Schweizer Pech an der Patisserie-WM


Das Schweizer Trio von Phoenix (v.l.): Gérald Saudan, Rolf Mürner, Thomas Schwarzenberger und Coach Franz Ziegler.

Grosse Enttäuschung für das Schweizer Team an der Patisserie-WM in den USA. Die drei Eidgenossen belegten nur den siebenten Schlussrang.

Die 3. Konditoren-Weltmeisterschaft fand in Phoenix (Arizona) auf Schwindel erregend hohem Niveau statt. Die zehn Teams übertrafen sich mit innovativen Ideen. Schokoladen-, Zucker- und Pastillage-Schaustücke sowie aussergewöhnliche Kreationen bei den Tellerdesserts, Torten, Pralinen und Patisserie boten viel Abwechslung. Das von Franz Ziegler gecoachte Schweizer Team – Rolf Mürner, Gerald Saudan und Thomas Schwarzenberger – überraschte die Degustationsjury mit speziellen Rezepten. Leider verpasste es knapp den angestrebten vierten Platz. Kommentar des enttäuschten Teamcaptains Rolf Mürner: „Uns ist am ersten Tag mit dem Tellerdessert ein sehr guter Start gelungen. Doch dann machten wir einige kleinere Fehler, und hatten das Pech, dass unser Zuckerschaustück auf dem Präsentationstisch zerbrochen ist.“

Der „Pastry Team World-Champinoship“ ist der fairste, prestigeträchtigste und grösste Anlass dieser Art der Welt. Die
22-köpfige Jury bewertet nicht nur Aussehen und Geschmack, sondern auch Arbeitsweise, Techniken, Sauberkeit und Teamwork.
Den begehrtesten Titel der Branche gewann das Team Frankreich vor Japan und den USA Japan mit dem sicherlich höchsten je an einer Weltmeisterschaft gezeigten Schokoladeschaustück (über zwei Meter!) war der Publikumsliebling. Die nächste WM findet 2008 ebenfalls in den USA in Nashville (Tennessee) statt. Die Schweiz wird mit Sicherheit daran teilnehmen.
Mehr Infos: www.pastrychampionship.com.

Das Klassement:
1. Frankreich (1098 Punkte); 2. Japan (945); 3. USA (912); 4. Italien (656); 5. Singapur (624); 6. Südkorea (619); 7. Schweiz (548); 8. Russland (480); 9. Mexiko (477); 10. Polen (309)


Sie haben sich tapfer geschlagen (v.l.): Gérald Saudan, Thomas Schwarzenberger und Rolf Mürner.


Das Schokoladenstück der Schweizer hat der Jury gefallen...


...während das Zuckerstück leider auf dem Präsentiertisch zerbrach.

Coiffure-WM : Zweimal Gold für die Schweiz


Sie holten für die Schweiz in Moskau zwei Goldmedaillen (von links): Danilo Pompili (Winterthur), Suela Crameri (Li Curt), Taila Müller (Steinmaur), Drahgana Drk (Seuzach), Carole Corminboeuf (Avenches), Sandra Kirchhofer (Ostermundigen).

Anfang Juli haben in Moskau die Weltmeisterschaften Hairworld 2006 im Coiffurefach stattgefunden. Die Schweiz war mit zwei Junioren-Teams vertreten – und ist prompt zweimal Weltmeister geworden.

