23. August 2006
Schweizer Berufsmeisterschaft der Dachdecker
Anlässlich der Lehrabschlussprüfungsfeier des Schweizerischen Verbandes Dach und Wand (SVDW) im Swisspor-Werk in Dulliken fand auch die dritte öffentliche Schweizermeisterschaft der Dachdecker statt. Der Sieg ging an den Thurgauer Robert Rüsch.
Dass es durchaus Sinn macht, die offizielle Lehrabschlussprüfungsfeier des SVDW und die Berufsmeisterschaft der Dachdecker zusammenzulegen, beweist der Umstand, dass sich für den diesjährigen Wettkampf nur gerade vier Kandidaten gemeldet hatten, wovon schliesslich deren drei antraten. „Wir hatten Rekrutierungsprobleme“, gab Beat Hanselmann, Leiter praktische Bildung am Polybau-Bildungszentrum Uzwil, denn auch unumwunden zu.
Lehrlinge integriert
Denn obwohl die besten Schweizer Dachdecker seit fast zwanzig Jahren an den Weltmeister-Wettbewerben der Internationalen Föderation des Dachdeckerhandwerks IFD mitmachen – und dabei stets vorderste Ränge belegen –, sei die offizielle Schweizermeisterschaft, die heuer erst zum dritten Mal stattfand, noch zu wenig bekannt. „Unser Wettbewerb ist noch nicht zur Tradition geworden, deshalb haben wir jetzt bewusst die Lehrlinge in den Anlass integriert“, so Hanselmann. Auch Sébastien Cettou, Chefexperte und Wettkampf-Mentor, gab seiner Hoffnung Ausdruck, durch diese Veranstaltung mehr Lehrlinge orientieren und motivieren zu können. Künftig soll Meisterschaft im SVDW-Bildungszentrum Uzwil stattfinden, dessen Infrastruktur entsprechend ausgebaut wurde.
WM-Nationensieg 05
Doch obwohl sie nur zu dritt waren, legten sich die Kandidaten in den Werkhallen der Swisspor AG vor zahlreich erschienenem Publikum mächtig ins Zeug. Nebst Chefexperte Cettou schauten ihnen dabei zwei ganz spezielle Juroren auf die Finger: der Emmentaler Hannes Jakob, Schweizermeister 05, und der Jurassier Philippe Nikles, Bronzegewinner 05. Zusammen mit Marcel Züst vertraten sie die Schweiz letzten November an der Dachdecker-Weltmeisterschaft im südafrikanischen Kapstadt. Sie erkämpften sich dabei sowohl in der Sparte Steildach (hinter Deutschland) als auch in der Sparte Flachdach (hinter Ungarn) die Silbermedaille, was zum
Nationen-Weltmeisterschaftstitel unter den 14 angetretenen Ländern reichte.
Im Herbst die WM in Polen
Hannes Jakob fand es sehr schade, dass in Dulliken nicht mehr Wettkämpfer angetreten waren. Sowohl als auch Philippe Nikles werteten ihre WM-Teilnahme als Supererfahrung. „Wir würden es allen empfehlen, wenn sie die Möglichkeit dazu haben.“ Und diese Möglichkeit erhal-ten – was sie vorgängig nicht wussten – auch alle drei Teilnehmer der Schweizermeisterschaft; dazu wird noch ein vierter Kandidat rekrutiert. Aufgeteilt in Zweierteams wird das Quartett an der diesjährigen WM Mitte November im polnischen Krakau teilnehmen.
Ungewohntes Publikum
Nach geschlagener Schlacht zeigten sich die drei jungen Dachdecker ob ihrer eigenen Leistung nur mässig begeistert. Alle beklagten die ungewohnte Anwesenheit von Publikum – eine Wettkampfbedingung, an die sie sich jedoch auch für die WM gewöhnen müssen. „Die Leute haben genervt, ich konnte den Kopf nicht bei der Sache haben“, meinte etwa Josef Flamer. An der WM in Krakau möchte er „möglichst gut abschneiden und mein Bestes geben“. Doch er habe hier in Dulliken auch gemerkt, dass er noch viel üben müsse. Noch motivierter zeigte sich der neue Schweizermeister Robert Rüsch, der wie seine beiden Kollegen die Wettbewerbsaufgabe aus Zeitnot nicht ganz zu Ende brachte. „Die WM ist eine einmalige Sache; man kann dabei nur dazulernen.“ Sein Ziel ist klar: "Der erste Platz.“ Schon fast verzagt wirkte hingegen Franz Grossen, der mit seiner Arbeit lange nicht zufrieden war. Umso mehr freute er sich dann über die Silbermedaille. „Ich vertrage Stress schlecht, aber wenn ich noch trainieren kann, dann würde mich die WM schon reizen." Üben werden die vier WM-Teilnehmer jedenfalls noch reichlich, und zwar unter der kundigen Führung von Sébastien Cettou.
Vier attraktive Berufe
Anlässlich der Lehrabschlussprüfungsfeier in Dulliken wurde ersichtlich, dass das neue Polybau-Bildungskonzept ein Erfolg ist. In den vier Berufsfachrichtungen Flachdachbauer, Dachdecker, Fassadenbauer und Gerüstemonteur verzeichne man heute 60 Prozent mehr Lehrlinge als früher, erklärte Beat Hanselmann nicht ohne Stolz. Dass der SVDW bei der Bildung immer an vorderster Front dabei sein will, zeigte sich schliesslich bei den zahlreich vergebenen Diplomen für eine gute Lehrabschlussprüfung (ab Note 5,2) in den vier Fachrichtungen. Beson-ders erfreulich war, dass dabei auch zwei Frauen – eine Fassadenbauerin und eine Flachdachbauerin – ausgezeichnet werden konnten.
Rangliste
1. Robert Rüsch, Roggwil TG (Lehrbetrieb: Dawag, Wittenbach SG)
2. Franz Grossen, Souboz BE (Roland Marcionetti, Moutier)
3. Josef Flamer, Rindal SG (Ramseier, Flawil)

