Berufs-WM der jungen Dachdecker 2005 in Kapstadt

Kürzlich fand zusammen die 18. Weltmeisterschaft der jungen Dachdecker in Südafrika statt. In einem spannenden Wettkampf errangen die Schweizer Teams zweimal Silber und gewannen damit klar die Nationenwertung.
Traditionellerweise führte die Internationale Föderation des
Dachde-ckerhandwerks ihre 18 .Berufsweltmeisterschaft im Rahmen ihres diesjährigen Kongresses in Kapstadt durch. Das vom
Schweize-rischen Verband Dach und Wand (SVDW) entsandte Teilnehmerquartett war sehr erfolgreich. In der Kategorie Abdichtungen belegte der Westschweizer Philippe Nikles (St. Imier) den ausgezeichneten zweiten Rang hinter dem Weltmeister Ungarn aber vor Irland. In der Kategorie Dachdeckungen holte sich das Schweizer Team mit Marcel Züst (Teufen) und Hannes Jakob (Langnau) ebenfalls die Silbermedaille; Gold ging an Deutschland und Bronze an England. Die Schweizer Equipe hat sich unter der Leitung von Mentor Marcel Kaufmann (Wallbach) und seinem Nachfolger Sebastien Cettou (Bern), über mehrere Wochen mit grossem Einsatz auf diesen Wettbewerb vorbereitet. Das hat sich wahrhaft ausgezahlt, denn die Aufgaben waren recht schwierig.

Schwierige Aufgaben
In der Kategorie Abdichtungen (Flachdächer) stellten sich insgesamt sieben verschiedene Teams dem Wettbewerb. Es galt zwei
ver-schiedene Pflichtaufgaben zu lösen, die für die Bewertung zählten. Einerseits musste ein Flachdach mit Dunstrohr und Dachwassereinlauf mit einer Kunststofffolie abgedichtet werden. Andererseits musste ein Flachdach mit einem Aufbau mit einer Bitumen-Abdichtung ausgeführt werden. Der Aufbau wurde mit einem speziellen UV-Schutz
vorgestrichen. Nebst der Pflicht gab es noch eine Küraufgabe zu lösen, bei der ein halbkreisförmiges Dach mit einer Kunststofffolie abgedichtet werden musste.
In der Kategorie Dachdeckungen (geneigte Dächer) stellten sich
insgesamt zwölf verschiedene Teams dem Wettbewerb. Wie beim Flachdach galt es auch hier zwei verschiedene Pflichtaufgaben zu lösen, die für die Bewertung zählten. Die Schwierigkeit bei den Aufgaben bestand teilweise darin, dass verschiedentlich einheimische Materialien und Verarbeitungstechniken zur Anwendung gelangten, die für die Gastteams ungewohnt waren. In der Küraufgabe mit einer ausgedeckten Kehle zu lösen, bei der die Materialien frei wählbar waren.

Begeisterte Teilnehmer
„Die Schweizer Teilnehmer haben gezeigt, dass sie zu den weltbesten jungen Dachdeckern gehören. Es war toll, miterleben zu dürfen, wie sich diese jungen Berufsleute engagieren, wie sie unkompliziert mit anderen Teams kommunizieren und so internationale Brücken bauten“, freute sich SVDW-Delegierter Hansueli Sahli über den gelungenen Wettkampf. Und: „Das Team des Schweizerischen Verbandes Dach und Wand hat nicht nur am Wettbewerb hervorragend abgeschnitten. Die jungen Berufsleute haben in Südafrika für die Schweiz eine hervorragende Visitenkarte abgegeben. Dafür gebührt ihnen ein herzliches Dankeschön.“


Die Delegation des SVDW holte sich in Südafrika neben zwei Silbermedaillen auch Gold in der Nationenwertung (von links): Sebastien Cettou, Hannes Jakob, Marcel Züst, Philippe Nikles und Marcel Kaufmann.


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Mit ihrer Dachdeckung holten Marcel Züst und Hannes Jakob Silber.

Berufswettkampftag der Bäcker-Konditoren-Branche 2005

Siegerduo
Franziska Ilg (links) und Sandra Ulrich

Die „süsse Branche“ hat ihre diesjährigen Schweizer Meisterinnen erkoren. Die Siegerinnen heissen Franziska Ilg (Produktion) und Sandra Ulrich (Verkauf).

Am traditionellen Berufswettkampftag an der Richemont Fachschule Luzern massen sich die 29 besten Lehrabgängerinnen und -abgänger aus Produktion und Verkauf, um die Besten der Besten des Jahres 2005 zu bestimmen.

Anspruchsvolle Aufgabe
Elf junge Bäcker-Konditorinnen und sechs Bäcker-Konditoren hatten innerhalb von nur fünf Stunden eine knifflige Aufgabe zu lösen. Es galt unter dem Hauptthema „Hochzeit“ eine Reihe verschiedener Gebäcke, ein Spezialbrot und einen Zopf, herzustellen sowie eine Torte zu dekorieren. Nach dem letztjährigen Flop galt eine besondere Aufmerksamkeit zudem den Makronen: Die Teilnehmenden mussten neben der klassischen Form einen Fantasieartikel aus dem Makronenteig backen. „Das Programm war recht nahrhaft“, fand David Schmid, der Bäckerweltmeister von 2003, „zudem wurden die Ansprüche bezüglich der Kreativität klar gesteigert.“ Schmid, der am Richemont als Ausbildner tätig ist, zeigte sich von der Qualität des diesjährigen Wettbewerbs sehr angetan: „Abgesehen von einigen kleinen Patzern haben alle sehr gut geschafft.“

Kopf-an-Kopf-Rennen
Entsprechend knapp fiel bei diesem ausgeglichen Feld die Entscheidung: Franziska Ilg gewann mit dem winzigen Vorsprung von drei Punkten vor Daniela Zürcher, die wiederum bloss zwei Zähler vor Brigitte Wiget lag. Die Thurgauerin zeigte sich von ihrem Sieg total überrascht: „Als ich die hervorragenden Arbeiten meiner Konkurrentinnen und Konkurrenten sah, dachte ich überhaupt nicht an eine Medaille.“ Der Wettkampf sei für sie aber gut gelaufen. „Ich habe zuerst etwas gebummelt, doch später konnte ich Gas geben“, meinte Ilg, die demnächst von der Ostschweiz nach Gstaad wechseln wird.