Insgesamt haben über 600 Coiffeure und Coiffeusen aus mehr als 50 Ländern an dem grossen Fest der Coiffurebranche in der russischen Hauptstadt teilgenommen. Die Schweiz beschränkte sich – wie immer in den letzten Jahren – auf die Teilnahme in den beiden Wettbewerben der Junioren.
Der Teamwettkampf bestand aus verschiedenen Teilprüfungen. Im Damenfach wurden eine Hochsteckfrisur und eine Trendfrisur (Haarschnitt und Styling) gemacht. Gleichzeitig wurde die Farbe bei der Trendfrisur bewertet. Im Herrenfach zählten die Salonfrisur auf langem Haar sowie die Trendfrisur (Schnitt und Styling). Zusätzlich wurde die Farbe bei der Salonfrisur bewertet.
Die beiden Trainer, Enzo di Giorgio (Damenfach) und Paolo Pace (Herrenfach), haben die Schweizer Junioren optimal auf die Wettkämpfe vorbereitet. Und das hat sich gelohnt: Neben den beiden prestigerei-chen Goldmedaillen im Team gab es nochmals zwei Gold- und Silbermedaillen sowie eine Bronzemedaille in den Einzelwertungen. Im Damenfach setzten sich Carole Corminboeuf, Taila Müller und Danilo Pompili mit 1213 Punkte klar gegen Altmeister Italien (1189) und Deutschland (1181) durch. Bei den Herrenfrisuren war der Ausgang knapper. Draghana Drk, Sandra Kirchhofer und Suela Crameri siegten mit 1164 Punkte vor Favorit Frankreich (1158) und Italien (1155). Die Einzelmedaillen holten sich in Schnitt & Stiling Carole Corminboeuf (Gold) und Danilo Pompili (Silber); für Farbe bei der Trendfrisur gabs Gold für Carole Corminboeuf, die damit zur erfolgreichsten Juniorin der WM avenciert; Silber gabs für Taila Müller. Suela Crameri gewann zudem Bronze für ihre Salonfrisur auf langem Haar.
Der Schweizer Coiffeurnachwuchs setzt also seinen Siegszug fort. An den letzten beiden Berufsweltmeisterschaften (nicht identisch mit Hairworld) erreichten die Berner Geschwister Friederich (Bruno in Helsinki 2005) und seine Schwester Sibylle (in St. Gallen 2003) jeweils den zweiten Rang.

Neuer Weblog des Schweizerischen Gewerbeverbandes

Swisscompetence hat die Medienarbeit bis 2007 an die Werbeagentur Ottiger & Partner BSW übertragen. Das hat für die Kommunikation des Schweizerischen Gewerbeverbandes (SGV) einige Konsequenzen. Dieser muss nämlich die Interessen aller seiner Mitglieder im Bereich der Berufsbildung vertreten und nicht nur über jene Verbände berichten, die Schweizer Meisterschaft durchführen. Zudem gibt es lokale und internationale Berufswettbewerbe, die sonst kaum Publizität haben.
Die wichtigste Neuerung betrifft den Weblog http://swisscompetence.kaywa.ch, der durch den Blog www.sgv-berufswettbewerbe.ch ersetzt wurde. Die Inhalte bleiben im Wesentlichen gleich. Auch die aktuelle Berichterstattung in der Schweizerischen Gewerbezeitung und im Journal des arts et métiers ist vorerst im gewohnten Umfang gewährleistet. Die SGV-Kommunikationsabteilung wird weiterhin für spezielle Wünsche und Anliegen der SGV-Mitglieder – etwa bei Anlässen, die nicht direkt mit Schweizer oder Weltmeisterschaften zu tun haben – ein offenes Ohr haben. Für die eigentliche Medien- und Öffentlichkeitsarbeit ist jedoch ausschliesslich die Geschäftsstelle von Swisscompetence zuständig (www.swisscompetence.ch).

Schweizer Berufsmeisterschaft der Landschaftsgärtner


Diese drei Teams holten sich die Medaillen (von links): Bern 2 mit Yves Rolli und Beat Wyss, Ostschweiz 2 mit David Keller und Simon Steiger sowie Aargau/beide Basel mit Christian Weibel und Michael Wiederkehr.

Im Rahmen der Fachmesse "öga" kämpften die besten jungen Landschaftsgärtner und -gärtnerinnen der Schweiz vor Publikum um den Titel des Schweizermeisters. Von den zwölf Zweierteams schwangen schliesslich die Thurgauer David Keller und Simon Steiger obenaus.

Der Schweiss floss in Strömen während der zwei schwül-heissen Tage, an denen die besten jungen Landschaftsgärtner und -gärtnerinnen aus allen Landesteilen im Rahmen der Fachmesse für Garten-, Obst- und Gemüsebau "öga" am Gartenbautechnikum Oeschberg im bernischen Koppigen um den Titel des Schwei-zermeisters rangen. Vorgängig hatten die fünf Deutschschweizer
Sektionen aufgrund der Lehrabschlussprüfungsnoten oder mittels regionaler Wettbewerbe je zwei Teilnehmer-Teams bestimmt.