Sie werden sich nun auf die WM in Polen vorbereiten (v.l.). Chefexperte Sébastien Cettou, Josef Flamer, Robert Rüsch und Franz Grossen.

Robert Rüsch

Franz Grossen

Josef Flamer

Die ganz besondere Fachjury (v.l.): Hannes Jakob, Philippe Nikles und Sébastien Cettou.

SVDW-Vorstandsmitglied Beno Wicki überbachte die Grüsse des Verbandes.
Dass es durchaus Sinn macht, die offizielle Lehrabschlussprüfungsfeier des SVDW und die Berufsmeisterschaft der Dachdecker zusammenzulegen, beweist der Umstand, dass sich für den diesjährigen Wettkampf nur gerade vier Kandidaten gemeldet hatten, wovon schliesslich deren drei antraten. „Wir hatten Rekrutierungsprobleme“, gab Beat Hanselmann, Leiter praktische Bildung am Polybau-Bildungszentrum Uzwil, denn auch unumwunden zu.
Lehrlinge integriert
Denn obwohl die besten Schweizer Dachdecker seit fast zwanzig Jahren an den Weltmeister-Wettbewerben der Internationalen Föderation des Dachdeckerhandwerks IFD mitmachen – und dabei stets vorderste Ränge belegen –, sei die offizielle Schweizermeisterschaft, die heuer erst zum dritten Mal stattfand, noch zu wenig bekannt. „Unser Wettbewerb ist noch nicht zur Tradition geworden, deshalb haben wir jetzt bewusst die Lehrlinge in den Anlass integriert“, so Hanselmann. Auch Sébastien Cettou, Chefexperte und Wettkampf-Mentor, gab seiner Hoffnung Ausdruck, durch diese Veranstaltung mehr Lehrlinge orientieren und motivieren zu können. Künftig soll Meisterschaft im SVDW-Bildungszentrum Uzwil stattfinden, dessen Infrastruktur entsprechend ausgebaut wurde.
WM-Nationensieg 05
Doch obwohl sie nur zu dritt waren, legten sich die Kandidaten in den Werkhallen der Swisspor AG vor zahlreich erschienenem Publikum mächtig ins Zeug. Nebst Chefexperte Cettou schauten ihnen dabei zwei ganz spezielle Juroren auf die Finger: der Emmentaler Hannes Jakob, Schweizermeister 05, und der Jurassier Philippe Nikles, Bronzegewinner 05. Zusammen mit Marcel Züst vertraten sie die Schweiz letzten November an der Dachdecker-Weltmeisterschaft im südafrikanischen Kapstadt. Sie erkämpften sich dabei sowohl in der Sparte Steildach (hinter Deutschland) als auch in der Sparte Flachdach (hinter Ungarn) die Silbermedaille, was zum
Nationen-Weltmeisterschaftstitel unter den 14 angetretenen Ländern reichte.
Im Herbst die WM in Polen
Hannes Jakob fand es sehr schade, dass in Dulliken nicht mehr Wettkämpfer angetreten waren. Sowohl als auch Philippe Nikles werteten ihre WM-Teilnahme als Supererfahrung. „Wir würden es allen empfehlen, wenn sie die Möglichkeit dazu haben.“ Und diese Möglichkeit erhal-ten – was sie vorgängig nicht wussten – auch alle drei Teilnehmer der Schweizermeisterschaft; dazu wird noch ein vierter Kandidat rekrutiert. Aufgeteilt in Zweierteams wird das Quartett an der diesjährigen WM Mitte November im polnischen Krakau teilnehmen.
