Berufsmeisterschaften der Gebäudetechnikbranche

Im Rahmen der Aargauischen Berufsschau kämpften in Lenzburg vor grossem Publikum die besten jungen Berufsleute der Gebäudetechnikbranche um den Schweizermeistertitel. Die Veranstaltung wurde zu einem grossen Erfolg.

Der Schweiss floss in Strömen während der fünf Tage, an denen die besten Lehrabschlussprüfungsabsolventen des Schweizerisch-Liechtensteinischen Gebäudetechnik-Verbandes (suissetec) in der Berufsschule Lenzburg ihr Können um den Schweizermeistertitel massen. Die Kandidaten aller drei Berufe mussten dabei anspruchsvolle Arbeiten bewältigen, die den verschiedensten Techniken und dem ganzen Materialspektrum gerecht wurden.

Neu vor Publikum
Etwas verunsichert reagierte dabei der eine oder andere Wettbewerbsteilnehmer auf das anwesende, sehr interessierte Publikum. Denn um die suissetec-Berufe einer breiteren Öffentlichkeit und vor allem auch vielen Schulabgängern zugänglich zu machen, entschloss sich der Verband, die Meisterschaften anlässlich der Aargauischen Berufsschau in Lenzburg durchzuführen. "Eine sehr gute Sache", kommentierte der stellvertretende Sanitär-Obmann und internationale Experte Markus Niederer diesen Entscheid. Und auch Markus Pfander, Leiter Prüfungen bei suissetec, war des Lobes voll. „Das hier ist in jeder Hinsicht ein idealer Rahmen, um unsere Berufe vorzustellen.“ Für Pfander stand am letzten Wettkampftag fest, dass dieser Anlass sich bewährt hätte. So erstaunt es denn nicht, dass der Austragungsort für die nächsten suissetec-Schweizermeisterschaften bereits feststeht: es ist die Zürcher Berufsmesse im Herbst 2007. Bis zu diesem Zeitpunkt will man auch versuchen, die Lüftungsanlagebauer in die Wettbewerbe miteinzubeziehen.

Starkes Teilnehmerfeld
Nur lobende Worte fanden Niederer und Pfander auch für die Arbeit der Kandidaten. „Von der Qualität her waren alle auf einem sehr hohen Niveau“, so Niederer, der es als Weltmeisterschafts-Experte wissen muss. "Tatsächlich hatten wir hier ein sehr starkes Teilnehmerfeld“, doppelte Pfander nach. Er fand es sehr schön, einen Wettbewerb mit derart hohem Standard durchführen zu können – „das gefällt auch den Kandidaten, sie spornen sich gegenseitig an und haben so eine Herausforderung“. Markus Pfander hob noch einen weiteren Aspekt des Meisterschaftskampes hervor: „Alle Teilnehmer werden gute Berufschancen haben; die Teilnahme in Lenzburg es ist durchaus ein Leistungsausweis, den die Arbeitgeber zur Kenntnis nehmen werden. Denn sie wissen, dass hier motivierte und fachlich ausgewiesene junge Berufsleute am Werk waren.“

Prominenter Gast
Die Bedeutung des Anlasses wurde dadurch unterstrichen, dass Ursula Renold, Direktorin des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie, an der Schlussfeier teilgenommen und die Medaillen übergeben hat. Sie gratulierte den Teilnehmer und dem Verband zur gelungenen Veranstaltung: „Solche Anlässe sind die beste Werbung für die Berufsbildung, nur so kann die Öffentlichkeit erfahren, welche grossartigen Leistungen unsere Nachwuchsleute erbringen können.“ Seine helle Freude an den Meisterschaften hatte auch suissetec-Zentralpräsident Peter Schilliger: „Hier wurde ein Schaufenster unserer Berufe gezeigt.“


BBT-Direktorin Ursula Renold hielt an der Schlussfeier eine vielbeachtete Ansprache, in der sie die Bedeutung der Berufsbildung und der Berufswettbewerbe unterstrich.


Peter Schilliger, Zentralpräsident von suissetec, bezeichnete den Wettbewerb als "das Schufenster unserer Berufe".


Die drei Obmänner waren nach der gelungenen Meisterschaft gut gelaunt (v.l.): Ulrich Mummenthaler, Markus Niederer und Josef Wey.

Schweizermeisterschaft der Sanitär- und Heizungsmonteure

In einem qualitativ hoch stehenden Wettkampf setzten sich an der Schweizermeisterschaft in Lenzburg Patrick Huser bei den Sanitärmonteuren und Adrian Daku bei den Heizungsmonteuren durch.

Die Meisterschaft der Sanitärmonteure wurde für die meisten Teilnehmer zu einem Kampf gegen die Zeit. Denn das komplizierte Werkstück, bei dem alle wichtigen Materialien zum Einsatz kamen, erforderte neben genauem Schaffen auch eine straffe Zeiteinteilung. So war denn auch der stellvertretende Obmann Markus Niederer nicht überrascht als nicht alle Kandidaten mit der Arbeit fertig wurden. „Wir haben die Latte sehr hoch gesteckt, die Aufgabe war sicher wesentlich schwieriger als bei der Lehrabschlussabprüfung, und sie hat sogar das WM-Niveau übertroffen.“ Niederer war mit seinen zehn Schützlingen dennoch zufrieden. „Sie habe trotz Zeitnot souverän und unkompliziert gearbeitet.“ Die meisten Probleme ortete der Experte bei der Dichtheit und der Massgenauigkeit. „Das ist aber normal und an allen Wettbewerben die Crux.“

Der Kampf mit dem Kupferrohr
Ganz knapp in der Zeit lag der Sieger Patrick Huser, der auf die Minute geanu fertig wurde. Die Masse waren für den Ostschweizer, der mit einem beträchtlichen Vorsprung gewann, nie ein Problem, dafür kämpfte er mit dem Kupferrohr. „Ich habe seit Jahren nie mehr mit Kupfer gearbeitet, und das ist ein sehr eigenes Metall.“ Alles in allem sei es für ihn aber ein „Superwettkampf“ gewesen. Der 21-Jährige ist übrigens eine Art Veteran, denn er hatte schon vor zwei Jahren an der Meisterschaft der Heizungsmonteure teilgenommen und den hervorragenden zweiten Platz belegt.

