die Kriterien für jene jungen Menschen, die sich für den Beruf interessieren. Auch wenn an der diesjährigen Schweizermeisterschaft keine Frauen teilgenommen haben: Fricker ist überzeugt, dass auch sie in dem Beruf Polymechaniker grosse Chancen haben. „Kein Grund spricht dagegen“, weiss der Ausbildner der Lernzentren Zürich, der bereits zum fünften Mal an einer Schweizermeisterschaft dabei ist. Im Gegenteil: „Wo wir junge Frauen in den Klassen haben, spornen diese ihre Kollegen zu besonders guten Leistungen an.“

Unterschiedliche Berufe
Doch wie unterscheiden sich eigentlich die drei Fachrichtungen der Polymechaniker? Und wie werden sie ausgebildet? Hans Rudolf Zürcher, Fachlehrer an den Lehrwerkstätten Bern, Fachexperte CNC-Fräsen und internationaler Experte auf seinem Gebiet, erklärt: „Die Polymechaniker verbringen ihre zweijährige Grundausbildung gemeinsam, bevor sie sich für weitere zwei Jahre auf ihre spezielle Fachausrichtung spezialisieren.“ Die Polymechaniker Automation fertigen Teile im konventionellen Verfahren (Bohren, Drehen oder Fräsen). CNC-Dreher bzw. –Fräser programmieren ihre Werkstücke am Computer, bevor sie sie auf die Maschine laden und danach drehen bzw. fräsen. CNC-Drehen und –Fräsen wiederum unterscheiden sich für Laien wie folgt: Beim Fräsen dreht sich das Werkzeug, beim Drehen das Werkstück.

Berufsschau als Publikumsmagnet
Live an der Swisstech konnten die zwölf jungen Polymechaniker also ihr Können demonstrieren. Die Berufsmeisterschaft in der Halle 2 der Messe Basel erwies sich dabei als wahrer Publikumsmagnet: Unzählige fachkundige Messebesucher, darunter sowohl Experten aus der Branche wie auch „alte Hasen“, aber auch zahlreiche junge Interessierte wurden von der konzentrierten Arbeit der Polymechaniker angezogen. „Die Fachrichtung Automation ist vielseitiger als die beiden CNC-Bereiche“, findet François Fiechter. Der Chefexperte Automation begründet dies damit, dass in diesem Bereich verschiedenste Maschinen bedient und dazu Logo-Steuerungen programmiert werden müssen. Die vier Kandidaten im Bereich Automation hatten maximal 17 Stunden Zeit, einen Tischschraubstock herzustellen und mussten anschliessend eine kleine elektropneumatische Anlage mit Logo-Steuerung aufbauen und in Betrieb nehmen. Gefragt waren dabei Genauigkeit bei der Fertigung – sprich: Zerspanung –, dazu das Lesen, Verstehen und Interpretieren der Verkabelungszeichnung und die dafür benötigten logischen Abläufe. Fiechter bezeichnete das Niveau aller vier Kandidaten als „sehr hoch“, wobei schon während des Wettbewerbs der spätere Sieger besonders hervorgestochen sei.

„Niveau steigt von Jahr zu Jahr“
„Immer mehr Firmen steigen auf CNC um und immer mehr Lehrmeister sind überzeugt, dass die SM eine gute Sache ist. Darum steigt das Niveau von Jahr zu Jahr“, freute sich Walter Fricker. Er lobte die Kameradschaft aller zwölf Kandidaten untereinander – ausser den beiden Baslern waren sie alle in der lokalen Jugendherberge untergebracht – wie auch das gute Verhältnis, das zwischen Kandidaten und Experten geherrscht habe. Sowohl den Schwierigkeitsgrad der gestellten sechs Aufgaben wie auch das Niveau bezeichnete Fricker als hoch: „Die Kandidaten sind äusserst lernhungrig und –willig, sie werden jeden Tag besser.“

Modernste Maschinen als Ansporn
Auch Chefexperte Hans Rudolf Zürcher war vom Niveau der Kandidaten begeistert: „Sie können auf den modernsten Maschinen arbeiten, die von unseren Sponsoren bereitgestellt wurden – das spornt die Kandidaten zusätzlich an.“ Die Maschinen – Wert: rund anderthalb Millionen Franken – wurden laut Gerhard Vogelbacher, Leiter Grundbildung bei Swissmechanic, zu 100 Prozent gesponsert und direkt ab der Messe verkauft. „Ohne die Sponsoren wäre die SM heute so nicht möglich“, bedankte sich Zürcher für die Unterstützung. „Wir sind aber auch darauf angewiesen, dass Arbeitgeber und Lehrwerkstätten die Berufsmeisterschaften unterstützen und ihre Lehrlinge vorbereiten.“ Zur Vorbereitung gehört – von der Anmeldung übers Training und Coaching bis hin zum Freistellen der Kandidaten fürs Training und die Meisterschaft selber – das Engagement der Ausbildner auf allen Ebenen. „Die Aussicht auf eine Teilnahme an der WM in Japan ist für die jungen Berufsleute ein wichtiger Ansporn“, sagt Zürcher, und präzisiert sogleich: „Nicht die WM selber ist das höchste Ziel, sondern die Betreuung bis dorthin und der Profit, der für die Kandidaten dabei herausspringt.“

