Adolf Ogi ehrt den Bronzemedaillengewinner Stefan Durrer

Drei Wochen nach dem Gewinn der Bronzemedaille an den Berufs-WM in Helsinki wurde Drucker Stefan Durrer an der Delegiertenversammlung des Branchenverbandes Viscom in Genf gefeiert. Prominentester Gratulant war alt Bundesrat Adolf Ogi. Dieser nahm in seinem Vortrag zur Bedeutung des UNO-Jahres für Sport Stellung und machte dabei auf zahlreiche Parallelen der Tätigkeiten von Unternehmen und denjenigen von Sportlern und Berufswettkämpfern aufmerksam.


Adolf Ogi (r.) und Viscom-Präsident Peter Edelmann gratulierten dem erfolgreichen Drucker Stefan Durrer zu seiner Bronzemedaille.

Nationalrätliche Kommission liess sich über Helsinki informieren

Eine weitere Premiere für SWISSCOMPETENCE: Die nationalrätliche Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK) liess sich an ihrer Sitzung vom 23. Juni von zwei Direktbeteiligten einen Bericht über die Berufs-WM in Helsinki erstatten.

Delegationschefin Christine Davatz-Höchner und Goldmedaillengewinner Sascha Feuz konnten in mehr als 40 Minuten über die Erfolgsmission berichten. Die WBK-Mitglieder zeigten sich beeindruckt von den Ergebnissen und spendeten vor allem dem 21-jährigen Berner Oberländer, der seinen Auftritt vor dem hohen Gremium cool und souverän absolvierte, einen herzhaften Beifall.

Die Einladung erfolgte auf Initiative von WBK-Präsident Theophil Pfister, der schon im Vorfeld der WM während der Frühlingssession die ganze Helsinki-Delegation ins Bundeshaus eingeladen. „Ich wollte meinen Kolleginnen und Kollegen zeigen, wozu Leute mit einer Schweizer Berufslehre fähig sind“, begründete der St. Galler Nationalrat sein Engagement. Tatsächlich machte der Auftritt den Kommissionsmitgliedern echt Eindruck: „Wenn wir noch mehr Leute wie Sascha Feuz hätten, müssten wir uns um die Zukunft der Berufsbildung keine Sorgen machen“, fand der Luzerner Volksvertreter Otto Ineichen.

Industrieelektroniker Sascha Feuz freute sich über die vielen Gratulationen: „Ich hatte das Gefühl, dass alle Anwesenden an unserem Erfolg in Helsinki echt interessiert waren.“ Christine Davatz-Höchner sprach von einem weiteren Meilenstein: „Der Besuch in der WBK war ein riesiger Aufsteller und ein weiterer Beweis für die wachsende Hochschätzung. Die Berufswettbewerbe erhalten heute weitgehend die Anerkennung, die sie verdienen. Noch vor wenigen Jahren wäre es undenkbar gewesen, dass unser Team ins Parlament eingeladen oder von einem Bundesrat nach der Rückkehr am Flughafen empfangen worden wäre.“


Herzlicher Empfang: Sascha Feuz und Christine Davatz-Höchner mit einem Teil der WBK NR.


Nationalrat Otto Ineichen freute sich über die Leistung von Sascha Feuz.


Nationalrat Heiner Studer sparte nicht mit Komplimenten für "Golden Boy" Sascha Feuz.


Ohne Feu sacré gehts nicht: Christine Davatz-Höchner erklärt den Nationalräten Theophil Pfister (r.) und Johannes Randegger was Sache ist.

Triumphaler Empfang für die Helsinki-Delegation


Keine Alltäglichkeit: Bundesrat Joseph Deiss
bemühte sich persönlich nach Zürich,
um dem Team zu gratulieren.




Auch der Präsident von SWISSCOMPETENCE,
Regierungsrat Hans Ulrich Stöckling, freute sich
über den Sieg von Helsinki.