Kompliziertes Werkstück
Im Wettbewerb der „Heiziger“ spielte die Zeit kaum eine Rolle, wenn auch die Aufgabe hier keineswegs leicht war, wie Obmann Ulrich Mumenthaler betonte. Beim komplizierten Werkstück kamen alle gängigen Schweisstechniken zum Einsatz, was einige Kandidaten teilweise überforderte. Dennoch war der Experte bei seinem ersten Meisterschaftseinsatz mit dem Niveau zufrieden, wenn er auch durchaus Steigerungsmöglichkeiten bei Massgenauigkeit und Dichtheit sah.

Überraschter Sieger
Am Ende lag ein Trio dem übrigen Teilnehmerfeld klar voraus. Adrian Daku siegte mit einem recht kleinen Vorsprung auf seine beiden Konkurrenten Raphael Meister und Simon Romer. „Ich hatte glücklicherweise die Zeit ziemlich gut aufgeteilt, sodass ich die meisten Fehler korrigieren konnte. In einem Fall hatte ich jedoch Pech, ein sehr einfaches Stück war undicht“, gab Daku nach der Schlussfeier zu Protokoll. Entsprechend skeptisch sah der Aargauer, der nach der Lehre bei der Rickling AG in Spreitenbach nach Zürich zum Ingenieurbureau Herbert Hediger gewechselt hat, der Siegerehrung entgegen. „Eigentlich hatte ich nicht mehr mit einem Podestplatz gerechnet“, meinte der 20-Jährige, der den Wettkampf und das Beisammensein mit Kollegen echt genossen hat. „Für mich war der Sieg die bisherige Krönung in meinem Beruf, den ich wahnsinnig gerne habe.“ Nachzutragen wäre, dass der Adrian Daku ein wahrer „Bildungsmensch“ ist und bereits in der Weiterbildung als Heizungsplaner steckt.

Komplizierter Weg nach Japan
Den Schweizermeistertitel haben Patrick Huser und Adrian Daku zwar auf sicher, doch sie sind damit nicht automatisch für die Berufsweltmeisterschaft 2007 in Japan qualifiziert. Zum einen werden sie sich im kommenden Dezember im suissetec-Bildungszentrum in Lostorf mit den Siegern der Schweizermeisterschaft 2005 messen müssen. Zu diesem Anlass möchte der Verband noch Kandidaten aus anderen Ländern einladen, damit es zu einem richtigen Wettkampf kommt. Zum anderen ist die getrennte Berufsbildung für Sanitär- und Heizungsmonteure, wie sie die Schweiz kennt, ein wahres Unikum: in fast allen Ländern handelt es sich um ein und denselben Beruf, weshalb man an der Weltmeisterschaft auch nur die Sparte „Plumbing“ kennt. In einem zusätzlichen Wettkampf Sieger Sanitärmonteure gegen Gewinner Heizungsmonteure muss also entschieden werden, wer die Schweiz in Japan vertreten soll.

Ranglisten


Meisterschaft der Sanitärmonteure

1. Patrick Huser, Alt St. Johann SG (Lehrbetrieb: Arthur Tobler, Alt St. Johann)
2. Raphael Meister, Schaffhausen SH (Neukom AG, Rafz)
3. Simon Romer, Weesen SG (Wehrle Haustechnik, Amden)

Zertifikate (in alphabetischer Reihenfolge): Simon Nyffenegger, Obfelden ZH (Ritschard, Ottenbach); Thierry Stöckli, Stettlen BE (Kräuchi Haustechnik AG, Stettlen); Aurelien Stoppa, Lignières NE (Chiffelle Installations Sanitaires, Neuchâtel); Sascha Weidmann, Andelfingen ZH (Karl Erb AG, Thalheim); Benjamin Widmer, Gränichen AG (Paul Ryser AG, Aarau); Claudio Zanet, Neuhausen am Rheinfall SH (Hans G. Sulzer AG, Schaffhausen); Philippe Zwahlen, Hasle-Rüegsau BE (Max Schüpbach AG, Lützelflüh-Goldbach).


Meisterschaft der Heizungsmonteure

1. Adrian Daku, Spreitenbach AG (Lehrbetrieb: Ricklin AG, Wettingen)
2. Simon Mock, Flawil SG (SBS-Energietechnik AG, Oberuzwil)
3. Ueli Röschli, Buchberg SH (Axima AG, Winterthur)
Zertifikate (in alphabetische Reihenfolge): Daniel Bohl, Stein SG (Arthur Tobler, Alt St. Johann); Shkumbin Reci, Arni SG (Eichholzer Haustechnik AG, Oberlunkhofen); Patrick Ryter, Saanen BE (Jaggi / Rieder AG, Saanen); Marco Spanó, Wohlen AG (Hans Meyer AG, Wohlen); Patrick Zbinden, Frauenfeld TG (W. Schütz Heizungsbau, Gachnang).


Ehrung durch Prominenz: BBT-Chefin Ursula applaudiert den besten Sanitätsmonteuren (v.l.) Simon Romer, Patrick Huser und Raphael Meister.