„Alle sind Sieger“
Ähnlich äusserte sich Swissmechanic-Direktor Robert Z. Welna an der Siegerehrung: „Wenn auch nicht alle den ersten Platz erreicht haben, sind doch alle Sieger“, erklärte er und beschrieb den Weg nach Basel und auch jenen nach Japan als Lebensschulung, welche die Karrierechancen der jungen Berufsleute verbesser, werde. Welna forderte die Verantwortlichen beim Bund auf, Veranstaltungen wie die SM der Polymechaniker vermehrt zu unterstützen.
Vor zahlreichem Publikum, darunter Ausbildner, Firmenverantwortliche, Familienangehörige und Freundinnen der zwölf erfolgreichen Polymechaniker, wurden Yves Heller (Automation), Thomas Schaber (CNC-Drehen) und Diego Poltera (CNC-Fräsen) dann die verdienten Goldmedallien überreicht, die sie im November 2007 auf ihrem Weg nach Japan begleiten werden. „Ich habe meinen ersten Platz noch gar nicht richtig realisiert“, sagte ein überraschter Yves Heller, „ich hatte eigentlich den dritten erwartet.“ Er freue sich auf Japan, doch zuerst stünden im kommenden Frühjahr die Lehrabschlussprüfung und die Berufsmatura an. „Die Aufgaben waren schwierig, doch angemessen“, sagte Thomas Schaber, „aber es herrschten Wettbewerbsbedingungen und ständig war viel Publikum da.“ Er habe auf einen ersten Platz gehofft, aber nicht fest damit gerechnet. Er werde sich nun „Schritt für Schritt“ auf den Weg nach Japan machen, denn „sonst fällt man in ein Loch, wenn einmal etwas nicht klappt.“ Und Diego Poltera, der dank seinem Sieg ein Jahr lang einen VW Polo fahren darf, freute sich: „Ich habe schon ein eigenes Auto, nun wird halt meine Freundin ebenfalls motorisiert sein.“

Bedingungen wieder „vernünftig“
Am Rande der Veranstaltung gab Chefexperte Hans Rudolf Zürcher gegenüber der Gewerbezeitung seiner Erleichterung darüber Ausdruck, dass CNC-Dreher und CNC-Fräser wieder als separate Berufe an der WM auftreten können. Anlässlich der WM in St. Gallen war im Jahr 2003 beschlossen worden, die beiden Berufe zusammenzulegen. Dies aus finanziellen Überlegungen im Hinblick auf die WM 2005 in Helsinki „und gegen den Rat der Experten“, wie Zürcher unterstrich. Das Resultat waren schlechte Arbeitsbedingungen in Helsinki, belastende Wechsel an den Maschinen und eine sinkende Qualität. Nach Beanstandungen seitens der Experten haben die Verantwortlichen nun beschlossen, CNC-Dreher und -Fräser wieder als separate Berufe aufzunehmen. „Nun müssen die Reglemente wiederum angepasst und Übersetzungen angefertigt werden“, sagte Zürcher. „Aber ich bin froh, dass die Kandidaten in Japan wieder vernünftige Arbeitsbedingungen antreffen werden.“

Ranglisten

Automation
1. Yves Heller, Pfeffingen (Lehrbetrieb: Lehrwerkstätte für Mechaniker, Basel)
2. Franziskus Hidber, Steckborn (F. Gegauf AG Bernina, Steckborn)
3. Michael Wernli, Thalheim (Ferrum AG, Rupperswil)
4. Beat Gnos, Bristen (Dätwyler AG, Altdorf)

CNC-Drehen
1. Thomas Schaber, Gebensdorf (Lernzentren LfW PAL-B1, Baden)
2. Nico Walther, Münchenstein (Lehrwerkstätte für Mechaniker, Basel)
3. Nicolas Xavier Balimann, Diessenhofen (FOSTAG Formenbau AG, Stein am Rhein)
4. Roman Bürki, Schindellegi (FAES AG, Wollerau)

CNC-Fräsen
1. Diego Poltera, Tinizong (Ha-milton Bonaduz AG, Bonaduz)
2. Elias Mai, Wyssachen (Jorns AG, Lotzwil)
3. Reto Hofstetter, Benken (Otto Hofstetter AG, Uznach)
4. Patrick Hügli, Thayngen (Gebrüder Renggli AG, Schaffhausen)


Sie machten die diesjährigen Titelkämpfe der Polymechaniker zu einem "Event": Die zwölf Teilnehmer mit den Experten Walter Fricker (rechts) und François Fiechter (Zweiter von rechts) sowie Hans Rudolf Zürcher.