Sehr erfreut zeigten sich Otto Rütter von der Abteilung Ga-La-Bau des Verbands Schweizerischer Gärtnermeister VSG und der internationale Wettbewerbsexperte Hans Kuster über die Tatsache, dass sowohl die Romandie als auch das Tessin erstmals je ein Team für den Wettkampf stellten. Christine Davatz-Höchner, offizielle Delegierte der Schweiz bei den WorldSkills und Chefin der Schweizer WM-Delegation, freute sich besonders über die beiden Kandidatinnen Cornelia Lenherr und Andrea Hunziker. „Ich muss dem VSG ein Kränzchen winden, weil er ganz gezielt Frauenförderung im Nachwuchs betreibt. Ich weiss aus Erfahrung, dass Frauen bei den Berufswettbewerben im Gartenbau durch die harte körperliche Arbeit bis zum Äussersten gefordert werden. Aber sie schaffen es und können durchaus Erfolg haben, es gab ja schon Medaillengewinnerinnen.“

Anspruchsvolle Aufgabe
So wagten sich denn in Koppigen nicht weniger als 24 junge Berufsleute unter den Augen des zahlreichen Messepublikums an die Wettbewerbsarbeit. Und diese hatte es – wie üblich – in sich. Auf einer Fläche von 3 x 3 Meter galt es in 15 Nettoarbeitsstunden ein landschaftsgärtnerisches Gesamtwerk zu erstellen. Vorgeschriebene Elemente waren eine doppelhäuptige Sitzmauer aus Sandstein in Form eines 180°-Bogens, Beläge aus Beton- und Natursteinen, ein Wasserbecken mit Folienabdichtung, eine Dauerbepflanzung und eine Wechselflorbepflanzung sowie eine Rasenanlage. Dabei orientierte sich die von Projektleiter Rütter ausgearbeitete Aufgabe in adaptiertem Rahmen an den Vorgaben der Berufsweltmeisterschaft, wie sie die Sieger 2007 in Japan zu bewältigen haben werden.

Riesige Herausforderung
Rütter und WM-Experte Kuster sind sich der riesigen Herausforderung, der sich das Schweizer Landschaftsgärtner-Team in Japan wird stellen müssen, voll bewusst. Denn an den letzten vier der alle zwei Jahre stattfindenden „WorldSkills“ holte die Schweiz nicht weniger als drei Mal Gold und ein Mal Silber. „Das Ziel ist ganz klar wieder der
Weltmeistertitel“, so Otto Rütter, „nur so macht es Sinn, an der WM
teilzunehmen.“ Und Hans Kuster doppelte gleich nach: „Für mich gibt es nur Gold als Ziel.“ Das Problem in Japan werde sein, dass alle übrigen Länder gegen die Schweiz arbeiteten. „Das wird ein ganz harter Kampf. Doch wir können supergenau und exakt schaffen“, ist sich der erfahrene Experte überzeugt.
Wie bisher wird Hans Kuster auch die diesjährigen Sieger in dem
intensiven Training begleiten, das sie vor Beginn der Weltmeisterschaft absolvieren müssen. Dabei geht es unter anderem zusätzlich um Fachspezifisches wie etwa exotische Materialien, die in Japan zum Einsatz kommen könnten.

Selbstkritische Kandidaten
Während die beiden Fachleute den engagierten Meisterschafts-
teilnehmern angesichts der anspruchsvollen Aufgabe ein sehr gutes Niveau attestierten, beurteilten diese sich selber eher kritisch. „Die Aufgabe wäre zu lösen gewesen, doch wir hatten Probleme mit dem Mäuerchen und sind deshalb nicht fertig geworden“, meinte beispielsweise deretwas enttäuscht wirkende Jonas Müller und tröstete sich gleich selbst. „Doch die Teilnahme an sich war eine gute Erfahrung.“
„Heiss und hart, aber lösbar“ so die Kurzzusammenfassung von Michael Wiederkehr. Auch er erachtete die Mauer als Knacknuss und wünschte sich für sich und seinen Kollegen Christian Weibel am liebsten den dritten Rang – den sie auch erreichten. „Eine Platzierung im vorderen Drittel des Feldes“ lautete der (tatsächlich realisierte) Wunsch von Cornelia Lenherr. Der Ostschweizerin war aber vor allem aber das Mitmachen, das „Sehen-wo-man-steht“, wichtig.