Sie holten sich die Medaillen bei den Heizungsmonteuren (v.l.): Ueli Röschli, Adrian Daku und Simon Mock.


Volle Konzentration ist angesagt: Adrian Daku


Dakus Arbeit wurde von der Jury am besten bewertet.



Schaffen, bis sich die Rohre biegen: Patrick Huser



Dieses Werkstück brachte Patrick Huser die Goldmedaille ein.

Sanitärmonteure:


Raphael Meister


Simon Romer


Simon Nyffenegger


Thierry Stöckli


Aurelien Stoppa


Sascha Weidmann


Benjamin Widmer


Claudio Zanet


Philippe Zwahlen

Heizungsmonteure:


Simon Mock


Ueli Röschli



Daniel Bohl


Reci Skhumbin


Patrick Ryter


Marco Spanó


Patrick Zbinden


Einblick in die helle Werkstatt, in der die Sanitärmoneure am Werk waren.


Und so sah es bei den Heizungsmonteuren aus.

Schweizermeisterschaft der Spengler

Bei den Spenglern setzte sich an der diesjährigen Meisterschaft in Lenzburg in einer sehr ausgeglichen Konkurrenz Daniel Keller durch. Die Teilnahme an der WM 2007 in Japan hat der junge Aargauer aber noch nicht auf sicher.

Drei Tage lang, geschlagene 20 Stunden massen, schnitten, formten und hämmerten zehn junge Spengler in Lenzburg um die Wette. Die neun Deutschschweizer und der Romand mussten ein Metalldach im System Doppelfalz bedecken. Die Gaube – so der Fachbegriff für eine Lukarne – sollte mit farbbeschichtetem Aluminium schuppenartig belegt werden. „Wir verlangen eine saubere Arbeitsweise und ein dichtes Dach“, fasste Spengler-Fachlehrer Kurt Studer die Anforderungen an die Kandidaten zusammen. Das Niveau entspricht damit etwa der Spengler-Polierprüfung; die Teilnehmer mussten denn auch im praktischen Teil ihrer Lehrabschlussprüfung eine Note von 5,0 oder mehr vorweisen.

Hohes Niveau
Nach Wettkampfschluss zog Josef Wey als zuständiger Obmann eine positive Bilanz. „Alle zehn Kandidaten wurde mit der anspruchsvollen Aufgabe fertig. Sie arbeiteten voll konzentriert. Man sah auch, dass die meisten sich mit intensiven Trainings auf die Meisterschaft vorbereitet hatten. Das Niveau war erfreulich hoch.“ Sieger Daniel Keller war sogar eine Viertelstunde vor Kontrollschluss mit der Arbeit fertig. Und sein Dach gefiel ihm: „Als ich das fertige Stück sah, wusste ich, dass ich eine Chance auf eine gute Platzierung hatte.“ Das Schwierigste sei neben der Massgenauigkeit das Vermeiden von Kratzern gewesen, meinte der 20-Jährige.

Fernziel heisst Japan
„Wir arbeiten auf einem hohen Niveau, weil wir einen unserer Jungspengler 2007 an die Berufsweltmeisterschaften in Japan schicken wollen“, begründet der internationale Experte Kurt Studer die hohen Anforderungen. „Das Bewertungssystem entsprach denn auch jenem, das an der WM angewendet wird“, betonte der seit 13 Jahren an Schweizer- und Weltmeisterschaften tätige Experte. Die ersten drei der Ausmarchung von Lenzburg werden sich im Dezember noch einmal miteinander messen, bevor entschieden wird, wer schliesslich nach Japan fliegen darf. Damit hat auch Philippe Kehrli durchaus eine Chance, eine „Familientradition“ zu schaffen: Sein Cousin Giles Kehrli holte nämlich an der letzten WM in Helsinki die Goldmedaille. Diese Medaille war um so wertvoller, als der Berner wegen einer schweren Grippenerkrankung benachteiligt war und den Wettkampf zeitweise unterbrechen musste. Philippe Kehrli will denn auch alles unternehmen, um sich doch noch zu qualifizieren: „Ich weiss, dass ich noch besser sein kann als hier in Lenzburg.“ Daniel Keller ist aber zuversichtlich: „Mit guter Vorbereitung soll ich das Japan-Ticket holen können.“

Stressresistenz ist gefragt
Im Land der aufgehenden Sonne werden die Spengler übrigens ebenfalls ein Metalldach im Doppelfalzsystem erstellen müssen; ein entsprechendes Projekt ist laut Studer bereits ausgewählt worden und muss nun noch zu 30 Prozent überarbeitet werden. Lenzburg war so gesehen quasi eine erste Vorbereitung auf Japan. „An der WM wird der Stress noch um einiges grösser sein“, stellt der Kurt Studer in Aussicht. „Eine seriöse Vorbereitung ist umso wichtiger, als es an der Spitze ziemlich eng werden dürfte.“ Es sei äusserst wichtig, dass sich die Kandidaten klare Zielvorgaben stellten und diese auch einhielten. „Sie müssen sich vor allem punkto Arbeitstempo richtig einschätzen, denn gravierende Fehler können kaum noch ausgebügelt werden.“

Rangliste

1. Daniel Keller, Full-Reuenthal AG (Lehrbetrieb: Palla + Partner AG, Kleindöttingen)
2. Philippe Kehrli, Utzigen BE (Peter Künzi AG, Ittigen)
3. Andy Kämpf, Sigriswil BE (Brügger Spenglertechnik AG Thun)

Zertifikate (in alphabetischer Reihenfolge): Andri Fanoni, Samedan GR (F. Duttweiler AG, Samedan); David Möckli, Villnachern AG (P. Schuppisser AG, Niederrohrdorf); Diego Moor, Zofingen AG (Kunz GmbH, Zofingen); Christian Ostermeier, Surava GR (Rinald Casutt Spenglerei, Surava); Jörg Pircher, Abtwil / St. Josefen SG (Fässler Wasser AG, Engelberg); Fabien Prétôt, Orsières VS (J.M. Sarrasin SA, Orsières); Marco Wandfluh, Kandergrund BE (Schärer AG, Münsingen).