Für die EM qualifiziert
Kaspar Sutter, Zentralpräsident des Schweiz. Bäcker-Konditorenmeister-Verbands (SBKV), fand die „eleganten“ Produkte der Siegerin „einfach super“. Besonders angetan hatten es ihm die fantasievollen Süssteiggebäcke (kleine Krokodile), als nicht ganz optimal erachtet er hingegen den etwa matten Zopf. „Insgesamt war das Niveau dieses Wettbewerbs sehr hoch, ich bin wirklich begeistert“, zog er ein positives Fazit. Auf die beiden Erstplatzierten wartet übrigens eine neue Herausforderung: Sie werden 2006 in Luxemburg an den Europameisterschaften teilnehmen und dabei die Titel in Einzel- und Nationenwertung zu verteidigen haben.

Sieg für Berner Verkäuferin
Auf hohem Niveau fand auch das Kräftemessen der zwölf Verkäuferinnen. Sie hatten neben Theoriekenntnissen in Warenkunde und Verkaufspsychologie die Aufgabe, ein Schaufenster zum Thema „Hoch-zeit“ zu gestalten. Den Sieg trug schliesslich klar Sandra Ulrich davon. Die Bernerin brachte allerdings die besten Voraussetzungen mit – sie bestand ihre Lehrabschlussprüfung mit der Traumnote von 5.9. „Einiges war mich für ganz neu wie etwa die Herstellung der Geschenkpäckli, doch insgesamt kam ich ohne Probleme durch“, freute sich die 18-Jährige, die ihre erste Arbeitsstelle bei der renommierten Berner Bäcke-rei Glatz schlicht „mega“ findet und dem Beruf treu bleiben möchte. SBKV-Zentralpräsident Präsident Sutter hatte auch an diesem Wett-bewerb viel Freude. „Der Nachwuchs im Verkaufsbereich ist für die Branche enorm wichtig, denn schöne und gute Produkte müssen auch kompetent verkauft werden.“ Er verspricht übrigens sich eine weitere Niveausteigerung durch die Einführung der dreijährigen Lehre in diesem Jahr.

Ranglisten
Nationaler Wettkampf der Bäcker-Konditoren-Branche, Produktion
1. Franziska Ilg, Wängi TG (Lehrbetrieb Peter Schenk, Elgg ZH)
2. Daniela Zürcher, Zauggenried BE (Christian Grossenbacher, Jegenstorf)
3. Brigitte Wiget, Rickenbach (Odilo Schelbert, Muotathal)

4. (in alphabetischer Reihenfolge) Franziska Böhi, Wängi TG (Lehrbetrieb: Christian Nafzger, Wängi); Nadja Emmenegger, Näfels GL (Märchy Gmbh, Näfels)
Martino Galli, Pura TI (Panetteria Magliasina, Magliaso); Carmen Gisler, Stans (Walter Odermatt, Stans); Nora Jolissaint, Porrentruy JU, (Jean-Pierre Roelli,
Porrentruy); Karin Knaus,Schönengrund AR (Alois Gerig, Waldstatt); Gregor Maier, Laufenburg AG, (Alfred Gunzenhauser, Sissach BL); Andi Müller, Günsberg SO (Bäckerei Müller, Niederwil SO); Felix Portmann, Malters LU (Bruno Bucher, Emmenbrücke); Joachim Protze, Crésuz FR (Jean Fuchs, Charmey FR);
Susanne Scherrer, Nesslau SG (Ruedi Hinder, Neu St. Johann); Silvan Tschirky, Schmerikon SG, (Hermann Janser, Tuggen SZ); Petra Vils, Vilters GR (Alois Ziegler, Landquart); Nicole Zubler, Schwyz (Stefan Büchli, Lenzburg AG).

Sonderpreis für Gestalten
Nora Jolissaint, Porrentruy


Nationaler Wettkampf der Bäcker-Konditoren-Branche, Verkauf

1. Sandra Ulrich, Kehrsatz BE (Lehrbetrieb: Bäckerei-Konditorei Fahrni, Belp)
2. Verena Stucki, Solothurn (Bäckerei Flury, Subingen SO)
3. Naharin Can, Baar (Bäckerei-Konditorei Zumbach AG, Unterägeri)

4. (in alphabetischer Reihenfolge) Nadia Albisser, Willisau (Bäckerei-Konditorei Gut, Willisau); Barbara Bösch, Urnäsch AR (Bäckerei-Konditorei Anderhalden, Herisau); Sandra Christen, Kirchberg BE (Bäckerei-Konditorei Zulauf AG, Roggwil BE); Sabrina Deiss, Herznach AG (Bäckerei-Konditorei Kunz, Frick); Rahel Durrer, Steinhausen ZG (Bäckerei Nussmbaumer AG, Steinhausen); Elisabeth Egli, Nesslau SG (Bäckerei-Konditorei Ziehler, Stein); Yvonne Kämpf, Sursee (Bäckerei-Konditorei Stocker AG, Sursee); Martina Muggli, Caslano TI (Panetarium AG, Münchwilen); Veronika Zurfluh, Isenthal UR (Lehn Beck AG, Altdorf).

prod
Die 17 jungen Berufsleute lieferten sich in der Sparte Produktion einen spannenden Wettkampf. Vorne das Siegestrio (v.l.): Daniela Zürcher, Franziska Ilg und Brigitte Wiget.

verk
Die 12 Verkäuferinnen zeigten bei ihrem Kräftemessen viel Kreativität. Vorne das Siegestrio (v.l).:Naharin Can, Sandra Ulrich, und Verena Stucki.

präsi
SBKV-Präsident Kaspar Sutter freute sich über hervorragenden Leistungen aller Teilnehmenden.

