Swiss Open Meisterschaft der Isolierspengler


Ein Jurassier rettet die Ehre der Schweiz Dank konzentrierter Arbeit konnte Julien Boillat den totalen österreichischen Triumph verhindern.


Isolierspenglerlehrlinge aus fünf Ländern massen sich letzte Woche an der Berufsschau in Pratteln in einem Wettbewerb. Das Resultat erinnert an den alpinen Skirennsport: die Österreicher hatten klar die Nase vorn.

Im Rahmen der fünften Baselbieter Berufsschau traten in Pratteln neun junge Isolierspengler aus fünf europäischen Staaten zu der Swiss Open Berufsmeisterschaft an. Sieger des klassisch gehaltenen Wettbewerbs wurden die drei Kandidaten aus Österreich, wobei der gebürtige Jurassier Julien Boillat punktgleich mit dem Drittplatzierten zog, und damit die Ehre der Schweizer rettete.

„Inoffizielle“ Meisterschaft
Alle zwei Jahre führt der Europäische Verband der Isolierunternehmer (FESI) für seine Lehrlinge und frischen Lehrabgänger eine Europameisterschaft durch; die nächste wird kommenden Mai 2006 in Dubrovnik stattfinden. In den Zwischenjahren veranstalten Deutschland, Österreich und die Schweiz abwechslungsweise einen Wettbewerb, der allen interessierten europäischen Nationen offen steht. Heuer war die Reihe am Verband Schweizerischer Isolierfirmen (VSI), der mit der gut besuchten Baselbieter Berufsschau in Pratteln einen sehr passenden Rahmen für die Durchführung der „inoffiziellen“ Meisterschaft fand.

Klassische Aufgabe
Österreich schickte wie die Schweiz drei Kandidaten ins Rennen, für Deutschland trat der amtierende Meister Franjo Bagaric an, für Ungarn Norbert Horváth und für Dänemark Micael Glanz. Die Wettbe-werbsaufgabe war sehr „klassisch“ gehalten (Reduzierung von Rohrdurchmesser, zwei Bogen, ein Stutzen, ein Schrägstutzen, eine Kappe aus Aluminium-Blech sowie ein Werkstück aus Elastomer). Sie kam offensichtlich den Fähigkeiten und dem Arbeitsalltag der österreichi-schen Teilnehmer am besten entgegen. So stufte etwa Christian Hard-wiger die Arbeit als „nicht schwierig“ ein, während der aus Kroatien stammende deutsche Meister Franjo Bagaric zwar sehr viel Spass am Wettbewerb hatte, aber einräumen musste, dass er im Alltag so gut wie nie mit Alu-Blech arbeite. Allen Kandidaten fielen die zum Teil sehr unterschiedlichen Arbeitsweisen von Land zu Land auf, was sie aber zugleich auch als bereichernd empfanden. „Das Niveau ist trotzdem in etwa dasselbe“, kommentierte Gianluca Ariu, der es „cool“ fand, dass auch andere Länder mit von der Partie waren. Für Julien Boillat waren die Arbeitsbedingungen inmitten des Messelärms und vor Publikum „etwas schwierig“. Doch der gelernte Sanitär- und Heizungsmonteur sowie Isolierspengler im 2. Jahr der Grundbildung ging ruhig und konzentriert an die Arbeit, was ihm schliesslich seinen wohlverdienten dritten Rang einbrachte.

Beruf mit Zukunft
Koni Maurer, Obmann Berufsbildung und Vizepräsident des VSI, und Kurt Hirschi, langjähriger Experte, wissen, dass die dreijährige Grundbildung zum Isolierspengler oder zur Isolierspenglerin bei Schulabgängern zum Teil wenig bekannt ist. Doch langsam steigen die Jahrgangszahlen der Isolierspenglerklassen im interkantonalen Ausbildungszentrum in Lenzburg an, und ab und zu ist sogar eine Frau unter den Lehrlingen zu finden. „Es ist ein für Mädchen durchaus geeigneter Beruf“, so Kurt Hirschi, „und beispielsweise dann noch in Kombination mit einer Bürogrundbildung für eine Frau direkt ideal“. Zudem weist Obmann Maurer darauf hin, dass es sich um einen Beruf mit Zukunft handle. „In Zeiten der Energieknappheit sind Isolierspengler immer gefragter, denn wir helfen sparen“, bringt er es auf den Punkt.
Obwohl einmal sogar zur Diskussion stand, den Isolierspenglerberuf in den normalen Spengler zu integrieren, sind die beiden Fachleute sehr optimistisch für den Werdegang ihres Metiers. „Unsere Arbeit unter-scheidet sich recht klar von der eines normalen Spenglers“, erläutert Maurer. Inzwischen dürfe man auch behaupten, dass rund ein Drittel aller Lernenden „sensationell gut“ sei, zudem könne man sie alle weiterbeschäftigen.