Sie sind die besten Jungspengler des Jahres 2006 (v.r.): Daniel Keller, Philippe Kehrli und Andy Kämpf.


Seine Masse stimmten am besten: Schweizermeister Daniel Keller hat exakt gearbeitet.


Kellers Werkstück gefiel am besten.



Philippe Kehrli


Andy Kämpf


Andri Fanioni


David Möckli


Diego Moor


Christian Ostermeier


Jörg Pircher


Fabien Prétôt


Marco Wandfluh


Experte Kurt Studer war mit den gezeigten Leistungen recht zufrieden.

Schweizermeisterschaft der Automechaniker

Daniel Justiniano, Philippe Allenbach oder Raphael Huber werden die Schweiz an der Berufs-WM 2007 in Japan vertreten. Sie distanzierten die restlichen zehn Kandidaten an der Schweizermeisterschaft der Automechaniker in Lenzburg.

Schweizermeister aus der Romandie sind wegen der unterschiedlichen Strukturen der Berufsbildung sehr selten. Nicht so bei den Automechanikern, wo dank der gezielten Anstrengungen der Westschweizer Sektionen des Autogewerbeverbandes der Schweiz (AGVS) immer wieder Spitzenkandidaten antreten. Dieses Jahr reichte es sogar zum Meistertitel: Daniel Justiniano aus Monthey setzte sich in Lenzburg gegen 12 Konkurrenten durch. Vizemeister wurde der Berner Oberländer Philippe Allenbach, und Bronze ging an den Aargauer Raphael Huber. Die diesjährigen Titelkämpfe der Automechaniker fanden parallel zum Wettbewerb der Spengler im Rahmen der Aargauischen Berufsschau in Lenzburg statt. Dabei wurde alles noch nicht entschieden, wer die Schweiz an der Berufs-WM in Japan vertreten wird. Die drei Erstplatzierten messen sich im Frühling 2007 an einem 5-Länder-Wettkampf in Österreich mit jungen Automechanikern aus Österreich, Deutschland, Luxemburg und dem Südtirol. Der dort Bestplatzierte Eidgenosse wird dann im Herbst 2007 nach Japan geschickt.

Kampf um „Japan“
„Ich freue mich riesig über den Schweizermeistertitel. Jetzt hoffe ich, dass ich mich auch für die WM in Japan qualifizieren kann“, meinte Daniel Justiniano nach der Siegerehrung. Der 20-jährige Unterwalliserabsolviert momentan die Berufsmatur, fährt einen Toyota Starlet und hat „Autos schon immer geliebt“. Auch der zweitplatzierte Philippe Allenbach gab sich optimistisch: „Ich hoffe, dass ich am 5-Länder-Wettkampf Daniel noch überflügeln kann.“ In einer Beziehung ist das Überflügeln aber unmöglich: Daniel Justiniano kann auf die Unterstützung von 13 Geschwisterten (!) zählen.

Wille und Ehrgeiz
„Das Niveau der diesjährigen Kandidaten war topp“, zog Arnold Schöpfer, Sachbearbeiter Aus- und Weiterbildung beim AGVS und Bereichsleiter technische Berufe und Diagnostik bereits während des Wettbewerbs Bilanz. Neben der “ausgezeichneten Selektion durch die Sektionen“ machte der Experte auch den „Willen und Ehrgeiz der Kandidaten“ für den hohen Leistungsstandard verantwortlich. Dies sei umso erstaunlicher, als einzelne Kandidaten momentan die Rekrutenschule absolvieren und deshalb kaum Zeit für eine seriöse Vorbereitung fanden. „Jeder von ihnen hat eine Riesenleistung erbracht, damit er überhaupt hier sein kann.“

Schwierige Aufgaben
Die 13 Kandidaten hatten Arbeiten sowohl im Bereich Elektrik/Elektronik als auch rein mechanische Arbeiten zu erledigen. So mussten sie die Funktion eines Starters überprüfen, Fehler in einem automatischen Getriebe diagnostizieren und beheben, eine Kurbelwelle und einen Zylinder ausmessen, eine Schaltung auf Fehler überprüfen und diesen korrigieren, ein Radlager ersetzen oder – von verschiedenen Kandidaten als „besonders schwierig bezeichnet – selber eine Bremsleitung anfertigen.