1. Schweizer Jugendmeisterschaften der Innendekorationsbranche

nähen


Ein starkes Frauentrio hat es geschafft: Marina Volkart (Innendekorateurin), Katja Essl (Innendekorationsnäherin) und Cecile Schenk (Sattlerin) sind die ersten Schweizer Meisterinnen in ihren Berufen geworden.

49 Kandidatinen und Kandidaten kämpften während vier intensiven Arbeitstagen im interieursuisse-Ausbildungszentrum im solothurnischen Selzach um die begehrten Titel. In den Werkstätten der Schweizerischen Fachschule für Wohnen und Gestalten zelebrierten die jungen Fachleute alte Handwerkskunst. Innendekorateure, Innendekorationsnäherinnnen und Sattler hatten, je nach Beruf und unter Vorgabe einer Maximalzeit, eine bis drei praktische Arbeiten zu bewältigen. Während die Materialwahl aus Gründen der Kreativität weit gehend den Teilnehmenden überlassen wurde, hatten diese in ihrer praktischen Arbeit klar definierte Anforderungen zu erfüllen. Doch der Wettkampf begann schon Wochen zuvor: Im Vorfeld erhielten die sich meist noch in der Lehre befindenden Jugendlichen einen schriftlichen Arbeitsauftrag, mit welchem sie sich individuell oder in der Gruppe vorbereiten konnten. Walter Pretelli, Leiter des Ausbildungszentrums in Selzach, war mit den 49 Kandidatinnen und Kandidaten sehr zufrieden: „Sie waren alle höchst motiviert von der Herausforderung und leisteten ohne Ausnahme gute Arbeit.“

Schwierige Aufgaben
Die Innendekorationsnäherinnen hatten verschiedene Arbeiten im Bereiche der Heimtextilien wie Vorhänge und Bettwaren nach Mass zu erstellen und wurden in folgenden Bereichen geprüft: Vorhänge, Dekorationen, Zuschnitt und Kissenarbeiten. Im Sattlerberuf wurde nach Massgabe eines hypothetischen Kunden eine Ledermappe und ein Gürtel gefertigt. Und die Innendekorateurinnen mussten innerhalb eigens erstellter Wohnraumattrappen eine Wand bespannen und ausschmücken, einen Bodenbelag erstellen sowie einen kleinen Sessel polstern und beziehen. „Bei solchen Arbeiten stehen wir heute in starker Konkurrenz mit den Grossverteilern, dies führt in der Branche zu einer Strukturbereinigung“, meinte Ausbildner Pretelli. „Dennoch können sich nach wie vor viele vorwiegend kleine Betriebe erfolgreich im Markt halten. Produktinnovationen und Fachberatung aus einer Hand schätzen immer mehr Kunden. Darum blickt interieursuisse zuversichtlich in die Zukunft.“

Die Jury und die Preise
Die Jury, bestehend aus aktiven Berufsleuten aus den entsprechenden Berufen, hatte die Arbeiten hinsichtlich dreier Kriterien zu bewerten: fachliche Ausführung, Marktfähigkeit und persönliche Handschrift. Unter den strengen Augen der Juroren wurden pro Beruf die ersten drei Ränge prämiert. Nebst den begehrten Medaillen erkämpften sich die Besten Ausbildungsprämien von insgesamt 7 500 Franken.

Sehr hoher Standard
Die drei neuen Schweizer Meisterinnen heissen: Marina Volkart, Katja Essl und Cecile Schenk. „Ihre Werkstücke sind marktfähige Leistungen und erreichten einen bemerkenswert hohen Standard“, lobte Roger Parolini, Leiter der Berufskommission. Und Zentralpräsident Roland Bräker ergänzte: „interieursuisse als Trägerorganisation dieses Anlasses freut sich darüber, dass eine neue Generation von qualifizierten Fachleuten heranwächst. Für unsere Branche ist es wichtig, junge Menschen mit einem guten Selbstwertgefühl in ihren Reihen zu haben.“

Blick in die Zukunft
„Das waren wirklich reife Leistungen“, freute sich Roger Parolini, der Leiter der ersten Schweizer Jugendmeisterschaft von interieursuisse. „Wir wurden vom grossen Interesse förmlich überrollt und sind mit den gemachten Erfahrungen mehr als zufrieden. Wir freuen uns auf die nächste Auflage, welche aufgrund der beschränkten Platzkapazität möglicherweise an einem anderen Ort stattfinden wird. Ideal wäre eine nationale Wohnveranstaltung, von der wir uns nebst einer grosszügige-ren Infrastruktur auch eine breitere Wirkung erhoffen. Auf diese Weise würden sich den Branchenpartnern auch effizientere Möglichkeiten bie-ten, um sich in diese Plattform wirkungsvoll einzubringen.“ Nach die-sem erfolgreichen Auftakt denken die Verantwortlichen in Selzach be-reits an die zweite Auflage. Sicher ist, dass sich die drei Siegerinnen der diesjährigen direkt für die Teilnahme an der Europameisterschaft der Branche im Jahr 2007 qualifiziert haben. Wo diese stattfinden werden, ist zur Zeit noch offen.