Bald neues Berufsbild
Zurzeit arbeitet man beim VSI daran, ein neues Berufsbild aufzustellen, in das nebst Wärme und Kälte auch vermehrt der Brandschutz integriert wird. Dazu wird auch eine Umfrage bei allen Isolierunternehmen durch-geführt, in welche Richtung die künftige Ausbildung gehen soll. „Wir denken an Modifikationen, den Einbezug von EDV sowie verschiedene Ausbildungselemente“, erklärt Koni Maurer. Dass man auf dem richtigen Weg sei, zeige das stets gute bis sehr gute Abschneiden der Eidgenossen bei Wettbewerben und Meisterschaften.

Rangliste
Swiss Open Meisterschaft der Isolierspengler
1. Klaus Schuh, Österreich
2. Christian Wohland, Österreich
3. Christian Hardwiger, Österreich und Julien Boillat, Vuisternens-Romont (Lehrbetrieb ISSA SA, Bulle)

Übrige Teilnehmer (in alphabetischer Reihenfolge):
Gianluca Ariu, Interlaken, (Lehrbetrieb Penta-Isolation, Thun); Franjo Bagaric, Deutschland; Micael Glanz, Dänemark; Norbert Horváth, Ungarn; Andreas Weibel, Münchenbuchsee (Lehrbetrieb Wanzen-ried & Baur AG, Münchenbuchsee)


sieger
Das Siegerquartett (v.l.): Christian Wohland, Christian Hardwiger, Klaus Schuh und Julien Boillat.

schweizer
Das Schweizer Trio schlus sich wacker, doch die Österreicher hatten die Nase vor (v.l.): Andreas Weibel, Julien Boillat und Gianluca Ariu.

Schweizer Meisterschaft der Gebäudetechnikbranche 2005

Goldies
Sie gewannen Gold (v.l.): Sanitärmonteur Frédéric Suard, Spengler Valentin Germann und Heizungsmonteur Christoph Kaiser.

Die Gebäudetechnikbranche hat ihre drei neuen Schweizermeister erkoren. Die strahlenden Sieger heissen Christoph Kaiser (Heizungsmonteure), Frédéric Suard (Sanitärmonteure) und Valentin Germann (Spengler).

Drei Tage hämmerten, feilten und schweissten insgesamt 36 der besten Berufsabsolventen und eine -absolventin (7 Heizungsmonteure, 17 Sanitäre/ 1 Sanitärin, 12 Spengler) aus der ganzen Schweiz im Bildungszentrum der suissetec im solothurnischen Lostorf drauf los, was das Zeug hielt. In allen drei Berufen mussten in einem eng abgesteckten Zeitrahmen anspruchsvolle Arbeiten bewältigt werden. Bei den Heizungs- und Sanitärmonteuren waren dies Montagestücke, die sämtliche Arbeitstechniken und das ganze Materialspektrum umfassten, während die Aufgabe der Spengler ein Metalldach in Doppelfalztechnik mit Kamin und Dunstabzug war.

Strenge Experten
Dabei entging den strengen Experten-Augen nicht das geringste Detail an den Wettbewerbsarbeiten der Kandidaten. So mutmasste Spengler-Experte André Richard bereits zur Halbzeit, dass wohl nicht alle Meisterschaftsteilnehmenden mit ihrer Aufgabe fertig würden. Er sollte Recht behalten; und Gleiches stimmte auch für die Sanitärmonteure. Einzig die sieben Heizungsfachleute lieferten alle ein komplettes Werkstück ab. Hans Keel, langjähriger Obmann Heizungen, der in Lostorf seine letzte Meisterschaft bestritt, beschied seinen jungen Berufsleuten zwar grosses Engagement, bemängelte aber auch einige Schwachpunkte. "Da und dort sind eigentliche Berufsarbeiten wie Schweissen oder Massgenauigkeit zu wenig ausgefeilt."

Gute Frauenarbeit
Mehr Lob gab es von Sanitär-Experte Markus Niederer, der dieses Jahr bereits an der Berufsweltmeisterschaft in Helsinki viel Erfahrung sammeln konnte. "Das Niveau war erstaunlich gut", so sein Kommentar. Sanitär Obmann Markus Schmid freute sich vor allem über die weibliche Teilnehmerin in seiner Gruppe. "Das Beispiel von Theres Bühler zeigt, dass Frauen in diesem Beruf sehr gute Arbeit leisten können." Allerdings hat es der Zürcherin nicht ganz für einen Spitzenplatz gereicht. Ebenfalls erfreulich fand Schmid die Tatsache, dass trotz Riesenstress unter den Kandidaten eine grosse Kollegialität geherrscht habe.
Seltene Traumnote
"Grosses Engagement, viel Einsatz und Arbeiten von guter Qualität", attestierte Spengler-Chefexperte Josef Wey seiner Truppe. Hocherfreut war man bei den Spenglern, dass sich für Gilles Kehrli, der an der WM in Helsinki überlegen Gold gewann, offenbar ein gleichwertiger Nachfolger gefunden hat: der Thurgauer Valentin Germann erreichte mit seiner Superarbeit die höchst seltene Traumnote von 581 Punkten (bei einem Maximum von 600 Punkten).