Ungewohntes Publikum
Nach geschlagener Schlacht zeigten sich die drei jungen Dachdecker ob ihrer eigenen Leistung nur mässig begeistert. Alle beklagten die ungewohnte Anwesenheit von Publikum – eine Wettkampfbedingung, an die sie sich jedoch auch für die WM gewöhnen müssen. „Die Leute haben genervt, ich konnte den Kopf nicht bei der Sache haben“, meinte etwa Josef Flamer. An der WM in Krakau möchte er „möglichst gut abschneiden und mein Bestes geben“. Doch er habe hier in Dulliken auch gemerkt, dass er noch viel üben müsse. Noch motivierter zeigte sich der neue Schweizermeister Robert Rüsch, der wie seine beiden Kollegen die Wettbewerbsaufgabe aus Zeitnot nicht ganz zu Ende brachte. „Die WM ist eine einmalige Sache; man kann dabei nur dazulernen.“ Sein Ziel ist klar: "Der erste Platz.“ Schon fast verzagt wirkte hingegen Franz Grossen, der mit seiner Arbeit lange nicht zufrieden war. Umso mehr freute er sich dann über die Silbermedaille. „Ich vertrage Stress schlecht, aber wenn ich noch trainieren kann, dann würde mich die WM schon reizen." Üben werden die vier WM-Teilnehmer jedenfalls noch reichlich, und zwar unter der kundigen Führung von Sébastien Cettou.
Vier attraktive Berufe
Anlässlich der Lehrabschlussprüfungsfeier in Dulliken wurde ersichtlich, dass das neue Polybau-Bildungskonzept ein Erfolg ist. In den vier Berufsfachrichtungen Flachdachbauer, Dachdecker, Fassadenbauer und Gerüstemonteur verzeichne man heute 60 Prozent mehr Lehrlinge als früher, erklärte Beat Hanselmann nicht ohne Stolz. Dass der SVDW bei der Bildung immer an vorderster Front dabei sein will, zeigte sich schliesslich bei den zahlreich vergebenen Diplomen für eine gute Lehrabschlussprüfung (ab Note 5,2) in den vier Fachrichtungen. Beson-ders erfreulich war, dass dabei auch zwei Frauen – eine Fassadenbauerin und eine Flachdachbauerin – ausgezeichnet werden konnten.
Rangliste
1. Robert Rüsch, Roggwil TG (Lehrbetrieb: Dawag, Wittenbach SG)
2. Franz Grossen, Souboz BE (Roland Marcionetti, Moutier)
3. Josef Flamer, Rindal SG (Ramseier, Flawil)

Sie werden sich nun auf die WM in Polen vorbereiten (v.l.). Chefexperte Sébastien Cettou, Josef Flamer, Robert Rüsch und Franz Grossen.

Robert Rüsch

Franz Grossen

Josef Flamer

Die ganz besondere Fachjury (v.l.): Hannes Jakob, Philippe Nikles und Sébastien Cettou.

SVDW-Vorstandsmitglied Beno Wicki überbachte die Grüsse des Verbandes.