Ranglisten

Schweizer Meisterschaft der
Innendekorateure/innen 2005

1. Marina Volkart, Oberweningen ZH (Grundausbildung bei: Erich Meierhofer, Raumausstattungen, Oberweningen)
2. Anthony Geiser, Le Fuet BE (Loosli Sàrl, St-Blaise)
3. Marie Mouquin, Lausanne (Michel Waldmann, Vevey)
4. (in alphabetischer Reihenfolge): Thomas Aebi, Herzogenbuchsee (Steffen Raumkonzepte AG, Herzogenbuchsee); Dominik Ambühl, Dürnten ZH (Hans Winiger, Polsterei & Bodenbeläge, Jona); Karin Buri, Kirchberg BE (Kurt Wild Innendekoration, Kirchberg); Naomi Clerc, Granges-Pacot FR (Dekora-Möbel AG, Düdingen); Susanne Dobler, Rüti ZH (Hans Winiger, Polsterei & Bodenbeläge, Jona); Marco Duschén, Wohlen AG (Linus Koch, Innendekoration, Villmergen AG); Delia Giovanoli, Landquart GR (Roland Leuzinger, Innendekoration, Thusis); Edith Josi, Frutigen BE (Sattlerei-Innendekorationen Markus Wyttenbach, Wimmis); Thierry Klaus, Suhr (Möbel Ernst AG, Holziken AG); Helen Lüthi, Lausanne (Innendekorationen Beat Oechsli, Huttwil); Jelena Radmann, Seedorf UR (Innendekorationen Nick Anklin, Seedorf); Christelle Reusser, Meiringen (Innendekorationen Bodelbeläge Andreas Künzler, Hasliberg); Fjolla Rizvanolli, Lüchingen SG (Innendekorationen Willy Hutter, Kriessern SG); Gaëlle Roche, Boudry NE (Farine & Droz Sàrl, Neuchâtel); Sandra Röthli, Kerns OW (Raumgestaltung Werner Scheuber AG, Ennetbürgen); Luca Sartorio, Tann ZH (Frei AG, Meilen); Jasmin Schilling, Baden (Innendekoration Felix Märki, Brugg); Mirjam Schrader, Will AG (Innendekoration Felix Märki, Brugg).


Schweizer Meisterschaft der
Innendekorationsnäherinnen 2005

1. Katja Essl, Kronbühl SG (Grundausbildung bei Innendekorationen und Vorhänge Corinna Schiess, Niederuzwil SG)
2. Jeannine Wechsler, Winikon LU (Interieur Brigitte Schmocker, Luzern)
3. Franziska Beutler, Biel (Art-in Jungi-Calderari, Biel)
4. (in alphabetischer Reihenfolge): Marion Aeberhard, Altnau TG (Schiess Wohntextil AG, Oberweningen); Manuela Andermatt, Rotkreuz LU (DEKO Innendekor, Erlen); Nathalie Bürgler, Steinen SZ (Asco-Bettwaren AG, Arth); Janine Duppenthaler, Neuenhof AG (Le Coq/Polsterateiler Georg Hahn, Wettingen); Nicole Esser, Geuensee LU (Möbel Schaller AG, Geuensee); Justine Guex, Fully VS (Produit Céline/L’Etof’Fée, Leytron); Anita Kuster, Ebnat-Kappel SG (Weberei Graf AG, Krinau); Eveline Merkli, Freienwil AG (Le Coq/Polsterateiler Georg Hahn, Wettingen); Jovana Mitrovic, Flims (Maurus Cathomas, Illanz); Sabrina Quarti, Rüti b. Riggisberg BE (Art-in Jungi-Calderari, Biel); Natalie Rebetez, Schwarzenburg BE (Möbel Pfister AG, Thörishaus); Karin Schönenberger, Lütisburg SG (Gardinenfabrik AG, Oberuzwil); Sarah-Stephanie Schwertfeger, Bösingen BE (Vorhangatelier Karin Ruprecht, Laupen); Franziska Schwizer, Neu St. Johann SG (Weberei Graf AG, Krinau); Jeannine Wechsler, Winikon (Interieur Brigitte Schmocker, Luzern); Mirjam Widmer, Wattwil SG (Innendekorationen und Vorhänge Corinna Schiess, Niederuzwil SG)


Schweizer Meisterschaft der
Sattler/innen 2005

1. Cecile Schenk, Kaltacker BE (Grundausbildung bei Friedli Sattlerei GmbH, Wynigen)
2. Jessica Wohlwend, St. Gallen (Spirig Pferdesport, St. Gallen)
3. Mirjam Mock, Waldstatt AR (Röösli Sattelbau AG, Schachen LU)
4. (in alphabetischer Reihenfolge): Erika Bangerter, Wengi b. Büren BE (Sattlerei Andreas Studer, Aegerten); Aurélie Baumer, Sorens FR (Pierre Alain Vionnet, Vuadens); Sophie Bitz, Ogens VD (Ernest Muller, Mézières); Amaryllis Klee, Oberegg SG (Spirig Pferdesport, St. Gallen); Raymond Nicolet, Posat FR (Sellerie de Bourgo, Bulle).

innend
Die Besten im Innendekorateurberuf: Marina Volkart (Siegerin, Mitte), Anthony Geiser (2.) und Marie Mouquin (3.).

innend-näh
Die besten Innendekorationsnäherinnen: Katja Essl (Siegerin, Mitte), Jeannine Wechsler (2., rechts) und Franziska Beutler (3.).

sattlerinnen
Die besten Sattlerinnen: Cecile Schenk (Siegerin, rechts), Jessica Wohlwend (2., Mitte) und Mirjam Mock (3.).