Viel Training nötig
„Im Hinblick auf eine Teilnahme an der WM in Japan legen wir besonderes Gewicht auf das Verständnis von technischem Englisch“, sagte Ausbildner Schöpfer, denn „dort wird unser Kandidat kaum Manuals in Deutsch oder Französisch vorfinden“. Bevor die drei Erstplatzierten von Lenzburg an die nächste Ausmarchung nach Österreich reisen, werden sie direkt bei den Importeuren fachlich trainiert, wie Jürg Fluri, Leiter Berufsbildung beim AGVS, sagte. „Dazu werden wir ihnen ein mentales Training mit einem Spezialisten ermöglichen.“

Erhöhte Ansprüche, neue Berufsbilder
Bis im Jahr 2010 werden laut Schöpfer noch Lahrabschlussprüfungen (LAP) von Automechanikern stattfinden. Denn das Autogewerbe gehört zu den Branchen mit einer überdurchschnittlich rasanten Entwicklung. Moderne Automobile enthalten immer mehr elektronische Komponenten, die Technologie wird immer komplexer. Damit verbunden haben sich auch die Berufsbilder verändert. Deshalb entwickelte der AGVS im Auftrag des Bundes per 1. Januar 2007 die drei neuen Berufsbilder Automobil-Mechatroniker/-in (4 Jahre, LAP ab 2011, vormals Automechaniker oder Autoelektriker/-elektroniker), Automobil-Fachmann/-frau (3 Jahre, LAP ab 2010, vorher Automonteur) und Automobil-Assistent/-in (2 Jahre, LAP ab 2009, ganz neu) ein, über die sich interessierte Berufsanwärter am Stand des AGVS an der Aargauischen Berufsschau informieren konnten.
Die drei neuen Berufe sind Teil eines gezielten Nachwuchsförderungsprogramms, das der AGVS Mitte dieses Jahres lanciert hat.Insgesamt stehen in der Autobranche gegen 12°000 Jugendliche in der Ausbildung.

Rangliste

1. Daniel Justiano, Monthey (Lehrbetrieb: Garage R. Udressy SA, Troistorrents)
2. Philippe Allenbach, Adelboden (Garage Margeli, Adelboden)
3. Raphael Huber, Schinznach-Dorf (AMAG Service, Schinznach-Bad).

Diplome (in alphabetischer Reihenfolge): Manuel Bächler, Düdingen (RG Automobiles SA, Fribouerg); Christoph Bächli, Brugg (Garage Huber, Mellingen); Jason Deane, Andermatt (Garage Loretz, Andermatt); Manfred Demmel, Oberrindal (Neff Automobile, Flawil); Sébastien Feller, Attalens (Garage Etoile, Renens); Roger Lehmann, Gals (Garage Mäder, Täuffelen); Fabio Merlo, Banco (Garage Falduto Sagl, Magliaso); Thomas Raemy, Zumholz (Garage Josef Raemy, Brünisried); Adrian Schnoz, Segnas (Garage Coray AG, Disentis); Claudio Walser, Wald AR (Sammelplatz Garage AG, Appenzell).




Sie strahlten um die Wette (v.l.): Raphael Huber, Daniel Justiniano und Philippe Allenbach.


Er will an die Berufs-WM: Daniel Justiniano bei Vermessen von Getriebe.


Philippe Allenbach




Raphael Huber


Manuel Bächler


Christoph Bächli


Jason Deane


Manfred Demmel


Sébastine Feller


Roger Lehmann


Fabio Merlo


Thomas Raemy


Adrian Schnoz


Claudio Walser

3. Europameisterschaften der Gärtnerinnen und Gärtner

Besser geht es wirklich nicht: An der diesjährigen Europameisterschaften der „grünen Branche“ im französischen Roville holten sich die beiden Schweizer Teams souverän Gold und Silber.

Für Delegationschef Peter Stadelmann steht fest: „Das war wohl einmalig, das kommt wohl nie wieder vor.“ Tatsächlich hat es eine solche Dominanz einer Nation bei den internationalen Wettkämpfen der jungen Gärtnerinnen und Gärtner noch nie geben.

Präsidiale Komplimente
Der Verband Schweizerischer Gärtnermeister (VSG) feierte den Erfolg seiner Nachwuchsequipen mit einem Empfang in Zofingen. Präsident Antoine Berger freute sich in seiner Ansprache über die in Roville erkämpften Medaillen. Er erinnerte aber auch an die Tatsache, dass die Schweizer Landschaftsgärtner 2005 in Helsinki Berufsweltmeister wurden. „Mit solchem Nachwuchs dürfen wir wirklich auf eine gute Zukunft für unseren Beruf hoffen“, meinte Berger.

Schwere Aufgaben
In Roville gingen insgesamt 19 Teams aus 12 Ländern an den Start. Das Wettkampfprogramm hat das gesamte Spektrum des Gärtnerberufs abgedeckt. Neben einer individuellen Fitnessprüfung galt es neun Aufgaben in den folgenden Bereichen zu lösen:
• Pflanzenernährung/Düngen
• Tischgesteck herstellen
• Gartensitzplatz erstellen
• Baggerführung (Graben ausheben)
• Rosen veredeln
• Pflanzenschutz (Schädlingserkennung)
• Bewässerung/Aussaat
• Pflanzenerkennung
• Vermessen

Gemischte Teams
Die vielfältigen Wettbewerbsinhalte hatten natürlich Auswirkungen auf die Zusammensetzung der Equipen. So bestand das siegreiche Schweizer Team aus den beiden Zierpfanzengärtnerinnen Barbara Steiner (Wädenswil) und Sabine Halbeisen (Laufen) sowie dem Landschaftsgärtner Yves Rolli (Thun). Das andere Schweizer Trio setzten sich aus den Landschaftsgärtnern Tobias Iten (Kirchberg SG) und Beat Wyss (Wengi b. Büren) sowie der Zierpfanzengärtnerin Barbara Uehlinger (Neunkirch SH) zusammen. Die beiden Teams harmonierten bestens. „Je nach Aufgabe hat jemand von uns drei jeweils die Führung übernommen“, erzählte Sabine Halbeisen. So war Yves Rolli etwa beim Baggern und Vermessen der „Chef“, während Sabine Halbeisen beim Tischgesteck den Lead übernahm (sie hatte schliesslich die Zusatzausbildung als Floristin absolviert); Barbara Steiner wusste als Teamseniorin (mit 23 Jahren) am meisten über Schädlinge und Rosenveredelung.