"Ich bin stolz auf euch. Ihr seid die Botschafterinnen und Botschafter
der Berufsbildung." Mit diesen Worten empfing Bundesrat Joseph Deiss am Donnerstag am Flughafen Zürich- Kloten die Schweizer Teilnehmenden der Berufsweltmeisterschaft.
.

"Die Schweizer Delegation erkämpfte sich bekantlich in Helsinki neben vielen Medaillen auch den ersten Rang in der Länderklassierung. Für
Joseph Deiss sind diese Resultate - auch im internationalen Vergleich -
ein Beweis für die Qualität unseres Berufsbildungssystems". Sie
bestätigten ebenfalls, dass die duale Berufsbildung eine sinnvolle
Investition darstellt: Die Lehrlinge von heute seien die qualifizierten
Arbeitnehmenden von Morgen. Seine von den rund 1300 Anwesenden stark applaudierte Rede schloss Wirtschaftsminister Deiss mit einem Appell an die Unternehmen: "Bietet Lehrstellen an!".

Die Medaillen um den Hals und den Kopf voller Erinnerungen wurden die
Teilnehmenden von Eltern, ehemaligen Lehrmeistern sowie von Vertretern der Berufsverbände und Freunden empfangen. Die Fanclubs bereiteten den Preisträgern den verdienten warmherzigen und begeisterten Empfang. Sie schätzten aber auch die Tatsache, dass Bundesrat Deiss persönlich in Kloten erschien.

Die Schweizer Teilnahme an den Berufsweltmeisterschaften wird von der Stiftung Swisscompetence (www.swisscompetence.ch) organisiert. Ihr Präsident, der St. Galler Regierungsrat Hans-Ulrich Stöckling, lobte die ausgezeichnete Leistung des Schweizer Teams ebenfalls und wies darauf hin, dass die Hürde angesichts der 2003 in St. Gallen erreichten Resultate sehr hoch angesetzt war. So musste die Schweizer Delegation gegen die harte Konkurrenz der asiatischen Länder, namentlich Südkoreas, antreten.

Die Berufs-WM wird alle zwei Jahre durchgeführt. 2007finden sie im japanischen Shizuoka statt.

Hier einige Bildimpressionen vom grossen Galaempfang:


Freude herrschte in Zürich-Kloten...


Ehemalige Berufsweltmeister begrüssten
ihren Zimmermann-Kollegen



Keiner zu klein. um zu gratulieren



Teamleader Thomas Hilger (hier mit JJ Gonçalves
und Carrosseriespengler Claude Grossenbacher)
ging unfreiwillig unter die Rothaarigen. Er hatte
gewettet,
dass das Team 16 Medaillen heimbringt.
Doch es gab deren 18....



Bundesrat Deiss als Reporter im Gespräch
mit JJ Gonçalves



Strahlendes Lachen zum Abschlus:
Damenschneiderin Sabine Spanger und
Delegationschefin Christine Davatz-Höchner.

Die Schweiz ist erneut die beste Nation


Alle Schweizer Medaillengewinner auf einen Blick.
Vorne rechts der "Beste der Nation", José João
Gonçalves


Ein Riesenerfolg gab es für das Schweizer Team an der 38. Berufsweltmeisterschaft 2005 in Helsinki: Die 36 jungen Eidgenossen holten den begehrten Sieg in der Nationenwertung sowie 18 Medaillen und zehn Diplome.


Delegationschefin Christine Davatz-Höchner zeigte sich nach der Bekanntgabe der Resultate an der Schlussfeier sehr erfreut und auch ein wenig überrascht: „Wir wussten, dass wir sehr gute Kandidatinnen und Kandidaten haben, doch wir glaubten kaum an die Wiederholung des Sieges in der Nationenwertung, den wir beim Heimspiel 2003 in St. Gallen erkämpft haben.“ Am Schluss lag die Schweiz klar vor Südkorea, Deutschland und Gastgeber Finnland. Der Medaillensegen fiel üppig aus: fünfmal Gold, siebenmal Silber und sechsmal Bronze, dazu gab es zehn Diplome für überdurchschnittliche Leistung. Damit kehren nur sechs Teilnehmende von 36 ohne Auszeichnung aus Helsinki zurück; die meisten von ihnen liegen nur ganz wenig unter der für ein Diplom nötigen Punktzahl. Zum Vergleich: An der 37. WM in St. Gallen erkämpfte eine grössere Schweizer Equipe 20 Medaillen und neun Diplome.