Die interieursuisse-Verbandsleitung freute sich über die gleungen Premiere (v.l.): Roland Bräker (Zentralpräsident), Christoph Michel (Sekretariat), Walter Pretelli (Leiter Ausbildungszentrum), Peter Platzer (Zentralsekretär) und Roger Parolini (Leiter Berufskommission).

3. Schweizerischer Tag der Berufsbildung in Luzern

Raphael Stocker, der erst vor zwei Wochen erkorene Schweizer Meister der Konditor-Confiseur-Branche (siehe folgenden Beitrag), freute sich erneut: Am Tag der Berufsbildung gratulierte Bundesrat Joseph Deiss persönlich.

Der Tag der Berufsbildung gewinnt immer mehr an Bedeutung: Die diesjährige dritte Auflage des „Erntedankfest der Berufsbildung“, die an der Luzerner Ausbildungsmesse zebi über die Bühne ging, überzeugte jedenfalls voll.

Christine Davatz-Höchner, Leiterin der Schweizer Berufs-WM-Delegation und SGV-Vizedirektorin, sparte nicht mit Lob: „Ich muss dem Bundesamt für Berufsbildung und Technologie BBT ein grosses Kom-pliment machen: Der dritte Berufsbildungs-Tag war wirklich ein sehr gut organisierter und interessanter Anlass. Und dank dem Engagement von Bundesrat Joseph Deiss konnte die Ehrung unserer Welt- und Schweizer Meister in einem wirklich würdigen Rahmen durchgeführt wer-den.“ Das BBT scheute denn auch keine Mühe: Fast die Hälfte einer zebi-Halle war für die Veranstaltung reserviert, und mit „Rundschau“-Leiter Reto Brennwald wurde ein prominenter Moderator verpflichtet.

Persönliche Begrüssung
Joseph Deiss legte als oberster Chef der Berufsbildung in der Schweiz ein klares Bekenntnis zum dualen System ab (Redeausschnitte am Schluss dieses Artikels) und zu Berufswettbewerben als Teil der Förderung der jungen Berufseli-te. Der Wirtschaftsminister liess es sich nicht nehmen, jedem einzelnen Mitglied des WM-Teams von Helsinki und allen diesjährigen Schweizer Meisterinnen und Meistern die Hand zu schütteln und ein Andenken diesen „Erntedankfest der Berufsbil-dung“ (Deiss) zu überreichen. „Es war schon eindrücklich, eine derart enge Tuchfühlung mit einem Bundesrat zu haben“, meinte Silber-WM-Koch Florian Bettschen zu dieser für ihn unvergesslichen Begegnung. „Joseph Deiss kümmert sich echt um uns, schon seine Anwesenheit in Kloten nach der Rückkehr von der WM in Helsinki haben wir mega geschätzt“, kommentierte der Teambeste, der Carrossier José João Gonçalves. Zufrieden zeigten sich auch die WM-Experten, die in Luzern zu einem eigenen Auftritt kamen. Bundesrat Deiss dankte ihnen ausführlich, und wies daraufhin, dass sie in Helsinki fast die wichtigste Rolle gespielt hätten.

Sonderpreis für Spengler
Besondere Freude an der Ehrung hatte Valentin Germann. Der junge Thurgauer Spengler hat an der diesjährigen Schweizer Meisterschaft der Gebäudetechnikbranche eine so hohe Punktzahl erreicht, dass er sich mit einem grossen Vorsprung den Spezialpreis sichern konnte. Er erhielt von der Debrunner Acifer- Gruppe, einem der Hauptsponsoren von SwissCompetence, einen schnittigen Smart für ein Jahr zum freien Gebrauch. „Das ist super, und Gottlob habe ich die Fahrprüfung schon gemacht“, freute sich der 19-Jährige.

Bunte Modeschau
Mit grosser Aufmerksamkeit verfolgten die mehr als 500 Anwesenden die Podiumsdiskussion zum Thema „Berufsbildung – eine partnerschaft-lichen Aufgabe“. In der engagiert geführten Debatte zeigte sich schnell, dass die Wege zum Erfolg weitgehend bekannt sind; allerdings hapert es bei der konkreten Umset-zung der guten Ideen. Für ein echtes, farbiges Schlussfeuerwerk sorgten die Lernenden des Modegewer-beverbandes der Kantone Luzern, Obwalden und Nidwalden. Die jun-gen Zentralschweizerinnen präsentierten zur grossen Freude des Pub-likums auf dem Laufsteg ihre Eigenkreationen.

„Wir müssen das Bestehende stärken“

Bundesrat Joseph Deiss hielt am 3. Tag der Berufsbildung eine viel beachtete Ansprache. Nachstehend die wichtigsten Passagen aus dem Referat.