Motivierte Kandidaten
Doch nicht nur die Experten urteilten streng, auch die Teilnehmenden gingen mit sich selbst hart ins Gericht. "Der zeitliche Rahmen ist eng, und man muss trotzdem anständig arbeiten", meinte etwa der nachmalige Spengler-Schweizermeister Valentin Germann. Er gab zu, sich speziell vorbereitet zu haben, "denn es ist wichtig, dass man die Pläne im Kopf hat und nicht alles noch nachschauen muss." "Nicht Vierter werden", lautete das Ziel des Emmentalers Bernhard Schürch, der schliesslich mit seiner Bronzemedaille punktgenau landete und "viel Spass daran hatte, sich mit guten Berufskollegen messen zu können". Etwas pragmatischer sah es der zweitplatzierte Bojan Stevic, der sich von seiner Leistung vorab ein leichteres Weiterkommen im Beruf und eine gute Arbeitsstelle erhofft.

Sieg für die Romandie
Auch der Aargauer Christoph Kaiser, Sieger bei den Heizungsmonteuren, gab offen zu, extra geübt zu haben. "Das Ganze ist mir wichtig; ich will schauen, wie weit ich gehen und was ich leisten kann." Die Wettbewerbsaufgabe stufte er als "sehr anspruchsvoll, aber machbar" ein. "Mehr Material und weniger Zeit als an der Lehrabschlussprüfung; man muss also sehr systematisch arbeiten", so das Urteil von Frédéric Suard, dem neuen Sanitärmonteur-Schweizermeister. Er betrachtete den Wettbewerb vor allem als persönliche Chance. Zudem war es ihm wichtig, als einziger Romand in dieser Gruppe, die Westschweiz möglichst gut zu repräsentieren.

"Echte" Schweizer Meisterschaft
Bei suissetec zeigte man sich vor allem erfreut, dass man in Lostorf eine "echte" Schweizer Meisterschaft durchführen konnte, waren doch sämtliche Landessprachen und -regionen vertreten. Markus Pfander, Leiter Prüfungen bei suisstec, führt das nicht zuletzt auf das vermehrte Anschreiben der Verbandssektionen und die verstärkte Werbung zurück. "Die Schweizer Meisterschaft ist in der Branche sehr gut abgestützt und soll die Identität unserer Berufe steigern." Hilfreich sei auch die erfolgreiche WM in Helsinki gewesen, die einen guten Werbeeffekt gehabt habe. Künftig will suissetec mit seinen Wettbewerben vermehrt in die Regionen und in die Öffentlichkeit gehen. So findet die Schweizer Meisterschaft 2006 im Rahmen der aargauischen Berufsschau vom 5. bis 10. September in Lenzburg statt. "Denn", so Pfander, "wir wollen die Berufsmeisterschaften zu einem wichtigen Anlass für unsere Nachwuchswerbung machen."

Nochmals antreten
Da nächstes Jahr in Lenzburg nochmals eine Ausscheidung stattfindet, können die diesjährigen Medaillengewinner nicht automatisch an der Berufsweltmeisterschaft 2007 in Japan teilnehmen. Sie werden nochmals antreten und sich mit den Siegern vom kommenden Jahr messen müssen. Etwas Sorge bereitet dem Verband der Umstand, dass man mit dem schweizerischen Ausbildungsmodell in der Branche langsam auf weiter Flur allein dasteht. "In Deutschland kennt man beispielsweise den Gesamtberuf Sanitär-/Heizungs-/Elektromonteur", erläutert der internationale Experte Markus Niederer. Deshalb konnten die Heizungsmonteure, die an der WM 1997 in St. Gallen als Demonstrationsberuf auftraten, bislang nicht an den Berufsweltmeisterschaften teilnehmen, denn es müssen mindestens acht Länder vertreten sein. Ähnliches ist nun sogar für die Spengler zu befürchten.
Optimismus pur strahlten dafür schliesslich die neun Medaillengewinner auf dem Siegerpodest aus. Nebst zahlreichen Sponsorengaben konnten sie als Hauptpreis einen Reisegutschein (1. Platz Fr. 1200.-, 2. Platz Fr. 700.-, 3. Platz Fr. 500.-) von suissetec entgegennehmen.