Erfahrene Landschaftsgärtner
In der Schlussabrechnung zeigte sich, dass die Eidgenossen ihre Spitzenplätze dem fast perfekten Abschneiden in den landschaftsgärtnerischen Disziplinen verdanken. Für Coach Andreas Kopp kam dies nicht unerwartet: „Unsere Männer verfügen über viele praktische Kenntnisse und hatten dank der diesjährigen Schweizermeisterschaft auch schon etwas Wettkampferfahrung.“ Zur Erinnerung: Yves Rolli erreichte mit seinem Partner Beat Wyss bei diesen Meisterschaften in Oeschberg den zweiten Platz. Die beiden fanden übrigens, dass die Aufgaben in Roville „eher einfacher waren, weil viel mehr Zeit zur Verfügung stand“.

Überraschte Sieger
Schweiz 1 wurde mit 157,55 Punkten (von 200 möglichen) Europameister, Schweiz 2 kam auf ein Total von 153,54 Punkten. Südtirol auf Rang drei lag mit 148,78 Punkten schon klar zurück. Barbar Steiner war vom Resultat sehr überrascht: „Wir hatten schon mit einer Platzierung gerechnet, aber an den Sieg sicher nicht gedacht.“ Ähnlich erging es Beat Wyss: „Nach unseren Problemen bei der Pflanzenkenntnis und bei der Bewässerung sah ich ziemlich schwarz. Offenbar hatten die anderen Teams noch grössere Schwierigkeiten.“ Einig waren sich die jungen Berufsleute über die schwierigste Aufgabe: „Es war klar die Erkennung der Schädlinge, wir haben die meisten Falter vorher nur selten oder überhaupt nicht gesehen“, meinte Barbara Steiner. Delegationsleiter Peter Stadelmann lobte seine Schützlinge in höchsten Tönen: „Die beiden Teams hatten fachlich kaum Schwächen, waren total motiviert und passten menschlich bestens zusammen. Das ist bei gemischten Mannschaften häufig nicht der Fall.“

Bescheidene Preise
Die Belohnung für die „Supergärtnerinnen und -gärtner“ ist recht bescheiden ausgefallen. Es gab Medaillen, kleine Andenken und Rosenstöcke. Das Siegertrio wurde zudem zum Junggärtner-Kongress in England eingeladen. „Die Preise sind allerdings nicht so wichtig, viel wichtiger ist das einmalige Erlebnis und die Freude am Sieg. Und ein wenig stolz sind wir auch, dass wir den Europameistertitel in die Schweiz holen konnten“, hielt Sabine Halbeisen fest.
Die nächsten Europameisterschaften werden 2008 in der Nähe von Wien stattfinden. Die Schweiz wird erneut zwei Teams stellen. „Natürlich werden wir versuchen, den Erfolg von Roville zu wiederholen, aber die Konkurrenz ist jetzt gewarnt. Vor allem die Österreicher, die dieses Jahr als Favoriten galten, werden beim Heimspiel besser aussehen wollen“, betonte Peter Stadelmann.

Rangliste

1. Schweiz 1 157,55
2. Schweiz 2 153,54
3. Italien (Südtirol) 148,78
4. Österreich 2 141,49
5. Tschechien 1 140,09
6. Deutschland 1 139,95
7. Estland 137,52
8. Österreich 1 133,62
9. Belgien 2 133,43
10. Belgien 1 130,91
11. Deutschland 2 128,01
12. Tschechien 2 125,38
13. Frankreich 2 124,35
14. Polen 123,03
15. Frankreich 1 119,15
16. Ungarn 117,63
17. Niederlande 113,30
18. Luxemburg 102,50



Die Schweizer Delegation vor Wettkampfbeginn in Roville (von links): Andreas Kopp, Sabine Halbeisen, Beat Wyss, Barbara Uehlinger, Tobias Iten, Barbara Steiner, Yves Rolli und Peter Stadelmann.


Gruppenbild beim VSG-Empfang in Zofingen (von links):Andreas Kopp, Tobias Iten, Yves Rolli, Barbara Uehlinger, Sabine Halbeisen, Beat Wyss, Barbara Steiner, Peter Stadelmann und Verbandspräsident Antoine Berger.

Die Europameister strahlen (v.l.): Sabine Halbeisen, Ives Rolli und Barbara Steiner.


Sie holten sich die Silbermedaillen (v.l.): Tobias Iten, Barbara Uehlinger und Beat Wyss.


Sie führten die Schweizer Teams zum Erfolg: (Delegationsleiter Peter Stadelmann (r.) und Coach Andreas Kopp.

“Goldener Schuhlöffel” 2006

336 junge Berufsleute haben dieser Tage eine zweijährige Lehre als SchuhverkäuferIn bzw. eine dreijährige als Detailhandelsangestellte abgeschlossen. 17 von ihnen wurden in Aarau mit dem „Goldenen Schuhlöffel“ geehrt.

Dass der Schweizerische Schuhhändler-Verband SSV seine Lehrabschlussfeiern an besonderen Orten durchführt, hat Tradition. War es im vergangenen Jahr die Pferderennbahn in Zürich-Dielsdorf, wo der Verband seinen beruflichen Nachwuchs ehrte, so begrüsste SSV-Präsident Dieter Spiess heuer eine illustre Schar im Circus Monti in Aarau. „Wir waren noch nie im Zirkus“, sagte Spiess vor den jungen Berufsleuten, ihren Eltern und ihren ehemaligen Ausbildnern. Das Bild vom Zelt erinnerte den SSV-Präsidenten an die Zeiten im Betrieb oder in der Schule. „Ab sofort seid ihr aber selbständig“, führte er den jungen Schuhverkäufern vor Augen und ermahnte sie, „das hohe Seil mit Vorsicht, aber ohne Angst zu begehen“. Und der oberste Schuhverkäufer der Nation bat die jungen Fachkräfte um eines: Sich weiterzubilden und ihr Fachwissen auszubauen.