„Die Grundlage eines jeden Staates ist die Ausbildung seiner Jugend“: Diese Erkenntnis von Diogenes, 400 vor Christus, leitet uns auch heute in unserer gesamten Bildungspolitik; ganz besonders aber in der Berufs-bildung. Wir investieren viel in die Ausbildung junger Menschen: Des-halb, und weil wir eine solide Schul- und Berufsbildung haben, bringen sie auch regelmässig Medaillen von
Berufsweltmeisterschaften nach Hause…
Der Blick zurück auf das vergangene Berufsbildungsjahr stellt mich zum Teil und nur in bestimmten Bereichen zufrieden. Sehr zufrieden bin ich, wenn ich die Spitzenleistungen unserer Jugend sehe, die sie an den Schweizer Berufsmeisterschaften und an den Berufsweltmeisterschaf-ten in Helsinki erbracht hat. Darauf bin ich besonders stolz! Stolz bin ich aber auch auf die Ausbildner und auf die Unternehmen; sie alle haben wesentlich zu diesem Erfolg beige-tragen. Und nicht zu vergessen sind die Experten. Ich habe mir sagen lassen, diese hätten fast die wich-tigste Rolle gespielt in Helsinki.
Nur noch einigermassen zufrieden bin ich, wenn ich die Entwicklung auf dem Lehrstellenmarkt anschaue. Die Lage bleibt angespannt, weil nach wie vor mehr Schulabgängerinnen und Schulabgänger auf den Markt strömen. In den vergangenen drei Jahren haben wir zwar einiges erreicht. Dank dem grossen Einsatz vieler Unternehmer konnte die Zahl der abgeschlossenen Lehrverträge von 2003 auf 2004 um 4 Prozent auf 67 000 gesteigert werden. Ende August 2005 konnten erneut mehr Lehrverhältnisse besiegelt werden; laut Hochrechnung des Lehrstellen-barometers sind es 70 000 insgesamt. Und für das Lehrjahr 05/06 sind immer noch rund 6 000 Lehrstellen nicht besetzt. Das zeigt mir, dass es uns zusammen mit der Wirt-schaft und den Kantonen gelungen ist, unserer Jugend auch in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld zu neuen Perspektiven zu verhelfen. Diese Verbesserungen auf dem Lehrstellenmarkt über die letzten drei Jahre sind auf verschiedene An-strengungen der Verbundpartner in der Berufsbildung und der Wirtschaft zurückzuführen:
• Der Ausbau der bewährten Instrumente im Lehrstellen-Marketing wie zum Beispiel die Lehrbetriebsverbünde.
• Die Einführung der zweijährigen beruflichen Grundausbildung mit Berufsattest. Damit haben schulisch schwächere Jugendliche neue Chancen, sich auf dem Lehrstellenmarkt zu behaupten.
• Finanzierung diverser Projekte aus dem so genannten Innovationsfonds gemäss Berufsbildungsgesetz. Letztes Jahr hat der Bund insgesamt 21 Millionen Franken investiert; dieses Jahr sind bereits Mitte Oktober 22 Millionen ausbezahlt worden.
Wir haben zwar gute Neuigkeiten von den Arbeitslosenstatistikern: im Oktober waren noch 4 Prozent der 15-19jährigen als arbeitslos gemel-det. Somit hat diese Kategorie im Vergleich zum September die gröss-te Abnahme zu verzeichnen. Das ist zugleich die tiefste Jugendarbeitslo-sigkeits-Rate in Europa. Die EU hat eine Jugendarbeitslosigkeit von 18,7 Prozent. Aber unsere niedrige Quote zeigt natürlich nicht das gesamte Bild. Deshalb müssen wir das Lehrstellenangebot und die Nachfrage der Jugendlichen unbedingt ins Gleichgewicht bringen. Die regionalen Unterschiede im Lehrstellenangebot sind beträchtlich, und wir müssen uns daran machen, diese auszugleichen. Probleme haben wir vor allem in den grossen Agglomerationen Zürich, Basel und Bern. Es ist deshalb völlig klar, dass gesamt-schweizerische Lösungen zum Scheitern verurteilt wären. Die Lehrstellenproblematik verlangt regional fein abgestimmte, differenzierte Antworten. Sie verlangt auch die Be-rücksichtigung der spezifischen Bedürfnisse der Jungen (insbesondere in der Betreuung) aber auch der Wirtschaft. Wir müssen das Bestehende stärken und einige neue Elemente ergreifen...“


Für die WM-Champions war der Fototermin mit Bundesrat Deiss der letzte offizielle Auftritt in Uniform (von links): Anlageelektriker Chris-toph Meier, Schweisser Patric Moser und Plattenleger David Muheim.

Gute Laune bei schönem Apéro riche (von links): Druckerexperte Bernhard Lippuner, Teamführer Thomas Hilger und „Doppelweltmeister“ José João Gonçalves.

Spitzenleistung grosszügig honoriert: Rinaldo Zollet, CEO der Debrunner Acifer-Gruppe, übergibt dem Spengler Valentin German den Smart für ein Jahr zur freien Benützung.

5. Schweizer Meisterschaften der Konditor-Confiseur-Branche

duo
Strahlende Sieger: Gariela Kohler und Raphael Stocker.

Raphael Stocker (Produktion) und Gabriela Kohler (Verkauf) heissen die Sieger der diesjährigen Titelkämpfe der „süssen Branche“ in der Luzerner Fachschule Richemont

Eine Unglückzahl war es beileibe nicht: Insgesamt nahmen 13 junge Berufsleute aus allen Landesteilen an den vom Schweizerischen Konditor-Confiseurmeisterverband (SKCV) perfekt organisierten Schweizer Meisterschaften. Zehn davon massen sich in der Sparte Produktion, drei in der Sparte Verkauf.