Ab nach Japan: Diego Poltera (Sieger CNC-Fräsen), Yves Heller (Sieger Automation), Thomas Schaber (Sieger CNC-Drehen)


Die besten Automatiker (v.l.): Franziskus Hidber, Yves Heller und Michael Wernli.


Die besten CNC-Dreher (v.l.): Nico Walther, Thomas Schaber und Nicolas Xavier Baliman.


Die besten CNC-Fräser (v.l.): Elias Mai, Diego Poltera und Reto Hofstetter.


Gold-Fräser Diego Poltera mit Eltern, Freundin und Hugo Beer von seinem Lehrbetrieb, der Hamilton Bonaduz AG.


Automatiker Yves Heller.


CNC-Dreher Thomas Schaber.

CNC-Fräser Diego Poltera.

Schweizermeisterschaften im Maler- und Gipserberuf 2006

Die diesjährigen Meisterschaften im Maler- und Gipserberuf konnten vor grossem Publikum im Rahmen der grossen Berufsschau in Genf durchgeführt werden. Die beiden Wettbewerbe standen auf sehr hohem Niveau, und die Goldmedaillen holten sich Champions aus dem Bernbiet.

„Es waren unsere sechsten Schweizermeisterschaften und es waren sicher die bisher schönsten Wettkämpfe“, zog Ueli Künzi, Cheforganisator im Malerberuf überschwänglich Bilanz des Auftrittes im Genfer Palexpo. Sein Gipserkollege Ruedi Mösching war der gleichen Meinung: „Es war schlicht sensationell, alles lief optimal und das Publikum machte begeistert mit.“ Tatsächlich wurden die Arbeitskojen in der „Cité des métiers et formation“ zeitweise regelrecht belagert. „Der grosse Publikumsaufmarsch stellte höchste Anforderungen an die Konzentration der Telnehmenden“, meinte Künzi, „das war fast wie an der Weltmeisterschaft.“

„Quotenmann“ ohne Medaille
Elf Frauen und ein Mann kämpften im Malerberuf um den Sieg, was genau der Ausgangslage der letzten Titelkämpfe 2005 in Worb entsprach. Doch diesmal schaffte der „Quotenmann“ Patrick Regli den Sprung aufs Podest nicht, drei Punkt fehlten ihm zum dritten Platz. 2005 wurde der Zofinger Lorenz Hofer bekanntlich klar Meister und holte dann an der WM in Helsinki die Bronzemedaille. Regli trug sein Scheitern mit Fassung: „Ich bin an starke Frauen gewöhnt und habe damit kein Problem. Eine Medaille hätte ich allerdings gern gewonnen.“

Geschätzte Freiheit
Die Wettbewerbsaufgabe hatte es jedenfalls in sich: In nur 22 Stunden galt es, das Grundkönnen in Malen und Tapezieren umzusetzen. Die grösste Herausforderung war aber der Bereich Dekorationstechnik, wo freie Wahl von Mustern gefordert wurde. Gerade diese Arbeit – quasi die Kür nach der Pflicht – machte den Teilnehmenden aber am meisten Spass: Siegerin Karin Hänni: „Es ist schön, wenn man die eigene Phantasie spielen lassen kann.“ Silbergewinnerin Melanie Egger sah es ähnlich: “Super, dass ich den eigenen Stil einbringen konnte. Ich hatte Vorteile, weil mein Chef mir in der täglichen Arbeit viele Freiheiten einräumt. “

Zweitplatzierte startet an der WM
Ueli Künzi war jedenfalls nach Wettbewerbschluss sehr zufrieden. „Das Niveau war extrem hoch. Sicher wirkte dabei die Tatsache mit, dass wir kurz vor der Meisterschaft in Schaffhausen nach einem sechstägigen Vorbereitungscamp Ausscheidungskämpfe durchgeführt haben.“ Der erfahrene internationale Experte hat den Sieg von Karin Hänni kommen sehen. „Sie hat sehr schnell, sehr exakt und auch sehr selbstbewusst gearbeitet. Den Ausschlag gab am Schluss klar ihre Messgenauigkeit. “ Die Bernerin aus dem Gürbetal kommentierte ihr Abschneiden mit trockenen Worten: „Ich wusste, dass ich gewinnen kann und legte einfach los.“ Melanie Egger genoss ihren Erfolg noch mehr, nachdem sie erfahren hat, dass sich mit ihrem zweiten Platz für die Berufs-WM 2007 in Japan qualifiziert hat. Karin Hänni darf aus Altersgründen an diesen Wettkämpfen nicht teilnehmen. Einen Trost hat sie dennoch, nämlich die Teilnahme an den Europameisterschaften 2008 in Deutschland.
„Dass Melanie kaum schlechter ist als Karin zeigen die Resultate der beiden, sie liegen nur vier Punkte auseinander“, hält Ueli Künzi fest, der die Obwaldnerin vorbereiten und coachen wird. „Mit dem Mentaltraining fangen wir bereits im Januar an, und ab April wird dann gezielt geübt“, kündigt der WM-erprobte Fachmann. Das Ziel ist allerdings schon gesteckt: „We go for gold, wir wollen Gold.“