Beethoven zitiert
„Soll ein Schuh nicht drücken“, zitierte launisch Berufsbildungskommissionspräsident Max Blattner aus Ludwig van Beethovens (1770–1827) „Die Schöne Schusterin“, „muss man sich anschicken, und überall das erste Mal sich selber hinbemühen, ihn an den Fuss zu ziehen: denn oft fehlt’s an Geduld, den Schuh recht anzufassen, den Fuss darein zu passen.“ Blattner nahm dies zum Anlass, über den Stellenwert von Schuhen nachzudenken. Wissen über Schuhe sei zunehmend gefragt, sagte Blattner, und die Auszuzeichnenden wüssten, was ein guter Schuh sei: „Wenn der Kunde zurück kommt und nicht der Schuh“…
Alle Ausgebildeten hätten eine grosse Herausforderung gemeistert, und die erreichten Resultate ermöglichten ihnen einen hervorragenden Start ins Berufsleben. Die Resultate durften sich denn auch sehen lassen, wie Blattner betonte: Von 336 Kandidatinnen und Kandidaten haben ganze 17 einen Notendurchschnitt von 5,3 oder mehr erreicht. Über die Bestnote von 5,8 durfte sich Olivia Steinmann (Schuhhaus Küng, Sursee) freuen. Zweimal die 5,7 und gleich dreimal die 5,6 rundeten das höchst erfreuliche Notenbild ab.
Und weil Leistung sich lohnt, erhielten sie alle – bzw. die 15, die in Aarau anwesend waren, 14 Frauen und ein Mann – schliesslich den „Goldenen Schuhlöffel“. Und zwar einen grösseren als jener im vergangenen Jahr; dazu gabs auch gleich noch ein Jahresabonnement der „Schuhkurier“. Denn man will ja im Bild sein. Der Abend in Aarau wurde mit einem feinen Essen unterm Zirkuszelt und einer vielseitigen circensischen Darbietung des Circus Monti gekrönt.


Die Rangliste
Note 5,8: Steinmann Olivia, Schuhhaus Küng, Sursee (Verkäuferin V)
Note 5,7: Blank Gaby, Karl Vögele AG, Basel (V); Niederberger Sandra, Karl Vögele AG, Emmenbrücke (V).
Note 5,6: Badat Corinne, Schuhhaus Kessler, Siebnen (Detailhandelsangestellte DHA); Gerber Evelyne, Wenger Schuhe + Sport, Langnau (DHA); Wagner Claudia, Karl Vögele AG, Uzwil (DHA)
Note 5,4: Barrese Carmen, Peterhans AG, Winterthur (V); Forzinetti Daniela, Bata Schuh AG, Olten (V); Gilgen Stefanie, Karl Vögele AG, Bern (V); Marti Sandro, Schuhhaus Walder AG, Thun (V); Mendes Odaise, Karl Vögele AG, Biel (V); Oesch Nadine, Tiefenbacher Schuhe, St. Gallen (V)
Note 5,3: Blaser Sandra, Ochsner Shoes, Zürich (V); Eckert Désirée, Peterhans AG, Winterthur (V); Heldstab Maya, Karl Vögele AG, Rapperswil (V); Nenning Stefanie, City Botty, St. Gallen (DHA); Vali Linda, Karl Vögele AG, Haag (DHA)


Sie alle haben die "Herausforderung Schuh" mit Bravour bestanden - und dafür den "Goldenen Schuhlöffel" erhalten.


Berufsbildungskommissionspräsident Max Blattner gratuliert der Schweizermeisterin Olivia Steinmann.

Schweizer Meisterschaften der Metallbauer 2006

Die Schweizer Metallbauer haben ihren Schweizer Meister 2006 erkoren. In einem harten beruflichen Wettbewerb kämpften 15 Kandidaten und eine Kandidatin aus der ganzen Schweiz anlässlich der Gehla in Chur um den begehrten Titel.

Gewonnen hat die spannende Meisterschaft schliesslich hat Michael Schafflützel. Er wird den Schweizer Metallbau an den Berufsweltmeisterschaften WorldSkills 2007 in Japan vertreten. Der Sieger ist 21 Jahre alt und stammt aus Mosnang SG. Der zweite Rang ging an Stefanie Burch aus Lungern/OW, der dritte an Adrian Zihlmann aus Buochs/NW. Es war das erste Mal, dass eine Frau an den Schweizer Meisterschaften der Metallbauer teilgenommen hatte. Und Stefanie Burch benutzte dies mit ihrem zweiten Rang zu einem fulminanten Auftritt in einer weitgehend von Männern dominierten Domäne.