Ranglisten>

Schweizer Meisterschaft der Spengler 2005

1. Valentin Germann, Pfyn (Grundbildung bei M. Grundlehner, Weinfelden)
2. Bojan Stevic, Gebenstorf (Käufeler + Co., Wettingen)
3. Bernhard Schürch, Rüegsbach (Aeschlimann AG, Burgdorf)

Übrige Teilnehmer (in alphabetischer Reihenfolge):
Marco Bänninger, Wila (Ninger AG, Winterthur)
Erwin Brändle, Mosnang (Ziegler AG, Bütschwil)
Alexandre Fitzé, St. Barthélemy (Rossier SA, Morges)
Vincent Forney, Nyon (Pariat Frères SA, Crassier)
Michael Louis, Neu St. Johann (Hermann Bösch, Nesslau)
Stefan Schiess, Schachen b. Herisau (Schwizer AG, Gossau)
Joël Sönnichsen, Gossau (Bürgin + Co., Grüningen)
Johannes Studach, Teufen (Rohner AG, Teufen)
Daniel Weiss, Kleindöttingen (Palla AG, Kleindöttingen)



Schweizer Meisterschaft der Heizungsmonteure 2005

1. Christoph Kaiser, Herznach (Grundbilkdung bei Lenzin Heizungen AG, Wölflinswil)
2. Eros Sciaini, Gerra Piano (Notatecno SAGL, Riezzino)
3. Mirsad Marovci, Glarus (Bäbler AG, Ennenda)

Übrige Teilnehmer (in alphabetischer Reihenfolge):
Kevin Gämperle, Ramsau (Lehrbetrieb Seiz AG, Flawil)
Frédérico Marques, Sierre (Berclaz + Romailler SA, Mollens)
Alessandro Muscatello, Luino (Acquarisa SA, Agno)
Roman Weber, Sirnach (Meister + Brülisauer AG, Ettenhausen)


Schweizer Meisterschaft der Sanitärmonteure 2005

1. Frédéric Suard, Romanens Grundbilkdung bei (Polyforce SA, Bulle)
2. Richard Probst, Heiden (HP Schmid, Oberegg)
3. Andreas Eng, Erlinsbach (Locher AG, Aarau)

Übrige Teilnehmer (in alphabetischer Reihenfolge):
Andrea Bari, San Bartolomeo (Fumasoli, Cadro)
Andreas Bopp, Windisch (Hirt Sanitär/Spenglerei, Brugg)
Theres Bühler, Freienstein (A. Neukomm, Rafz)
Matthias Ganz, Wangen (Sanitär Krucker, Brüttisellen)
Mike Günthardt, Truttikon (Karl Erb AG, Dinhard)
Sandro Hutter, Mund (Lauber IWISA AG, Naters)
Ante Jularic, St. Gallen (Atel Gebäudetechnik, St. Gallen)
Samuel Kuhn, Kloten (Kuhn Haustechnik AG, Höri)
Claudio Langhard, Berg (Karl Erb AG, Thalheim a. T.)
Daniel Lauber, Thayngen (Gründler AG, Schaffhausen)
Jörg Luca, Mesocco (Franchi Renato SA, Roveredo)
Daniel Strebel, Graben (Bürki AG, Langenthal)
Marco Tenini, Rothenhausen (Silvano Jud, Weinfelden)
Thomas Ulrich, Ibach (Gasser AG, Ibach)
Lukas Ziltener, Winterthur (Suremann AG, Winterthur)


Alle Winner
Alle neun Medaillengewinner auf eine Blick.

Erste Schweizer Meisterschaft im Hafnerberuf


Sie lieferten sich einen guten Wettkampf (von links): Walter Wetter, Stefan Bucher, Michel Aeschbacher und Lukas Gerber.

Michel Aeschbacher aus Biglen heisst der erste Schweizer Meister der Hafner. Er wird unser Land an der Europameisterschaft im Februar 2006 in Österreich vertreten.

Vier Berufsleute, alle unter 22 Jahre alt, machten die erste Schweizer Meisterschaft der Hafner unter sich aus. In der Fachschule Froburg, der Ausbildungsstätte des Verbands Schweizerischer Hafner- und Plattengeschäfte (VHP) massen sich in der ersten Oktoberwoche Michel Aeschbacher (Jahrgang 1985), Stefan Bucher (1988), Lukas Gerber (1986) und Walter Wetter (1984). „Eigentlich hatte sich noch ein fünfter Teilnehmer angemeldet, doch der fiel kurz vor Beginn der Meisterschaft verletzungshalber aus“, bedauerte Martin Bürgler, Leiter der fachtechnischen Beratungsstelle des VHP.