Harte Aufgabe für die Gipser
Genau das Gleiche möchte an der WM 2007 auch der Gipser Yan Lacher erreichen. Der Oberaargauer mag keine halben Sachen: „Ich habe den Wettkampf nicht nur aus Freude mitgemacht, sondern weil ich unbedingt siegen und nach Japan fahren wollte.“ Der 21-Jährige hat es geschafft, wenn auch ziemlich knapp – sein Vorsprung betrug nicht mehr als drei Punkte. Chefexperte Ruedi Mösching sorgte für eine Aufgabe auf WM-Niveau. In 22 Stunden mussten Schablonen angefertigt, ein Stuckprofil gezogen und an die Kojenwand geklebt werden. „Verglichen mit dieser Arbeit ist die Lehrabschlussprüfung ein Spaziergang“, meinte Mösching. Da aber die besten fünf Lehrabgänger von 2005 und 2006 am Werk waren, konnten sie alle die Aufgabe in der knappen Zeit erledigen. „Ich bin mit der Qualität der Arbeiten sehr zufrieden“, betonte der Experte. Fehler hätten alle gemacht, doch dies sei angesichts der sehr kurzen Vorbereitungszeit nur verständlich. „Auch der Sieger hätte es besser machen können, vor allem in Bezug auf die Massgenauigkeit.“

In Japan Titelverteidiger
Auf Ruedi Mösching und Yan Lacher wartet bis zur WM im November nächsten Jahres viel Arbeit. Das Duo wird vorab an der Beseitigung der Schwächen feilen und auch den mentalen Bereich nicht vernachlässigen. Geplant ist auch eine enge Zusammenarbeit mit Ueli Künzi und seiner Kandidatin. „Nachdem in unseren Beruf an der WM 2005 in Helsinki kein Wettkampf stattfand, treten wir in Japan als Titelverteidiger an. Wir wollen den souveränen Erfolg von Remo Bischofberger wiederholen. Yan ist ein Superkandidat mit grossem Selbstbewusstsein und totaler Motivation “, umreisst Mösching das hochgesteckte Ziel.

Optimismus beim Verband
Für Louis Werren, den Berufsbildungsbeauftragten des Schweizerischen Maler- und Gipserunternehmer-Verbandes, besteht kein Zweifel, dass diese Zielsetzung genauso realistisch ist wie diejenige von Ueli Künzi und Melanie Egger: „Unsere Leute haben hier in Genf hervorragende Leistungen geboten. Deshalb kann ich der WM optimistisch entgegensehen.“

Ranglisten

Malerberuf

1. Karin Hänni, Rümligen BE (Lehrbetrieb: Malerei Lüthi, Mühlethurnen)
2. Melanie Egger, Kerns OW (Maler Hinter, Sachseln)
3. Sonja Bitterli, Emmenbrücke LU (Maler Lipp AG, Rothenburg) und Manuela Item, Aesch ZH (Armin Hunziker AG, Zürich)
4. (in alphabetischer Reihenfolge): Anja Baumgartner, Pratteln BL (Moritz AG, Augst); Raeni DaRugna, Oberlunkhofen AG (Etzensperger & Partner Maler, Zürich); Sarah Isabella Galliker, Muri AG (Furter Malermeister GmbH, Lenzburg); Susan Muhmenthaler, Gümligen BE (Andreas Meier, Muri BE); Patrick Regli, Wabern BE (Bernasconi – Tapeten und Malerei, Bern); Olivia Schmid, Zürich (Peter Ziebold, Zürich); Christine Schwegler, Zürich (Max Schweizer AG, Zürich); Andrea Spöhl, Engwang TG (Marti Vock AG, Weinfelden)


Gipserberuf

1. Yan Lacher, Oberönz BE (Lehrbetrieb: Vauthey AG, Herzogenbuchsee)
2. Urs Volkart, Oberarth SZ (Annen & Partner, Schwyz)
3. Qufaj Xhevdet, St. Gallen (Broggini AG, St. Gallen
4.(in alphabetischer Reihenfolge): Christoph Huber, Muri AG (Emil Waler AG, Bremgarten AG); Reto Schär, Oberönz BE (Vauthey AG, Herzogenbuchsee)


Gedränge auf dem Podest des Malerinnen (v.l.): Melanie Egger, Karin Hänni sowie die punktleichen Dritten Sonja Bitterli und Manuela Item. Rechts Chefexperte Ueli Künzi.


Die besten Gipser (oben v.l.): Urs Volkart, Yan Lacher und Qufaj Xhevet; unten Reto Schär und Christoph Huber.


Gruppenbild der Malerinnen mit "Quotenmann" Patrick Regli.


Sie wollen in Japan Gold holen: Melanie Egger und Yan Lacher.


Karin Hänni


Melanie Egger


Sonja Bitterli


Yan Lacher


Urs Volkart


Qufaj Xhevdet


Ueli Künzi mit "seinem" Power-Duo.