Anspruchsvolle Aufgabe
Die Wettbewerbsteilnehmer bekamen alle die gleiche Aufgabe gestellt, nämlich einen Computer-Tisch mit integrierter Schublade herzustellen. Dazu wurden ihnen das Material und ein Konstruktionsplan ausgehändigt. Aus diesen Ausgangsmaterialien stellten die Teilnehmenden den Tisch von a bis z her; sie hatten für Arbeitsvorbereitung, Zuschnitt des Materials, Verarbeitung und Oberflächenfinish insgesamt 22 Arbeitsstunden. Zum Einsatz kamen verschiedene Metalle, welche mit den im Metallbau üblichen Arbeits- und Schweissmethoden verarbeitet werden mussten. Zu diesem Zweck wurde an der Gehla eine komplette Metallbauwerkstatt mit fünf Arbeitsplätzen, ausgestattet mit modernsten Geräten und Maschinen, eingerichtet. Natürlich war dies nur dank des namhaften Einsatzes von Sponsoren aus Zulieferantenkreisen und Mitgliedern des Fachverbandes Metallbau Graubünden möglich.
Ein sechsköpfiges Expertenteam beurteilte die fertigen Arbeiten anhand vordefinierter und messbarer Kriterien. Die bestimmende Rolle spielte dabei die Einhaltung der vorgegebenen Masse (70 Prozent der Bewertung), beurteilt wurden aber auch die Qualität der Schweissnähte, die Verarbeitung der verschiedenen Metalle, die Güte der verschiedenen eingesetzten Arbeitstechniken, die äussere Erscheinung der fertigen Tische sowie die Funktionsfähigkeit der beweglichen Teile. Die fertigen Arbeiten zeigen, dass das Niveau der Metallbauer-Ausbildung und der Berufskenntnisse in der Schweiz im internationalen Vergleich sehr hoch ist. Die bisherigen, regelmässigen Medaillenerfolge der Schweizer Metallbauer an den Berufsweltmeisterschaften belegen dies im Übrigen eindrücklich.

Zufriedene Experten
Peter Mathis, der erfahrene Chefexperte – er hat seit 1995 an sechs Weltmeisterschaften und fünf Schweizer Meisterschaften als Experte, Chefexperte und Konstrukteur der Aufgabe teilgenommen – zeigte sich erfreut über die Qualität der Arbeiten: „Wir stellen eindeutig einen grossen Fortschritt fest. Die Arbeiten sind präziser geworden, die Arbeitsvorbereitung intensiver und das Bewusstsein für die Einhaltung der Masse ist sehr gewachsen in den letzten Jahren.“ Für Peter Mathis war der gesamte Einsatz während elf Jahren immer ein Hobby, welches er neben seinem Berufsalltag als Betriebsleiter in einer bedeutenden Metallbaufirma und seinem Familienleben ausgeübt hat.

Überraschter Sieger
Der Sieger Michael Schafflützel – er hat in der Mosnanger Firma Büsser Metallbau seinen Beruf gelernt und arbeitet immer noch dort – war von seinem Sieg völlig überrascht. Er strahlte und konnte es noch kaum glauben: "Das hätte ich nie gedacht", bekannte er nach der Preisübergabe. Für ihn war die Arbeit eine "ganz normale Metallbauarbeit aus dem Arbeitsalltag". Der junge Mann wusste kaum, wo ihm der Kopf stand: Plötzlich steht man im Mittelpunkt des Interesses, alle stellen Fragen, die Medienleute wollen Fotos noch und noch, Bekannte und Wildfremde gratulieren, Sponsoren drücken einem Artikel in die Hand, mit denen zusammen man fotografiert wird. Und dann das Auto. Ja, der gefalle ihm schon sehr, der Mini, mit dem er jetzt zwei Jahre lang herumfahren wird. Für den bekennenden Auto-Freak ist dies ein wundervolles Geschenk.
Intensive Zeit
Bald schon wird ihn der Alltag wieder einholen. Wer weiss, vielleicht wird jetzt seine Alltagsarbeit künftig noch etwas intensiver unter die Lupe genommen. Er hat sich die Messlatte hoch gesetzt. Daneben beginnt eine intensive Zeit des Trainings auf die Weltmeisterschaften. Sie wird ihn weiterbringen. Aber vorerst kann er einfach das Gefühl geniessen, für die nächsten zwei Jahre Schweizer Meister im Metallbau zu sein.

WorldSkills 2007
Die Schweizerische Metall-Union beteiligt sich alle zwei Jahre an den internationalen Berufswettbewerben, den World-Skills. Durch kontinuierlichen Ausbau der Selektion und der Intensivierung des Trainings konnten 1999 in Montreal, 2001 in Seoul und 2006 in Helsinki Medaillenränge erreicht werden. 2003 wurde mit dem vierten Rang das Podest knapp verfehlt. 2007 finden die WorldSkills in in Numazu City, Shizuoka Prefecture, Japan, vom 14. bis 21. November 2007 statt.


Rangliste

1. Michael Schafflützel, Krummenau
2. Stefanie Burch, Lungern
3. Adrian Zihlmann, Buochs
4. (in alphabetischer Reihenfolge): David Amsler, Kaistens; Curdin Joos, Untervaz; Loic Bastian, Forel; Kevin Jost, Steffisburg; Philipp Bucher, Ebikon; Heinz Lüthi, Hermiswil; Filipe Curado, Sierre; Mathieu Migy, St. Ursanne; Stefan Dähler, Trogen; Lionel Simon, Lausanne; Alessandro Di Blasi, Ascona; Sergio Tschenett, Müstair; Jona Geiser, Port.


Freude nach dem spannenden Wettkampf: Verbandspräsident Emil Weiss mit dem Siegestrio.

Ihnen hat es es zu einem Podestplatz gereicht, doch auch ihre Leistung verdient grosse Anerkennung.


Erfolg für die einzige Frau im Teilnehmerfeld: Mit voller Konzentration verfolgt Stefanie Burch die Ausführungen des Chefexperten Peter Mathis

Für Michael Schafflützel hat sich die Teilnahme gelohnt: Als Sieger darf er zwei Jahre lang gratis einen schnittigen Mini fahren und an der WM in Japan teilnehmen. Und ein Küsschen von der hübschen Bünder Miss gabs auch...