Höchstmass an Präzision
Die Aufgabe war klassisch und schwierig: In nur 22 Stunden musste nach genauen Vorgaben ein möglichst perfekter Kachelspeicherofen erstellt werden. Remo Ankli, praktischer Lehrer an der Froburg und Inhaber eines Hafnereibetriebs in Brig-Glis, begleitete die jungen Berufsmänner dabei. „Wir wenden präzis definierte Kriterien an, um die Qualität der Arbeiten bemessen zu können.“ So mussten die laufend vorgenommenen Nachmessungen mit der am Computer erstellten Vorlage übereinstimmen. Nebst der Massgenauigkeit bewertet wurden die Sauberkeit des Arbeitsplatzes, Gesamterscheinung und Verputz des Ofens, Präzision beim Setzen der Kacheln und Simse (die Toleranz betrug weniger als einen Millimeter) sowie der Brennraum-Innenausbau. Mehrere Juryexperten bewerteten die Arbeiten während und nach ihrem Entstehen. Michel Aeschbacher erreichte 391,1 (von maximal möglichen 417,5 Punkten) und setzte sich damit deutlich von seinen Mitbewerbern ab. Der Zuger Stefan Bucher erreichte 322,2, der Thurgauer Walter Wetter 314,6 und der Oberaargauer Lukas Gerber 302,9 Punkte.

Ein neues Berufsbild
Aus der Hand von VHP-Präsident Gregor Baselgia erhielten die vier jungen Hafner ihre Medaillen und Diplome. Baselgia unterstrich die Bedeutung der Meisterschaft für den „zweitältesten Beruf der Welt “ und seine Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. Denn Hafner erstellen und unterhalten nicht bloss Kachelöfen, Holzherde, Räucherkammern und offene Kamine. Heute kann bei ihnen eine komplette Heizung für ein Einfamilienhaus samt Warmwasseraufbereitung bestellt werden – zu befeuern vom Wohnraum aus in einem gemütlichen Ofen. „Ein Korb voll Holz täglich reicht, um eine modernes haus warm zu halten“, pries Baselgia die Vorzüge seiner Profession in Zeiten stark steigender Energienpreise.

An die Berufs-EM in Wels
Der 20-jährige Michel Aeschbacher, der als Hobby „Schwyzerörgeli“ angibt, wird nun also die Schweiz an der 1. Berufs-Europameisterschaft des Kachelofenbauer- und Hafner-Handwerks im österreichischen Wels (nahe Linz) vertreten. Die von der Vereinigung Europäischer Verbände des Kachelofenbauer/Hafnerhandwerks (VEUKO) ins Leben gerufene Wettbewerb wird richtet sich an Teilnehmer unter 22 Jahren aus Deutschland, Italien, Luxemburg, Schweiz, Slowakei, Tschechien, Ungarn und Österreich. Die Berufs-EM findet vom 1. bis 3. Februar 2006 statt.

Wenig bekannter BerufRund 1 000 Hafnereien gibt es laut Martin Bürgler in der Schweiz, davon sind etwa 350 im VHP organisiert. Derzeit werden schweizweit 81 Lernende ausgebildet, davon sieben Frauen und vier Romands. Nach fünf Jahren Praxis können Hafner eine Meisterprüfung ablegen. Laut GAV verdienen die jungen Berufsleute im ersten Jahr nach der Grundausbildung 3 820 Franken, im zweiten 3 920 Franken und danach bis zu 4 650 Franken monatlich. „Die meisten kriegen aber mehr“, sagt Bürgler, „denn wir haben zu wenig von ihnen.“ Der Bekanntheitsgrad der „Kleinholzfeuerungsspezialisten“ – dies die genaue Bedeutung des Begriffs „Hafner“ – sei immer noch zu klein. Und Froburg-Lehrer Remo Ankli ergänzt: „Viele junge Leute machen bei uns eine Zusatz-Grundausbildung.“ Es würden Schreiner, Kürschner, Gärtner und auch Kindergärtnerinnen zu Hafnern umgeschult, nicht selten auch über 40-Jährige und immer auch nicht wenige Frauen.

Rangliste

Schweizer Meisterschaft der Hafner 2005

1. Michel Aeschbacher, Biglen BE. Grundausbildung: Samuel Pater, Ofenbau und Planungs AG, Aeschau. Arbeitsort: Zusatzlehre als Maurer, Hofer AG, Bauunternehmung, Oberthal.
2. Stefan Bucher, Zug. Grundausbidlung: Gregor Baselgia, Zug und Walter Andermatt, Baar (Verbundslehre). Arbeitsort: Walter Andermatt, Baar.
3. Walter Wetter, Oberaach TG. Grundausbildung: Markus Brunner, Ofe und Plättlihus, St. Gallen. Arbeitsort: z. Z. auf Stellensuche.
4. Lukas Gerber, Wynau BE. Grundausbildung und Arbeitsort: Thomas Jost, Ofenbau, Wynau.

Und hier einige Bilder von der gelungen Meisterschaft:


Michel Aeschbacher


Für diesen gelungenen Kachelspeicherofen erhielt Michel Aeschbacher die höchste Bewertung.