Tipps vom Weltmeister
Der Wettkampf entwickelte sich – einmal mehr – zu einem Duell zwischen Thurgau und Bern. Die Mutzen hatten wie schon vor zwei
Jahren am Ziel knapp das Nachsehen. Nach der Siegerehrung gab der strahlende David Keller zu, dass er sich noch nicht genau vorstellen könne, was mit der WM in Japan auf ihn und seinen Partner zukomme. „Ich denke, in grossen Zügen wird es ähnlich wie hier auf dem Oeschberg.“ Auf jeden Fall freue er sich auf die neue Herausforderung. Ähnlich sah das auch sein Teamkollege Simon Steiger, der die Verteidigung des Weltmeistertitels als schwierig einstuft. „Doch das ist eher ein zusätzlicher Ansporn, und wir werden uns voller Freude dahinter machen.“
Von Lorenz Arbogast, dem Goldmedaillengewinner von Helsinki 2004, der heute am Gartenbautechnikum Oeschberg tätig ist, gab es noch einen Gratistipp: ein Jahr lang wirklich hart trainieren. „Ansonsten kann ich den beiden nur alles Gute und viel Glück wünschen.“ Die frisch gebackenen Schweizermeister würden jedoch eine super Betreuung erhalten und – noch wichtiger – nie allein gelassen werden. „Denn was auf sie zukommt, ist gewaltig“, prophezeite Arbogast.

Die Rangliste
1. David Keller, Mettlen TG, und Simon Steiger, Märwil TG , Ostschweiz 2 (Betrieb: beide Tschann + Rietmann, Amlikon)
2. Yves Rolli, Thun, und Beat Wyss, Wengi b. Büren, Bern 2 (Linder Gartenbau AG, Steffisburg, Heinz Aemmer AG, Lyss)
3. Christian Weibel, Muri AG, und Michael Wiederkehr, Benzenschwil AG, Aargau/beide Basel 2 (beide Stutzer AG, Beinwil)

Übrige Teilnehmer nach Regionalsektionen:
Pascal Stingelin, Möhlin, und Patrick Schreiber, Wegenstetten, Aargau/beide Basel 1 (Wohlwend AG, Möhlin, Lanz AG, Möhlin)
Genaro Ruch, Schüpfheim, und Daniel Stooss, Rizenbach, Bern 1 (Fünfsterngarten AG, Luzern, Paul Minder, Murten)
Urs Arnold, Altdorf, und Nando Ebnöther, Adligenswil, Zentralschweiz 1 (Markus Enz AG, Altdorf, Müller Gartenbau, Udligenswil)
Patrik Eichenberger, Zell, und Jonas Müller, Buttisholz, Zentralschweiz 2 (Arnold Peter GmbH, Wauwil, Egli Gartenbau, Sursee)
Tobias Iten, Kirchberg, und Cornelia Lenherr, Oberuzwil, Ostschweiz 1 (Germann Gartenbau, Bazenheid, Frick Gartenbau, Oberbüren)
Frédéric Keuffer, Bremblens, und Vincent Stoll, Mathod, Romandie (beide Centre de Lullier, Jussy)
Marco Rossi Bertoni, Canobbio, und Josua Zumstein, Ticino (Stierlin Alberto, Muzzano)
Adrian Hänni, Gossau, und Andrea Hunziker, Thalwil, Zürich 1 (Egli Jona AG, Wagen, Fenner Gärten AG, Kilchberg)
Philipp Leuzinger, Wädenswil, und Remo Schärer, Samstagern, Zürich 2 (A. Berger Gartenbau, Kilchberg, Klopfstein AG, Samstagern)



Sie wollen in Japan den WM-Titel verteidigen (von links): Experte und Coach Hans Kuster, und das Thurgauer Kandidatenduo Simon Steiger und David Keller.


Anspruchsvolle Aufgabe tadellos bewältigt: Der Siegesgarten von David Keller und Simon Steiger.


Auch Frauen haben eine Chance: Cornelia Lenherr konnte mit den Besten mithalten.