01. Juni 2005
Alle Schweizer Medaillengewinner auf einen Blick.
Vorne rechts der "Beste der Nation", José João
Gonçalves
Ein Riesenerfolg gab es für das Schweizer Team an der 38. Berufsweltmeisterschaft 2005 in Helsinki: Die 36 jungen Eidgenossen holten den begehrten Sieg in der Nationenwertung sowie 18 Medaillen und zehn Diplome.
Delegationschefin Christine Davatz-Höchner zeigte sich nach der Bekanntgabe der Resultate an der Schlussfeier sehr erfreut und auch ein wenig überrascht: „Wir wussten, dass wir sehr gute Kandidatinnen und Kandidaten haben, doch wir glaubten kaum an die Wiederholung des Sieges in der Nationenwertung, den wir beim Heimspiel 2003 in St. Gallen erkämpft haben.“ Am Schluss lag die Schweiz klar vor Südkorea, Deutschland und Gastgeber Finnland. Der Medaillensegen fiel üppig aus: fünfmal Gold, siebenmal Silber und sechsmal Bronze, dazu gab es zehn Diplome für überdurchschnittliche Leistung. Damit kehren nur sechs Teilnehmende von 36 ohne Auszeichnung aus Helsinki zurück; die meisten von ihnen liegen nur ganz wenig unter der für ein Diplom nötigen Punktzahl. Zum Vergleich: An der 37. WM in St. Gallen erkämpfte eine grössere Schweizer Equipe 20 Medaillen und neun Diplome.
Die höchste Punkzahl des Teams erreichte Autolackierer José João Gonçalves. Die Leistung des Regensdorfers ist in der Geschichte der WM wohl einmalig: Der 21-Jährige kam erst vor fünf Jahren aus Portugal in die Schweiz, wo er nach einem Jahr Deutschunterricht die Berufslehre in Angriff nahm. „Wenn begabte und motivierte Leute unser duales Bildungssystem durchlaufen statt den schulischen Weg zu nehmen, gehören sie halt zur Weltspitze“, meint Christine Davatz-Höchner zum neuen „Best of the nation“. Sie macht auch den Berufsverbänden und den beteiligten Experten ein Kompliment: „Ohne die sorgfältige und aufwändige Vorbereitung wäre ein solcher Erfolg nicht möglich. Andere Länder haben mächtig aufgeholt, in fast allen Disziplinen ist die internationale Spitze heute noch breiter als in St. Gallen.“
Die kleine Delegation des Fürstentums Liechtenstein belegte den 22. Rang in der Mannschaftswertung und bringt je eine Gold- und eine Bronzemedaille heim.
Die Resultate des Schweizer Teams
(bei den Landschaftsgärtnern und den Mechatronikern gab es Zweierteams)
Goldmedaille: Sascha Feuz (Industrieelektroniker), Gsteigwiler; Jonas Buff (Möbelschreiner), Teufen; José João Gonçalves (Autolackierer), Regensdorf; Lorenz Arbogast, Sarnen und Martin Müller, Udligenswil (Landschaftsgärtner); Gilles Kehrli (Spengler), Innerberg.
Silbermedaille: Timon Achtnich, Frauenfeld und Raphael Ruf, Oftringen (Mechatroniker); David Muheim (Plattenleger), Greppen; Reto Hess (Maurer), Hombrechtikon; Michael Hürbin (Zimmermann), Hellikon; Bruno Friederich (Coiffeur), Gysenstein; Florian Bettschen (Koch), Niederstocken; Daniel Blum (Stahl-/Metallbauer), Altishofen.
Bronzemedaille: Bernhard Egger (Polymechaniker), Eggersriet; Stefan Richard (Maschinenbauer CAD), Aarwangen; Lorenz Hofer (Maler), Zofingen; Reto Welz (Bauschreiner), Trogen; Sabine Stanger (Damenschneiderin), Oberwil-Lieli; Stefan Durrer (Drucker), Dallenwil.
Diplom: Patrick Specker (CNC-Bearbeiter), Altstätten; Claude Grossenbacher (Carrosseriespengler), Ettinge; Zekerijah Sprecak (Elektronikinstallateur), Steinhausen; Christoph Meier (Anlagenelektriker), Felsberg; Florin Tuor (Steinmetz), Büttikon; Flavia Scussel (Floristin), Untersiggenthal; Rachel Wolfisberg (Kosmetikerin), Hergiswil; David Müller (Konditor), Champfér; Benjamin Haus (Automobiltechniker), Dachsen; Danny Meier (PC-Netzwerktechniker).
Teilnahme: Matthias Maurer (Software-Applikator), Kirchenleerau; Patric Moser (Schweisser), Lützelflüh-Goldbach; Benjamin Müller (Sanitärinstallateur), Illnau; Michael Iten (Webdesigner), Beinwil am See; Roman Wislert, (Goldschmied), Luzern; Sandra Filter (Servicefachfrau), Winterthur.
Sascha Feuz
Jonas Buff
José João Gonçalves
Lorenz Arbogast (3. v.l.) und Martin Müller (r.)
Gilles Kehrli