Stefan Bucher


Walter Wetter


Lukas Gerber


SPV-Präsident Gregor Baselgia freute sich über die erste Meisterschaft im Hafnerberuf.

2. Schweizer Meisterschaften der Kältetechnik-Branche


Die drei besten Kältemonteure (von links): Anoucha Kerdsai, Forian Bögli und Patrick Zimmermann.



Ein starkes Trio im Planungsberuf (von links): Basil Leupin, Melanie Graf und Philipp Oberli.


Florian Bögli und Basil Leupin konnten am 1. Oktober die Schweizer Meisterschaften der Kältetechnik-Branche in Yverdon mit Glück und Können für sich entscheiden. Die Wettkämpfe der Monteure und der Planer standen auf einem sehr hohen Niveau.

Elf junge Berufsleute – allesamt Lernende im vierten Lehrjahr – nahmen an den Wettkämpfen im Kältelabor der Ingenieurschule von Yverdon teil. Organisiert wurde der Meisterschaft von der welschen Sektion des Schweizerischen Vereins für Kältetechnik (SVK). Diese sorgte für einen absolut reibungslosen Ablauf, bei dem es weder Probleme mit der Sprache oder mit der Abwicklung des Wettbewerbs gab. „Notfalls verständigen wir uns halt auf Englisch“, schmunzelte Alex Hug, Chef der SVK-Berufsbildungskommission. Wie wichtig dem Verein die gesamtschweizerische Verankerung ist, zeigt im Übrigen die Tatsache, dass die Meisterschaften in alle drei Sprachregionen stattfinden. Nach Zumikon war nun Yverdon an der Reihe, und 2006 kommt der Tessiner Ort Gondola zu Ehren. Alex Hug war mit der Zweitauflage der Schweizer Meisterschaften in Yverdon sehr zufrieden. „Unsere Westschweizer Freunde sorgten für einen rundum gelungenen, würdigen Anlass, zu dem sich auch ein fachkundiges Publikum eingefunden hat.“

Knifflige Aufgabe
Bei den Kältemonteuren massen sich in Yverdon acht Teilnehmer. Dabei galt es, in nur fünf Stunden ein Werkstück aus Kupfer herzustellen. Jury. Obmann Daniel Baumann stufte die Aufgabe als recht schwierig ein, „sicher über dem Niveau der Lehrabschlussprüfung“. Verlangt wurde Präzisionsarbeit, sowohl beim Biegen wie auch beim Löten; die Toleranz betrug nur 2,5 Millimeter. Florian Bögli aus Worben hatte schliesslich die knapp die Nase vorn, weil er in Sachen Massgenauigkeit und Dichtheit der Beste war. „Ich hätte nie gedacht, dass ich Gold holen könnte, ich hatte eigentlich während des ganzen Wettkampfs recht viel Mühe“, kommentierte der Berner seinen Erfolg. Möglicherweise war dies nicht seine letzte Meisterschaft: Nächstes Jahr wird der SVK entscheiden, ob er einen Kandidaten an die Berufs-WM 2007 in Japan schickt. Bögli müsste dann gegen den Meister des Jahres 2006 zu einem Qualifikationswettkampf antreten.

Ein Punkt Vorsprung
Noch knapper fiel die Entscheidung in der Meisterschaft der Planungsfachleute (die offizielle Bezeichnung lautet Haustechnikplaner/-in Fachrichtung Kältetechnik). Um ein winziges Pünktchen distanzierte Basil Leupin seine Konkurrentin Melanie Graf, und dem Drittplatzierten Philipp Oberli fehlten zum Gold bloss drei Zähler. Das starke Trio hatte ein recht schwieriges Projekt – die Einrichtung eines Kühlraumes in einer Bäckerei – zu realisieren. Ihre Leistungen machte sogar den beiden Experten Urs Heiniger und Hansueli Sommer Eindruck: „Alle drei haben extrem konzentriert und professionell gearbeitet. Ich glaube nicht, dass ich in nur fünf Stunden so viel geschafft hätte“, hielt Heiniger nach dem Wettkampf fest. Ganz fehlerfrei war allerdings niemand. Sieger Basil Leupin gab zu, dass er beider Berechnung des Kältebedarfs „einen bösen Bock“ geschossen hat. „Dafür waren meine Pläne recht gut“, meinte der Aargauer.