Happige Aufgabe
Bei den Produzierenden war die Aufgabe recht happig: In nur sechs Stunden galt es, Pralinés, Blätterteig- und Butterkonfekt sowie je eine Torte herzustellen und zu dekorieren. Das generelle Thema lautete dabei „Die vier Jahreszeiten“. Jury-Chef Christian Dösegger war mit seinen Schützlingen mehr als zufrieden: „Ich hätte nicht gedacht, dass wir dieses Jahr das hohe Niveau von 2004 noch steigern können. Aber es war klar der Fall, auch wenn zwei Teilnehmende in Zeitnot kamen.“

Thema perfekt umgesetztAngesichts der hohen Qualität muss der recht klare Sieg von Raphael Stocker als ein Sonderexploit angesehen werden. SKCV-Präsident Urs Wellauer lobte den 19-Jährigen jedenfalls in höchsten Tönen: „Raphael hat das Thema Herbst nahezu perfekt umgesetzt. Seine Torte und das Gebäck waren wirklich originell, auch wenn es sich um urklassische Produkte handelte. Die Marzipanfiguren waren fein und genau gearbeitet. Und das Schaustück wirkte durch seine wunderbare Eleganz wirklich sensationell.“ Dabei hatte sich der Zürcher, der bald eine Saisonstelle im Aroser Hotel „Kulm“ antritt, lange überlegt, ob er an diesem Anlassüberhaupt mitmachen wollte. „Ich wusste von meinem Vorgänger David Müller, der die Grundbildung auch bei Sprüngli absolvierte, welchen Aufwand es braucht um vorne mitzuspielen. Man muss gute Ideen haben und diese dann mit viel Üben optimal umsetzen.“ Er sei im Wettbewerb wohl unter Dreck, nie aber unter Stress gestanden. „Recht geschafft“ war nach den sechs Stunden auch der Silbermedaillengewinner Pascal Hunn. Der Aargauer freute sich besonders über das freundschaftliche Verhältnis unter den Teilnehmenden. „Wir waren mehr Kumpel als Konkurrenten“, meinte er trocken. Die Drittplatzierte Sandra Brunold wusste schon vor der Siegerehrung, dass es ihr nicht zum Gold reichen würde. „Ich hätte einiges besser machen können, etwa bei der Torte oder beim Konfekt. Aber ich bin glücklich, dass ich aufs Podest kam“, meinte die vife Bündnerin, die vor dem Wettkampf von einem hohen Lampenfieber geplagt worden war.

Wer fährt zur WM nach Stuttgart?
Bei Ehrungen und Medaillen wird es jedoch nicht bleiben: Die beiden Besten holten sich mit ihrem Abschneiden auch die Fahrkarte zu den Junioren-Weltmeisterschaften, die im kommenden Februar in Stuttgart stattfinden. Ob Stocker und Hunn die Schweiz vertreten werden, ist noch ungewiss, denn die Vorbereitungszeit ist sehr kurz und die berufliche Belastung sehr hoch. Sandra Brunold hat jedenfalls eine reelle Chance …Oder kommt Lucia Röllin, die sich in Luzern den begehrten Gestaltungspreis der Fachlehrer-Jury holte, zu einem unverhofften Einsatz?

Geforderte Verkäuferinnen
Die Meisterschaft der Verkäuferinnen verlief spannend, weil alle drei Teilnehmerinnen laut Jury-Chefin Madeleine Klaus „neben Stärken auch Schwächen zeigten. Ihre Aufgabe, die unter dem Thema „Hochzeit“ stand, war ebenfalls sehr anspruchsvoll. Sie mussten in einer schriftlichen Prüfung ihre Kenntnisse der Warenkunde und der Verkaufspsychologiebeweisen, eine Vortrag halten und ein Schaufenster gestalten. „Es war fast schwieriger als die Lehrabschlussprüfung“, meinte Siegerin Gabriela Kohler, „aber es hat sicher mehr Spass gemacht.“

alle
13 Junge Berufsleute sorgten für einen hoch stehenden Wettkampf. Vorne von links: Pascal Hunn, Raphael Stocker, Gabriela Kohler und Sandra Brunold. Hinten von links: Matteo Betti, Lucia Röllin, Isabella Gehr, Daniela Grundbacher, Patrick Meyer, Bettina Künzli, Maeva Gonzalez, Hei Gebs und Tahnee Zumofen.

Schweizer Berufsmeisterschaft des Metzgernachwuchses

In Spiez kämpften am 2. Oktober nicht weniger als 18 junge Metzgerinnen und Metzger um den Meistertitel. Schliesslich standen zwei Männer und eine Frau auf dem Podest.

Erstmals führte der Verband Schweizer Metzgermeister seine Berufsmeisterschaft im Ausbildungszentrum für die Schweizer Fleischwirtschaft (ABZ) in Spiez durch – und stiess damit sowohl beim Publikum als auch bei den Wettbewerbsteilnehmern auf eine gute Resonanz. Weil man vorgängig in allen Kantonen nach den besten Lehrabgängerinnen und -abgängern mit Mindestnote 5,2 und mehr geforscht hatte und diese Nachwuchsleute dann alle zum Wettkampf einlud, wagten sich schliesslich nicht weniger als fünf Frauen und 13 Männer in den Meisterschaftskampf.

Der „versteckte“ Wettkampf
Neu war auch, dass man die Meisterschaft in den viertägigen Weiterbildungskurs „Beste Lernende“ integrierte, weshalb einige Teilnehmende anfänglich gar nicht so genau begriffen, was auf dem Spiel stand. „Erst als meine Eltern mich anriefen und sagten, da stehe auch noch etwas von Schweizer Meisterschaft, wurde mir klar, um was es ging“, erzählte die strahlende Silbermedaillengewinnerin Heidi Durrer lachend.
Glücklich über die neue Regelung ihrer Berufsmeisterschaft sind sowohl ABZ-Direktor Peter A. Schlatter als auch Fachlehrer und Experte Felix Kesselring. „Unser Ziel wäre es, die Meisterschaft künftig regelmässig in Spiez zu konzentrieren und im Rahmen dieses Kurses durchzuführen, denn, wie man sieht, klappt das sehr gut“, so Kesselring. Er und seine beiden Mitexperten attestierten den Teilnehmern ein gutes Niveau. „Sogar etwas höher als in den letzten Jahren“, kommentierte Felix Kesselring, „doch hatte es dieses Jahr auch relativ viele Lehrabgänger mit hohen Noten“.