Die höchste Punkzahl des Teams erreichte Autolackierer José João Gonçalves. Die Leistung des Regensdorfers ist in der Geschichte der WM wohl einmalig: Der 21-Jährige kam erst vor fünf Jahren aus Portugal in die Schweiz, wo er nach einem Jahr Deutschunterricht die Berufslehre in Angriff nahm. „Wenn begabte und motivierte Leute unser duales Bildungssystem durchlaufen statt den schulischen Weg zu nehmen, gehören sie halt zur Weltspitze“, meint Christine Davatz-Höchner zum neuen „Best of the nation“. Sie macht auch den Berufsverbänden und den beteiligten Experten ein Kompliment: „Ohne die sorgfältige und aufwändige Vorbereitung wäre ein solcher Erfolg nicht möglich. Andere Länder haben mächtig aufgeholt, in fast allen Disziplinen ist die internationale Spitze heute noch breiter als in St. Gallen.“

Die kleine Delegation des Fürstentums Liechtenstein belegte den 22. Rang in der Mannschaftswertung und bringt je eine Gold- und eine Bronzemedaille heim.

Die Resultate des Schweizer Teams
(bei den Landschaftsgärtnern und den Mechatronikern gab es Zweierteams)

Goldmedaille: Sascha Feuz (Industrieelektroniker), Gsteigwiler; Jonas Buff (Möbelschreiner), Teufen; José João Gonçalves (Autolackierer), Regensdorf; Lorenz Arbogast, Sarnen und Martin Müller, Udligenswil (Landschaftsgärtner); Gilles Kehrli (Spengler), Innerberg.
Silbermedaille: Timon Achtnich, Frauenfeld und Raphael Ruf, Oftringen (Mechatroniker); David Muheim (Plattenleger), Greppen; Reto Hess (Maurer), Hombrechtikon; Michael Hürbin (Zimmermann), Hellikon; Bruno Friederich (Coiffeur), Gysenstein; Florian Bettschen (Koch), Niederstocken; Daniel Blum (Stahl-/Metallbauer), Altishofen.
Bronzemedaille: Bernhard Egger (Polymechaniker), Eggersriet; Stefan Richard (Maschinenbauer CAD), Aarwangen; Lorenz Hofer (Maler), Zofingen; Reto Welz (Bauschreiner), Trogen; Sabine Stanger (Damenschneiderin), Oberwil-Lieli; Stefan Durrer (Drucker), Dallenwil.
Diplom: Patrick Specker (CNC-Bearbeiter), Altstätten; Claude Grossenbacher (Carrosseriespengler), Ettinge; Zekerijah Sprecak (Elektronikinstallateur), Steinhausen; Christoph Meier (Anlagenelektriker), Felsberg; Florin Tuor (Steinmetz), Büttikon; Flavia Scussel (Floristin), Untersiggenthal; Rachel Wolfisberg (Kosmetikerin), Hergiswil; David Müller (Konditor), Champfér; Benjamin Haus (Automobiltechniker), Dachsen; Danny Meier (PC-Netzwerktechniker).
Teilnahme: Matthias Maurer (Software-Applikator), Kirchenleerau; Patric Moser (Schweisser), Lützelflüh-Goldbach; Benjamin Müller (Sanitärinstallateur), Illnau; Michael Iten (Webdesigner), Beinwil am See; Roman Wislert, (Goldschmied), Luzern; Sandra Filter (Servicefachfrau), Winterthur.




Sascha Feuz


Jonas Buff


José João Gonçalves



Lorenz Arbogast (3. v.l.) und Martin Müller (r.)


Gilles Kehrli