Karin Hänni arbeitet heute für Louis Werren, den Berufsbildungsbeauftragten des Schweizerischen Maler- und Gipserunternehmer-Verbandes. Auf das Resultat hatte das natürlich keinen Einfluss!

Schweizer Berufsmeisterschaften der Inneneinrichtungsbranche



In Bern kämpften die jungen Berufsleute der Einrichtungsbranche zum zweiten Mal um drei Schweizermeistertitel. Bei den Innendekorationsnäherinnen siegte Melanie Wenzinger, bei den Sattlern holte Mirjam Mock den ersten Rang, und bei den Innendekorateuren ging die Goldemedaille an Marie Mouquin.

Nach dem erfolgreichen Auftakt im 2005 veranstalteten Interieursuisse und die Schweizerische Fachschule für Wohnen & Gestalten die zweiten Berufsmeisterschaften ihrer Branche. Als Austragungsort wählte man dafür die öffentlich zugängliche Messe "wohn-raum" in Bern – ein Umstand, der einigen Kandidatinnen und Kandidaten etwas zu schaffen machte. Trotzdem oder gerade deswegen präsentierten sich die jungen Berufsleute aber in Bestform.

Heute dominieren Frauen die Branche
In kaum einer Berufssparte hat sich das Bild in den letzten Jahrzehnten so tief greifend verändert wie in der Einrichtungsbranche. Waren Innendekorateur und besonders Sattler früher so etwas wie klassische Männerberufe, dominieren heute die Frauen auf der ganzen Linie. Das zeigte auch die Liste der zu den Jugendmeisterschaften von Interieursuisse angetretenen Kandidaten: im Fachbereich Innendekorationsnäher/in massen sich elf Frauen im Wettkampf, bei den Sattlern/innen waren es vier Frauen und ein Mann und bei den Innendekorateuren/innen 16 Frauen und ebenfalls gerade ein Mann "Unser Beruf hat mutiert", brachte es Sattler-Experte Martin Breitler auf den Punkt.

Kleiner Wermutstropfen
Trotz der Freude über die heutige weibliche Präsenz in der Branche gibt es für Roger Parolini, den Präsidenten der Berufskommission von Interieursuisse, einen kleinen Wermutstropfen. "Leider machen zu wenige der Frauen nach der Lehre weiter." Gleiches wusste auch Fredy Wunderlin, Innendekorateur-Experte, zu berichten. "Bei den Männern ist die Chance, dass sie auf dem Beruf bleiben, drei- bis viermal höher als bei den Frauen." Die Branche sei jedoch auf gut ausgebildetes Fachpersonal angewiesen, und man dürfe auch nicht vergessen, dass es sich bei dem Beruf definitiv um ein Handwerk und manchmal eben auch um einen "Knochenjob" handle, dem etliche Frauen rein physisch nicht gewachsen seien. Wunderlin ist überzeugt, dass der heutige Mangel an männlichen Lehrlingen vor allem auf ein Imageproblem zurückzuführen ist, weshalb man nun bei Präsentationen und Aktionen bewusst darauf schaue, Männer bei dieser Arbeit in den Vordergrund zu stellen.

Viele Weiterbildungsmöglichkeiten
Dabei wären sowohl für Männer als auch für Frauen die Möglichkeiten für eine Weiterbildung nach der vierjährigen Ausbildung zum Innendekorateur respektive der dreijährigen zum Innendekorationsnäher und Sattler sehr gut. In allen Bereichen können Berufs- und höhere Fachprüfungen absolviert werden bis hin zur Fachhochschule, die man als Innenarchitekt FH oder als Designer FH Industrie- und Produktedesign verlässt. Gebraucht würden diese jungen Fachleute auch, so Roger Parolini, denn gerade im Innendekorationsbereich sei die Nachfrage in den letzten Jahren wieder grösser. Doch wie in fast allen handwerklichen Berufen sei der Nachwuchs eher stagnierend. Auch Heidi Grolimund, Expertin für Innendekorationsnäher, beklagte diesen Umstand: "Ich habe das Gefühl, die Technik und die Modebranche nehmen uns die Leute weg." Hinzu kommt, dass die drei Berufsrichtungen nicht nur vielseitig, sondern auch recht anspruchsvoll sind. Nebst handwerklichem Geschick braucht es für all die Berechnungen und Abmessungen auch mathematische Kenntnisse und dazu natürlich Kreativität und Vorstellungsvermögen.

Innendekorationsnäher/in
Genau das mussten die Innendekorationsnäherinnen bei der Bewältigung ihrer Aufgabe, der Herstellung und Montage eines Raffvorhangs, auch unter Beweis stellen. Weitere Kriterien seien das Aussehen, richtige Proportionen und Funktionalität, erklärten die Expertinnen Grolimund und Jungi, die ihren Kandidatinnen ein gutes Niveau attestierten. Da die Interieursuisse-Jugendmeisterschaften grundsätzlich allen Lehrnenden ab dem ersten Lehrjahr bis maximal 25-jährig offen stehen, hatten einige Teilnehmerinnen schon Erfahrungen am letztjährigen Wettkampf gesammelt. So auch Katja Essl, die Siegerin von 2005, die es diesmal auf den zweiten Platz schaffte. Sie sei nicht angetreten um den Titel zu verteidigen, betonte sie, "sondern weil ich gerade eine Idee hatte und zudem gesponsort wurde". Die erstplatzierte Melanie Wenzinger betrachtete ihre Teilnahme vor allem als Vorbereitung für die Lehrabschlussprüfung. Sie empfand den Wettkampdruck als recht gross, doch "das Ganze hat auch Spass gemacht", freute sie sich über die Goldmedaille.