Romands machten mit
Froh war man im ABZ auch über die gute Beteiligung aus der Romandie (der Tessiner Kandidat musste aus beruflichen Gründen absagen). „Es ist gut, dass so viele Romands da sind, und es macht Spass mit ihnen“, freute sich Kesselring. Überhaupt fiel auf, dass die Stimmung unter den Jungmetzgerinnen und Jungmetzgern trotz Wettkampf heiter und gelöst war und ganz im Zeichen der Kollegialität stand.

Teamgeist und Spass
Zu lösen hatten die jungen Fachleute verschiedene Aufgaben, die ihnen sehr viel Einfallsvermögen abverlangten. So galt es ein Schweinskarree und eine Rindsnuss möglichst kreativ zu verarbeiten, küchenfertige Artikel sowie eine Grillplatte und eine gemischte Aufschnittplatte herzustellen. „Die Aufgaben waren lösbar, aber man musste sich schon etwas dabei überlegen“, erklärte Goldmedaillengewinner Martin Stalder, der mit dem Ziel „ein vorderer Rang“ ins Rennen gegangen war. Toll fand er vor allem den herrschenden guten Teamgeist während des Wettbewerbs. Aurélie Crissier, die in der Kategorie Grillplatte den zweiten Rang belegte, hatte ebenfalls Spass an der Kollegialität und den gestellten Aufgaben. „Wir erhielten die Fleischstücke einfach so; da brauchte es wirklich Innovation und Ideen, um etwas daraus zu machen.“ Ähnlich tönte es von der St. Gallerin Claudia Stump, die bereits eine Lehre als Koch hinter sich hat, und sich vorab darüber freute, „viel Neues gesehen und gelernt zu haben“.

Beruf im Wandel
An der Meisterschaft wurde deutlich klar, dass sich der Metzgerberuf in den letzten Jahren stark gewandelt hat. So waren gerade nur zwei der achtzehn Teinehmenden in der Fachrichtung Gewinnung (Schlachten von Tieren) ausgebildet; bei allen übrigen handelte es sich um die Fachrichtung Verarbeitung oder Veredelung. „Es ist heute absolut nicht mehr nötig, dass ein Metzger schlachten lernt“, hielt ABZ-Direktor Peter A. Schlatter fest. Im Augenblick sei man daran, bis spätestens 2008 eine neue Bildungsverordnung auszuarbeiten sowie die Lernziele zu überarbeiten und neu zu formulieren. „Es wird dahin gehen, dass die Berufsausbildung leicht anspruchsvoller wird.“
Zwei der drei Medaillengewinner werden übrigens an der Europameisterschaft der Metzgerbranche 2007 teilnehmen können, wo man bislang laut Schlatter immer in den vordersten Rängen mit dabei gewesen sei. Erfreut zeigte er sich schliesslich, dass mit der Waadtländischen Grossmetzgerei Vulliamy ein Sponsor gefunden werden konnte, der für die vordersten drei Plätze ein Preisgeld aussetzte.

Rangliste
Schweizer Berufsmeisterschaft des Metzgernachwuchses 2005

1. Martin Stalder, Reiden LU (Veredlung)
2. Heidi Durrer, Dallenwil NW (Veredlung)
3. Martin Zett, Reichenburg,SG (Gewinnung)

Übrige Teilnehmer
(in alphabetischer Reihenfolge):
Roger Alt, Biel-Benken BL
Mario Bitzi, Hitzkirch, LU
Julien Bolay, Genolier VD
Alex Brand, Pratteln BL
Aurélie Cressier, Couvet NE
Gilles Evard, Cossonay-Ville VD
Daniel Fleury, Alle JU
Gabriel Nauer, Untereggen SG
Philippe Portmann, Gurmels FR
Lucien Previtali, Bullet VD
Isabell Rutz, Wolfertswil SG
Michael Schmuki, Eschenbach SG
Martin Stuby, La Tour-de-Peilz VD
Claudia Stump, Dussnang SG
Regina Walther, Uettligen BE

sieger
Sie holten sich nach einem hoch stehenden Wettkampf die Medaillen (von rechts): Martin Stalder, Heidi Durrer und Martin Zett.

Berner Champions geniessen die Champions League

Die sechs Berner Medaillengewinner, die im 36-köpfigen Team an der Berufs-WM 20065 in Helsinki für einen Drittel der Schweizer Podestplätze sorgten, bekamen von der Berner Regierung ein originelles Geschenk: Sie erhielten je zwei Eintrittskarten für alle drei Heimspiele des FC Thun in der Champions League gegen Sparta Prag, Ajax Amsterdam und Arsenal London. Sie freuten sich ganz uncool über die wackeren Thuner bei deren Sieg gegen Sparta und litten mit nach der unglücklichen Niederlage gegen Ajax. Nun hoffen sie, dass es den Oberländer Fussballhelden doch noch zum dritten Rang und damit zum Mitmachen im Uefa-Cup reicht...

sextett
Die sechs Berner Weltmeister im Berner Stade de Suisse (v.l.): Bruno Friederich (Coiffeur), Sascha Feuz (Elektroniker), Florian Bettschen (Koch), Lorenz Hofer (Maler),Gilles Kehrli (Spengler) und Stefan Richard (Maschinenbauer CAD).