Berufe mit Zukunft
Die beiden Berufe der in der Kältetechnik-Branche gelten im Ausbaugewerbe als enorm zukunftsträchtig, sowohl in Bezug auf Entlöhnung als auch auf Arbeitsplatzsicherheit. „Allerdings sind unsere vierjährigen Grundausbildungen auch sehr anspruchsvoll, man braucht viel technisches Flair und muss in Mathematik sattelfest sein“, betont Hug. Das erkläre auch die Tatsache, dass leider nur wenige Frauen die „coolen Berufe“ ergreifen. Da die meisten Betriebe in der Kältebranche sehr klein sind, konzentriert sich die berufliche Grundbildung zwangsläufig auf einige wenige grössere Firmen. Eine Meisterprüfung gibt es nicht, Weiterbildungen auf Technikumsstufe werden in Bern und in Genf angeboten. Ab Januar 2006 laufen zudem die ersten Kurse für die neu eingeführte Berufsprüfung.

Rangliste

Schweizermeisterschaft der Kältemonteure
1. Florian Bögli, Worben, Lehrbetrieb: Kältetechnik AG, Zollikofen
2. Patrick Zimmermann, Gunten, Fritz Zaugg AG, Thun
3. Anoucha Kerdsai, Ardon, Frialp SA, Sion
4. (in alphabetischer Reihenfolge): Pascal Aerni, Ueberstorf, Schaller Uto AG, Bern; Pierre-Alain Buchs, Crésuz, Polyforce SA, Bulle; Marco Premerl, Montreux, Frigorie SA, Etoy; Sébastien Tschanz, Denens, Demierre et Serex SA, Lausanne; Markus Walker, Golaten, Schaller Uto AG, Bern

Schweizermeisterschaft der Planerinnen/Planer
1. Basil Leupin, Nussbaumen b. Baden, Lehrbetrieb: Therma Kälte + Klima AG, Aarau
2. Melanie Graf, Frick, A + E Bäckereikälte AG, Buchs
3. Philipp Oberli, Goldswil, Goetz AG, Interlaken

Und hier alle Teilnehmenden, aufgenommen während des Wettbewerbs:


Pascal Aerni


Florian Bögli


Pierre-Alain Buchs


Melanie Graf


Anoucha Kerdsai


Basil Leupin


Philipp Oberli


Marco Premerl



Sébastien Tschanz


Markus Walker


Patrick Zimmermann

„Goldener Schuhlöffel“ für 29 aufgestellte Berufsleute



Mit einem originellen Ausflug zur Pferderennbahn Dielsdorf wurden die besten 29 Nachwuchsleute des Schuhhandels „belohnt“.

Der Schweizerische Schuhhändler-Verband (SSV) pflegt sich seit 13 Jahren bei den besten Absolventinnen und Absolventen der Lehrabschlussprüfung mit einem „Event“ zu bedanken. Dieses Jahr konnte SSV-Präsident Dieter Spiess die „Nachwuchselite“, deren Lehrpersonen sowie Partner und Eltern auf der idyllischen Pferderennbahn im zürcherischen Dielsdorf begrüssen. Für die Geehrten – 28 Frauen und ein Mann – wurde ein echtes Rennen mit fünf hoffnungsvollen Pferden veranstaltet. Da konnten sogar Wetten abgeschlossen werden …

Erfreuliche Zahlen
SSV-Ausbildungschef Max Blattner zeigte sich bei der Preisübergabe erfreut über die hohe Zahl von Lernenden, welche die Note von 5,3 erreicht und übertroffen haben. „So viele Leute im Rang haben wir seit Jahren nie mehr gehabt“, freute sich Experte. Zum Vergleich: 2004 konnten 16 und im Jahr zuvor 19 Preise vergeben werden. Sieben Auszeichnungen gingen in Dielsdorf an Frauen, die eine dreijährige Lehre als Detailhandelsangestellte in der Schuhbranche (DHA) absolvierten; 22 Personen schlossen die zweijährige Grundbildung als Schuhverkäuferin bzw. -verkäufer ab.

Zwei Meisterinnen
Nach einem Jahr Pause konnten wieder in den beiden Kategorien Meisterinnentitel vergeben werden. Bei den DHA schnitt Irène Fischer aus Bulle mit 5,7 am besten ab, während sich bei den Verkäuferinnen Nicole Gertsch aus Willisau durchsetzte. Ihre Traumnote von 5,8 ist übrigens die zweihöchste in der Geschichte des „Goldenen Schuhlöffels“. Die 18-jährige Luzernerin war sehr überrascht über die hohe Bewertung: „Ich hatte zwar stet Noten um die 5,5, doch dass ich auf 5,8 komme, das hatte ich nicht erwartet. Nicole Gertsch will jetzt eine Zeitlang „ganz normal schaffen“ und zwar in ihrem ehemaligen Lehrbetrieb Doch irgendwann ist Weiterbildung angesagt: „Ich möchte in meinem schönen Beruf weiter kommen“, weiss sie bestimmt. Eine Verschnaufpause will sich auch Irène Fischer gönnen. „Dank dem guten Abschluss habe ich viele Möglichkeit“, meint die Freiburgerin, die mit ihrer Note einen neuen Westschweizer „Rekord“ aufstellte. „Das ist ein Aufsteller, denn in der Romandie sind derart hervorragende Lehrabschlüsse Rarität“, freute sich Max Blattner.