Sattler/in
Von den Veränderungen in den Einrichtungsberufen seien die Sattler am stärksten betroffen, erklärte Berufskommissionspräsident Parolini. "Früher waren Sattler fast ganz auf Militärarbeit ausgerichtet, heute orientieren sie sich auf den Reitsport und den Innenbereich." Die eigentliche (Hand)Arbeit habe sich gegenüber früher jedoch nicht geändert, betonten die beiden Experten Christopf Althaus und Martin Breitler. Die gestellten Aufgaben (ein kleiner Rucksack, eine kleine Lederhandtasche und ein Lederwürfel) bewältigte schliesslich Mirjam Mock am besten. Auch sie erachtete die Meisterschaft als gute Vorbereitung für die Abschlussprüfung und als Chance, Erfahrungen zu sammeln.

Innendekorateur/in
Wie üblich das breiteste Kandidatenfeld stellten die Innendekorateure, die eine umfangreiche, knifflige Aufgabe (mit selbst mitgebrachtem Material) zu lösen hatten. Es galt eine Koje herzurichten mit Intarsienteppich, gepolstertem Mini-Fauteuil, Stoffwandbespannung und Dekorationsvorhang. Experte Fredy Wunderlin freute sich über die Qualität der Arbeiten. "An der Spitze ist das Niveau extem hochstehend; erstaunlich, wenn man bedenkt, dass fast noch alle Lehrlinge sind." Ihre Lehre diesen Sommer beendet hat die Lausannerin Marie Mouquin, die es diesmal aufs Siegerpodest schaffte, nachdem sie beim letztjährigen Wettbewerb noch den zweiten Rang belegt hatte. Sie trat denn auch mit einer klaren Vorstellung zur Meisterschaft an. "Ich kam nicht hierher, um Letzte zu werden, dafür habe ich zu viel Geld und zu viel Arbeit investiert."

Alle haben gewonnen
An der abschliessenden Siegerehrung erklärte Interieursuisse-Präsident Hans Winiger alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu Gewinnern und ermunterte die Lehrbetriebe dazu, die Leistungen ihrer Zöglinge auch in der Öffentlichkeit herauszustreichen. Alle Prämierten qualifizierten sich automatisch für die Teilnahme an der Europameisterschaft 2007, die voraussichtlich in Österreich stattfindet.
Marianne Grossenbacher


Rangliste Innendekorationsnäher/in

1. Melanie Wenzinger, Sursee (Lehrbetrieb Ulrich Erlebnis Wohnen, Sursee)
2. Katja Essl, Kronbühl (Corinna Schiess, Niederuzwil)
3. Rahel Gerber, Thun (Tussy AG, Uetendorf)
Übrige Teilnehmer (in alphabetischer Reihenfolge):
Stefanie Bähler, Uetendorf (Eschle GmbH, Thun)
Nicole Banz, Reussbühl (Brigitte Schmocker, Luzern)
Daniela Eggimann, Gohl (Urs Walter Gloor, Langenthal)
Karin Hagendorfer, Jona (Ammann AG, Horgen)
Ramona Ritter, Adliswil (H. J. Furrer AG, Zürich)
Andrea Ruckstuhl, Langenthal (Urs Walter Gloor, Langenthal)
Angela Voramwald, Wimmis (Müller-Hirschi AG, Zweisimmen)
Mirjam Widmer, Wattwil (Corinna Schiess, Niederuzwil)


Rangliste Sattler/in

1. Mirjam Mock, Waldstatt (Lehrbetrieb Röösli Sattelbau AG, Schachen)
2. Cécile Mägerli, Utzenstorf (Jürg Turtschi, Spiez)
3. Aurélie Baumer, Sorens (Lane Anliker, Rohrbach)
Übrige Teilnehmer (in alphabetischer Reihenfolge):
Sophie Bitz, Ogens (Ernest Muller, Mézières)
Raymond Nicolet, Posat (Sellerie du Bourgo, Bulle)