Neue Grundbildung
Der SSV-Ausbildungschef konnte dieses Jahr ohnehin eine sehr positive Bilanz ziehen. Von den 352 Kandidatinnen und Kandidaten erreichten neun Prozent mindestens die Note 5,3. Die Durchfallquote hielt sich im üblichen Rahmen von rund acht Prozent, was im Vergleich zu andere Branchen nicht sehr viel ist. „Eine gute Schuhverkäuferin wird praktisch nie arbeitslos“, betonte SSV-Präsident Dieter Spiess. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die seit diesem Jahr neu angelegte Grundbildung weitere Qualitätsverbesserungen bringen wird. Mehr als 300 junge Leute entschlossen sich für eine Ausbildung in der Schuhverkaufsbranche; vier Fünftel absolvieren die dreijährige Lehre als Detailhandelsfachleute, eine Fünftel die zweijährige als Detailhandelsassistentinnen. Dieter Spiess, der die tief greifende Reform der Ausbildungsgänge wesentlich mitgeprägt hat, rechnet damit, dass sich nun auch junge Leute angesprochen fühlen, die früher eine KV-Lehre angestrebt hatten.

Ex-Mister Schweiz war dabei
Das Dielsdorfer Event wird den Geehrten nicht zuletzt deswegen in Erinnerung bleiben, weil die Preise vom Mister Schweiz 2003, Robert Ismajlovic, verteilt wurden. Der bescheiden auftretende 29-Jährige erzählte von seiner Arbeit als Pfleger im Altersheim: Er zeigte dies an seinem eigenen Weg, wie wichtig die Weiterbildung ist. „Ich musste schmerzhaft erfahren, dass man ohne Weiterbildung schnell in einer Sackgasse landet“, meinte er. Wie auch immer: Ein Bild mit Robert, meist Küsschen inbegriffen, war beim ausgedehnten Fototermin für alle ein absolutes Muss …
HIer die Rede von Max Blattner als Word-Dokument Ansprache

Rangliste
"Goldener Schuhlöffel"


Note 5.8
Nicole Gertsch, Schuhhaus Meyer, Willisau (V)

Note 5.7Irène Fischer, Dosenbach-Ochsner AG, Bulle (DHA); Claudia Fisch, Vögele Shoes, Ebikon (DHA); Vedrai Kovac, Dosenbach-Ochsner AG, Huttwil (V); Andrea Wechsler, Vögele Shoes, Huttwil (V)

Note 5.6
Nina Fritschi, Schuhhaus Walder AG, Thun (V); Ardita Ibraimi, Schuhhaus am Bieltor, Solothurn (V)

Note 5.5Nadja Helbling, Tschümperli & Co AG, Zürich (V); Corinne Schäfli, Tiefenbacher AG, Weinfelden (V); Lena Zekaj, Botty Winterthur AG, Winterthur (V)


Note 5.4
Vanessa Aviles, Dosenbach-Ochsner AG, Locarno (V); Cornelia Durrer, Schuh-Treff Odermatt, Sarnen (V); Miranda Gjidodaj, Schuhhaus Imgrüth, Emmenbrücke (V); Aida Muminovic, Vögele Shoes, Solothurn (DHA); Urfija Nedziposka, Vögele Shoes, Em-menbrücke (V); Deborah Rauber, Vögele Shoes, Olten (DHA)
Daniela Rölli, Entlebucher Schuh-Märit, Entlebuch (V); Susan Scheidegger, Schuhhaus Burkhalter, Hasle-Rüegsau (V); Claudia Weber, Schuhhaus W. Hugentobler AG, Bremgarten (DHA)

Note 5.3
Claudia Albert, Dosenbach-Ochsner AG, Winterthur (V); Nicole Baumgartner, Berger Schuhe + Sport, Konolfingen (V); Özden Ca-kar, Vögele Shoes, Aarau (DHA); Cécile Fiechter, Vögele Shoes, Zürich-Oerlikon (DHA); Natalie Genelin, Schuhhaus Rüegg, Rüti (V); Sandra Ritz, Schuhmode Hofmann, Büren a.A. (V); Katrin Siegenthaler, Botty Maikler AG, Bern (DHA); Ramona Stierli, Vögele Shoes, Baar (V); Ramona Uhl, Vögele Shoes, Brugg (V)
Angela Wernli, Dosenbach-Ochsner AG, Unterentfelden


Der SSV-Ausbildungschef Max Blattner mit seinem "Star" Nicole Gertsch.


Unvergesslich: Die Meisterinnen Nicole Gertsch (links) und Irène Fischer mit Ex-Mister Schweiz Robert Ismajlovic.