Rangliste Innendekorateur/in

1. Marie Mouquin, Lausanne (Lehrbetrieb Michel Waldmann, Vevey)
2. Jennifer Fritz, Laupen (Gerhard Joss, Bern)
3. Stefanie Anderton, Vilters (Wohnhandwerk Stocker, Walenstadt)
Übrige Teilnehmer (in alphabetischer Reihenfolge):
Ramona Achermann, Hünenberg (Innendekoration am Fischmarkt, Zug)
Dominik Ambühl, Dürnten (Hans Winiger, Jona)
Martina Blattmann, Langnau a. A. (Hans-Ruedi Wyss, Horgen)
Christina Fitze, Rickenbach (H.J. Furrer AG, Zürich)
Fabienne Grossenbacher, Alchenflüh (Galerie de Berne Baumann AG, Bern)
Laura Haas, Flüeli-Ranft (Klaus Zietlow, Meggen)
Nora Kühni, Oberburg (Kurt Wild, Kirchberg)
Cécile Mägerli, Utzensdorf (Jürg Turtschi, Spiez)
Miriam Oesch, Riedholz (Rolf Ryf, Solothurn)
Melike Oeztürk, Uster (Leemann & Co., Zollikon)
Sylvie Reutimann, Dübendorf (Bopp AG, Adliswil)
Andrea Röllin, Oberrickenbach (Felix Odermatt, Stans)
Samantha Schmid, Horw (Marcel Schmid, Rickenbach)
Andrea Wettstein, Bassersdorf (Keinath Innendekorationen AG, Zollikon-Dorf)


Das Siegerinnentrio bei den Innendekorationsnäherinnen (v.l.) Katja Essl, Melanie Wenzinger und Rahel Gerber.


Sie holten sich die Medaillen im Sattlerberuf (v.l.): Mirjam Mock, Cécile Mägerli und Aurélie Baumer.


Sie waren die besten Innendekorateurinnen (v.l.): Stefanie Anderton, Marie Mouquin und Jennifer Fritz.


Die beste Dekorationsnäherin: Melanie Wenzinger.


Die beste Sattlerin: Mirjam Mock.


Die beste Innendekorateurin: Marie Mouquin.


Interieursuisse-Präsident Hans Winiger - hier mit Mirjam Mock - gratulierte persönlich den neuen Schweizermeisterinnen.

Westschweizer ist Confiseur des Jahres 2006

Mit einem Vorsprung von nur 1,7 Prozent in der Gesamtpunktezahl wurde der besonders genau und engagiert arbeitende Confiseur Martial Stoky mit seinen Arbeiten zum Thema Liebe Confiseur des Jahres 2006 und damit Swiss Chocolate Master. 2008 wird der Romand, der im renommierten Restaurant "Rochat" in Crissier arbeitet, am World Chocolate Master in Paris die Schweiz vertreten.

Zweiter unter den fünf Finalisten wurde Fabian Sänger mit seinen exklusiven Schaustücken und dem Thema Tanz, Dritte Daniela Lütolf mit dem Thema Eishockey. Der super organisierte Wettkampf wurde an der Fachmesse Gastronomia in Lausanne am Stand der Firma Carma vor meist zahlreichen interessierten Messebesuchern durchgeführt und bot ein eindrückliches Bild der Schweizer Confiseurkunst.


Martial Stoky ist der Schweizer Confiseur des Jahres.

Schweizermeisterschaft 2006 im Elektronikerberuf


Pascal Loher heisst der neue Schweizermeister im Elektronikberuf. Der Ostschweizer war klar Beste im grossen Teilnehmerfeld, das sich vor grossen Zuschauermengen einen spannenden Wettkampf lieferte.

Erstmals fand die Schweizer Berufsmeisterschaft im Elektronikerberuf in Genf statt und zwar an der Messe «Cité des métiers et des formations», die alle fünf Jahre im Genfer Palexpo-Gebäude durchgeführt wird. Insgesamt wurden 14 Teilnehmer zur Meisterschaft zugelassen, nachdem sie die hohen Anforderungen erfüllen konnten: drei Tessiner, drei Romands und acht Deutschschweizer. Nicht nur herausragendes Fachkönnen war gefragt, sondern auch Kommunikationsfähigkeit, Belastbarkeit und viele weitere Sozialkompetenzen. An den Wettkämpfen selbst mussten die Teilnehmenden beispielsweise einen Prototypen bauen, eine Elektronikschaltung entwickeln, Messungen durchführen und Fehler beheben. Zudem mussten alle Tätigkeiten unter Zeitdruck ausgeführt werden.

Ein Hightech-Beruf
Die Elektroniker entwickeln und realisieren in Zusammenarbeit mit andern Fachleuten elektronische Schaltungen oder Computerprogramme. Sie wirken mit beim Bearbeiten von Aufträgen oder Projekten, beim Planen und Überwachen von Herstellungsprozessen für Elektronikprodukte und erstellen technische Dokumente wie etwa Fertigungsunterlagen für Leiterplatten. Sie fertigen elektronische Geräte oder Anlagen, führen Mess- und Prüfarbeiten, Inbetriebsetzungen oder Instandhaltungsarbeiten aus.

Bedingungen wie an einer WM
Paul Hüppi, der bei Swissmem als Leiter Entwicklung tätig und seit mehreren Jahren für die Durchführung Meisterschaften in den Swissmem-Berufen verantwortlich ist, war nach dem Wettkampf sehr zufrieden. „Natürlich war es ein gewisser Mehraufwand, die Meisterschaft an einer Messe durchzuführen und die ganze Infrastruktur dafür zu organisieren. Aber es ist wichtig, die von uns betreuten Berufe einer breiten Öffentlichkeit vorstellen zu können, insbesondere Jugendlichen vor der Berufs- und Studienwahl. Wir freuten uns an den vielen Schulklassen, die mit den Lehrkräften Interesse zeigten. Täglich besuchten rund 5000 Leute die „Cité des métiers“. Überdies bietet ein derartiger Wettkampf von der Zahl der Zuschauenden und dem Lärmpegel her eine sehr ähnliche Situation wie diejenige an Berufsweltmeisterschaften und ist von daher eine ideale Vorbereitung», führte Hüppi weiter aus.

Wer fährt nach Japan?
Am 23. Januar 2007 entscheidet sich, welcher Elektroniker die Schweiz an der Weltmeisterschaft vom November 2007 in Shizuoka/Japan vertreten wird. An der Messe Metallbau’07 in Basel treten die drei Bestplatzierten der Schweizermeisterschaft an einer Endausscheidung nochmals gegeneinander an. Wer auch nach Japan reist, wird sich einer grossen Herausforderung stellen. An der letzten WM 2005 in Helsinki gewann nämlich der Berner Oberländer Sascha Feuz souverän die Goldmedaille…

Rangliste

1. Pascal Loher, (Lehrbetrieb Zünd Systemtechnik AG, Altstätten SG)
2. Andreas Horn (RUAG Aerospace, Zweisimmen)
3. Christian Lang (Paul Scherrer Institut, Villigen)

4. (in alphabetischer Reihenfolge) Marco Berger (Schindler Elettronica S.A., Locarno); Silvio Bucher, (Schindler Elettronica S.A., Locarno); Guillaume Galeazzi, (CEPTA-DHE, Petit-Lancy); Luca Giambonini (Schindler Elettronica S.A., Locarno); Daniel Gilgen, (Ascom Schweiz AG, Bern); Gabriel Gräni (Lehrwerkstätten Bern, Bern); Baptiste Hoffmeyer (Ecole d’Horlogerie et de Microtechnique, Porrentruy) ; Marc Labudde (Lehrwerkstätten Bern, Bern); Felix Mosimann ( Acs Solutions Schweiz AG, Bern); Jérémy Rodeschini (Bobst SA, Lausanne); Claudio Waser (Müller Martini Electronic AG, Zofingen)


Sie haben die Besucher der Genfer Bildungsmesse beeindruckt: Teilnehmer der Elektroniker-Meisterschaft.



Sie holten sich die Medaillen und werden um das Japan-Ticket kämpfen (v.l.): Andreas Horn, Pascal Loher und Christian Lang.


Blumen für verdienten Meister Pascal Loher.



Er freute sich über das hohe Niveau und den Publikumserfolg: Cheforganisator Paul Hüppi.

Thomas Brunner gewinnt den 11. Swiss Culinary Cup

Thomas Brunner heisst der diesjährige Gewinner des renommierten Swiss Culinary Cup. Der 42-jährige Küchenchef des Kantonsspitals Olten setzte sich am diesjährigen Finale in Weggis klar gegen fünf weitere Konkurrenten durch.

Brunners Komposition enthielt unter anderem Köstlichkeiten wie Bruschette mit Thonfischpaste und gebratenem Thunfisch, marinierte grüne Spargeln mit Rohschinken, marinierten Seeteufel im Ofen gebraten auf Thaireis an roter Currysauce sowie die Dessertkreation "Geeistes Himbeersabayon parfümiert mit Champagner begleitet von frittierten Limettenravioli und Zwergorangenkompott". Sie wurde von der elfköpfigen hochkarätigen Fachjury mit den meisten Punktezahlen klar an erste Stelle gesetzt. Den zweiten Rang belegte Karim Madhour ("Seehotel" Katsanienbaum), Dritter wurde Alexander Nussbaum ("Baur au Lac", Zürich). Am Wettbewerb nahmen 40 Berufsköche aus der ganzen Schweiz teil; sechs von ihnen schafften den Sprung ins Final nach Weggis.

Der Swiss Culinary Cup wird vom Schweizer Kochverband alljährlich ausgetragen, und zählt zu den anspruchsvollsten und für den Berufsstand prestigeträchtigsten Kochwettbewerben in der Schweiz. Er fand dieses Jahr bereits zum elften Mal statt. Georges Knecht, Präsident des Schweizer Kochverbandes zeigte sich, anlässlich der Preisverleihung in Luzern, im Beisein von nationaler Gastroprominenz, beeindruckt vom hohen Niveau aller sechs Finalisten: „Einmal mehr hat sich gezeigt, dass die Schweizer Köchinnen und Köche die besten Werbeträger für unseren Tourismus sind.“


Sie waren die Besten der 50 teilnehmenden Berufsköche (v.l.): Karim Madhour, Thomas Brunner und Alexander Nussbaum.
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